Vegane Kosmetik: Buchvorstellung und Rezept

© Freya

Wer sich für Wildkräuter interessiert, dem sind die Namen des Autoren-Duos von Vegane Kosmetik sicherlich schon untergekommen. Siegrid Hirsch ist vor allem für das Buch Die Kräuter in meinem Garten bekannt, Gabriela Nedoma machte sich mit Grüne Kosmetik einen Namen. Ihr Buch Biokosmetik – vegan, frisch, naturbelassen habe ich bereits hier mit Rezept vorgestellt.

Als zertifizierte Kräuterpädagogin finde ich selbstgerührte Kosmetik mit natürlichen Zutaten großartig, vor allem, wenn sie auch noch vegan ist! Daher war ich auf Vegane Kosmetik schon sehr gespannt!

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In der hilfreichen Einleitung werden die veganen Inhaltsstoffe, hautpflegende Gewürze, Kräuter und Öle vorgestellt. Nach ein paar kurzen Sätzen zum benötigten Zubehör und zur Hygiene folgen schon die Rezepte. Los geht’s mit den farbenfrohen No-Emus – leichten Lotionen, die ganz ohne Bindemittel (Emulgatoren) auskommen. Einfach vor Gebrauch schütteln und gleich auf die Haut sprühen! Super einfach und praktisch!

Bei den Haut-Reinigern machen einfaches Hafermehl und Pfefferminze den Anfang. Sehr praktisch finde ich, dass die folgenden Shampoos auch gleich für andere Anwendungen geeignet sind, wie z.B. Duschgel oder Flüssigseife.

Bei der Zahnpflege hat man die Auswahl zwischen Pulver, Öl und Pasta, so ist sicher für jeden was dabei. Genauso ist es bei den Deo-Rezepten. Eine schöne Auswahl an verschiedenen Rezepten von Gurke über Lavendel bis Kokos und sogar Schoko-Deo-Pralinen 🙂

Zum Verwöhnen für den ganzen Körper eignen sich das Badesalz mit Himbeere und Zitrone oder die Kräuter-Badepralinen. Doch auch die Lippen kommen nicht zu kurz, ob mit Tarte-au-Citron-Lipgloss mit Beerenwachs oder Choco-Lips mit Kakaobutter.

Nach dem Baden will die Haut natürlich gepflegt werden. Aus diesem Kapitel habe ich Euch das Rezept für das Limoncello-Aloe-Öl zum Ausprobieren ausgesucht! Neben Ölen hat man noch die Qual der Wahl zwischen Cremen, Lotionen, Salben und Balsam.

Den Abschluß machen Sonnenpflegeprodukte und Masken und Peelings. Besonders gefreut hätte ich mich über ein Rezept für eine Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor, das dürfte aber zum Selbermachen nicht so einfach sein.

Alles in allem ein sehr hübsch gestaltetes Buch mit vielen spannenden, einfachen Rezepten. Für mich könnten noch mehr Fotos von den fertigen Produkten drinnen sein, aber das ist Geschmackssache. Für die Waschtenside und Shampoos werden als Basis fertige Produkte aus dem Handel verwendet, was ich nicht so toll finde, denn eigentlich geht es ja hier um DIY. Zusätzlich ist es mir ein Anliegen die Produkte möglichst Zero Waste herstellen zu können und dafür eigenen sich gekaufte Basis-Produkte meist leider nicht.

Ansonsten hätte ich mir noch konkretere Bezugsquellen für ausgefallenere Zutaten, wie z.B. Beerenwachs, gewünscht. Einige Kräuter für die Rezepte kann man selber sammeln, wenn man sich auskennt, ansonsten sind sie teilweise wohl schwierig zu bekommen, wie etwa frische Steinkleeblüten.

Gedruckt wurde das Buch in der EU, sonstige Angaben z.B. zum verwendeten Papier, konnte ich keine finden. Hier ließe sich von der Umweltfreundlichkeit her sicherlich noch was machen.

Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, da die Rezepte nicht nur simpel, sondern auch originell sind. Ob Birkenasche, Hauswurz oder Hyazinthe, die Zutaten sind auf alle Fälle spannend und man kann einiges lernen.

Aber jetzt heißt’s selbst rühren. Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Euch ergangen ist!

Limoncello-Aloe-Öl

© Freya Verlag

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Leichtes Feuchtigkeitsöl zur Pflege gestresster Haut. Wirkt straffend, regenerierend, hautverjüngend, feuchtigkeitsspendend, desodorierend und desinfizierend. Eignet sich als Gesichts- und Körperöl. Kann auch zum Abschminken und zur Körperhygiene im Intimbereich verwendet werden.

Zutaten für 1 Spenderflasche à 250 ml:

1 Bio-Zitrone
1 großes Aloe-Blatt
300 ml neutrales Öl (z.B. Traubenkernöl)

Zubereitung:

  1. Zitrone waschen und samt Schale in kleine Stücke schneiden.
  2. Das Aloe-Gel mit einem scharfen Messer aus dem Blatt herauslösen.
  3. Öl, Zitrone und Aloe-Gel im Mixer homogen pürieren und durch einen Teefilter filtrieren, Rückstand gut auspressen.
  4. Das Öl in eine Spenderflasche füllen.

Anwendung: Vor dem Gebrauch gut schütteln. Das Öl sanft in die vorher angefeuchtete Haut einmassieren.

Haltbarkeit: 6 Monate bei Zimmertemperatur.

 

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