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13 Tipps für kreatives Kochen & weniger Reste

Die riesige Auswahl, die wir heutzutage bei uns in den Supermärkten haben überfordert mich mittlerweile. Ich finde es mühsam, mir unter 30 Senf-Sorten von 20 Marken, die für mich passende herauszusuchen. Deshalb kauf‘ ich meine Lebensmittel jetzt großteils in Unverpackt Läden, beziehe sie direkt vom Bio-Bauern oder bei meinem überschaubaren Bio-Laden ums Eck. Und weißt Du was? Ich vermisse nichts! Ganz im Gegenteil. Das Einkaufen ist jetzt stressfreier und beim Kochen bin ich viel kreativer geworden!

Heute verrate ich Dir meine Tipps, wie Du weniger Lebensmittel wegwirfst und mehr aus dem machst, was Du hast!

Verwende Küchenreste zum Gärtnern, von der Bananenschale bis zum Teebeutel. 

Züchte aus Deinen Schnippelresten neues Gemüse

Mach‘ leckeren Rhabarber-Sirup und verwende dafür einfach nur die Schalen und die Endstücke.

Nütz‘ Deinen Kaffeesatz für Körperpflege, Haushalt und Garten

Reib‘ die Schale von Orangen und Zitronen und trockne. Peppe damit Kompotte, Porridge, Schokomousse, Gemüsepfannend und alles andere auf, dem Du eine feine Zitrus- oder Orangennote verleihen willst.

Heb‘ Dein trockenes Brot auf und mach‘ dann Brösel draus. Je nachdem, wie stark das Brot gewürzt war, sind diese DIY-Brösel viel spannender als fade Semmelbrösel.

Genieß ein leckeres Getränk aus Apfelschalen 

Friere ein, was Du nicht gleich verbrauchen kannst: Zwiebelschalen, Endstücke von Karotten,Strunke, etc. kann man sammeln, um Gemüsebrühe zu machen. Rotwein, Zitronensaft und Kräuter kannst Du später zum Würzen verwenden. Reife Früchte sind perfekt für Smoothies oder Eis. 

Gieß Deinen Tee öfter auf: Starte mal mit schwarzem, grünem oder Rooibos Tee. Noch mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Würz‘ doch mal mit Tee! Wenn Du im Englischen sattelfest bist, dann laß Dich von den Rezepten auf an unrefined vegan inspirieren, wie z.B. dem Early Grey Chocolate Pudding. Wenn Dir die Idee gefällt, dann lad‘ Dir gleich das gratis e-book auf der Webseite mit noch mehr Rezepten dazu herunter.

Verfeinere Deine Speisen mit ätherischen Ölen! Was Du dabei beachten mußt und wie Du im Handumdrehen selbst ein Kakao- und ein Zitronenöl mischt, erfährst Du hier

Misch‘ Dir doch mal eine Gewürzmischung selber mit dem, was Du zuhause hast! Wie wär’s mit Kräuter der Provence für den Einstieg?

Lerne, wie Du verschiedenste Lebensmittel perfekt kombinierst, um neue Rezepte zu kreieren. Wenn Du gerne kochst und experimentierst, dann kann ich Dir das englischsprachige Meisterwerk The Vegetarian Flavour Bible (Partner-Link) wärmstens empfehlen! 

Jetzt wünsch‘ ich Dir viel Spaß beim kreativen Kochen! Vielleicht kommt ja bald Dein neues Lieblingsrezept da bei heraus 🙂 Auf alle Fälle freu‘ ich mich, wenn Du mir noch weitere Tricks verrätst, wie Du Mehr aus weniger machst!

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Mailand: Ein eco-veganer Städtetrip, denn Du Dir gönnen solltest!

Ist Dein nächster großer Urlaub noch in weiter Ferne? Hast Du das Gefühl, dass Du mal für ein paar Tage aus Deinen vier Wänden raus musst? Dann gönn‘ es Dir und zisch‘ einfach mal für ein Wochenende nach Mailand…ganz ohne zu fliegen! Wenn Du dann vor Ort auch noch Müll vermeidest und vegan isst, kannst Du Dir mit gutem Gewissen ein Stück nachhaltige Mailänder Mode mit nachhause nehmen, aber alles der Reihe nach!  

Umweltfreundliche Anreise 

Am Bequemsten ist es natürlich, wenn man nicht selbst hinter dem Steuer sitzen muß, sondern sich chauffieren läßt 😉 Eine nachhaltige Alternative ist da auf alle Fälle der Zug. Persönlich reisen wir gerne mit den Nightjets der ÖBB. So kommst Du billig und bequem über Nacht in rund 10 Stunden nach Mailand. Eine Strecke gibt’s ab € 39,-. Einsteigen kannst Du in verschiedenen Bahnhöfen entlang der Strecke von Wien über Niederösterreich, Steiermark und Kärnten. Eine andere Möglichkeit ist die Strecke von München über Rosenheim und Salzburg. Genaue Infos und Tickets bekommst Du hier. Natürlich kannst Du auch untertags fahren, wenn Du gerne die Gegend anschaust und mehr Zeit hast!

Auch Fernbusse haben eine erstaunlich gute Klimabilanz! Wenn Du lieber Bus fährst, findest Du hier verschiedene Anbieter und Infos. 

Sightseeing, Schlafen und Shoppen

Wir sind große Fans von AirBnB! Einerseits, weil wir keine anonymen Hotelzimmer mögen und andererseits, weil man dann oft in spannenden Gegenden wohnt, wo sonst nur Einheimische sind. Als Veggie & Veganerin finden wir es auch praktisch eine Küche zur Verfügung zu haben, um uns selbst versorgen zu können. 

Sichere Dir hier € 35,- Reiseguthaben bei AirBnB für Deine erste Übernachtung (das natürlich auch für andere Destinationen als Mailand gilt!).

Wenn Du nachhaltig und grün unterwegs sein willst, findest Du viele tolle und hilfreiche Tipps auf milanorganica, angefangen von Fahrradtouren, Eco-Hotels, Bio-Märkten und nachhaltigen Fashion-Labels.  

Zero Waste Einkaufen in Mailand

In Mailand gibt’s da ein großartiges Geschäft dafür vom Effecorta Netzwerk, denn 90% aller Produkte kommen aus einem Radius von 70 km und sind unverpackt! Hier bekommst Du frisch gebackenes Brot und Gebäck, offene Pasta und jede Menge trockene Lebensmittel aus Spendern. Als Urlaubs-Mitbringsel habe ich mir hier schwarze Kichererbsen gegönnt, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Selbst Henna und Olivenöl kann man sich hier selbst abfüllen!

Wir wohnen meistens in AirBnB Unterkünften mit eigener Küche. Dann sind solche unverpackt Läden ideal zum selbst versorgen. Manche Sachen lassen sich auch super mit nachhause nehmen, wie z.B. offene getrocknete Tomaten, die ich einfach in wiederverwendbaren Bio- Stoffbeutel (Affiliate Link) stecke. Wer das Leitungswasser in Italien nicht trinken mag, hat bei Effecorta auch die Möglichkeit, sich das Trinkwasser beim Automaten in eigene Flaschen abzufüllen, auch außerhalb der Öffnungszeiten. 

In Mailand gibt es außerdem noch einen Zero Waste Laden von Negozio Leggero. Wir haben uns die Filialen in Turin näher angeschaut und auch bei Negozio Leggero gibt es viele spannende Sachen zu entdecken, denn jedes unverpackt Geschäft ist anders!

Vegan Essen in Mailand

In Mailand hat man als VeganerIn die Qual der Wahl. Wir haben uns eine bunte Mischung aus fine dining, Fast Food und Süßem gegönnt. 

Bist Du ein Fastfood-Junkie? Dann wirst Du Flower Burger lieben! Du hast die Wahl zwischen dem ungewöhnlichen schwarzen Burgerbun mit Kohle, einem gelben mit Kurkuma oder einem 7-Korn-Laibchen. Die Patty Basis besteht Kichererbsen oder Seitan. Abgerundet werden die Burger mit leckerem Veggie-Käse, Saucen, Gemüse und großen Pommes Frittes. Auch die Nachspeise – in unserem Fall ein Schokokuchen – hat sehr gut geschmeckt.

Wenn man in Italien ist, führt einfach kein Weg am Eis vorbei. Gleich in der Nähe von Flower Burger mussten wir daher bei der Gelateria Latte Neve Halt machen. Hier gibt es ein paar wenige, aber leckere vegane Eis-Sorten, wie Schoko und Haselnuss. 

Wenn Du Dir etwas Besonderes gönnen möchtest, dann können wir Dir das Restaurant Ghea definitiv empfehlen. Am Besten Du reservierst einen Tisch im Vorhinein, zu Mittag geht das relativ einfach. Die Präsentation der Speisen ist wunderschön und das Essen war ein echtes Geschmackserlebnis. Für das 5-Gänge Menü haben wir € 40,- pro Person bezahlt, aber sieh‘ selbst! 

Carob-Haselnusskuchen mit Zitronen-„Butter“-Creme – das Dessert des veganen 5-Gang-Menüs im Ghea

Leider war unsere Zeit in Mailand viel zu kurz, aber es gibt noch jede Menge anderer Veggie Lokale zu entdecken. Ich recherchier immer gerne schon vorab auf Happy Cow, wo ich hingehen möchte, denn Vorfreude ist die schönste Freude!

Warst Du schon in Mailand? Was ist Dein Geheimtipp für die Modemetropole Italiens?
Du kennst Mailand schon? Dann fahr‘ doch nach Rom, ein weiteres City Highlight für Veganer

High Carb Vegan: Buchweizenpfanne Birne Royal

Letzte Woche habe ich Euch ein Buch zu Clean Eating vorgestellt. Heute habe ich mir zum Vergleich ein Buch zu High Carb unter die Lupe genommen. Dafür hab’ ich mir das Buch High Carb Vegan – Die gesunde Low Fat Küche! (Affiliate Link) des Autorenduos Julia Lechner und Anton Teichmann geschnappt.

@ Julia Lechner/Anton Teichmann/Ulmer

Wenn man sich die High Carb Empfehlungen im Buch anschaut, unterscheiden sie sich nicht so stark von dem, was PETA in ihrer veganen Ernährungspyramide empfehlen. Allerdings ist PETA etwas weniger streng bei der Art der Fette und der Verzehrmenge. Auch bekannte Verfechter der veganen Ernährung wie Dr. Campbell und Dr. Esselstyn raten vom Verzehr von Fett (insbesonders Ölen) weitgehend ab. In der Doku Gabel statt Skalpell wird zu fast fettfreier Ernährung geraten. Bei anderen, wie z.B. der Ernährungspyramide von Ich lebe vegan ist der Fettanteil mit rund 30% deutlich höher.

Die Theorie im Buch wird zu Beginn kurz & knackig in 7 Seiten abgehandelt: Was sind Mikro- und Makronährstoffe und wofür sind sie gut. Dann wird noch schnell extra auf Kohlehydrate, Proteine, Fette und den Energiebedarf eingegangen. Zum Schluß gibt’s noch eine Empfehlung für Hochleistungsmixer, Keramikgeschirr und ein paar Kochzutaten und dann geht’s schon mit den 7 Rezeptkapiteln los:

 Den Anfang machen Salate von Spring Rolls Vietnam bis zum bodenständigen Country Potato Salad. Weiter geht’s mit praktisch fettfreien Hauptgerichten, von Paella bis zu Gefüllten Paprika mit Pflaumensauce und Red Thai Curry. Im Abschnitt Fruit Love – Fruchtige Rohkost findet man ganz simple Rezepte für Fruchtsuppe, Cocktail oder Obstsalat.

Die Dessert Ideen unterscheiden sich von der Rohkost indem hier (Pseudo-)getreide zum Obst kommt, wie beim Grießbrei oder Sticky Rice Mango Maracuja. Im Kapitel Torten & Kuchen kommen Naschkatzen trotz des kaum vorhandenen Fetts auf ihre Kosten mit Cheesecake, Bananasplit-Torte und Brownies. Den Abschluß machen verschiedene Smoothies & Shakes. Zucker findet man in den Rezepten kein, stattdessen kommen natürliche Süßungsmittel wie Datteln oder Agavendicksaft zum Einsatz. In den Rezeptkapiteln ist hin und wieder kurzes „Spezialwissen für Besseresser“ eingestreut: Wie man ohne Fett trotzdem schmackhaft kocht, aber auch zu den Themen Gluten, Wasser oder Greens.

 Die Rezepte sind sehr einfach gehalten und fallen in die Kategorie ethnische Küche, von mediterran über asiatisch, orientalisch bis zu mexikanisch. Die Rezepte sind einfach und auch für Anfänger sicherlich gut nachkochbar. Die Zutaten sind großteils im gut sortierten Supermarkt erhältlich mit ein paar Ausnahmen wie etwas Lucumapulver.

Fazit: High Carb Vegan – Die gesunde Low Fat (Affiliate Link) aus dem Ulmer Verlag mit festem Einband und 2 Lesebändchen finde ich sehr praktisch und die Größe des Buchs ist handlich für den Einsatz in der Küche. Daumen hoch für den Druck in Deutschland. Leider konnte ich keinerlei Hinweise auf umweltfreundliches Papier oder Druck finden. Das Layout ist schlicht, aber ansprechend und übersichtlich. Alle Rezepte sind bebildert, was ich sehr gerne mag. Schade finde ich, dass verhältnismäßig oft exotische Früchte in den Rezepten vorkommen, was von der CO2 Bilanz nicht so toll ist. Ein interessanter Ansatz. Als Neuling bei diesem Thema fand ich den Infoteil allerdings zu kurz.

 Hier gibt’s natürlich wieder ein Rezept für Dich zum Ausprobieren! Was ist Dein Ernährungsstil? Folgst Du einem der aktuellen Trends oder magst Du einfach lieber eine abwechslungsreiche Mischkost?

Buchweizenpfanne Birne Royal

© Julia Lechner & Anton Teichmann

Für 2 Personen

Zutaten
200 g geschälter Buchweizen
2 Birnen (ca. 400 g)
2 Schalotten (ca. 80 g)
3 Stangen Stangensellerie (ca. 150 g)
150 g tiefgefrorene Brechbohnen (Fisolen)
200 ml Honigbuschtee
1 gehäufter TL Gemüsebrühe-Pulver
1 TL Agavendicksaft
1 TL getrockneter Bärlauch
2 TL Petersilie, gehackt
Pfeffer, schwarz, aus der Mühle nach Geschmack
Kräutersalz nach Geschmack

Zubereitung

Den Buchweizen waschen und in 400 ml Wasser aufkochen. Anschließend bei niedriger Temperatur ziehen lassen, bis die Flüssigkeit aufgenommen wurde. Öfter umrühren. Anschließend den Buchweizen mit warmem Wasser in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen.

Die Birnen entkernen und in Würfel schneiden. Die Schalotten abziehen und längs durchschneiden. Stangensellerie in Scheiben schneiden. Die Brechbohnen, sollten diese sehr lang sein, halbieren. Den Tee zubereiten und mit dem Gemüsebrühe-Pulver vermischen.

In einer beschichteten Pfanne Schalotten, Sellerie und Brechbohnen mit einem Schluck Tee und dem Agavendicksaft andünsten. Den Bärlauch zugeben. Das Gemüse so lange garen, bis die Bohnen und der Sellerie bissfest gegart sind. Eventuell etwas Tee nachschenken. Kurz vor Ende der Garzeit Birnen, Petersilie und den restlichen Honigbuschtee zugeben. Mit Pfeffer und Kräutersalz abschmecken und fertig garen. Danach zugedeckt beiseite stellen und warm halten.

Den Buchweizen entweder unter das Gemüse heben oder getrennt zusammen mit dem Gemüse anrichten und servieren.

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Leaf to Root: Gemüse essen von Blatt bis Wurzel + Rezept

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Bereits als ich vom Erscheinen des Buches Leaf to Root erfahren habe, war mir klar, dass ich es lesen mußte. Das Thema Gemüse restlos zu verwerten interessiert mich schon länger und bisher ist mir kein anderes so ausführliches Werk (320 Seiten!!) zu dem Thema bekannt. Das Autorentrio hat sich richtig ins Zeug gelegt und nicht nur ein einfaches Kochbuch herausgebracht, sondern ein richtiges Nachschlagewerk. 

Auch optisch ist das Buch eine Augenweide: Hochwertiges Hardcover mit matten Seiten mit ordentlicher Grammatur, 2 praktischen Lesebändchen und 150 stilvollen Farb- und sogar einigen Schwarz-Weiß-Fotos. Das Layout ist klar und sehr übersichtlich gestaltet. Der gesamte Band mit seinem – doch recht hohen – Preis von rund € 50,- wirkt edel. Gedruckt wurde das Buch in Italien, leider konnte ich keinerlei Hinweis auf nachhaltiges Papier oder Druck finden 🙁

Das Buch beginnt mit einem Vorwort der Ernährungswissenschaftlerin & Foodtrendforscherin Hanni Rützler, danach folgt eine kleine Einleitung des Autorenteams. Spannend zu lesen ist auch der Roundtable, eine Expertenrunde mit Diskussionen über Ernährungstabus, giftige Gemüseteile und Geschmacksentdeckungen. 

Dann geht es mit den Rezepten los, die gemischt vegetarisch und vegan sind. Den Anfang macht das Kapitel Blatt & Kraut, in dem – unter Anderem – Karfiol-, Kohlrabi- und rote Rüben (= Beete oder auf schweizerisch Rande) Blätter, genauso wie Erbsen- und Kürbis-Triebe und sogar Karottenkraut kreativ verarbeitet werden. 

Weiter geht’s mit Rezepten mit Stiel & Rippe, wie Grünkohlrippe, Fenchel-, Kohlrabi- oder Petersilien-Stiel.

Auch Haut & Haar werden hier selbstverständlich verarbeitet, von der Bananenschale über Maishaar bis zur Wassermelonenschale findet alles eine ungewöhnliche kulinarische Verwendung.

Selbst Strunk & Herz lassen sich verkochen, egal, ob Artischockenstängel, Karfiol- (= Blumenkohl), Brokkoli-, Rotkohl-, Weißkohl- oder Ananans-Strunk.

Die Verwendung von Blüte & Kern kenne ich zum Teil von meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin, aber hier werden sogar Avocado-, Papaya- und Tomaten-Kerne und sogar Rhabarberblüten genutzt!

Zum Schluß gibt’s noch Rezepte für Wurzel & Knolle: Dass man z.B. Dahlien-Knollen verkochen kann war mir völlig neu, während Frühlinszwiebel- oder Löwenzahnwurzel nicht so abwegig erscheinen.

Zwischen den Kapiteln eingestreut findet man auch noch verschiedenste Porträts, wie die diverser Köche, die sämtliche Teile verarbeiten; einem Bauern, der das anbaut, was andere am Acker liegen lassen; einer Sensorikerin und einem Lebensmittelchemiker. Besonders spannend fand ich die Vorstellung der Schweizer Jungköchin und Bäuerin Rebecca Clopath, die ihre Rezepte für alle Teile der Quitte vom Holz bis zu Blatt und sogar Asche vorstellt. 

Die Rezepte im Buch erstrecken sich über eine große Bandbreite von Karottenstiel-Falafeln mit Linsen-Hummus, Brokkoliblatt Chips und Kohlrabischalen-Pickles bis zu Birnen-Fenchelstiel-Saft. Die Rezepte sind großteils eher anspruchsvoll und für geübte Köche, die Herausforderungen mögen, geeignet. Einige der Zutaten, die sogenannten „Second Cuts“, die normalerweise weggeworfen werden, kann man  wohl nur direkt beim Bauern oder aus dem eigenen Garten bekommen. Dazu kommt, dass darüber hinaus noch andere exotische Zutaten wie Kampotpfeffer, Kaffirlimettenblätter oder Annattosamen verwendet werden, die eher schwierig erhältlich sind. 

Persönlich finde ich das Kompendium am Ende des Buches den spannendsten Teil überhaupt. Von Ananas bis Zwiebel wird hier aufgelistet welche Teile vom Gemüse essbar sind, wie Spitzenköche diese „Second Cuts“ zubereiten. Darüber hinaus wurden Infos aus historischen Kochbüchern zusammengetragen, genauso wie Küchentraditionen anderer Länder und einfache Kochanleitungen. Eine Inspiration für jeden kreativen Koch. Den Abschluß macht schließlich noch ein praktisches Rezeptverzeichnis.

Fazit: Leaf to Root geht über den Umfang eines herkömmlichen Kochbuchs weit hinaus. Hier findet man als aufgeschlossener und fundierter Koch-Fan nicht nur Rezepte, sondern jede Menge Anregungen, um selbst kreativ zu werden. Die Rezepte sind großteils anspruchsvoll und auch für das selbständige Umwandeln der vegetarischen Anleitungen ins Vegane ist Koch-Erfahrung notwendig. Ein gewisses Manko für die Alltagstauglichkeit ist die Ausgefallenheit gewisser Zutaten. Wer jedoch tiefer in die Materie der „Second Cuts“ eintauchen, Zero Waste kochen möchte und offen für Neues ist, der wird mit dem Buch viel dazulernen und entdecken!

Zum Ausprobieren habe ich ein einfacheres Rezept mit Grünkohlrippen, in der Schweiz Federkohl genannt, ausgewählt:

Tempura von Federkohlrippen mit Zitronen-Soja-Dip

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Tempura: 
50g helles Weizenmehl
1/3 TL Backpulver
120 g Federkohlrippen (Grünkohlrippen)
Salz
Öl zum Frittieren
Dip:
100 ml Sojadrink, zimmerwarm
2 TL Senf
2-3 TL Zitronensaft
1 TL gemahlenes Kurkuma
100 ml Rapsöl
SalzZum Anrichten:
50 g Federkohlblätter
Salz
1 Handvoll Edamame-Bohnen, enthülst, blanchiert
2 TL Chiliflocken
Fleur de Sel
Tempurateig: Das Mehl und Backpulver miteinander vermischen. 80 ml Wasser dazugeben und alles gut verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Den Tempurateig mindestens 1 Stunde kühl stellen. 

Dip: Sojadrink, Senf, Zitronensaft und Kurkuma in einen hohen Mixbecher geben und mixen. Das Rapsöl langsam unter ständigem Weitermixen dazugeben. Den Dip mit Salz abschmecken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.

Tempura ausbacken: Inzwischen die Federkohlrippen in etwa 5 cm lange Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Das Öl zum Frittieren erhitzen. Die Federkohlrippen durch den Tempurateig ziehen, im heißen Öl knusprig frittieren und auf Haushaltspapier trocken tupfen.

Anrichten:
Die Federkohlblätter in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und mit den Edamame-Bohnen, dem Dip und den Tempura anrichten. Die Chiliflocken und das Fleur de Sel über das Gericht streuen und servieren.

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Unverpackt einkaufen in Turin

Ich finde es total spannend, auf unseren Reisen Unverpackt Läden zu besuchen, die ich schon vorab recherchiere. Denn im Vergleich zu internationalen Supermarktketten ist jedes Zero Waste Geschäfte einzigartig. Wenn man vor Ort die Aufgen offen hält, entdeckt man dann immer noch weitere Möglichkeiten.

Duschgel Negozio Leggero

Duschgel Negozio Leggero

Wein zapfen Negozio Leggero

Wein zapfen Negozio Leggero

 

 

 

Süßigkeiten unverpackt Negozio Leggero Turin

Süßigkeiten unverpackt Negozio Leggero Turin

 

 

Negozio Leggero Turin

Negozio Leggero Turin

 

 

 

 

 

 

Die Kette Negozio Leggero hat derzeit 12 Geschäftslokale in Italien, davon alleine 5 (!) in Turin. Anders als in den Unverpackt Läden in Österreich kann man sich hier die Sachen nicht selbst abfüllen, sondern läßt sich die Einkäufe vom Personal abpacken. Frischware, wie Obst und Gemüse gibt es zwar nicht, dafür läßt sich das restliche Angebot sehen:

Offene Seifen Negozio Leggero

Offene Seifen Negozio Leggero

  • Wein
  • Putzmittelkomplettsortiment
  • Körperpflegeprodukte wie Rasierseife am Stück, Öle, Parfum, Duschgel, Luffa-Schwämme, etc.
  • getrocknete Tomaten und getrocknetes Obst
  • Kuvertüre (auch vegan!)
  • Olivenöl, auch in den Varianten Steinpilz oder Chili, heller und dunkler Balsamico-Essig
  • Tees & Gewürze
  • Noriblätter und andere Algen lose!
  • Kohlepulver (perfekt für selbstgemachtes Mascara!)
  • Pasta & Mehle
  • Süßigkeiten: Zuckerl, Lakritze, Nüsse in Schokolade…

Für die Toilettesachen und Reinigunsmittel werden Kunststoffbehälter zum Verkauf angeboten, man kann aber auch eigene Behälter mitbringen.

Locnada Leggera Turin

Locanda Leggera Turin

Negozio Leggero betreibt in Turin auch ein Lokal namens Locanda Leggera. Hier wird praktisch alles offen und unverpackt angeboten. Hier werden auch Fleischspeisen angeboten, aber man findet auch einige vegane Optionen. Wir waren zum Frühstück dort und ich habe mir Flocken, Pflanzenmilch und einen Obstsalat zusammengemischt.

Kekse unverpackt - Locanda leggera

Kekse unverpackt – Locanda leggera

Ansonsten gibt es Sandwiches, Kuchen, Kekse, eine große Teeauswahl und zu Mittag auch was Warmes. Am Tisch stehen Flaschen mit gratis Wasser und Behälter mit Papierservietten. Auf Rückfrage wurde uns gesagt, dass sich für diese Art von Lokal Stoffservietten nicht eignen, da zu viel Wäsche und damit einhergehend zu viel Energie verbraucht werden würde. Dafür wurden bewußt hochwertigere, festere Papierservietten mit Ecolabel genommen, sodaß idealerweise nur ein Stück pro Person verwendet wird.

Verd'essenza

Verd’essenza

Das Verd’essenza in der Via San Pio V n. 20/f führt eine kunterbunte Mischung aus verpackten und unverpackten Produkten. Wann immer möglich, wird hier Bioprodukten der Vorzug gegeben. Neben den typischen Spendern für Pasta, Hülsenfrüchte, Getreide und Flocken kann man hier auch Putzmittel aus dem Edelstahlkanister und Wein aus Säcken in der Kartonbox zapfen. Darüber hinaus bekommt man verschiedenste Tees und Gewürze.

Ganz zufällig haben wir auch den Familienbetrieb Ossola Farine Sas in der Via Balbo 4 entdeckt.

Ossola Farine

Ossola Farine

Ab einer Menge von 500 g kann man hier Mehle, Reis und Hülsenfrüchte lose einkaufen. Auch wenn man auf Gluten verzichten will oder muß, wird man hier bei Reis-, Buchweizen-, Kichererbsen- oder Mais-Mehl fündig. Hier gibt es auch schwarze italienische Kichererbsen, die ich in Turin zum ersten Mal gesehen und gegessen habe. In dem Traditionsgeschäft bekommt man auch die sogenannten Chilometro Zero oder 0 km Mehle von Molini Bongiovanni. Das bedeutet, dass das Getreide maximal 50 km von der Mühle entfernt wächst. Mit den 1600 m2 Photovoltaikpanelen werden jährlich 150 Tonnen CO2 eingespart. Die italienischen Reissorten fallen ebenfalls in

Verd'essenza Putzmittel

Verd’essenza Putzmittel

die Kategorie 0km. Mehr Info zu 0 km Produkten findet man hier (leider nur auf italienisch). Im Prinzip handelt es sich dabei um saisonale Produkte aus der Region, die keine großen Transportwege hinter sich haben und bei denen Verpackung eingespart wird.

Darüber hinaus bieten immer auch die wöchentlichen Obst- und Gemüsemärkte eine gute Gelegenheit unverpackt einzukaufen. Wichtig ist natürlich, dass man immer gut vorbereitet einkaufen geht. Deswegen haben wir auch im Urlaub eine Auswahl an Stoffbeuteln und Lunchboxen dabei.

Vegane Kosmetik: Buchvorstellung und Rezept

Wer sich für Wildkräuter interessiert, dem sind die Namen des Autoren-Duos von Vegane Kosmetik sicherlich schon untergekommen. Siegrid Hirsch ist vor allem für das Buch Die Kräuter in meinem Garten bekannt, Gabriela Nedoma machte sich mit Grüne Kosmetik einen Namen. Ihr Buch Biokosmetik – vegan, frisch, naturbelassen habe ich bereits hier mit Rezept vorgestellt.

Als zertifizierte Kräuterpädagogin finde ich selbstgerührte Kosmetik mit natürlichen Zutaten großartig, vor allem, wenn sie auch noch vegan ist! Daher war ich auf Vegane Kosmetik schon sehr gespannt!

© Freya

In der hilfreichen Einleitung werden die veganen Inhaltsstoffe, hautpflegende Gewürze, Kräuter und Öle vorgestellt. Nach ein paar kurzen Sätzen zum benötigten Zubehör und zur Hygiene folgen schon die Rezepte. Los geht’s mit den farbenfrohen No-Emus – leichten Lotionen, die ganz ohne Bindemittel (Emulgatoren) auskommen. Einfach vor Gebrauch schütteln und gleich auf die Haut sprühen! Super einfach und praktisch!

Bei den Haut-Reinigern machen einfaches Hafermehl und Pfefferminze den Anfang. Sehr praktisch finde ich, dass die folgenden Shampoos auch gleich für andere Anwendungen geeignet sind, wie z.B. Duschgel oder Flüssigseife.

Bei der Zahnpflege hat man die Auswahl zwischen Pulver, Öl und Pasta, so ist sicher für jeden was dabei. Genauso ist es bei den Deo-Rezepten. Eine schöne Auswahl an verschiedenen Rezepten von Gurke über Lavendel bis Kokos und sogar Schoko-Deo-Pralinen 🙂

Zum Verwöhnen für den ganzen Körper eignen sich das Badesalz mit Himbeere und Zitrone oder die Kräuter-Badepralinen. Doch auch die Lippen kommen nicht zu kurz, ob mit Tarte-au-Citron-Lipgloss mit Beerenwachs oder Choco-Lips mit Kakaobutter.

Nach dem Baden will die Haut natürlich gepflegt werden. Aus diesem Kapitel habe ich Euch das Rezept für das Limoncello-Aloe-Öl zum Ausprobieren ausgesucht! Neben Ölen hat man noch die Qual der Wahl zwischen Cremen, Lotionen, Salben und Balsam.

Den Abschluß machen Sonnenpflegeprodukte und Masken und Peelings. Besonders gefreut hätte ich mich über ein Rezept für eine Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor, das dürfte aber zum Selbermachen nicht so einfach sein.

Alles in allem ein sehr hübsch gestaltetes Buch mit vielen spannenden, einfachen Rezepten. Für mich könnten noch mehr Fotos von den fertigen Produkten drinnen sein, aber das ist Geschmackssache. Für die Waschtenside und Shampoos werden als Basis fertige Produkte aus dem Handel verwendet, was ich nicht so toll finde, denn eigentlich geht es ja hier um DIY. Zusätzlich ist es mir ein Anliegen die Produkte möglichst Zero Waste herstellen zu können und dafür eigenen sich gekaufte Basis-Produkte meist leider nicht.

Ansonsten hätte ich mir noch konkretere Bezugsquellen für ausgefallenere Zutaten, wie z.B. Beerenwachs, gewünscht. Einige Kräuter für die Rezepte kann man selber sammeln, wenn man sich auskennt, ansonsten sind sie teilweise wohl schwierig zu bekommen, wie etwa frische Steinkleeblüten.

Gedruckt wurde das Buch in der EU, sonstige Angaben z.B. zum verwendeten Papier, konnte ich keine finden. Hier ließe sich von der Umweltfreundlichkeit her sicherlich noch was machen.

Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, da die Rezepte nicht nur simpel, sondern auch originell sind. Ob Birkenasche, Hauswurz oder Hyazinthe, die Zutaten sind auf alle Fälle spannend und man kann einiges lernen.

Aber jetzt heißt’s selbst rühren. Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Euch ergangen ist!

Limoncello-Aloe-Öl

© Freya Verlag

© Freya Verlag

Leichtes Feuchtigkeitsöl zur Pflege gestresster Haut. Wirkt straffend, regenerierend, hautverjüngend, feuchtigkeitsspendend, desodorierend und desinfizierend. Eignet sich als Gesichts- und Körperöl. Kann auch zum Abschminken und zur Körperhygiene im Intimbereich verwendet werden.

Zutaten für 1 Spenderflasche à 250 ml:

1 Bio-Zitrone
1 großes Aloe-Blatt
300 ml neutrales Öl (z.B. Traubenkernöl)

Zubereitung:

  1. Zitrone waschen und samt Schale in kleine Stücke schneiden.
  2. Das Aloe-Gel mit einem scharfen Messer aus dem Blatt herauslösen.
  3. Öl, Zitrone und Aloe-Gel im Mixer homogen pürieren und durch einen Teefilter filtrieren, Rückstand gut auspressen.
  4. Das Öl in eine Spenderflasche füllen.

Anwendung: Vor dem Gebrauch gut schütteln. Das Öl sanft in die vorher angefeuchtete Haut einmassieren.

Haltbarkeit: 6 Monate bei Zimmertemperatur.

 

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Trailmix Varianten vegan & zero waste

Studentenfutter Variationen vegan

Heute ist es soweit, wir fahren auf Urlaub! (Deswegen auch nur ein ganz schnelles Foto auf unserer Stiege in den Garten gemacht 😉 Da wir viel wandern gehen wollen und uns großteils selbst versorgen, möchte ich einiges an Proviant mitnehmen. Der soll natürlich vegan und optimalerweise auch müllfrei sein. Statt für Müsliriegel habe ich mich diesmal für Studentenfutter, im Englischen passenderweise Trailmix genannt, entschieden. Drei verschiedene Mischungen sind es geworden, die ich Euch heute vorstelle.

Selbst gemischtes Studentenfutter hat viele Vorteile:

  • abwechslungsreich
  • super einfach & schnell zubereitet
  • müllfrei
  • kostensparend

Da es bei der Mischung von Studentenfutter nicht um genaue Mengenangaben geht, habe ich das mit meinen Cups gemacht. Ihr könnt aber auch einfach irgendein Kaffehäferl (= Kaffeetasse für all meine ausländischen LeserInnen) als Maß nehmen, das ca. 250 ml fasst.

Die Zutaten habe ich praktisch alle lose in Wien gekauft. Wo Ihr die Sachen unverpackt in Wien bekommt, erfahrt Ihr in dem Artikel, den ich für wastelandrebel.de geschrieben habe, wo Shia Su über Ihr Zero Waste Leben bloggt.

Die Früchte habe ich selbst getrocknet (mit Ausnahme der Cranberries). Bananen gibt es bei uns zuhause nur in Ausnahmefällen, wenn sie im Bioladen abverkauft werden, weil sie schon sehr reif sind. Äpfel und Bananen habe ich dann einfach in dünne Scheiben geschnitten und in meinem Dörrgerät getrocknet. Man kann sie aber auch problemlos im Backrohr trocknen.

Das Mengenverhältnis der Zutaten könnt Ihr nach Lust und Laune variieren, je nachdem, ob Ihr es lieber fruchtig süß oder eher nussig mögt. Wer keine Nüsse verträgt, kann stattdessen nur Samen verwenden oder auch Granola-Stückchen dazu mischen. Eurer Fantasie sind beim Mischen keine Grenzen gesetzt. Natürlich kannst Du auch eine pikanten salzigen Knabbermix ganz ohne Früchte machen. Hier mal meine Varianten zur Anregung. Bei den Zutaten entscheide ich mich immer für Bio und Fairtrade.

Apfelstrudel Trailmix
Zutaten:
1 Becher getrocknete Apfelscheiben
3/4 Becher Walnüsse
3/4 Becher Sonnenblumenkerne
1/2 Becher Rosinen
1/8 TL gemahlenen Zimt

Apfelscheiben in 1/4 schneiden.
Walnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann die Hälften nochmals halbieren.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Fernweh Trailmix
Zutaten:
1/2 Becher getrocknete Bananenscheiben
1/2 Becher Kokoschips
1/2 Becher Datteln entsteint
3/4 Becher Cashewnüsse
3/4 Becher Erdnüsse
Vanillepulver nach Geschmack
1 große Prise Salz

Cashewnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann halbieren.
Datteln in 0,5 cm breite Scheiben schneiden.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Trailmix Rot-Grün
Zutaten:
3/4 Becher Haselnüsse
3/4 Becher Kürbiskerne
1/4 Becher Pistazienkerne ohne Schale
1/2 getrocknete Cranberries

Haselnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Diesmal habe ich Zutaten verwendet, die ich noch zuhause hatte. Einige Sachen davon sind weit gereist. Optimal  für einen Trailmix mit kleinerem Fußabdruck sind heimische Früchte und Nüsse.

P.S. Dieser Post wurde auch im Otto-Magazin mit 5 anderen spannenden Tipps von grünen BloggerInnen vorgestellt.

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Mallorca: Unverpackt, vegan und bio in Palma

Bio-Markt Palma de MallorcaDerzeit habe ich das große Glück ein Monat auf Mallorca sein zu können, wo ich eine vegane Koch-Ausbildung mache. In meiner Freizeit schlendere ich durch die Inselhauptstadt und spüre die besten Plätze für vegane und – idealerweise auch biologogische – Eßmöglichkeiten und Lebensmittel auf. In Palma gibt es zwar keinen Unverpackt-Laden, dafür aber jede Menge Möglichkeiten auf Märkten à la Zero Waste einzukaufen.

Brot: Unverpackt Einkaufen in Palma de Mallorca

Gestern habe ich den großartigen Bio-Markt am Placa Bisbe Berenguer de Palou erkundet. Der Markt mit rund 13 Ständen findet jeden Dienstag und Samstag von 8-14 Uhr statt und die Auswahl ist super!

Getreide und Hülsenfrüchte unverpackt - Palma de Mallorca

Vorausgesetzt man ist gut mit eigenen Behältnissen ausgerüstet, bekommt man hier fast alles verpackungsfrei, was das Herz begehrt:

  • Obst: Eine große Bandbreite, sowohl frisch, als auch getrocknet. Es gibt sowohl heimisches als auch importiertes Obst und sogar getrocknete Granatapfelkerne, Gojibeeren und Kokosflocken.
  • Gemüse: Von Artischocken über gesunden Grünkohl für den Smoothie bis zu getrocknetenTomaten.
  • Getreide, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte: Hirse, Couscous, Cornflakes, Bohnen und mehr.
  • Sonstiges: Verschiedenste Nüsse und selbst Erdmandeln, Chiasamen, sowie ein paar Gewürze, wie das allgegenwärtige Paprikapulver.

Getrocknete Früchte lose kaufen in Palma de Mallorca

Darüber hinaus werden verschiedene vegane Snacks angeboten. In Mallorca muß man bei süßen und pikanten Mehlspeisen besonders aufpassen, weil traditionell Schweineschmalz für die Zubereitung verwendet wird. Daher sicherheitshalber immer nachfragen! Die am Bio-Markt angebotenen veganen Leckereien werden stattdessen mit Olivenöl hergestellt.

Vegane Coca de Trampó vom Bio-Markt in Palma

Natürlich hab‘ ich gleich mal eine Coca de Trampó verkostet. Bei Coca handelt es sich um eine Art mallorquinische Pizza mit dünnem, knusprigen Boden und üppigen Belag. Im Falle der Coca de Trampó sind das Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch.

Veganer glutenfreier Bio-Muffin mit mallorquinischem Carobpulver

Danach habe ich auch noch einen glutenfreien Muffin mit Mandelmehl und Carobpulver verkostet. Das Pulver wird auf Mallorca selbst aus der Frucht des Johannisbrotbaumes hergestellt. Die von mir getesteten Snacks gibt es übrigens unter der Woche direkt in der Bäckerei Pane Nostro nahe der Placa d’Espanya.

Die Standler sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Das Abfüllen in die eigenen Behälter war überhaupt kein Problem, trotz meinem Mangel an Spanisch-Kenntnissen. Hier wird Zero Waste Einkauf zum Vergnügen. Sehr empfehlenswert!

Noch mehr vegane Zero Waste Alternativen in Palma habe ich hier vorgestellt.

Lebensmittel unverpackt kaufen in Stadt und Land

unverpackt_einkaufen005Je nachdem, ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt, kann der Einkauf recht unterschiedlich ausschauen. Wir haben heute einige Tipps zusammengeschrieben, wie wir das lösen.

Behälter:

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  • Optimal sind Glasbehälter mit Bügel- oder Schraubverschluß
  • Flaschen mit weitem Hals eignen sich für Flüssiges wie Öl & Essig.
  • Gefässe von gekauften Lebensmitteln sammeln oder Second Hand kaufen. Am Flohmarkt oder auf Plattformen wie willhaben.at kann man z.B. alte Rex Einmachgläser kaufen und mit neuen Klammern ausstatten. Ersatzdeckel für Schraubgläser bekommt man in gut sortierten Geschirrgeschäften.
  • Die Größe der Behälter hängt davon ab, wie oft man trockene Grundnahrungsmittel einkauft. Da wir am Land wohnen und selten in Unverpackt Geschäfte kommen, kaufen wir immer gleich mehrere Kilo z.B. von Getreide, Hülsenfrüchten und Co. ein.
  • Stoffbeutel: Super eignen sich auch Sackerl mit Tunnelzug, wir verwenden die von Re-Sack Beutel aus GOTS-zertifizierter Baumwolle, aber wer ein bißchen was vom Nähen versteht, kann sich leicht selber welche machen.
  • Trichter: Ein selbst mitgebrachter Trichter erleichtert manchmal das Abfüllen.

Einkaufsquellen:

  • Obst & Gemüse: Das meiste bekommen wir unverpackt im Bioladen. Eine gute Quelle sind auch Biokisterl-Lieferanten mit denen man sich bzgl. der Verpackung absprechen kann.
  • Gärtnern: Wir haben einen kleinen Garten und versuchen jetzt Sachen anzubauen, die wir sonst schwer unverpackt bekommen, wie z.B. Spinat, Beeren, Vogerlsalat, etc.
  • Getränke: Unsere Bio-Säfte beziehen wir in Mehrwegflaschen über den Mostexpress, der einerseits nach Hause liefert und andererseits in Zwettl einen Marktstand am Wochenende hat. Der Mostexpress liefert auch nach Wien! Auch in Bioläden bekommt man diverse Getränke in Mehrwegflaschen.  Eine gute Möglichkeit für Wein ist auch direkt 1x jährlich beim Lieblingswinzer einzukaufen und die Flaschen wieder zu retournieren.
  • Getreide, Trockenfrüchte, Ölsaaten: Da wir keinen Unverpackt-Laden im Waldviertel haben, haben wir den Einkauf für Trockenprodukte anders gelöst. Wir haben einfach Biobauern in der Umgebung gefragt, ob wir ihre Produkte ab Hof in mitgebrachte Behältnisse abfüllen können und haben bisher nur positive Antworten bekommen. Derzeit machen wir das mit dem Biohof Mann und Brenner’s Bestes. Beim Marctstandl in Wien bekommt man darüber hinaus auch Chia- und Hanfsamen unverpackt.
Marctstandl

Marctstandl

  • Sonstiges: 2-4x jährlich statten wir auch einem Unverpackt Laden einen Besuch ab. In unserem Fall bietet sich da Lunzers Maßgreißlerei in Wien an. Hier ist die Auswahl natürlich am Größten und man bekommt z.B. auch Zucker, Kaffee, Kräuter, Gewürze, Datteln, Sauerkraut und Putzmittel.
  • Eine ausführliche Liste von unverpackt Einkaufsmöglichkeiten für Österreich, Deutschland und Schweiz gibt es hier bei wastelandrebel.com.
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Lunzers Maßgreißlerei Wien

Nicht vergessen!

  • Anreise: Optimal wäre, die Sachen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Öffi zu besorgen. In unserem Fall ist das teilweise nicht möglich, weil die Einkäufe dann zu viel und zu schwer werden würden, um sie über eine so weite Strecke ohne Auto transportieren zu können. Wichtig ist daher, Einkäufe zu bündeln und möglichst selten haltbare Trockenware einzukaufen. Wir arbeiten daher viel mit Vorratshaltung.
  • Bei uns hat sich z.B. herausgestellt, dass eine Lieferantin sowieso alle 2 Wochen nach Zwettl kommt und wir nicht extra hinfahren müssen. Sie holt unsere leeren Behälter ab und bringt sie beim nächsten Zwettl-Besuch gefüllt wieder mit.
  • Da meine Familie in Wien lebt, kommen wir sowieso immer wieder hin. Bei solchen Gelegenheiten bietet es sich an, gleich auch Einkäufe zu erledigen und auf der Strecke weitere Bio-Bauern abzuklappern, wo wir sowieso – mehr oder weniger – vorbei fahren würden.

Mengen:

  • Lange Haltbarkeit: Reis, Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, Bohnen & Co.), Essig, Zucker. Auch Chiasamen und Kokosprodukte wie Öl und Raspeln sind jahrelang haltbar.
  • Mittlere Haltbarkeit: Mehl. Länger hält sich das Getreide als ganzes Korn. Wer eine Getreidemühle oder einen Hochleistungsmixer besitzt, kann dann einfach nach Bedarf mahlen und auch Brösel und Grieß selbst machen.
  • Kurze Haltbarkeit: Öl, Nüsse und Ölfrüchte (Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne & Co.). Ganz wichtig: Flasche sehr sorgfältig reinigen, sonst wird selbst abgefülltes Öl leicht schlecht!

Hast Du noch andere Tipps oder gute Quellen für den unverpackten Einkauf? Dann hinterlaß bitte ein Kommentar!

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Vegan essen in Rom – Teil 2

Aromaticus-Rom-LokalIn Rom ist das vegane Angebot so groß, dass man sicherlich eine Woche lang immer wieder was Neues ausprobieren oder nochmal ins Lieblingslokal gehen kann 🙂 Nach den süßen Schlemmereien mußten wir uns natürlich auch durch das Angebot an Herzhaftem kosten.

Gleich neben dem Grezzo Raw Chocolate kann man im Aromaticus auf frische, leckere Säfte einkehren. Wir hatten 1x Ananas-Karotte-Limette und 1x Wasermelone-Pfirsich-Basilikum-Saft. Auch ein paar der Speisen sind vegan oder können veganisiert werden, wie z.B. der griechische Salat mit Humus (Käse weglassen).

Das vegane Restaurant So What fanden wir zwar lustig eingerichtet und auch die Bedienung sehr nett, das Essen hat uns allerdings nicht so überzeugt. Ich habe die Bio-Polentawürfel mit Pesto probiert, die sehr fettig und salzig waren.

Lokale am Tiber Rom

Beim Spazierengehen entlang des Tiber sind wir auf das Lokal Rec23 gestossen und haben einen veganen Linsen-Gemüse-Burger auf der Speisekarte entdeckt. Leider hatten wir in unseren vollen Bäuchen absolut keinen Platz, um ihn zu verkosten. Von Rec23 gibt es auch ein Restaurant und einen Foodtruck, also einfach danach Ausschau halten!

Rec23 Rom Burger vegan

Im Endeffekt haben sich für uns 2 Favoriten herauskristalliert, das Ops und das Romeow Cat Bistrot.

Ops

Ops Buffet

Das vegane Restaurant Ops in der Via Bergamo punktet mit seinem großen kalten und warmen Buffet. Jeden Mittwoch ist das Buffetangebot komplett glutenfrei, aber auch an anderen Tagen gibt es jede Menge Auswahl, wenn man Gluten meiden muß.

Rom vegan Oops Restaurant

Die Auswahl der Speisen war sehr groß und das Essen durchgehend super lecker! Besonders begeistert haben mich die Frittatina aus Kichererbsenmehl und die ungewöhnlichen Salate, die mit Früchten und Kardamom oder Zimt aufgepeppt waren. Wenn Du Italienisch sprichst, magst Du ja vielleicht auf einen der Kochkurse von Chef Simone Salvini besuchen und lernen, wie man z.B. glutenfreie Nudeln selber macht.

Buffetteller im Ops

Buffetteller im Ops

Ab vom Schuß, aber definitiv einen Besuch wert, ist das Romeow Cat Bistrot. Für uns war es der 1. Besuch in einem Katzencafé und wir waren sehr positiv überrascht. Die Katzen waren extrem brav und kommen von sich aus kaum her und toben auch nicht herum.

Romeow Cat Bistrot

Romeow Cat Bistrot

Katze im Romeow

Katze im Romeow

Die Auswahl der Speisekarte ist wirklich kreativ und alles hat total gut geschmeckt. Hier kommst Du auch als Rohkost-Fan aus Deine Kosten! Wie wär’s z.B. mit Wildreis gewürzt mit Ingwer und Macis zu Mandelricotta und wildem Spargel? Wir haben uns für ein Degustationsmenü mit 3 verschiedenen Speisen entschieden.

Degustationsemü im Romeow

Degustationsemü im Romeow

Den krönenden Abschluß machte eine rohe Schoko-Bananentorte…mhhh!

Roher Schokogenuß im Romeow

Roher Schokogenuß im Romeow

Bei Städtetouren mieten wir uns meistens eine kleine Wohnung über Airbnb, um uns zum Teil auch selbst zu versorgen. In Rom findet man dafür neben dem Marktangebot auch jede Menge Bioläden, z.B. der Ketten Cuorebio oder Naturasi. In der Via Chiabrera 80 gibt es mit dem Negozio Leggero mittlerweile auch ein Geschäft zum unverpackt einkaufen, das wir aber leider noch nicht testen konnten. Nicht vergessen eigene Behälter und Stoffbeutel mitzunehmen!

Zwar nicht vegan, aber als Foodie auch einen Besuch wert ist das mehrstöckige Eataly Geschäft mit einer unglaublich großen Auswahl an verschiedensten Lebensmitteln und Delikatessen. Für Italienischkönner gibt es auch ein paar vegane Kochbücher zu entdecken. In Italien werden auch mehrere vegane Kochzeitschriften angeboten. Am Besten gefallen hat mir das monatlich erscheinende Magazin We Veg.

Tipps für süße Verführungen in Rom findest Du im 1. Teil.