Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Buchvorstellung

618 kg Müll produziert jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Eine unfassbare Zahl, oder? Zum Glück geht es auch anders. Die sogenannte Zero Waste – also Null Müll – Bewegung wird immer größer und es gibt immer mehr Möglichkeiten unverpackt einzukaufen. Eine davon ist das „Ohne“ in München.

Die Buchautoren, © Fabian Norden

Hannah Sartin und Carlo Krauss, die Betreiber des „Ohne“ Ladens haben mit der Geburt ihrer Tochter ihren Lebensstil konsequent auf Zero Waste umgestellt. Ihre Erfahrungen und Tipps geben Sie jetzt in Ihrem Buch Wie wir es schaffen, ohne Müll zu leben – Zero Waste als Lifestyle* weiter. 

Beim Buch fängt es eigentlich schon an, denn natürlich fällt hier in der Produktion Müll an. Zumindest wurde das Buch auf 100%igem FSC Recycling-Papier gedruckt und auf die Plastikfolierung verzichtet. Das Buch ist hübsch, aber schlicht aufgemacht und das Layout übersichtlich. Jetzt aber zum Inhalt!

Gleich zu Anfang erklärt das Autorenduo was Zero Waste genau bedeutet und wie sie selbst dazu gekommen sind. Anhand einleuchtender Fakten wir klargestellt, dass Recycling auch nicht optimal ist und warum es Sinn macht, Recycling-Abfall daher weitestgehend zu vermeiden. 

Danach geht’s in die Praxis und es folgen viele Tipps und Erfahrungsberichte für den müllfreien Einkauf. Gleich im Anschluß verraten Hannah und Carlo ein paar Rezepte aus ihrer Zero Waste Küche und wie sie ihr Bad müllfrei halten. ACHTUNG: Die Rezepte in dem Buch sind nicht alle vegan! Die Bandbreite reicht dabei vom selbst gemachtem Nudelteig über den DIY Geschirrspülreiniger bis zur schnell gerührten Zahnpasta.

Während es bei Make-up schwierig wird Abfall zu vermeiden, lässt er sich bei der Körperpflege mit DIY Bodybutter, Lippenbalsam und Menstruationstasse sehr gut stark reduzieren. Auch ein paar althergebrachte Hausmittel aus der Natur für Husten, Schnupfen, Blasenentzündung und Co. fließen hier mit ein. 

Der Großteil des Haushaltsmülls fällt in Küche und Bad an, wenn man den mal reduziert hat, ist schon viel geschafft. Zero Waste kann man aber noch in vielen anderen Lebensbereichen anwenden, wie z.B. bei Kleidung und Transport. Diese Themen werden allerdings nur gestreift. Ausführlicher wird’s wieder rund um Baby und Kinder. Auch hier greifen die Autoren auf lang erprobte Alternativen zurück, von selbst gemachten Feuchttüchern bis zum einfachen Bastelkleber aus Maisstärke und Wasser. 

Die letzten Kapitel widmen sich den Themen Schenken und Feiern, Müllfrei im Job, Urlaub, Urban Gardening und Reparieren. Hier wird Querbeet alles Mögliche angesprochen vom Frühstück to Go für Berufspendler bis zum Kompostieren in der Wurmkiste und Repair-Cafés. Den Abschluß macht die Vorstellung des eigenen Unverpackt Ladens.

Fazit: Ein sehr interessantes Buch mit vielen guten Tipps und Selbermach-Ideen, von dem Einsteiger in das Zero Waste Thema viel lernen können. Wenn Du eher den Erzählstil bevorzugst als ein reines Nachschlagewerk und auch Kinder hast, dann liegst Du mit diesem Buch sicher richtig.  

Hast Du schon Erfahrungen mit Zero Waste gemacht? Was fällt Dir leicht oder wo steckst Du? Laß es mich wissen 🙂

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Zero Waste Buchbesprechung mit Handspülmittel Rezept

Zero Waste Buch Shia Su

Seit einiger Zeit versuchen mein Mann und ich unseren Müll soweit wie möglich zu reduzieren. Dabei sind unterstützende Ratgeber sehr willkommen. Da kam uns das Buch Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün gerade recht. Die Autorin, Shia Su, kennst Du vielleicht schon von ihrem Blog wastelandrebel.

Warum ich von Shias Buch so begeistert bin hat gleich mehrere Gründe:

  • Es ist das 1. Buch zum Thema Zero Waste von einer Autorin aus dem deutschen Sprachraum. Das hat den Vorteil, dass man die Zutaten für die Rezepte problemlos in Österreich, Deutschland und der Schweiz bekommt.
  • Shia zeigt, dass Zero Waste auch geht, wenn man keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat.
  • Die Rezepte sind super einfach, schnell umsetzbar und noch dazu vegan!
  • Das Buch muß nicht von vorne bis hinten durchgelesen werden. Man kann sich einfach Kapitel oder Rezepte herauspicken und es als Nachschlagewerk verwenden.
  • Die QR Codes im Buch führen zu regelmäßig aktualisierten Infos im Internet, wie z.B. unverpackte Einkaufsmöglichkeiten in den deutschsprachigen Ländern.
  • Zero Waste wurde auf Recyclingpapier mit mineralölfreien Farben in der EU gedruckt und wird ohne die übliche Plastikfolie verkauft.

Nach einer kurzen Einleitung zählt die Autorin die Vorteile eines müllfreien Lebensstils auf, wie z.B. Kosten- und Zeitersparnis. Im Kapitel „Wie fange ich am besten an?“ gibt Shia Su viele hilfreiche Tipps, sei es für die eigene Müll-Analyse, zur Umsetzung der 5 Rs – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot oder zum Ausmisten.

Danach geht die quirlige Bloggerin die verschiedenen Bereiche im Haushalt nacheinander durch: Einkauf, Kochen, Vorratshaltung, Putzen, Körperpflege, Monatshygiene, Kleidung und Papiermüll. Zum Schluß folgen noch eine spannende Fakten zum Thema Müll. Gespickt sind die Kapiteln mit den oben erwähnten, super simplen Rezepten und vielen zahlreichen Tipps aus Shias Alltag.

Fazit: Die Alltagstauglichkeit und Shias lockere, positive Einstellung machen das Buch zum wahren Lesevergnügen und unverzichtbaren Helfer auf dem Weg in ein zufriedenes Zero Waste Leben. Mein neues Lieblingsbuch zum Thema Müllvermeidung! Bei Deinem Lieblingsbuchhändler findest Du es unter der ISBN 978-3-99025-273-4. Natürlich gibt es das Buch auch müllfrei als ebook.

Hier noch ein Rezept aus dem Buch zum Ausprobieren. Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Dir auf Deinem Zero Waste Weg geht!

Handspülmittel

Handspülmittel DIY

Dieses Handspülmittel ist nicht so fettlöslich wie handelsübliches Spüli. Bei fettigem Geschirr kann man etwas Waschsoda drüberstreuen oder Olivenölseife pur verwenden.

Zeitaufwand: 10 Minuten, wenn die Seife noch gerieben werden muß, unter 5 Minuten, wenn Seifenflocken verwendet werden.

Ihr braucht: 

  • 30 g Olivenölseife
  • 1 EL Natron oder 2 TL Waschsoda
  • 600 ml kochendes Wasser
  • evt. einige Tropfen naturreines ätherisches Öl, falls euch der Geruch wichtig ist

So geht’s:

Seife klein raspeln.

Handspülmittel selber machen

Das Wasser in einem Topf aufkochen, Seifenflocken und ggf. ätherisches Öl dazugeben und mit einem Löffel umrühren, bis sich die Seifenflocken auflösen. Sollten sich nicht alle Seifenflocken verflüssigen, kann die Masse noch einmal auf dem Herd unter Rühren erwärmt (erwärmen, nicht kochen!) werden, bis sich die gesamte Seife aufgelöst hat.

DIY Spülmittel abfüllen

Die Mischung abkühlen lassen, dann das Natron oder Waschsoda dazugeben und verrührern. Spülmittel in Seifenspender umfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

Noch mehr Tipps zum Thema Zero Waste findest Du hier:
Unverpackt einkaufen in Stadt und Land

10 Tipps für Zero Waste

zero waste einkauf
Seit Plastic Planet versuchen wir Plastikmüll so gut wie möglich zu vermeiden. Doch es geht noch mehr als das – Zero Waste! Ziel ist es keinerlei Abfall zu produzieren, der auf der Deponie landet.

Hier 10 Tipps für den Einstieg:

Verpackungsfrei einkaufen: Am Einfachsten geht das in Unverpackt Läden. Wien hat dabei die Nase vorn mit Lunzers Maßgreißerlei, der Greißler, der Warenhandlung und Elmira. In den Bundesländern findet man Das Gramm in Graz und in Innsbruck Greenroot. Darüber hinaus werden auch in manchen Geschäften vereinzelt lose Waren angeboten. Eine super ausführliche Liste für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt’s auf Shias Blog: Unverpackt Laden Liste Wastelandrebel. Manche Dinge gibt’s auch in Bioläden, am Markt, beim Bäcker, ab Hof, etc.

Kompostieren: Auch ohne Garten kann man – frei von lästigen Gerüchen – kompostieren, z.B. mit dem Wurmkomposter mit Sitz zum selber zusammenbauen.

Nein sagen: Zero Waste bedeutet auch, sich Gedanken zu machen, was man eigentlich annimmt. Brauche ich den Werbekugelschreiber? Muß ich das Flugblatt mitnehmen oder reicht ein Handy-Foto von der Info?

Reduzieren: Ein essentieller Punkt! Hier heißt es mal ehrlich zu hinterfragen, ob ich den 27. Pulli eigentlich brauche? Statt neu zu kaufen ruhig mal ausmisten, was man nicht verwendet und das Überall, also in jedem Zimmer und jede Lade! Über die aussortierten Sachen freuen sich vielleicht Hilfsorganisationen, Flohmärkte, etc. Die Frage ist sowieso, ob man alles besitzen muß oder vielleicht tut’s auch mal das Ausleihen aus der Bibliothek oder einem Leihladen?

Schlau machen: Warum sich die Mühe machen für alles selbst eine Lösung zu finden? Es gibt tolle Zero Waste-Blogger und Communities, die weiterhelfen. Hier nur ein paar Vorschläge: Der Klassiker Zerowastehome und Trash is for tossers (beide auf Englisch). Hilfreiche deutsche Blogs sind Zero Waste Familie und Wasteland Rebel (hier geht’s zum Interview mit Shia).
Wenn du lieber was Handfestes magst, dann ich dir die Bücher von Shia Su Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün und Bea Johnsons Zero Waste Home – Glücklich leben ohne Müll wärmstens empfehlen.

Wiederverwenden: Weg vom Einweg, hin zu Mehrweg und Upcycling. Hier gibt’s für den Anfang Tipps für Küche und Bad. Wie wär’s mit Allesreiniger-Tüchern aus alten T-Shirts oder Kaffeesatz für die Körperpflege?

Recyclen: Wann immer möglich Produkten aus verrottbaren oder recycelbaren Materialienden Vorzug geben. Ganz wichtig ist auch das richtige Trennen von Recyclingmüll.

Selber machen: Manche Dinge bekommt man wirklich schwer unverpackt. Oft ist dann DIY die beste Wahl. Selbst gemischtes Zahnpulver oder Deo gehen schnell und einfach. Das gilt natürlich auch für’s Essen, wie z.B. hausgemachte Sonnenblumenkernbutter.

Vorbereitet sein: Wichtig ist, vor allem unterwegs für ein Essen oder einen spontanen Einkauf gerüstet zu sein. Bewährt hat sich bei uns dafür folgende Ausstattung: Stoffserviette, Reisebesteck,  Jausenbeutel oder Lunchbox, Trinkflasche, Stoff-Einkaufstasche und Obst- & Gemüsebeutel.

Darüber reden: Wer weiß, vielleicht finden sich ja interessierte Mitstreiter oder man bekommt plötzlich Zero Waste kompatible Geschenke aus dem Familien- und Freundeskreis. Ich jedenfalls hab‘ mich riesig gefreut, als ich ein Geschenk hübsch in ein Geschirrtuch verpackt bekommen habe!

Auch im Urlaub kann man unverpackt einkaufen, z.B. in

Palma de Mallorca 
Turin
Mailand
Brüssel

Viel Erfolg und vor allem Freude mit Zero Waste!

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Plastikfreier Juli

Plastikalternativen

Im Jahr 2011 wurde die Idee der plastic-free July Challenge in Westaustralien geboren. Jedes Jahr im Juli sollen Menschen motiviert werden, auf die Verwendung von Einweg-Plastik zu verzichten. Gleichzeitig soll das Bewußtsein für die Mengen an Plastik, die uns umgeben, erhöht werden.

Den Gedanken von Re-use – also von Wiederverwendung – weiter zu verbreiten, war anfangs nur eine lokale Initiative. Die Idee wurde jedoch so gut aufgenommen, dass zahlreiche Anfragen eintrudelten, die Challenge für jedermann zugänglich zu machen. Seit 2013 können sich Schulen, Organisation und Einzelpersonen weltweit anmelden.

Ob man auf die TOP 4 (Plastiktüten, Getränkeflaschen, Take away Becher & Strohhalme) oder komplett auf Wegwerf-Plastik verzichtet, ob für eine Woche oder einen Monat, ist jedem selbst überlassen. Auf der englischsprachigen Website findet man jede Menge hilfreiche Tipps, Rezepte und Ideen dazu. Wie wär’s z.B. mit einem Plastic free morning tea mit Deinen Arbeitskollegen diesen Freitag?

So kann Dich Beechange.com bei Deiner Challenge unterstützen:

– Entdecke Alternativen zu Einweg-Plastikprodukten, wie z.B. wiederverwendbare Strohhalme, Coffee-to-go Becher aus Glas, Edelstahl-Trinkflaschen & -Lunchboxen und biologisch abbaubare Bambus-Zahnbürsten.

 

Wir hoffen, dass Du bei der plastic-free July Challenge mitmachst und freuen uns, wenn Du möglichst vielen Menschen davon erzählst.

Viel Erfolg und laß uns wissen, wie’s läuft! 🙂

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10 Tipps für natürliches Putzen

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Jeder Österreicher kauft im Jahr rund 15 kg (!) Reinigungschemikalien für Wäsche & Wohnräume.* Gerade beim Saubermachen drängt uns die Werbung eine große Bandbreite an aggressiven Reinigern mit bedenklichen Inhaltsstoffen auf. Zum Glück geht es auch anders!

Hier unsere 10 Tipps für natürliches Saubermachen:

1. Gib‘ einem Baukastensytem den Vorzug: Mit wenigen, hochkonzentrierten, kombinierbaren Reinigern in wiederbefüllbaren Behältern wird alles rein.

2. Leg‘ das Abflußrohr frei: 3 EL Natron in den Abfluß gießen und ½ Tasse Essig hinterher. Den Abfluß verschließen und warten, bis es aufhört zu sprudeln.

3. Entdecke das Allroundtalent Essig

4. Reinigen wie Oma – mit Schmierseife und warmem Wasser: Mit diesem kraftvollen Fettlöser werden Backrohr, Dunstabzug, Holzböden, Polstermöbel und mehr sauber.

5. Gib’ dem Kalk Saures: Zitronensäure bekommst Du im Drogeriemarkt in der Kartonverpackung, damit kannst Du mühelos Wasserkocher & Co. entkalken.

6. Nimm‘ faire Putzhandschuhe aus FSC-Naturlatex.

7. Wenn die Handschuhe ausgedient haben, mach‘ Gummiringerl daraus.

8. Wasch‘ Deine Wäsche mit Kastanien.

9. Mach sauber ohne Plastik.

10. Steige um auf ressourcenschonende Schwammtücher aus Naturmaterialien.

*Quelle: Ein Leben ohne Müll, Dorothea Kocsis

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Kürbisfaser-Chips

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52% – so viel werfen wir normalerweise an essbaren Kürbisteilen weg! Also mehr als die Hälfte: Die Kerne, die Schale und die Fasern. Dabei läßt sich all das verwerten. Hier ein Rezept, um die Fasern aus dem Inneren des Kürbis zu verarbeiten.

Kürbis-Faser-Knabberei:

Zutaten:

  • Fasern von 1 Kürbis
  • 1 EL Olivenöl
  • Rauchsalz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver

Zubereitung:

  • Die Fasern aus dem Kürbis-Inneren von den Kernen trennen.
  • Fasern mit Öl und Gewürzen vermischen.
  • Backblech mit Backpapier auslegen und die Faser-Mischung auf dem Backblech ausbreiten.
  • Die Fasern mit einem weiteren Blatt Backpapier abdecken und die Masse einheitlich flach drücken.
  • Im Dörrgerät oder im Backofen bei 40°C bis maximal 60°C trocknen.
  • Die Faser-Knabberei ist fertig, wenn die Fasern knusprig sind und alle Flüssigkeit verdampft ist.
  • In Stücke brechen und wie Chips servieren oder als Dekoration für Kürbis-Gerichte verwenden.

Die Vorlage für das Rezept stammt von dem tollen italienischen Blog cucinaeco. Bei cucinaeco dreht sich alles darum, möglich ökologisch, in dem alle Teile von Lebensmitteln verwertet werden. Einige Posts gibt es auch auf Englisch.

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Berlin unverpackt

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Seit Samstag hat jetzt auch Berlin ein Geschäft, in dem man verpackungsfrei einkaufen kann, das Original Unverpackt. Als große Fans der Lunzers Maßgreißlerei in Wien hat uns der Vergleich der beiden Läden interessiert. Während die Maßgreißlerei um einiges geräumiger & optisch bei Obst & Gemüse schöner gestaltet ist, kann das Original Unverpackt mit einem fast doppelt so großen Sortiment punkten.

Ganz besonders begeistert waren wir, dass in Berlin auch Bio-Kosmetika unverpackt erhältlich ist. Lippenpflegecreme, Deo, Shampoo & Co. kommen frisch aus der Berliner Manufaktur Cremekampagne. Es gibt sogar Zahnputztabletten!

Sehr cool fanden wir auch, dass man selbst Tofu ohne die sonst übliche Plastikverpackung kaufen kann. Der Tofu wird einfach in Bio-Frischeeinschlagpapier gewickelt. Der in Berlin hergestellte Tofu stammt von den Tofu-Tussis. Die Bio-Sojabohnen kommen aus Süddeutschland. Für Flaschen und Kühlelemente haben die Tofu-Tussis ein Pfandsystem. Ein tolles Konzept!

Die große Auswahl an Lebensmitteln reicht von gelatine-freien Gummibärchen und frischen Kräutern bis zu Superfoods. Bei den flüssigen Produkten geht die Palette von Wein bis zu Reinigungsmitteln. Neben einfachen Bügel-Glasbehältern werden auch Stoffsäcke, ähnlich unseren beliebten Re-Sacks, sowie Edelstahl-Lunchboxen und Retap-Glastrinkflaschen angeboten.

Wir wünschen den beiden Inhaberinnen Sarah & Milena ganz großen Erfolg und hoffen auf viele weitere Geschäfte dieser Art!

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Der Preis von Fleisch

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842 Millionen Menschen leiden Hunger. Das ist ungefähr jeder 8. Mensch weltweit. Die Gründe dafür sind vielfältig: Naturkatastrophen, Kriege, Klima-Veränderungen, Finanzkrisen, ungerechte Landverteilung, etc.

Was das mit Fleisch zu tun hat? Eine ganze Menge!

Viele von Euch haben sicherlich schon gehört, dass zur Herstellung von 1 kg Rindfleisch z.B. 15.455 l Wasser benötigt werden. Eine Wassermenge, mit der sich eine Person 1 Jahr lang täglich duschen könnte. Dazu kommen 16 kg Futter-Getreide, damit daraus dann 1 kg Fleisch gewonnen werden kann. Den nur ein kleiner Prozentsatz der Kalorien aus dem Getreide kann in essbares Fleisch umgewandelt werden. Den Rest braucht die Kuh für ihren eigenen Stoffwechsel.

Nur durch Subventionierungen und eine hoch industrialisierte Viehwirtschaft kann Fleisch im Supermarkt heute immer noch günstig angeboten werden. Anstatt die 16 kg Getreide einer Kuh zu verfüttern, um 1 kg Rindfleisch zu erhalten, könnte man  damit stattdessen 20 Menschen satt machen.

Dazu kommt, dass rund 70% des Frischwassers, das weltweit zur Verfügung steht, für die Landwirtschaft verbraucht wird. Der Großteil davon für den Anbau von Futtermitteln. Gleichzeitig sterben jährlich 3,5 Millionen Menschen durch mangelnde Wasserversorgung. 90% der europäischen Soja-Importe und 40% der weltweiten Getreide-Ernte (ca. 800 Mio. Tonnen) werden als Mastfutter für Schweine, Rinder und Hühner verwendet. Auch 30% der eisfreien Flächen der Erde werden bereits für die Tier-Produktion benötigt (Quelle: Albert Schweitzer Stiftung)

Das Getreide für Futter wird großteils aus Entwicklungsländern importiert. Soja vor allem aus Brasilien, Argentinien, Indien, Paraguay, China & den U.S.A. Dazu kommt, dass das Geschäft mit diesen Sojabohnen in der Hand von Großkonzernen wie Syngenta und Monsanto liegt. Diese bieten ihr Saatgut sogenannten ‚Sojakönigen‘ wie dem brasilianischen Industriellen Blairo Maggi zusammen mit Herbiziden & Pestiziden an, um rentable Monokulturen zu züchten.

Dieses Vorgehen macht seit längerer Zeit unter dem Begriff Landgrabbing negative Schlagzeilen. Das bedeutet, dass private oder auch staatliche Investoren riesige Anbauflächen in den Ländern des Südens kaufen oder pachten, die vorher der einheimischen Bevölkerung z.B. für kleinbäuerliche Landwirtschaft zur Verfügung standen. Ziel ist ausschließlich die Profitsteigerung, wie etwa durch den Anbau von hoch industriellem, umweltzerstörenden Anbau von Monokulturen für Mastfutter (oder Pflanzen für Agrar-Treibstoffe).

Dadurch wird einerseits den Kleinbauern ihre Lebensgrundlage entzogen und die ehemaligen Selbstversorger werden in die Armut, Migration und teils sogar in die Zwangsumsiedelung getrieben. Diejenigen, die nicht abwandern, kämpfen mit den gesundheitlichen Folgen des Einatmens von Pestiziden: Durchfall, Allergien, über Erbrechen bis zu Krebs.

Andererseits führt die Entwaldung, der intensive Einsatz von chemischen Düngern & Pestiziden, die Monokulturen und der erhöhte Wasserverbrauch zu schlimmen Schäden für Klima und Umwelt.

Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung voraussichtlich um weitere 2 Milliarden ansteigen. Laut Forschern wird sich auch der Fleischkonsum bis dahin verdoppeln. Um unseren jetzigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten, bräuchten wir dann 3 Planeten Erde. Das geht sich vorn und hinten nicht aus.

Auch mein Mann & ich sind mit der typisch österreichischen, fleischlastigen Hausmannskost aufgewachsen: Schnitzel, Schweinsbraten, Tafelspitz & Co. Ich kann bis heute nicht behaupten, dass mir Fleisch, besonders ein gutes Steak, nicht schmeckt. Aber wir haben einfach beschlossen, dass wir kein Fleisch mehr essen wollen.

In den letzten 2 Jahren haben wir uns mit viel Neugier, tollen Kochbüchern & vielen Infos immer mehr in der vegangen Küche angesiedelt. Zuhause kochen wir jetzt nur mehr vegan. Unterwegs schaffen wir es noch nicht immer, aber die Möglichkeiten und das Angebot wird immer besser.

Demnächst folgen daher auch wieder Vorstellungen von neuen veganen Kochbüchern und leckere Rezepte zum Reinschnuppern 🙂

Weitere Quellen:

Sehr empfehlenswert und hier gratis downloadbar: Fleischatlas 2014
FAO über Welthunger
Welthungerhilfe
Animal Rights Watch e.V.
Veggiejournal Print-Ausgabe August/September 2013

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Weg mit dem Plastikmüll!

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PULS4 widmet diese Woche vom 27.-31.01.2014  „Guten Abend Österreich“ dem Themenschwerpunkt Plastikmüll neben den aktuellen Nachrichten. Die Sendung wird von Mo-Fr um 18.45 Uhr gezeigt.

Fünf Abende lang wird dem enormen Plastik-Problem auf den Grund gegangen. Allein in Österreich werden jährlich über 1,2 Millonen Tonnen (!!!) an Plastikmüll-Verpackungen hergestellt. Jeder Österreicher und jede Österreicherin produziert pro Jahr durchschnittlich 17,37 kg Plastikmüll.

Tatsache ist: Plastik verrottet nicht. Welche schwerwiegenden Auswirkungen das hat, könnt Ihr z.B. auf der Seite des absolut empfehlenswerten Films ‚Plastic Planet‘ nachlesen. Unter anderem sind Plastikteilchen in unserer Nahrung und in den Meeren ein Teil dieser Problematik. In den speziellen Beiträgen zum Schwerpunkt-Thema kommt auch Werner Boote, der Regisseur von Plastic Planet, zu Wort.

Wichtig und positiv finde ich, dass auch Lösungsvorschläge gebracht werden, wie jeder selbst Plastik vermeiden kann. Absolut empfehlenswert zu diesem Thema ist der Blog Kein Heim für Plastik der Steirerin Sandra Krautwaschl, die mit ihrer Familie konsequent seit Jahren das Plastik in ihrem Haushalt fast auf Null reduziert hat. Hier kann man sich viele praktische Tipps holen.

Auch wir haben nach dem Film ‚Plastic Planet‘ angefangen in unserem Haushalt das Plastik nach und nach zu reduzieren. Deshalb gibt es im Beechange Webshop auch viele Plastik-Alternativen geben, wie z.B. Obst- und Gemüse-Einkaufssackerl aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle statt den Einweg-Sackerln im Supermarkt, Zahnputzbecher aus Akazienholz und mehr. Ihr dürft gespannt sein.

Hier auch noch frühere Posts zu dem Thema Plastik:

Plastik in Kosmetikprodukten

Tipps zur Vermeidung von Plastik & mehr über Plastic Planet

Wiederverwertete Schraubgläser als Plastik-Alternative

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Fotorecht: Thomas Kohler

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Auf Safari in Lunzers Maß-Greißlerei

Wir waren schon dort! Nämlich in Lunzers Maß-Greißlerei, die eigentlich erst übermorgen eröffnet. Im Rahmen der ‚urban & unpackaged‘ Biorama Leser-Safari haben wir die Chance genutzt, uns selbst einen 1. Eindruck von der neuen müllfreien Wiener Einkaufs-Möglichkeit zu machen.

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Man fühlt sich gleich beim Betreten wohl. Die helle Beleuchtung und die weiß gestrichenen Wände bilden einen schönen Kontrast zu den dunklen Holzmöbeln. In angenehmer, überschaubarer Runde erzählt Andrea Lunzer, die Besitzerin, von Ihren Herausforderungen auf der Suche nach passenden Lebensmitteln und Herstellern und beantwortet geduldig die zahlreichen Fragen der interessierten Zuhörer.

Andrea Lunzer läßt uns auch gleich mal leckere gebrannte Mandeln & Waldviertler Schoko-Granetti in Lunzer-Gläser runterrieseln und verkosten. Für diejenigen, die ohne eigene Behälter einkaufen kommen oder denen die Gläser zu schwer sind, hängen auch schon braune Papier-Sackerln mit dem schlichten roten Stempel-Aufdruck der Maß-Greißlerei bereit.

In den Auslagen wartet schon eine Auswahl an Marmeladen vom Biohof Lunzer und essig-saures Gemüse in Pfand-Gläsern auf die Kundschaft. An verschiedensten Stellen im Shop findet man auch nette kleine Zetteln zum Mitnehmen: Mit Tipps zur Lebensmittel-Aufbewahrung, Rezepten oder einfach Dingen zum Schmunzeln.

Äpfel, Zwiebel und Erdäpfel liegen schön arrangiert in Stoffsäcken und erinnern an längst vergange Zeiten.  Vor der kleinen Café-Bar erwarten uns leckere Snacks & Getränke, darunter auch die Edelbiere der butterflyconnection, einem Tochterbetrieb des Biohofs Lunzer.

Gleich neben der Theke geht es ein paar Schritte in einen kleineren Raum, wo die tollen Putzmittel der Vorarlberger Firma Uni Sapon stehen. Außerdem finden sich hier neben Bier, Wein und Säften in einem Kühlregal die abgefüllten Milchprodukte, wie Joghurt, Topfen und Schlagobers von den Hoflieferanten und lose Eier.

Ein sehr netter, gelunger Abend und ich freu‘ mich schon auf meinen ersten Einkauf bei meinem nächsten Wien-Besuch.

Wenn Euch jetzt die Neugier gepackt habt, dann kommt doch einfach am Samstag zur Eröffnung. Die Details dazu und weitere Infos zur Maß-Greißlerei findet Ihr in unserem Artikel von letzter Woche. Der reguläre Verkauf startet nächsten Montag, am 27. Jänner.

Und noch ein paar wichtige Sachen zum Schluß:

Das Pack-Service der Maß-Greißlerei: Einfach in der Früh die Einkaufsliste und die eigenen Behälter abgeben und am Abend den fix und fertig eingepackten Einkauf abholen.

Wer am Samstag mit den eigenen Behältern einkauft, bekommt ein Heiß-Getränk gratis 🙂

Die Maß-Greißlerei findet Ihr in der Heinestraße 35, im 2. Bezirk.

Öffnungszeiten sind: Mo-Fr von 9-20 Uhr und Sa von 9-18 Uhr

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