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Aufregend anders kochen…

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Ran an den Herd! Ich hab‘ wieder mal ein besonderes Rezept für Euch: Zucchini-Marillen-Köfte mit Weißer Bohnen Hummus und Tomatenbulgur…

…aber bevor es mit dem Kochen losgeht, möchte ich Euch kurz das Buch vorstellen, aus dem das Rezept stammt.  Vegan Genial ist das 1. Kochbuch von Josita Hartanto. Unser Besuch in ihrem Restaurant Lucky Leek während unseres Berlin-Trips hat uns vorab schon großen Gusto gemacht.

Die fast 100 Rezepte sind großteils wirklich ungewöhnlich, oft asiatisch inspiriert. Veganisierte Hausmannskost sucht man hier vergeblich. Laut Josita Hartanto soll das Kochbuch sowohl für Anfänger, als auch fortgeschrittene Köche geeignet und die Zutaten leicht erhältlich sein.

Persönlich glaube ich eher nicht, dass sich Anfänger an die doch recht komplexen Rezepte herantrauen würden. Für mich fallen die meisten Rezepte eher in die Kategorie was Besonderes kochen oder Aufkochen für Gäste und nicht unter schnelle, simple Alltagsküche. Für Zutaten wie Galgantwurzel, Sambal oder getrocknete Shiitakepilze muß man wohl auch einen Besuch im Asia-Laden einplanen.

Ansonsten ist das Buch sehr übersichtlich aufgemacht. Im Glossar werden unbekanntere Zutaten vorgestellt. Auch der wichtigste Ausrüstung ist ein eigener Abschnitt gewidmet. Für die Umsetzung sind vor allem eine Küchenmaschine und ein Pürierstab hilfreich.

Auch die Tipps zum Garnieren lassen schon ahnen, dass es sich hier nicht um die 08/15 Alltagsküche handelt, wenn Servierring, Spritzbeutel und Tropffläschen für Farbtupfer vorgeschlagen werden.

Infos zu nützlichen Vorräten runden das Einstiegskapitel ab. Dann geht es mit den Rezepten los.

Als kleines Manko finde ich das Fehlen von Zeitangaben für die Zubereitung der Rezepte. Gut gefällt mir, dass sich die Autorin und Köchin als Person nicht in den Vordergrund drängt, sondern den Rezepten den Vorrang läßt.

Fazit: Vegan genial ist ein tolles Buch für motivierte und geübte Hobbyköche, die mal etwas ganz Neues ausprobieren möchten und auch wert auf eine schöne Präsentationen der Speisen legen.

Und jetzt viel Spaß beim Kochen und vor allem beim Essen!

Zucchini-Aprikosen-Köfte, Weißer Bohnen-Hummus, Tomaten-Bulgur

Koefte_fotoZutaten Köfte:

  • 2 mittlere Zucchinis
  • 2 kleine Möhren
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 15 getrocknete Aprikosen
  • 1 TL Salz
  • 3 Scheiben Weißbrot (Toast)
  • 2 TL Koriander
  • 1/2 TL Cumin
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 TL Sambal
  • 4 EL Sesam
  • 4 EL Maisstärke
  • Öl zum Braten

Zutaten Bohnen-Hummus:

  • 1 kleine Dose Bohnen
  • 1/2 Tasse Olivenöl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 EL Tahin
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 kleine Knoblauchzehe

Zutaten Tomaten-Bulgur:

  • 12 Kirschtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 Tasse (200 ml) Wasser oder Brühe
  • 1/2 Tasse Orangensaft
  • 2 EL Weißwein- oder heller Balsmicoessig
  • 1 1/2 Tassen feiner Bulgur
  • 1/2 TL Salz
  • Je 2 Zweige Minze, Petersilie und Basilikum
  • 1 Handvoll Oliven
  • 5 getrocknete Tomaten (in Öl, abgetropft)
  • 6 EL Pinienkerne
  • 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer

Die Zucchini-Aprikosen-Köfte:

Möhren schälen. Zucchinis und Möhren grob raspeln. Zwieblen und Aprikosen in feine Würfel schneiden. Weißbrot fein reiben (Schnellzerkleinerer/Mixer) oder zerbröseln. Mit den restlichen Zutaten zu einer formbaren Masse verarbeiten. (Eventuell noch ein paar Brotkrümel oder Paniermehl dazugeben). Mit angefeuchteten Händen zu kleinen Röllchen formen.

Öl etwa 1 cm hoch in einer Pfanne erhitzen. Die Köfteröllchen darin ca. 4-5 Minuten knusprig braten. Zwischendurch wenden.

Der Bohnen-Hummus:

Alle Zutaten fein pürieren, mixen oder mit der Gabel zerdrücken. Lecker abschmecken.

Der Bulgur:

Kirschtomaten vierteln, Zwiebeln fein würfeln. In einem Topf beides in Olivenöl mit Zucker kurz anschwitzen. Wasser, Salz, Orangensaft und Essig dazugeben. Kurz aufkochen. Vom Herd nehmen. Bulgur hineinrühren. Deckel aufsetzen und ca. 10 Minuten quellen lassen.

Getrocknete Tomaten in feine Streifen, Oliven in Scheiben schneiden. Kräuter fein hacken. Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett goldbraun rösten (Achtung, sie brennen sehr schnell an), alles mit Olivenöl unter den Bulgur heben und gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mahlzeit…und laßt mich wissen, wie es Euch geschmeckt hat!

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Problemstoff Plastik…

Am Sonntag ist Fernsehen angesagt. Egal, ob man ihn schon gesehen hat oder ihn zum 1. Mal sieht. Der Film Plastic Planet ist Pflichtprogramm. Auf ORFII wird er diesen Sonntag, 15.09.2013 um 23.05 Uhr Sonntag gezeigt.

Jeder, der mit Plastik lebt – und das betrifft wohl uns alle – sollte über seine Auswirkungen Bescheid wissen:

  • Was macht Plastik in meinem Blut?
  • Wieso schwimmt im Pazifik die größte Müllhalde der Welt?
  • Wie schädigt Plastik mein Hormonsystem?
  • Was tun mit Plastik, das bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überstehen kann?

Obwohl ich schon einige Filme zu Umweltthemen gesehen habe, hat mich kein anderer so nachhaltig verändert wie Plastic Planet. Kaum waren wir aus dem Kino draußen haben wir schon überlegt, wie wir das Plastik in unserem Haushalt reduzieren können und haben mittlerweile auch schon einiges verbessert.

Es gibt jedoch eine österreichische Familie, die nach Plastic Planet ihr Leben wirklich umgekrempelt hat. Die Familie Krautwaschl aus der Steiermark. Konsequent hat die 5-köpfige Familie ein Plastikteil nach dem anderen aus ihrem Haus verbannt und Alternativen für (fast) alles ausfindig gemacht. Was zuerst als Experiment gedacht war, hat sich mittlerweile zu einer fixen Lebenseinstellung gewandelt.

51pGOsiWofL._SL160_Ihre Erfahrungen hat Sandra Krautwaschl kurzweilig und interessant in ihrem Buch Plastikfreie Zone niedergeschrieben. Besonders hilfreich ist auch die ausführliche Liste am Ende des Buchs, wie und womit die Krautwaschls die einzelnen Dinge ersetzt haben und wo sie erhältlich sind.

Mehr Infos zu dem Thema findet Ihr auf der offiziellen Homepage des Films. Unter dem Punkt Hintergründe findet Ihr jede Menge Fakten über Plastik. Auf der Website der Familie Krautwaschl Kein Heim für Plastik findet man viele praktische Tipps.

Für den Start hier ein paar Sachen, die man ganz einfach plastikfrei bekommt z.B. im Bio-Supermarkt:

  • Unverpackte Seifenstücke statt Flüssigseifen und Duschgels
  • Haarseife statt Shampoos
  • Plastikfreie Wattestäbchen
  • Ketchup, Senf und eingelegtes Gemüse oder Obst im Glas
  • Kochlöffel, Schneidbretter, etc. aus Holz
  • Obstsäfte in Glasflaschen
  • Obst und Gemüse offen kaufen und in eigene Sackerl oder abbaubare Biokunsstoffsackerl geben
  • Spülbürsten mit Holzgriff und Naturfasern

So, jetzt wünsch‘ ich Euch ein schönes Wochenende und einen interessanten Fernsehabend. Wie immer freu‘ ich mich wenn auch Ihr Tipps für mich habt, wie Ihr Plastik reduziert oder welche Alternativen Ihr gefunden habt.

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Unpackaged London – ohne Verpackung geht’s auch!

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logo_jarVor einigen Monaten bin ich mit dem Zug nach London gefahren. Unter Anderem, um den tollen Shop von Unpackaged unter die Lupe zu nehmen. Die Greißlerei, Café und Bar im Stadtteil Hackney läßt mein grünes Herz höher schlagen.

Hier bekommt man (fast) alle Lebensmittel und Hygieneartikel, die man für das tägliche Leben braucht – wie der Name schon sagt – unverpackt.

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Das System ist denkbar einfach. Man nimmt sich selbst von zuhause geeignete Behälter mit, läßt sie leer abwiegen, füllt sie an, läßt sie nochmal abwiegen und zahlt. Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand:

– Man kauft nur soviel, wie man braucht
–  CO2 wird durch die Einsparung von Verpackungsmaterial reduziert
– Der Hausmüll wird stark reduziert

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Natürlich findet man bei Unpackaged z.B. keine 20 verschiedenen Müslisorten. Es geht um die Basics und wer hier einkauft, kocht selbst. Fertigprodukte, abgesehen von Brot oder Mehlspeisen, findet man hier keine. Es ist eine Reduktion auf’s Wesentliche, die ich als sehr angenehm empfinde. Ein überschaubares Sortiment ohne Lockangebote macht das Einkaufen gemütlich und stressfrei.
Wer einen solchen Laden führt, dem liegen natürlich auch andere Dinge am Herzen. Daher werden bei Unpackaged, wann immer möglich bio, regionale, saisonale und faire Produkte angeboten. Auch Ware, die mit dem Flugzeug transportiert wurde, sucht man hier vergeblich.

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Mittlerweile ist das Unpackaged kein eigenes Geschäft mehr, sondern im Supermarkt von Planet Organic integriert. Dafür gibt es diese Kooperation schon in drei Filialen!

Auch in Österreich gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten unverpackt einzukaufen. Wie man Zero Waste Shopping in der Stadt und am Land macht, habe ich ausführlich beschrieben.

 

10 umweltfreundliche Haushaltstipps

Bis vor einigen Jahren benutzte ich herkömmliche Putzmittel, die ich im Badezimmerkasten gemeinsam mit meiner Wärmflasche aufbewahrte. Als ich die Wärmflasche eines Tages anfüllte, platze sie an einer Stelle auf. Die Ausdünstungen der Chemikalien hatten das Plastik zersetzt! 🙁

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Seitdem kommen bei mir nur mehr möglichst natürliche und nachhaltige Putzmittel ins Haus. Deshalb habe ich heute für Euch ein paar – eher unbekannte – Tipps zusammengestellt:

  1. Fliesen glänzen wieder, reibt man sie mit Essiglösung ab und poliert anschließend mit Zeitungspapier nach.
  2. Neue Putzlappen sollte man vor der 1. Verwendung in heißem Wasser ausspülen. Dadurch wird das Gewebe saugfähiger und hält länger.
  3. Das Waschbecken wird sauber und glänzend, reibt man es mit der weißen Seite einer Orangenschale ab und poliert es anschließend mit einem weichen Lappen nach. Gleichzeitig duftet das Badezimmer angenehm.
  4. Das Abwischen mit Zitronensäure oder heißem Essig macht verdreckte Fensterscheiben wieder klar.
  5. Bevor man ausgepresse Zitronen wegwirft, kann man sie gut noch zur Reinigung von Wasch- oder Spülbecken aus Edelstahl verwenden.
  6. Kerzenleuchter aus Holz oder Metall, die voller Wachs sind, lassen sich leicht und schnell säubern, wenn man sie zunächst für eine Stunde ins Eisfach des Kühlschranks legt. Danach kann man das Wachs problemlös ablösen.
  7. Ein preiswertes Raumspray zum Neutralisieren von Gerüchen kann man leicht selbst herstellen, indem man einfach eine Mischung aus Wasser und Zitronensaft in eine Sprühflasche füllt.
  8. Ablagerungen auf dem Bügeleisen entfernt man mit Zitronensaft. Auf die kalte Bügeleisenfläche einige Tropfen Saft geben, etwas verreiben und einige Minuten einwirken lassen. Mit einem feuchten Tuch abreiben und trocken nachpolieren.
  9. Etwas Zitronensaft oder Essig im Wasser des Dampfbügeleisens verhindert Verkalken und frischt die Farbe der Wäsche auf. Schwarze Kleidungsstücke sehen oft schon nach kurzer Zeit verwaschen aus. Das Einlegen in Schwarztee frischt die Farbe wieder auf.
  10. Hat die Weißwäsche einen Grauschleier, hilt ein Päckchen Backpulver, das man mit in den Hauptwaschgang gibt.

Die Tipps stammen alle aus dem Buch Die besten Öko-Tipps für zu Hause. Zu den Themen

  • Energie sparen
  • Putzen
  • Textilpflege
  • Lebensmittel
  • Gesundheit & Schönheit
  • Kleine Reparaturen
  • Pflanzen

findet man hier jede Menge nützlicher und leicht umsetzbarer Ideen. Praktisch ist auch das Register, mit dem ganz konkret suchen kann, z.B. ‚Zigarettengeruch im Auto‘.

Jede Menge weiterer nützlicher Ratschläge zu diesem Thema findet Ihr bei der Umweltberatung. In der Öko Rein Produktdatenbank könnt Ihr auch konkret nach im Handel erhältlichen nachhaltigen Putzmitteln suchen.

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Biorama Fair Fair

biorama1Dieses Wochenende ist es wieder soweit: Die 2. Biorama Fair Fair findet im Wiener Museumsquartier statt.

Rund 70 österreichische und internationale Aussteller präsentieren auch diesmal wieder viele spannende und vor allem nachhaltige Produkte. Der Schwerpunkt liegt heuer auf Eco-Fashion, Design, Naturkosmetik und natürlichen Lebensmitteln.

Die Erdbeerwoche (zum Interview mit den Gründerinnen geht es hier) ist genauso dabei wie Flugzeug und Zirkel-Training, mit ihren ungewöhnlichen Upcycling-Produkten.

Definitiv anschauen sollte man sich auch die Standln des jungen österreichischen Labels Nullkommasiebenprozent und das von Stadtbeet.

Natürlich wird auch für das leibliche Wohl gesorgt, unter anderem Dank dem Catering vom Biokistl-Lieferanten Adamah und den rohen, gesunden, aber vor allem leckeren Süßigkeiten von der simply raw bakery.

Organisiert wird das Ganze wieder von Biorama. Als Biorama-Abonnent hat man auf der Messe auch freien Eintritt. Wer das tolle Magazin von Biorama noch nicht kennt, sollte unbedingt mal auf die Website schauen.

Viel Spaß auf der Messe und einen schönen Sommer!

Neues auf beechange gibt es wieder Mitte August nach unserem wohlverdienten Urlaub 🙂

 

 

 

 

 

Der Selbstversorger

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Je mehr die Lebensmittelskandale zunehmen, umso mehr möchten wir alle wissen, wo das Essen, das wir verspeisen, herkommt. Eine tolle Möglichkeit dafür liegt voll im Trend: Selbstversorgung. Höchste Zeit also, dass ich heute das neueste Buch des bekannten Ethnobotanikers Wolf-Dieter Storl vorstelle: Der Selbstversorger.

Seit 1988 versorgt der Autor sich und seine Familie auf einem Einödhof im Allgäu selbst. Seine persönliche Entwicklung zum Selbstversorger und seinen reichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet teilt Storl in seinem kurzweiligen, informativen Erzählstil mit seinen Lesern.

Bildmaterial der Pflanzen gibt es im ganzen Buch, mit wenigen Ausnahmen, lediglich in Form von Scherenschnitten in dunkelgrün. Zum Bestimmen der vorgestellten Wildpflanzen eignet sich das Buch daher nicht, da auch im Text keine weiteren Hilfestellungen dazu gegeben werden. Dafür bräuchte man ein eigenes Buch.

Die 9 Kapitel des Buches umfassen ein breites Spektrum. Hier die wichtigsten Punkte:

  • Heil- und Frühlingskräuter
  • Bodenaufbereitung, Bepflanzung und Gartengeräte
  • Anzucht von Jungpflanzen und Fruchtfolgen
  • Gründüngung und Permakultur
  • Pflanzen-Kombinationen
  • Wildpflanzen und Obstgarten
  • seltene Gemüse
  • Kompostieren, Pflanzen, Bewässern & Mulchen
  • Schädlinge & Nützlinge
  • Gartenkalender
  • Saatgutvermehrung
  • Einlagern der Ernte

Besonders gut gefällt mir, dass Storl in allen Bereichen nachhaltig und ganzheitlich denkt. So werden Schädlinge nur mit natürlichen Mitteln in Schach gehalten und auch die sonst als ‚Unkräuter’ deklarierten Pflanzen einer sinnvollen Verwendung zugeführt.

Fazit: Die Mischung aus Information und persönlichen Geschichten macht das Buch für mich spannender und auch leichter lesbar als ein reines Sachbuch. Denn Geschichten merkt man sich viel leichter als Fakten. Alles in allem ein schön aufgemachtes Buch, das ein wesentlich breiteres Spektrum als ein normales Gartenbuch erfasst. Eine Lektüre aus der sowohl totale Anfänger, als auch fortgeschrittenere Selbstversorger sicher einiges lernen können.

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Ein Interview mit Erdbeerwoche

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Karin: Bettina und Annemarie, Ihr habt 2011 die Erdbeerwoche gegründet. Könnt Ihr kurz erklären, was das eigentlich ist?

Erdbeerwoche: Die erdbeerwoche ist ein auf nachhaltige Frauenhygiene spezialisiertes Unternehmen und setzt den Fokus auf Bewusstseinsbildung rund um das Thema “Menstruation” und auf den Handel mit nachhaltigen Frauenhygieneprodukten. Dazu zählen etwa Tampons und Binden aus Biobaumwolle, Menstruationskappen oder biofaire Unterwäsche. Durch unsere Bewusstseinsarbeit sollen Frauen die Macht erkennen, die sie als Konsumentinnen von jährlich mehr als 45 Milliarden Hygieneprodukten haben. Mit dem Kauf von nachhaltigen Hygieneprodukten können Frauen einen entscheidenden Einfluss auf ihre Gesundheit und auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten nehmen.

Karin: Was hat Euch dazu bewogen, Euch dem Bereich Frauenhygiene zu widmen?

Von Bio-Apfel bis Bio-T-Shirt gibt es eigentlich schon in fast jedem Bereich eine nachhaltige Alternative. Wer denkt aber schon an die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Frauenhygieneprodukten? 2011 haben wir dazu 250 österreichische Frauen befragt. Das Ergebnis: 77% der Befragten haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltsstoffe oder die Herstellung von Tampons und Binden gemacht. ABER: Über 73% würden bei ihrer Kaufentscheidung nachhaltige Produkte vorziehen, wenn diese leicht verfügbar wären. Das hat uns dazu bewogen, uns dem Thema nachhaltige Frauenhygiene zu widmen. Seit kurzem sind alle nachhaltigen Alternativen in unserem neuen Onlineshop unter www.erdbeerwoche-shop.com erhältlich.

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Karin: Erzählt mal bitte ausführlicher, was für Auswirkungen Frauenhygieneprodukte, die nicht nachhaltig sind, auf die Umwelt haben?

Erdbeerwoche: Konventionelle Tampons und Binden bestehen in der Regel aus einem Mix aus gebleichter und gepresster Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere wird dabei immer wieder in Zusammenhang mit Hautreizungen und Infektionen im Intimbereich gebracht. Außerdem sind aus gesundheitlicher Sicht die schädlichen Substanzen bedenklich, die bereits in konventionellen Produkten gefunden wurden, wie z.B. Dioxin oder Formaldehyd.

Karin: Neben dem Umweltaspekt kommt natürlich auch der Gesundheitsaspekt dazu. Ich denke da z.B. an die Gefahr des toxic shock syndromes bei herkömmlichen Tampons. Was sind die gesundheitlichen Vorteile von nachhaltigen Produkten?

Erdbeerwoche: Die Problematik bei konventionellen Produkten liegt vorrangig in der mangelnden Transparenz. Während wir es auf Lebensmitteln gewohnt sind, eine Zutatenliste zu finden, fehlt diese bei Tampons und Binden völlig. Bei herkömmlichen Produkten weiß frau daher weder, aus welchen Materialien diese hergestellt sind, noch welche Substanzen, etwa für den Bleichprozess verwendet wurden. Bei nachhaltigen Produkten wie z.B. Bio-Tampons kann frau sich sicher sein: Diese bestehen zu 100% aus biologischer, unbehandelter Baumwolle, die weder mit Schadstoffen noch mit Pestiziden in Kontakt gekommen ist und mit Sauerstoff und nicht mit Chlor gebleicht wurde.

Zum toxischen Schocksyndrom gibt es leider noch viel zu wenige Studien oder Erkenntnisse. Wir konnten allerdings Folgendes herausfinden: Laut einer Studie der New York University School of Medicine aus dem Jahr 1994 können Biotampons das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms mindern, da sie aus natürlichen und keinen Plastik-Fasern bestehen. Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011, können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons.

Karin: Könnt Ihr ein bißchen was zu den Menstruationskappen sagen, die bei uns noch ja noch nicht so bekannt sind?

Erdbeerwoche: Menstruationskappen sind kleine Becher aus Naturkautschuk, Silikon oder dem medizinischen Kunststoff TPE. Sie werden wie Tampons in die Vagina eingeführt und können je nach Modell bis zu 30 ml Flüssigkeit fassen. Interessant ist, dass Menstruationskappen bereits seit den 1930er Jahren existieren, sich aber aufgrund ihrer  Langlebigkeit nicht durchsetzen konnten. Eine Menstruationskappe ist nämlich mehrere Jahre wieder verwendbar. Folglich lässt sich damit für die Industrie wesentlich weniger Geld verdienen als mit Wegwerfprodukten.

Wir versuchen nun, die Menstruationskappe bekannter zu machen, denn die Vorteile liegen auf der Hand:

Sicherer, unsichtbarer Schutz

Menstruationskappen bilden im Inneren des Körpers ein Vakuum, sodass kein Blut ausrinnen kann. Sie sind zudem von außen nicht sichtbar, da kein Bändchen (wie bei Tampons) abgebracht ist.

Gesünder als Tampons

Gerade für Frauen, die zu Allergien, Infektionen und Pilzen neigen ist die Menstruationskappe eine gute Alternative, da keine Fasern die Scheide austrocknen.

Größeres Fassungsvermögen als Tampons

Du kannst deine Menstruationskappe darüber hinaus bis zu 12 Stunden im Körper lassen, da die Kappe mehr Blut fasst als Tampons und das Menstruationsblut mit keinen Fasern in Verbindung kommt, wodurch sich das gefährliche TSS nicht bilden kann.

Günstiger als Tampons

Eine Menstruationskappe hält bei guter Pflege viele Jahre und erspart dir somit bis zu 250 Tampons pro Jahr – und somit jede Menge Geld!

Umweltfreundlicher als konventionelle Tampons

Aufgrund ihrer langen Haltbarkeit verursachen Menstruationskappen um ein Vielfaches weniger Müll als konventionelle Tampons – die übrigens im Gegensatz zu Biotampons nicht kompostierbar sind.

Karin: Gibt es noch irgendwas, was Ihr den LeserInnen gerne mitteilen würdet?

Erdbeerwoche: Du kannst mit deinen Konsumentscheidungen viel bewirken, ohne dabei deine persönlichen Bedürfnisse oder deine Lebensqualität einschränken zu müssen. Es gibt viele verschiedene nachhaltige Alternativen im Frauenhygienebereich, da ist für jede Frau etwas dabei. Wir freuen uns, wenn auch du Teil einer neuen Generation der Frauenhygiene und somit zur erdbeerwoche-Botschafterin wirst! Denn denk daran: Es ist deine Regel und dein Planet!

Karin: Herzlichen Dank für das Interview!

Foto credit: Vincent Sufiyan

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Auf dem Ökotrip…in Berlin

berlin_1Umweltfreundlich reisen – geht das überhaupt? Manchmal ist es ganz einfach, wie bei unserem Trip nach Berlin zum Beispiel. Hier ein paar Tipps und Eindrücke von unserer Reise:

Mit einem  Sparschiene Europa Ticket um 39,- € (pro Richtung) im 6-er Liegewagen geht es in rund 12 Stunden in die deutsche Bundeshauptstadt. Ausgerüstet mit einem Buch vergeht die Zeit schnell. Wir kommen zwar nicht 100% ausgeschlafen, aber zumindest mit dem, im Prei inkludierten, Frühstück im Magen an.

Schnell eine 7-Tage-VBB-Umweltkarte für die Öffis gekauft und schon sind wir unterwegs zu unserer Unterkunft. Über die Zimmerdatenbank Berlin haben wir eine kleine, zentral gelegene Wohnung gebucht. Um 215,- € für 6 Nächte für 2 Personen eine tolle Sache.

Auch die voll ausgestattete Küche nutzen wir, um ein paar Dinge aus den vielen Bioläden und von den Biowochenmärkten zu verkosten. Besonders spannend finden wir die Idee der LPG Biomärkte.

Wer mal in den veganen Lebensstil reinschnuppern will, für den ist Berlin ideal.Schon vor der Reise kann man sich auf dem Blog Berlin Vegan schlaumachen.

Zahlreiche Lokale stellen einen vor die Qual der Wahl. Fest steht, daß wir zumindest 2 Brunches testen müssen, mehr geht sich leider nicht aus 🙁 Im Ohlàlà Tartes Shop (leider mittlerweile geschlossen 🙁 Okt. 2016) kann ich vom Bananenkuchen mit Erdbeeren einfach nicht genug bekommen. Im Café Vux dagegen begeistert mich die Auswahl an pikanten Speisen.

Auf jeden Fall vorbeischauen sollte man auch im Lucky Leek. Ohne die typischen Fleischersatzprodukte kann man hier sehr gute, vegane Küche genießen, die auf voller Linie überzeugt. Über das Kochbuch Vegan Genial, daß die Besitzerin Josita Hartanto vor kurzem veröffentlicht hat, werde ich demnächst berichten.

Beim veganen Supermarkt Veganz (der im Juni 2014 in Wien eröffnet) haben wir gleich mal einen Rohkostkuchen vernascht, um uns für’s Shopping zu stärken.

Denn gleich nebenan gibt‘ s umweltfreundliche, fair produzierte vegane Schuhe bei Avesu und die passende Ökomode bei DearGoods. Wer jetzt noch nicht genug hat, der kleidet sich mit noch mehr grüner Mode bei Wertvoll ein oder sucht nach Schätzen in Europas größtem Second Hand Kaufhaus, dem Humana Shop in Friedrichshain mit 30.000 Teilen auf 5 Etagen.

Auch die Markthalle IX in Kreuzberg ist einen Besuch wert, besonders wenn gerade wieder ein Handmade Supermarket stattfindet. Und wenn man zwischendurch Hunger bekommt, lohnt sich ein Besuch in der Kantine NEUN. Hier werden ausschließlich Produkte, die rund um Berlin und Brandenburg angebaut und erzeugt werden, aufgetischt.

Bei Siebenblau kann man sich mit Bio-Stoffen, -Stickgarn und -Borten für die nächsten Handarbeits-DIY-Projekte eindecken.

Nach all dem Treiben in der Großstadt sollte man sich einen Ausflug ins schöne und viel ruhigere Potsdam gönnen. Am Sonntag bietet sich als Start der Brunch im vegetarischen Biocafé Kieselstein an, gefolgt von einem Spaziergang durch die schöne Parkanlage von Sanssouci.

Wart Ihr schon in Berlin? Was habt Ihr für nachhaltige Tipps für die deutsche Bundeshauptstadt?

Übrigens, Fotos von unserem Berlin-Trip findet ihr auf unserem Foto-Reiseblog Fotonomaden.com 🙂 Wir freuen uns, wenn du mal vorbeischaust!

Unser täglich Müll

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Seit Anbeginn hat die Menschheit Müll produziert. Doch je moderner unsere Gesellschaft wird und je mehr wir konsumieren, desto unüberschaubarer werden die Mengen an Abfall und desto problematischer seine Inhaltsstoffe.

Zu viel Brauchbares wird verschwendet, zu viel wird achtlos weggeschmissen, zu wenig werden die kostbaren, sich verknappenden Rohstoffe geschätzt. Bekannt ist mittlerweile, dass nur rund 50% der Lebensmittel überhaupt auf dem Teller landen, während die anderen 50% weggeworfen werden, aber auch andere Schätze verbergen sich im Müll.

Unter Anderem die wertvollen seltenen Erden in Elektroschrott, die z.B. in jedem Handy und PC stecken. Unter schwierigsten Bedingungen werden kostbare Rohstoffe wie diese in Südamerika, Asien und Afrika ausgegraben.

Und was passiert mit all dem anderen Müll? Den Abermillionen Plastikteilchen, die auch in unsere Meere gelangen, den illegalen Mülldeponien, die Boden und Grundwasser bedrohen und dem radioaktiven Abfall aus den Atomkraftwerken?

Die Doku Unser täglich Müll stellt sich der Frage, ob eine Zukunft ohne Abfall möglich ist. Was wenn all unser Müll wiederverwertbar wäre oder umweltfreundlich verrotten würde?

Zu sehen morgen, Donnerstag 20.6.13, um 20.15 Uhr auf 3sat.

Wenn Du Dich mit dem Thema noch mehr beschäftigen willst, dann kann ich das Buch The Story of Stuff: Wie wir unsere Erde zumüllen von Annie Leonard empfehlen.

The hands that sew your shirt…

Rund 4 Millionen Menschen – vorwiegend Mädchen und Frauen – stellen in Bangladesch Kleidung für den Export her, großteils unter schlimmen Bedingungen.

Eine davon ist die 17-jährige Sabina, die CARE in ihrem Alltag begleitet hat. Seit sie 13 Jahre alt ist, näht Sabina täglich 10-12 Stunden Kleidung, die dann bei uns getragen wird.

Der 48-minütige Dokumentarfilm The hands that sew your shirt, der Sabinas Leben zeigt, hat am Mittwoch, 12. Juni, um 12.30 Uhr im Urania Kino in Wien Premiere.

Im Anschluß an den Film gibt es eine Diskussionsrunde zur Frage „Was können wir KonsumentInnen tun?“ mitThomas Haunschmid von CARE, Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne und Nunu Kaller vom Blog Ich kauf nix – Ein Jahr ohne Kleidungskauf.

Ab September wird wird die Doku in ausgewählten Programmkinos in den Landeshauptstädten gezeigt.

CARE hilft in Bangladesch mit dem Solidaritätsprojekt SEEMA (Solidarity and Empowerment through Education, Motivation and Awareness). Im Rahmen von SEEMA wird 1.500 Textilarbeiterinnen aus Dhaka mit Hilfe von Kursen und Schulungen geholfen, den Kreislauf aus Diskriminierung und Armut zu durchbrechen. Wenn Du das Projekt unterstützen möchtest, findest Du hier weitere Infos.

Fotocredit: Miguel Dieterich