La Veganista – Power-Vorrat: Buchvorstellung + Rezept

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© Gräfe und Unzer/René Riis

Nicole Just ist eine meiner Lieblings-KochbuchautorInnen. Ihre Gerichte gelingen gut, schmecken lecker und bringen immer neue kreative Ideen in den Kochalltag. Obwohl La Veganista Power-Vorrat bereits mein 3. Kochbuch zum Thema vegan & DIY ist, hat es Nicole Just geschafft, wieder ganz andere Rezepte und Ideen zu präsentieren.

Seit wir versuchen Zero Waste zu leben, verzichten wir auf Kichererbsen im Glas, Fertig-Pesti, & Co., die immer super praktisch waren, um bei Zeit- und Motivations-Mangel schnell ein Essen zu zaubern. Diese schnellen Helferleins haben mir gefehlt. Da kam mir La Veganista – Powervorrat gerade recht! Im Buch findet man z.B.Rezepte für:

  • pikante & süße Backmischungen, Gebäck zum Einfrieren, Nudeln, Semmelknödeln im Glas
  • vegane Basics wie Pflanzenmilch, Sahne, Joghurt, Topfen (= Quark) und Nußmus
  • Süßes: Puddingpulver, Schokolade, Müsligewürz
  • Fruchtiges: Marmeladen, Gelierzucker, Fruchtleder
  • Pikantes: Gemüsebrühe, Salzgemüse, Essig, sauer Eingemachtes
  • Getränke: Tees, Sirupe, Coldbrew-Kaffee auf Vorrat
  • „Fertiggerichte“: Falafel-, Risotto- oder Dal-Mix, Patties & Pizzateig zum Einfrieren
  • Würzen & Soßen: Kurkumapaste, BBQ-Würzpaste, „Worcester-Sauce“, Bechamelsauce

Super praktisch finde ich z.B. auch die Anleitung, wie man Hülsenfrüchte vorkocht und dann haltbar macht. Nach den Anleitungen zur Herstellung des Vorrats folgen rund 20 Rezepte, wie man die selbst gemachten Sachen einsetzen kann: Von Linsen-Apfel-Krapfen über Pilz-Mangold-Ravioli bis zu Haselnußpralinen.

Fazit: Für mich ist La Veganista Power-Vorrat* ein absolut gelungenes, schön gestaltetes Kochbuch mit dem DIY-Fans und Zero Waste Anhänger besonders viel Freude haben werden. Zum Ausprobieren gibt’s hier noch das Rezept für selbst gemachten Essig aus Obstresten!

Apfel-Birnen-Essig – selbst ansetzen

© Gräfe & Unzer/René Riis

© Gräfe & Unzer/René Riis

Grundrezept für Obstessig
2 mittelgroße Äpfel (350 g, alternativ Putzreste wie Apfelschalen und – kerngehäuse)
2 mittelgroße Birnen (350 g, alternativ Putzreste wie Birnenschalen und – kerngehäuse)
1 geh. EL Vollrohrzucker

Außerdem
1 Twist-off-Glas (ca. 3 l Inhalt, sterilisiert)
2 Glasflaschen mit luftdichtem Verschluß (à 1 l Inhalt, sterilisiert)
1 Passiertuch

Für 1,8 l (60 Portionen à 30 ml)

1. Die Früchte heiß waschen, abtrocknen und halbieren. Die Fruchthälften mit Schale und Kerngehäsue in ca. 1 cm große Würfel schneiden und mit dem Zucker in das 3-l-Glas geben (alternativ 700 g Schalen und Kerngehäuse mit dem Zucker in das Glas geben). Alles mit 1,8 l Wasser aufgießen.

2. Zum Sterilisieren einen Löffel in einem Topf mit kochend heißem Wasser übergießen, vorsichtig herausnehmen und den Glasinhalt damit umrühren. Anschließend die Fruchtstücke damit herunterdrücken, so dass sie fast vollständig mit Wasser bedeckt sind.

3. Aus dem Passiertuch ein Stück (ca. 25×25 cm) ausschneiden, den Rest beiseitelegen. Das Tuch auf das Glas legen und mit einem Haushaltsgummi am Glasrand fixieren. Das Glas an einem hellen Ort bei Raumtemperatur 10-14 Tage stehen lassen. Dabei einmal täglich vorsichtig schütteln, um Schimmelbildung vorzubeugen. Während der Gärung bildet sich natürlicherweise Schaum an der Oberfläche.

4. Sobald sich nach max. 14 Tagen ein leichter Essiggeruch eingestellt hat und die Früchte abgesunken sind (bei Bedarf noch ein paar Tage länger stehen lassen), ein Sieb mit dem übrigen Passiertuch auslegen und in eine entsprechend große, sterilisierte Schüssel hängen. Den Essigansatz in das Sieb gießen und abtropfen lassen, dabei den Essigansatz auffangen, die Früchte entfernen.

5. Zum Sterilisieren das Glas mit 2 l kochend heißem Wasser ausspülen. Die aufgefangene Flüssigkeit in das Glas füllen. Den Ansatz wieder mit dem Passiertuch und Gummi verschließen und an einem hellen Ort bei Raumtemperatur ca. 3 Wochen gären lassen. Den fertigen Essig in Flaschen füllen, gut verschließen und dunkel, kühl und trocken lagern. Er hält sich so mehrere Jahre.

Meine Extratipps
Ich setze meinen Essig gern gleichzeitig zum Apfelkuchenbacken an. Das ist so schön praktisch, denn die Apfelschalen und -kerngehäuse landen im Essigglas, das Fruchtfleisch in einer leckeren Apfeltarte (Rezept im Buch). In diesem Fall gieße ich nur mit 1 l Wasser auf und erhalte dann reinen Apfelessig. Übrigens eignen sich auch andere Obstsorten zum Vergären: Beispielsweise Quitten, Marillen, Mirabellen oder Himbeeren lassen sich auf diese Weise wunderbar zu Essig verarbeiten.

Noch mehr Rezepte von Nicole Just gibt’s hier:

Hirseauflauf mit Äpfeln
Mousse-au-Chocolat Cupcakes
Donauwellen-Cupcakes
Hirsetaler mit Spinat und Tomaten-Orangen-Sauce
Linseneintopf

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Unverpackt einkaufen in Turin

Ich finde es total spannend, auf unseren Reisen Unverpackt Läden zu besuchen, die ich schon vorab recherchiere. Denn im Vergleich zu internationalen Supermarktketten ist jedes Zero Waste Geschäfte einzigartig. Wenn man vor Ort die Aufgen offen hält, entdeckt man dann immer noch weitere Möglichkeiten.

Duschgel Negozio Leggero

Duschgel Negozio Leggero

Wein zapfen Negozio Leggero

Wein zapfen Negozio Leggero

 

 

 

Süßigkeiten unverpackt Negozio Leggero Turin

Süßigkeiten unverpackt Negozio Leggero Turin

 

 

Negozio Leggero Turin

Negozio Leggero Turin

 

 

 

 

 

 

Die Kette Negozio Leggero hat derzeit 12 Geschäftslokale in Italien, davon alleine 5 (!) in Turin. Anders als in den Unverpackt Läden in Österreich kann man sich hier die Sachen nicht selbst abfüllen, sondern läßt sich die Einkäufe vom Personal abpacken. Frischware, wie Obst und Gemüse gibt es zwar nicht, dafür läßt sich das restliche Angebot sehen:

Offene Seifen Negozio Leggero

Offene Seifen Negozio Leggero

  • Wein
  • Putzmittelkomplettsortiment
  • Körperpflegeprodukte wie Rasierseife am Stück, Öle, Parfum, Duschgel, Luffa-Schwämme, etc.
  • getrocknete Tomaten und getrocknetes Obst
  • Kuvertüre (auch vegan!)
  • Olivenöl, auch in den Varianten Steinpilz oder Chili, heller und dunkler Balsamico-Essig
  • Tees & Gewürze
  • Noriblätter und andere Algen lose!
  • Kohlepulver (perfekt für selbstgemachtes Mascara!)
  • Pasta & Mehle
  • Süßigkeiten: Zuckerl, Lakritze, Nüsse in Schokolade…

Für die Toilettesachen und Reinigunsmittel werden Kunststoffbehälter zum Verkauf angeboten, man kann aber auch eigene Behälter mitbringen.

Locnada Leggera Turin

Locanda Leggera Turin

Negozio Leggero betreibt in Turin auch ein Lokal namens Locanda Leggera. Hier wird praktisch alles offen und unverpackt angeboten. Hier werden auch Fleischspeisen angeboten, aber man findet auch einige vegane Optionen. Wir waren zum Frühstück dort und ich habe mir Flocken, Pflanzenmilch und einen Obstsalat zusammengemischt.

Kekse unverpackt - Locanda leggera

Kekse unverpackt – Locanda leggera

Ansonsten gibt es Sandwiches, Kuchen, Kekse, eine große Teeauswahl und zu Mittag auch was Warmes. Am Tisch stehen Flaschen mit gratis Wasser und Behälter mit Papierservietten. Auf Rückfrage wurde uns gesagt, dass sich für diese Art von Lokal Stoffservietten nicht eignen, da zu viel Wäsche und damit einhergehend zu viel Energie verbraucht werden würde. Dafür wurden bewußt hochwertigere, festere Papierservietten mit Ecolabel genommen, sodaß idealerweise nur ein Stück pro Person verwendet wird.

Verd'essenza

Verd’essenza

Das Verd’essenza in der Via San Pio V n. 20/f führt eine kunterbunte Mischung aus verpackten und unverpackten Produkten. Wann immer möglich, wird hier Bioprodukten der Vorzug gegeben. Neben den typischen Spendern für Pasta, Hülsenfrüchte, Getreide und Flocken kann man hier auch Putzmittel aus dem Edelstahlkanister und Wein aus Säcken in der Kartonbox zapfen. Darüber hinaus bekommt man verschiedenste Tees und Gewürze.

Ganz zufällig haben wir auch den Familienbetrieb Ossola Farine Sas in der Via Balbo 4 entdeckt.

Ossola Farine

Ossola Farine

Ab einer Menge von 500 g kann man hier Mehle, Reis und Hülsenfrüchte lose einkaufen. Auch wenn man auf Gluten verzichten will oder muß, wird man hier bei Reis-, Buchweizen-, Kichererbsen- oder Mais-Mehl fündig. Hier gibt es auch schwarze italienische Kichererbsen, die ich in Turin zum ersten Mal gesehen und gegessen habe. In dem Traditionsgeschäft bekommt man auch die sogenannten Chilometro Zero oder 0 km Mehle von Molini Bongiovanni. Das bedeutet, dass das Getreide maximal 50 km von der Mühle entfernt wächst. Mit den 1600 m2 Photovoltaikpanelen werden jährlich 150 Tonnen CO2 eingespart. Die italienischen Reissorten fallen ebenfalls in

Verd'essenza Putzmittel

Verd’essenza Putzmittel

die Kategorie 0km. Mehr Info zu 0 km Produkten findet man hier (leider nur auf italienisch). Im Prinzip handelt es sich dabei um saisonale Produkte aus der Region, die keine großen Transportwege hinter sich haben und bei denen Verpackung eingespart wird.

Darüber hinaus bieten immer auch die wöchentlichen Obst- und Gemüsemärkte eine gute Gelegenheit unverpackt einzukaufen. Wichtig ist natürlich, dass man immer gut vorbereitet einkaufen geht. Deswegen haben wir auch im Urlaub eine Auswahl an Stoffbeuteln und Lunchboxen dabei.

Vegane Kosmetik: Buchvorstellung und Rezept

Wer sich für Wildkräuter interessiert, dem sind die Namen des Autoren-Duos von Vegane Kosmetik* sicherlich schon untergekommen. Siegrid Hirsch ist vor allem für das Buch Die Kräuter in meinem Garten bekannt, Gabriela Nedoma machte sich mit Grüne Kosmetik einen Namen. Ihr Buch Biokosmetik – vegan, frisch, naturbelassen* habe ich bereits hier mit Rezept vorgestellt. (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Als zertifizierte Kräuterpädagogin finde ich selbstgerührte Kosmetik mit natürlichen Zutaten großartig, vor allem, wenn sie auch noch vegan ist! Daher war ich auf Vegane Kosmetik schon sehr gespannt!

© Freya

In der hilfreichen Einleitung werden die veganen Inhaltsstoffe, hautpflegende Gewürze, Kräuter und Öle vorgestellt. Nach ein paar kurzen Sätzen zum benötigten Zubehör und zur Hygiene folgen schon die Rezepte. Los geht’s mit den farbenfrohen No-Emus – leichten Lotionen, die ganz ohne Bindemittel (Emulgatoren) auskommen. Einfach vor Gebrauch schütteln und gleich auf die Haut sprühen! Super einfach und praktisch!

Bei den Haut-Reinigern machen einfaches Hafermehl und Pfefferminze den Anfang. Sehr praktisch finde ich, dass die folgenden Shampoos auch gleich für andere Anwendungen geeignet sind, wie z.B. Duschgel oder Flüssigseife.

Bei der Zahnpflege hat man die Auswahl zwischen Pulver, Öl und Pasta, so ist sicher für jeden was dabei. Genauso ist es bei den Deo-Rezepten. Eine schöne Auswahl an verschiedenen Rezepten von Gurke über Lavendel bis Kokos und sogar Schoko-Deo-Pralinen 🙂

Zum Verwöhnen für den ganzen Körper eignen sich das Badesalz mit Himbeere und Zitrone oder die Kräuter-Badepralinen. Doch auch die Lippen kommen nicht zu kurz, ob mit Tarte-au-Citron-Lipgloss mit Beerenwachs oder Choco-Lips mit Kakaobutter.

Nach dem Baden will die Haut natürlich gepflegt werden. Aus diesem Kapitel habe ich Euch das Rezept für das Limoncello-Aloe-Öl zum Ausprobieren ausgesucht! Neben Ölen hat man noch die Qual der Wahl zwischen Cremen, Lotionen, Salben und Balsam.

Den Abschluß machen Sonnenpflegeprodukte und Masken und Peelings. Besonders gefreut hätte ich mich über ein Rezept für eine Sonnencreme mit höherem Lichtschutzfaktor, das dürfte aber zum Selbermachen nicht so einfach sein.

Alles in allem ein sehr hübsch gestaltetes Buch mit vielen spannenden, einfachen Rezepten. Für mich könnten noch mehr Fotos von den fertigen Produkten drinnen sein, aber das ist Geschmackssache. Für die Waschtenside und Shampoos werden als Basis fertige Produkte aus dem Handel verwendet, was ich nicht so toll finde, denn eigentlich geht es ja hier um DIY. Zusätzlich ist es mir ein Anliegen die Produkte möglichst Zero Waste herstellen zu können und dafür eigenen sich gekaufte Basis-Produkte meist leider nicht.

Ansonsten hätte ich mir noch konkretere Bezugsquellen für ausgefallenere Zutaten, wie z.B. Beerenwachs, gewünscht. Einige Kräuter für die Rezepte kann man selber sammeln, wenn man sich auskennt, ansonsten sind sie teilweise wohl schwierig zu bekommen, wie etwa frische Steinkleeblüten.

Gedruckt wurde das Buch in der EU, sonstige Angaben z.B. zum verwendeten Papier, konnte ich keine finden. Hier ließe sich von der Umweltfreundlichkeit her sicherlich noch was machen.

Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, da die Rezepte nicht nur simpel, sondern auch originell sind. Ob Birkenasche, Hauswurz oder Hyazinthe, die Zutaten sind auf alle Fälle spannend und man kann einiges lernen.

Aber jetzt heißt’s selbst rühren. Viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Euch ergangen ist!

Limoncello-Aloe-Öl

© Freya Verlag

© Freya Verlag

Leichtes Feuchtigkeitsöl zur Pflege gestresster Haut. Wirkt straffend, regenerierend, hautverjüngend, feuchtigkeitsspendend, desodorierend und desinfizierend. Eignet sich als Gesichts- und Körperöl. Kann auch zum Abschminken und zur Körperhygiene im Intimbereich verwendet werden.

Zutaten für 1 Spenderflasche à 250 ml:

1 Bio-Zitrone
1 großes Aloe-Blatt
300 ml neutrales Öl (z.B. Traubenkernöl)

Zubereitung:

  1. Zitrone waschen und samt Schale in kleine Stücke schneiden.
  2. Das Aloe-Gel mit einem scharfen Messer aus dem Blatt herauslösen.
  3. Öl, Zitrone und Aloe-Gel im Mixer homogen pürieren und durch einen Teefilter filtrieren, Rückstand gut auspressen.
  4. Das Öl in eine Spenderflasche füllen.

Anwendung: Vor dem Gebrauch gut schütteln. Das Öl sanft in die vorher angefeuchtete Haut einmassieren.

Haltbarkeit: 6 Monate bei Zimmertemperatur.

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