, ,

Zero Waste Kitchen – Kochen statt Wegwerfen

Wenn du deinen Müll reduzieren willst, ist die Küche ein idealer Ort, um damit anzufangen. Denn allein in Wien werden pro Person 40 kg Lebensmittel jährlich weggeworfen, die man hätte essen können. Woran das liegt? Ein Grund dafür ist, dass wir meistens zu viel und zu planlos einkaufen. Außerdem landen abgelaufene Lebensmittel im Müll, die noch in Ordnung wären. Bei manchen Dingen wissen wir einfach auch nicht, wie wir sie verwerten sollen, z. B. Strünke und Blätter von Gemüse oder auch welker Salat. Das Buch Zero Waste Kitchen von Veronika Pichl soll hier Abhilfe schaffen. (Dieser Beitrag enthält Werbung).

Achtung: Von den 60 Rezepten sind 5 mit Fleisch oder Fisch und 18 vegetarisch (die man zum Teil selbst veganisieren kann). Da es aber derzeit das einzige Buch zu dem Thema im deutschsprachigen Raum ist, habe ich mich trotzdem dazu entschlossen, es hier vorzustellen.

Zero Waste Kitchen Titelbild

Neben Tipps zur Verarbeitung heimischer Obst- und Gemüsesorten wie Apfel, Birne, Gurke und Karotte gibt es auch einige Rezepte für Exoten wie Papaya, Avocado und Ananas. Bei diesen weitgereisten Lebensmitteln hätte ich einen Hinweis auf deren großen ökologischen Fußabdruck gut gefunden.

Das Buch startet mit einer kurzen Einführung in das Thema Zero Waste, Tipps zum Planen des Einkaufs und der richtigen Lagerung von Lebensmitteln. Da ich mich schon längere Zeit mit dem Thema Zero Waste beschäftige, war für mich nicht wirklich was Neues dabei. Mir war dieser Teil etwas zu oberflächlich und vage. Ich hätte mir mehr Tiefgang gewünscht, denn bei einer Zero Waste Küche geht es nicht nur um das Verarbeiten von Lebensmitteln, sondern z. B. auch um den müllfreien Einkauf oder Anregungen, wie man überreifes oder welkes Obst und Gemüse noch sinnvoll verwerten kann (worauf außer beim Salatpesto nicht eingegangen wird).

Der Rezeptteil ist alphabetisch nach Obst- und Gemüsesorten geordnet, was ich sehr übersichtlich finde. Am Anfang gibt es immer etwas Info dazu, z. B. welche Vitamine in Äpfeln stecken oder welche Teile man davon verwerten kann.

Die Kochrezepte reichen von Basics, wie selbstgemachtem Apfelessig, über Snacks wie Brokkolistrunk-Chips, bis zu Hauptmahlzeiten wie Tomaten-Curry mit Lauchgrün. Neben den Kochrezepten findest du auch Anleitungen für diverse Haushaltsanwendungen wie Shampoo, Gurkenschalenmaske und Zitrusreiniger.

Fazit zu Zero Waste Kitchen:

Zero Waste Kitchen aus dem Riva Verlag ist übersichtlich und ansprechend gestaltet und greift ein wichtiges Thema auf. Persönlich hätte ich mir ein umfassenderes Werk mit noch mehr Verwertungsmöglichkeiten gewünscht. Bananenschalen kann man z. B. nicht nur kandieren, einlegen oder anbraten, sondern auch damit düngen oder die Schuhe putzen. Auch Kaffeesatz kann man auf unterschiedlichste Arten wieder verwerten. Besonders spannend finde ich auch die Möglichkeit Aus Pflanzenresten wieder Gemüse zu züchten. Heutzutage kann man auch schon in einer Stadtwohnung kompostieren, ein weiterer spannender Aspekt, der in „Zero Waste Kitchen“ nur gestreift wird. Alles in allem ist das Buch ein guter erster Einstieg in das Thema, aber noch mit viel Potenzial zum Ausbauen.

Hier noch Rezept zum Ausprobieren:

Salat mit Rote-Bete-Blättern

Für 2 Portionen

glutenfrei/vegan

Zutaten:

Blätter und Stiele von 2-3 Roten Rüben

1 Apfel

1 Knoblauchzehe

1 Scheibe Ingwer

1/2 Bund Petersilie

4 EL Rapsöl

2 EL Essig und/oder Zitronensaft

Salz, Pfeffer

100 g Pekannüsse (mein Tipp: Stattdessen heimische Walnüsse nehmen, die im Geschmack recht ähnlich sind)

Zero Waste Kitchen: Salat mit Rote Bete Blätter Rezept

© Bianca Zapatka

Zubereitung:

  1. Rote-Bete-Blätter und Stiele waschen, trocken schütteln und in mundgerechte Stücke schneiden.
  2. Apfel waschen, abtrocknen, Stiel und Kerne entfernen (können weiterverwendet werden, Rezepte dazu gibt es im Buch) und klein würfeln.
  3. Knoblauch abziehen und pressen.
  4. Ingwer reiben.
  5. Petersilie waschen, trocken schütteln und hacken.
  6. Knoblauch, Ingwer, Öl, Essig, Salz und Pfeffer verühren.
  7. Rote-Bete-Stücke in eine Schüssel geben und mit Dressing, Apfel, Petersilie und Pekannüssen vermengen.

Versuchst du in deiner Küche Zero Waste umzusetzen? Wie geht es dir dabei? Hast du noch Tipps, wie man Reste verwerten kann? Ich freu mich, wenn du sie mir verrätst!

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

,

13 Tipps für kreatives Kochen & weniger Reste

Die riesige Auswahl, die wir heutzutage bei uns in den Supermärkten haben überfordert mich mittlerweile. Ich finde es mühsam, mir unter 30 Senf-Sorten von 20 Marken, die für mich passende herauszusuchen. Deshalb kauf‘ ich meine Lebensmittel jetzt großteils in Unverpackt Läden, beziehe sie direkt vom Bio-Bauern oder bei meinem überschaubaren Bio-Laden ums Eck. Und weißt Du was? Ich vermisse nichts! Ganz im Gegenteil. Das Einkaufen ist jetzt stressfreier und beim Kochen bin ich viel kreativer geworden!

Heute verrate ich Dir meine Tipps, wie Du weniger Lebensmittel wegwirfst und mehr aus dem machst, was Du hast!

Verwende Küchenreste zum Gärtnern, von der Bananenschale bis zum Teebeutel.

Züchte aus Deinen Schnippelresten neues Gemüse

Mach‘ leckeren Rhabarber-Sirup und verwende dafür einfach nur die Schalen und die Endstücke.

Nütz‘ Deinen Kaffeesatz für Körperpflege, Haushalt und Garten

Reib‘ die Schale von Orangen und Zitronen und trockne. Peppe damit Kompotte, Porridge, Schokomousse, Gemüsepfannend und alles andere auf, dem Du eine feine Zitrus- oder Orangennote verleihen willst.

Heb‘ Dein trockenes Brot auf und mach‘ dann Brösel draus. Je nachdem, wie stark das Brot gewürzt war, sind diese DIY-Brösel viel spannender als fade Semmelbrösel.

Genieß ein leckeres Getränk aus Apfelschalen

Friere ein, was Du nicht gleich verbrauchen kannst: Zwiebelschalen, Endstücke von Karotten,Strunke, etc. kann man sammeln, um Gemüsebrühe zu machen. Rotwein, Zitronensaft und Kräuter kannst Du später zum Würzen verwenden. Reife Früchte sind perfekt für Smoothies oder Eis.

Gieß Deinen Tee öfter auf: Starte mal mit schwarzem, grünem oder Rooibos Tee. Noch mehr dazu kannst Du hier nachlesen.

Würz‘ doch mal mit Tee! Wenn Du im Englischen sattelfest bist, dann laß Dich von den Rezepten auf an unrefined vegan inspirieren, wie z.B. dem Early Grey Chocolate Pudding. Wenn Dir die Idee gefällt, dann lad‘ Dir gleich das gratis e-book auf der Webseite mit noch mehr Rezepten dazu herunter.

Verfeinere Deine Speisen mit ätherischen Ölen! Was Du dabei beachten mußt und wie Du im Handumdrehen selbst ein Kakao- und ein Zitronenöl mischt, erfährst Du hier.

Misch‘ Dir doch mal eine Gewürzmischung selber mit dem, was Du zuhause hast! Wie wär’s mit Kräuter der Provence für den Einstieg?

Lerne, wie Du verschiedenste Lebensmittel perfekt kombinierst, um neue Rezepte zu kreieren. Wenn Du gerne kochst und experimentierst, dann kann ich Dir das Meisterwerk die Vegetarische Aromabibel: Lexikon der vegetarischen Aromen- und Geschmackskombinationen* wärmstens empfehlen!

Jetzt wünsch‘ ich Dir viel Spaß beim kreativen Kochen! Vielleicht kommt ja bald Dein neues Lieblingsrezept da bei heraus 🙂 Auf alle Fälle freu‘ ich mich, wenn Du mir noch weitere Tricks verrätst, wie Du Mehr aus weniger machst!

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

Clean Eating Vegan: Pinke Rösti mit Hummus & Blattspinat

Da mich gesunde Ernährung immer mehr beschäftigt, habe ich mich in letzter Zeit unter den vielen verschiedenen Trends etwas umgeschaut: High Carb, Rawtill4, Pegan, Low Carb und auch Clean Eating. Die Vielzahl an verschiedenen Konzepten finde ich ganz schön verwirrend. Die gegensätzlichen Empfehlungen tragen mehr dazu bei zu verunsichern, als Klarheit zu schaffen.

Einem dem es genauso ging ist Patrick Bolk, der Autor von Clean Eating Vegan.* In seinem neuen Buch nimmt der Autor den Leser mit auf seine persönliche Reise vom Junkfood Esser zum Clean Eater. Das Buch ist jedoch viel mehr als ein Kochbuch. Hier geht es darum, seinen Essensstil auf Dauer zu verändern. Um diese Umstellung bei den Lesern zu bewirken, erklärt der Autor ausführlich die Probleme der westlichen Ernährung, was clean eating bedeutet und wie man es schafft, dabei zu bleiben.

Bolk geht auf viele häufige Fragen im Detail ein: Ist Soja schädlich? Ist Rohkost wirklich so gesund? Was ist das Problem von Weizen & Gluten? Steckt hinter Superfoods nur schlaues Marketing? Wie bekomme ich genügend Ballaststoffe und Nährstoffe? Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel?

Ein ganzes Kapitel hat der Autor dem Thema gewidmet, wie man die Umstellung zum Clean Eater schafft. Besonders praktisch finde ich seine Baukastensysteme für Salate, Müsli, Overnight Oats oder Bowls. Dabei gibt Bolk jede Menge Vorschläge für Zutaten an, die man dann nach eigenem Geschmack zusammenstellen und immer wieder variieren kann. Im Vergleich zu anderen Ernährungsformen ist auch die Do & Dont’s Liste sehr überschaubar und nicht so kompliziert wie bei anderen Konzepten.

Von dem rund 220 Seiten starken Buch macht der Rezeptteil ungefähr ein Drittel aus. Hier präsentiert Bolk über 50 Rezepte vom Frühstück bis zum Dessert und auch einige Basics wie Senf, Müsli, Cashewmilch, Gemüsebrühe, zuckerfreie Marmelade oder Brot. Die Rezepte sind relativ simpel und gut für den Alltag geeignet, da die Zubereitungszeit oft nicht länger als 30 Minuten beträgt. Die Bandbreite der Rezepte reicht von Müsli-Eis über Guacamoleturm mit Trüffelöl & Röstpilzen oder Röst-Tomatensuppe mit Pesto-Eis bis zu Oreo-Muffins.

Positiv hervorheben möchte ich noch, dass das Buch in der E.U. gedruckt wurde. Einen Hinweis auf umweltfreundliches Papier oder Druckfarben konnte ich jedoch leider nicht finden.

Fazit: Clean Eating Vegan* aus dem Riva Verlag ist ein sehr informatives Buch für alle, die mehr über gesunde Ernährung wissen möchten. Die vielen praktischen Tipps erleichtern definitiv die Umstellung. Das Konzept von Clean Eating ist für mich eines der schlüssigsten und auch in der Umsetzung realistisch. Die Rezepte haben Pfiff, aber sind nicht abgehoben. Einziger Wermutstropfen: Ich hätte mir zu jedem Rezept ein Foto gewünscht!

Hast Du Clean Eating schon ausprobiert? Wie geht’s Dir damit? Ich freu‘ mich auf Deine Erfahrungen!

So und jetzt wünsch‘ ich Dir noch viel Spaß beim Ausprobieren des Rezepts.

Pinke Rösti mit Hummus und jungem Blattspinat

@Oliver Brenneisen

Zubereitungszeit 30-45 Minuten
4 Portionen

Zutaten

Für die Rösti
4 große festkochende Kartoffeln
1 rote Bete
1 kleine weiße Zwiebel
2 EL Dinkelmehl
1 EL Kartoffelmehl
Salz
Pfeffer
Muskat
Etwas Kokosfett für das Waffeleisen

Für das Hummus
1 Dose vorgekochte Kichererbsen (Abtropfgewicht 400 g)
1 TL Tahin
1 Knoblauchzehe (optional)
1 EL Olivenöl
Saft von ½ Zitrone
Pfeffer
Salz
4 große Handvoll Babyspinat, verlesen und gewaschen

Zubereitung

1. Kartoffeln und Rote Bete schälen und mit einer Küchenreibe raspeln. Salzen und ca. 10 Minuten stehen lassen, damit sie Wasser ziehen. Anschließend gut ausdrücken. Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden, diese unter die Raspel heben. Mehl dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Das Waffeleisen mit etwas Kokosfett einreiben und die Kartoffelmasse darauf geben. 5-8 Minuten backen , bis die Rösti goldbraun sind.
2. Alle Zutaten für das Hummus mit einem Pürierstab zu einer cremigen Masse verarbeiten. Dabei das Kichererbsenwasser mitverwenden, das macht das Hummus besonders cremig.
3. Rösti mit Hummus und Blattspint servieren.

Tipp: Diese Rösti schmecken auch wunderbar mit Apfelmus.

Schokomousse: vegan, einfach, lecker!

Habt Ihr schon von Aquafaba gehört? Das ist die Flüssigkeit, die man erhält, wenn man Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Bohnen kocht. Das Tolle an Aquafaba ist, dass man es wie Eischnee aufschlagen kann. Damit gelingt wunderbar luftiges Mousse, aber auch Baiser, Macarons und sogar Eiscreme. Da der Schnee eifrei ist, kann ihn jeder frei von Salmonellen-Gefahr und Cholesterin genießen 🙂 Zum selbst herstellen eignet sich Aquafaba nicht.

Das Schokomousse Rezept ist ganz leicht und ein guter Einstieg zum Kochen mit Aquafaba. Es gibt viele Rezeptversionen im Netz, hier ist meine Variante.

Aquafaba Schokomousse mit gebratener Birne

Zubereitungszeit: 30 Minuten
Kühlzeit: Mindestens 2 Stunden

Zutaten für 4 Portionen:

  • 120 ml Aquafaba von Kichererbsen
  • 2 EL Staubzucker aus Xylit oder herkömmlichem Zucker
  • 120 g vegane, dunkle Schokolade
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL Zitronensaft (Tipp von Steffi von Kochtrotz, die hier ausführlich über Aquafaba schreibt)
  • 2 reife Bio-Birnen
  • 2 EL Ahornsirup zum Beträufeln
  • Geschmacksneutrales Öl zum Bestreichen
  • Für die Deko: Getrocknete Orangenschale und gestiftelte Mandeln

Tipps zu den Zutaten:

  • Kichererbsen: Man bekommt genau die richtige Menge Aquafaba aus einem Glas Bio-Kichererbsen mit 350 g Inhalt, z.B. von Billa oder dm. Auf Hülsenfrüchte in der Dose sollte man der Umwelt und der Gesundheit zuliebe verzichten, wegen Alu und Kunststoffbeschichtung.
  • Xylit: Ich verwende Birkengold aus dem Bioladen, mit dem man 90% CO2 sparen kann. Kristallines Xylit kann man im Blender schnell zu Pulver vermahlen. Man kann auch normalen Staubzucker nehmen.
  • Schokolade: Für die bio-faire, vegane Schoko eignet sich z.B. die Maestrani 72% aus dem Supermarkt . Aus dem Bioladen nehm‘ ich auch die Zartbitterkuvertüre von Rapunzel oder die Vivani Feine Bitter 71%.

So schaut das geschlagene Aquafaba aus – genau wie Schnee!

Zubereitung:

  1. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen, nicht zu heiß werden lassen! Dann abkühlen lassen.
  2. Das Aquafaba in eine Schüssel gießen und mit Zitronensaft und einer Prise Salz mit dem Handmixer auf höchster Stufe 1 Minute lang aufschlagen.
  3. Dann einen Esslöffel Zucker hinzufügen und mindestens 30 Sekunden schlagen, dann den zweiten Esslöffel Zucker dazugeben und weiter schlagen, bis der Schnee sehr fest ist. Dabei aufpassen, dass die Schläger des Mixers möglichst nicht an der Schüsselwand ankommen, da sonst die eingeschlagene Luft wieder verloren geht!
  4. Sehr vorsichtig mit einer Teigspachtel die geschmolzene, abgekühlte Schokolade unterheben.
  5. Das Mousse für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  6. Die Birnen schälen, halbieren, entkernen und mit Öl bepinseln. In der Pfanne bei mittlerer Temperatur pro Seite 3-4 Minuten anbraten. Abkühlen lassen.
  7. Nach der Kühlzeit auf jeden Teller eine Birnenhälfte legen. Mit einem kalten Metall-Löffel Mousse-Häufchen auf die Birnenhälften setzen. Den Ahornsirup darüber träufeln. Mit getrockneter Orangenschale und Mandelstiften dekorieren. Sofort servieren.

Varianten: Das Mousse eignet sich perfekt für Kombinationen mit frischen Früchten, Fruchtsaucen oder Marmelade. Je nach Jahreszeit sind auch Erdbeeren, Himbeeren, Marillen (Aprikosen), Pfirsiche oder rote Ribiseln (Johannisbeeren) ideale Partner. Zum cremigen Mousse paßt auch noch gut etwas Knuspriges als Kontrast, z.B. geröstete und gehackte Nüsse oder Kakao Nibs.

Wenn Ihr jetzt auf den Aquafaba Geschmack gekommen seid, findet Ihr bei Veganblatt noch mehr Rezeptideen.

Habt Ihr schon mit Aquafaba gekocht? Ist es gut gelungen? Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen hier mit mir teilt!

Maroni Orangen Overnight Oats

Maroni Orangen Overnight Oats

Ein winterlich gewürztes To-Go-Frühstück mit den 5 Elementen der TCM. Zubereitungszeit 15 Minuten.

Bio-Zutaten für 2 Portionen:

100 g Haferflocken (wenn man will glutenfrei)
250 ml Wasser
150 g geschälte, essfertige Maroni* 
1/2 TL Vanillepulver
1/2 TL Zimt
1 mittelgroße Orange (unbedingt Bio, da die Schale verwendet wird!)
1 Messerspitze getrocknete Orangenschale (von der Orange)
1 EL Ahornsirup (oder andere Süße nach Wahl)

*Tipp: Für die (fast) Zero Waste Variante ca. 190 g frische Maroni kaufen, oben kreuzweise einschneiden, in eine feuerfeste Form legen und den Boden etwas mit Wasser bedecken. Die Form in den Ofen stellen und bei 220° C rund 30 Minuten backen. Darauf achten, dass immer Wasser in der Schale ist, notfalls etwas nachgießen, damit die Maroni nicht ankleben. Wenn sich die Schale wölbt und leicht ablösen läßt, sind die Maroni gar. Die Edelkastanien abkühlen lassen und schälen.

Zubereitung am Vortag:
In der Früh:

Orangenschale mit einem Zestenreißer oder Microplane abreiben. Achtung: das Weiße sollte nicht dabei sein, sonst wird’s bitter! Auf einem kleinen Teller zum Trocknen auf die Heizung stellen.
Falls Du getrocknete Orangenschale zuhause hast, kannst Du diesen Schritt auch einfach am Abend machen und die Schale als Vorrat aufheben.
Am Abend:
1. Die Orange halbieren, eine Hälfte auspressen. Die andere Hälfte schälen und in kleine Stücke schneiden. 
2. 50 g Maroni je nach Größe vierteln oder sechsteln.
3. Eine Messerspitze Orangenschale fein hacken. 
4. 100 g Maroni, Wasser, Orangensaft, Vanillepulver und Zimt in ein hohes Gefäß mit flachem Boden geben und mit dem Pürierstab fein pürieren. 
5. Ein paar Maroni- und Orangenstücke für die Deko aufheben, den Rest mit den Haferflocken, der Orangenschale und dem Ahornsirup unter die Oatsmasse mischen.
6. Auf 2 Schraub- oder Bügelgläser aufteilen und mit den Maroni- & Orangenstückchen und etwas Orangenschale dekorieren.
7. Die Behälter verschließen und über Nacht in den Kühlschrank stellen oder einfach heraußen lassen, wenn man die Oats nicht kalt mag.

Tipps: Wer’s lieber warm mag, kann die Oats in der Früh am Herd aufwärmen wie einen Porridge. In dem Fall die Masse am Abend nicht in 2 Gläser aufteilen. Die Maroni- und Orangenstükcke in verschiedenen Behältern aufheben, damit die Maroni nicht durchweichen und erst nach dem Aufwärmen damit dekorieren.

,

Leaf to Root: Gemüse essen von Blatt bis Wurzel + Rezept

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Bereits als ich vom Erscheinen des Buches Leaf to Root* erfahren habe, war mir klar, dass ich es lesen mußte. Das Thema Gemüse restlos zu verwerten interessiert mich schon länger und bisher ist mir kein anderes so ausführliches Werk (320 Seiten!!) zu dem Thema bekannt. Das Autorentrio hat sich richtig ins Zeug gelegt und nicht nur ein einfaches Kochbuch herausgebracht, sondern ein richtiges Nachschlagewerk. (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Auch optisch ist das Buch eine Augenweide: Hochwertiges Hardcover mit matten Seiten mit ordentlicher Grammatur, 2 praktischen Lesebändchen und 150 stilvollen Farb- und sogar einigen Schwarz-Weiß-Fotos. Das Layout ist klar und sehr übersichtlich gestaltet. Der gesamte Band mit seinem – doch recht hohen – Preis von rund € 50,- wirkt edel. Gedruckt wurde das Buch in Italien, leider konnte ich keinerlei Hinweis auf nachhaltiges Papier oder Druck finden 🙁

Das Buch beginnt mit einem Vorwort der Ernährungswissenschaftlerin & Foodtrendforscherin Hanni Rützler, danach folgt eine kleine Einleitung des Autorenteams. Spannend zu lesen ist auch der Roundtable, eine Expertenrunde mit Diskussionen über Ernährungstabus, giftige Gemüseteile und Geschmacksentdeckungen.

Dann geht es mit den Rezepten los, die gemischt vegetarisch und vegan sind. Den Anfang macht das Kapitel Blatt & Kraut, in dem – unter Anderem – Karfiol-, Kohlrabi- und rote Rüben (= Beete oder auf schweizerisch Rande) Blätter, genauso wie Erbsen- und Kürbis-Triebe und sogar Karottenkraut kreativ verarbeitet werden.

Weiter geht’s mit Rezepten mit Stiel & Rippe, wie Grünkohlrippe, Fenchel-, Kohlrabi- oder Petersilien-Stiel.

Auch Haut & Haar werden hier selbstverständlich verarbeitet, von der Bananenschale über Maishaar bis zur Wassermelonenschale findet alles eine ungewöhnliche kulinarische Verwendung.

Selbst Strunk & Herz lassen sich verkochen, egal, ob Artischockenstängel, Karfiol- (= Blumenkohl), Brokkoli-, Rotkohl-, Weißkohl- oder Ananans-Strunk.

Die Verwendung von Blüte & Kern kenne ich zum Teil von meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin, aber hier werden sogar Avocado-, Papaya- und Tomaten-Kerne und sogar Rhabarberblüten genutzt!

Zum Schluß gibt’s noch Rezepte für Wurzel & Knolle: Dass man z.B. Dahlien-Knollen verkochen kann war mir völlig neu, während Frühlinszwiebel- oder Löwenzahnwurzel nicht so abwegig erscheinen.

Zwischen den Kapiteln eingestreut findet man auch noch verschiedenste Porträts, wie die diverser Köche, die sämtliche Teile verarbeiten; einem Bauern, der das anbaut, was andere am Acker liegen lassen; einer Sensorikerin und einem Lebensmittelchemiker. Besonders spannend fand ich die Vorstellung der Schweizer Jungköchin und Bäuerin Rebecca Clopath, die ihre Rezepte für alle Teile der Quitte vom Holz bis zu Blatt und sogar Asche vorstellt.

Die Rezepte im Buch erstrecken sich über eine große Bandbreite von Karottenstiel-Falafeln mit Linsen-Hummus, Brokkoliblatt Chips und Kohlrabischalen-Pickles bis zu Birnen-Fenchelstiel-Saft. Die Rezepte sind großteils eher anspruchsvoll und für geübte Köche, die Herausforderungen mögen, geeignet. Einige der Zutaten, die sogenannten „Second Cuts“, die normalerweise weggeworfen werden, kann man  wohl nur direkt beim Bauern oder aus dem eigenen Garten bekommen. Dazu kommt, dass darüber hinaus noch andere exotische Zutaten wie Kampotpfeffer, Kaffirlimettenblätter oder Annattosamen verwendet werden, die eher schwierig erhältlich sind.

Persönlich finde ich das Kompendium am Ende des Buches den spannendsten Teil überhaupt. Von Ananas bis Zwiebel wird hier aufgelistet welche Teile vom Gemüse essbar sind, wie Spitzenköche diese „Second Cuts“ zubereiten. Darüber hinaus wurden Infos aus historischen Kochbüchern zusammengetragen, genauso wie Küchentraditionen anderer Länder und einfache Kochanleitungen. Eine Inspiration für jeden kreativen Koch. Den Abschluß macht schließlich noch ein praktisches Rezeptverzeichnis.

Fazit: Leaf to Root* geht über den Umfang eines herkömmlichen Kochbuchs weit hinaus. Hier findet man als aufgeschlossener und fundierter Koch-Fan nicht nur Rezepte, sondern jede Menge Anregungen, um selbst kreativ zu werden. Die Rezepte sind großteils anspruchsvoll und auch für das selbständige Umwandeln der vegetarischen Anleitungen ins Vegane ist Koch-Erfahrung notwendig. Ein gewisses Manko für die Alltagstauglichkeit ist die Ausgefallenheit gewisser Zutaten. Wer jedoch tiefer in die Materie der „Second Cuts“ eintauchen, Zero Waste kochen möchte und offen für Neues ist, der wird mit dem Buch viel dazulernen und entdecken!

Zum Ausprobieren habe ich ein einfacheres Rezept mit Grünkohlrippen, in der Schweiz Federkohl genannt, ausgewählt:

Tempura von Federkohlrippen mit Zitronen-Soja-Dip

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Tempura: 
50g helles Weizenmehl
1/3 TL Backpulver
120 g Federkohlrippen (Grünkohlrippen)
Salz
Öl zum Frittieren
Dip:
100 ml Sojadrink, zimmerwarm
2 TL Senf
2-3 TL Zitronensaft
1 TL gemahlenes Kurkuma
100 ml Rapsöl
SalzZum Anrichten:
50 g Federkohlblätter
Salz
1 Handvoll Edamame-Bohnen, enthülst, blanchiert
2 TL Chiliflocken
Fleur de Sel
Tempurateig: Das Mehl und Backpulver miteinander vermischen. 80 ml Wasser dazugeben und alles gut verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Den Tempurateig mindestens 1 Stunde kühl stellen.

Dip: Sojadrink, Senf, Zitronensaft und Kurkuma in einen hohen Mixbecher geben und mixen. Das Rapsöl langsam unter ständigem Weitermixen dazugeben. Den Dip mit Salz abschmecken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.

Tempura ausbacken: Inzwischen die Federkohlrippen in etwa 5 cm lange Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Das Öl zum Frittieren erhitzen. Die Federkohlrippen durch den Tempurateig ziehen, im heißen Öl knusprig frittieren und auf Haushaltspapier trocken tupfen.

Anrichten:
Die Federkohlblätter in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und mit den Edamame-Bohnen, dem Dip und den Tempura anrichten. Die Chiliflocken und das Fleur de Sel über das Gericht streuen und servieren.

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

Weihnachten Vegan Buch & Zimststern-Rezept

Weihnachten vegan Luger-BazingerIn der Adventzeit denke ich immer etwas wehmütig an die wunderschönen Weihnachten meiner Kindheit zurück…mit genug Zeit zum Basteln, in Ruhe auf Weihnachten einstimmen, Geschichten lesen und gemeinsam Kekse backen. Kein Last-Minute-Geschenke-Kaufrausch, kein Stress, nur kindliche Vorfreude und Staunen. Jedes Jahr versuche ich dieses magische Gefühl von Weihnachten wieder herzuzaubern und dabei sind vegane Weihnachtskochbücher natürlich eine großartige Hilfe 🙂 (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Claudia, vom beliebten Blog TotallyVeg, hat ihre erprobten Lieblingsrezepte in dem Buch Weihnachten vegan* zusammengestellt. Unter dem Titel „Neue beste Freunde“ stellt sie für Vegan-Einsteiger ein paar typische Zutaten wie Nußmuse, Hafercuisine und Tofu vor. Dann folgt noch ein kurzer Überblick über die notwendige Küchenausstattung für die Rezepte und schon geht’s mit Kapitel 1 los: Veganes Weihnachtsessen. Hier werden 3 Menüfolgen vorgeschlagen und die Rezepte dazu vorgestellt. Super finde ich, dass dafür kurz ein paar Tipps für den stressfreien Kochablauf gegeben werden, z.B. welche Sachen man schon am Vortag zubereiten kann. Die Speisen sind einfach, machen aber trotzdem Gusto. Wie wär’s z.B. mit Christmas Brownies, Spekulatius-Mousse, Linsenbraten oder steirischen Bruschette?

Der 2. Teil widmet sich der Weihnachtsbäckerei. Die Rezepte sind eine Mischung aus Klassikern à la Linzeraugen und Vanillekipferln und amerikanischen inspirierten wie zimtige Snickerdoodles und Peanutbutter-Cookies. Ausgefallene Zutaten sucht man hier vergeblich, was ich besonders für Neulinge sehr praktisch finde.

Im Kapitel 3 verrät die Autorin ihre Lieblingsrezepte für einen gemütlichen Brunch oder eine Adventjause. Der Großteil der Rezepte ist nicht speziell weihnachtlich und daher rund ums Jahr gekocht werden, wie Erdäpfelkas, Räuchertofuschnecken oder Kokos-Chia-Pudding. Die selbstgemachten Geschenke im 4. Teil kann man natürlich genauso gut behalten – finde ich! Der Body Scrub sticht als einziges Körperpflegeprodukt aus der Reihe, ansonsten kann man sich hier über Kokos-Karamell-Sauce, Erdnuß-Quinoa-Riegel, Marzipan-Schoko-Kastanien oder auch Taco-Gewürz freuen.

Den Abschluß machen die weihnachtlichen Drinks mit einer bunten Mischung von Süßkartoffel-Smoothie bis Eierlikör über Chai bis zu veganem „Baileys“. Gedruckt wurde das Buch in der EU, sonst konnte leider keinerlei Angaben zu einer nachhaltigen Herstellung finden – schade!

Fazit: Weihnachten vegan* ist ein hübsch gestaltetes Buch mit einfachen Rezepten. Einige davon sind – für mich – nicht speziell weihnachtlich – das hat jedoch den Vorteil, dass man sie auch unterm Jahr immer wieder mal kochen kann. Die meisten Zutaten findet man problemlos im Supermarkt, nur für Hefelocken, Kala Namak und Co. muß man wohl in einen Bio- oder Veganladen gehen. Persönlich hätte ich mir von jedem Rezept ein Foto gewünscht, da ich dazu tendiere, Rezepte ohne Foto eher nicht nachzukochen.

Ein unkompliziertes Buch für alle, die neu ins vegane Kochen einsteigen und/oder simple, aber geschmackvolle Speisen mögen. So und hier gibt’s natürlich ein Rezept zum Ausprobieren:

Zimtsterne

Zimtsterne vegan

© Michael Tewes – Fotolia

Für den Teig

1 EL Leinsamen, gemahlen
3 EL Wasser
150 g Staubzucker
1 EL Zimt
1 EL Sojamilch
100 g Mandeln, gemahlen
150 g Wal- oder Haselnüsse
1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt

Für die Glasur

70 g Staubzucker, gesiebt
1 EL Sojamilch
1 Prise Zimt (optional, für weiße Glasur weglassen)Zubereitung 1. Leinsamen und Wasser gut vermischen und kurz beiseitestellen, dann mit den restlichen Zutaten für den Teig gut verkneten. Der Teig wird klebrig sein. 15 Minuten kühl stellen.
2. Die Arbeitsfläche mit Backpapier auslegen, Teig darauf legen und wieder Backpapier über den Teig geben, so ausrollen (ansonsten klebt er unglaublich). Mit einer Sternform Sterne ausstechen, sehr vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Tablett geben und die Sterne für ca. 3 Stunden kühl stellen.

3. Ofen auf 200°C vorheizen.

4. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und Sterne darauf legen, etwa 8-12 Minuten backen, die Sterne sollten an den Spitzen leicht gebräunt sein. Aus fem Ofen nehmen.

5. Nach etwa 10 Minuten die Sterne an der Unterseite mit einem Messer leicht vom Backpapier lösen und dann komplett auskühlen lassen.

6. Alle Zutaten für die Glasur vermischen und Sterne damit glasieren.

Ergibt etwa 35 Stück

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

Regionale Winterküche: Hagebuttenketchup Rezept

© Daniela Friedl aus "Regionale Winterküche", Verlag E. Ulmer

© Daniela Friedl aus „Regionale Winterküche“, Verlag E. Ulmer

Jeden Winter tu‘ ich mir auf’s Neue schwer damit, wirklich regional und saisonal zu kochen. Eigentlich unglaublich bei der riesigen Menge an Rezepten, die ich habe. Tatsache ist jedoch, dass viele Rezepte und Kochbücher einfach nicht auf Regionalität oder Saisonalität zu achten. Gemüse wie Kohlsprossen und Schwarzwurzel kommen da eher selten vor. (Dieser Beitrag enthält Werbung).

Umso mehr war ich auf das neue Buch Regionale Winterküche* von Miriam Emme und Daniela Friedl gespannt, da ich schon von Vegane Versuchung begeistert war. Den Anfang macht ein Info-Teil, in dem die typischen Winterzutaten näher vorgestellt werden. Hier erfährt man sowohl Geschichtliches, als auch gesundheitliche Vorzüge von Kohl, Wurzelgemüse & Co. Beim  1. Kochkapitel geht’s mit 9 Rezepten für Suppen und Salate los, dann folgen schon die Hauptspeisen. Die Gerichte im Buch fallen großteils in die Kategorie einfache Hausmannskost, wie Fladen, Schupfnudeln, Ofengemüse oder gefüllte Knödel. Dafür werden Kraut- und Kohlsorten, Zwiebel- und Wurzelgemüse, als auch Kürbis und Vogerlsalat (= Feldsalat) verwendet.

Unerwartet groß ist der Teil für Süßes ausgefallen mit einem Fokus auf Mehlspeisen, wie Maronitarteletts oder Kürbiskuchen. Den Abschluß machen Rezepte für Geschenkideen wie Chutney, Gewürzmischungen und Schmalz. Im Anhang findet man einen nach Zutaten sortierten Index und ein paar Tipps für den Einkauf veganer Produkte.

Fazit: Ein liebevoll gestaltetes Buch mit hübschen Fotos und einem bodenständigen Touch. Persönlich hätte ich mir einen stärkeren Fokus auf pikante Gerichte gewünscht, da ich diese schwieriger im Winter umzusetzen finde als Süßspeisen. Aufgefallen ist mir auch, dass viele der Rezepte glutenhaltiges Getreide beinhalten. Daumen hoch dafür, dass das Buch in Deutschland gedruckt wurde, sonstige Angaben bzgl. nachhaltiger Herstellung (wie etwa zum verwendeten Papier) konnte ich leider keine finden. Da gibt’s andere Verlage, die hier auf den 1. Blick schon weiter sind. Die Idee eines regionalen, saisonalen und veganen Winterkochbuchs finde ich jedenfalls großartig und bestimmt kann jeder aus Regionale Winterküche* noch neue Ideen und Kochrezepte mitnehmen.

Zum Ausprobieren gibt’s diesmal einen Ketchup, leider ohne Rezept für die benötigte Marmelade – ich hab‘ Euch aber eins dazu verlinkt 🙂

Hagebuttenketchup

© Miriam Emme aus "Regionale Winterküche", Verlag E. Ulmer

© Miriam Emme aus „Regionale Winterküche“, Verlag E. Ulmer

Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten
Für 1 Glasflasche à ca. 200 ml

Zutaten:

1 große Zwiebel
Öl zum Braten
300 g Hagebuttenmarmelade (hier gibt’s ein relativ einfaches Rezept zum Selbermachen)
50 ml Apfelessig
1/4 TL gemahlener Kardamom
1/2 TL Salz
2 EL Zucker
Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel schälen und fein hacken. Etwas Öl in einem kleinen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig anschwitzen
  2. Die Hagebuttenmarmelade, Apfelessig, Karadmom, Salz und Zucker dazugeben. Gut umrühren und aufkochen lassen.
  3. Das Ganze 5 Minuten unter Rühren kochen lassen.
  4. Das Ketchup noch heiß in eine heiß ausgespülte, verschließbare Glasflasche füllen. Im Kühlschrank ist es 4 bis 6 Wochen haltbar.

Das Ketchup kann z.B. mit Zwiebelblume oder Schupfnudeln serviert werden, beide Rezepte findet man im Buch.

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

La Veganista – Power-Vorrat: Buchvorstellung + Rezept

la-veganista_-mein-selbst-gemachter-power-vorrat-72dpi

© Gräfe und Unzer/René Riis

Nicole Just ist eine meiner Lieblings-KochbuchautorInnen. Ihre Gerichte gelingen gut, schmecken lecker und bringen immer neue kreative Ideen in den Kochalltag. Obwohl La Veganista Power-Vorrat bereits mein 3. Kochbuch zum Thema vegan & DIY ist, hat es Nicole Just geschafft, wieder ganz andere Rezepte und Ideen zu präsentieren.

Seit wir versuchen Zero Waste zu leben, verzichten wir auf Kichererbsen im Glas, Fertig-Pesti, & Co., die immer super praktisch waren, um bei Zeit- und Motivations-Mangel schnell ein Essen zu zaubern. Diese schnellen Helferleins haben mir gefehlt. Da kam mir La Veganista – Powervorrat gerade recht! Im Buch findet man z.B.Rezepte für:

  • pikante & süße Backmischungen, Gebäck zum Einfrieren, Nudeln, Semmelknödeln im Glas
  • vegane Basics wie Pflanzenmilch, Sahne, Joghurt, Topfen (= Quark) und Nußmus
  • Süßes: Puddingpulver, Schokolade, Müsligewürz
  • Fruchtiges: Marmeladen, Gelierzucker, Fruchtleder
  • Pikantes: Gemüsebrühe, Salzgemüse, Essig, sauer Eingemachtes
  • Getränke: Tees, Sirupe, Coldbrew-Kaffee auf Vorrat
  • „Fertiggerichte“: Falafel-, Risotto- oder Dal-Mix, Patties & Pizzateig zum Einfrieren
  • Würzen & Soßen: Kurkumapaste, BBQ-Würzpaste, „Worcester-Sauce“, Bechamelsauce

Super praktisch finde ich z.B. auch die Anleitung, wie man Hülsenfrüchte vorkocht und dann haltbar macht. Nach den Anleitungen zur Herstellung des Vorrats folgen rund 20 Rezepte, wie man die selbst gemachten Sachen einsetzen kann: Von Linsen-Apfel-Krapfen über Pilz-Mangold-Ravioli bis zu Haselnußpralinen.

Fazit: Für mich ist La Veganista Power-Vorrat* ein absolut gelungenes, schön gestaltetes Kochbuch mit dem DIY-Fans und Zero Waste Anhänger besonders viel Freude haben werden. Zum Ausprobieren gibt’s hier noch das Rezept für selbst gemachten Essig aus Obstresten!

Apfel-Birnen-Essig – selbst ansetzen

© Gräfe & Unzer/René Riis

© Gräfe & Unzer/René Riis

Grundrezept für Obstessig
2 mittelgroße Äpfel (350 g, alternativ Putzreste wie Apfelschalen und – kerngehäuse)
2 mittelgroße Birnen (350 g, alternativ Putzreste wie Birnenschalen und – kerngehäuse)
1 geh. EL Vollrohrzucker

Außerdem
1 Twist-off-Glas (ca. 3 l Inhalt, sterilisiert)
2 Glasflaschen mit luftdichtem Verschluß (à 1 l Inhalt, sterilisiert)
1 Passiertuch

Für 1,8 l (60 Portionen à 30 ml)

1. Die Früchte heiß waschen, abtrocknen und halbieren. Die Fruchthälften mit Schale und Kerngehäsue in ca. 1 cm große Würfel schneiden und mit dem Zucker in das 3-l-Glas geben (alternativ 700 g Schalen und Kerngehäuse mit dem Zucker in das Glas geben). Alles mit 1,8 l Wasser aufgießen.

2. Zum Sterilisieren einen Löffel in einem Topf mit kochend heißem Wasser übergießen, vorsichtig herausnehmen und den Glasinhalt damit umrühren. Anschließend die Fruchtstücke damit herunterdrücken, so dass sie fast vollständig mit Wasser bedeckt sind.

3. Aus dem Passiertuch ein Stück (ca. 25×25 cm) ausschneiden, den Rest beiseitelegen. Das Tuch auf das Glas legen und mit einem Haushaltsgummi am Glasrand fixieren. Das Glas an einem hellen Ort bei Raumtemperatur 10-14 Tage stehen lassen. Dabei einmal täglich vorsichtig schütteln, um Schimmelbildung vorzubeugen. Während der Gärung bildet sich natürlicherweise Schaum an der Oberfläche.

4. Sobald sich nach max. 14 Tagen ein leichter Essiggeruch eingestellt hat und die Früchte abgesunken sind (bei Bedarf noch ein paar Tage länger stehen lassen), ein Sieb mit dem übrigen Passiertuch auslegen und in eine entsprechend große, sterilisierte Schüssel hängen. Den Essigansatz in das Sieb gießen und abtropfen lassen, dabei den Essigansatz auffangen, die Früchte entfernen.

5. Zum Sterilisieren das Glas mit 2 l kochend heißem Wasser ausspülen. Die aufgefangene Flüssigkeit in das Glas füllen. Den Ansatz wieder mit dem Passiertuch und Gummi verschließen und an einem hellen Ort bei Raumtemperatur ca. 3 Wochen gären lassen. Den fertigen Essig in Flaschen füllen, gut verschließen und dunkel, kühl und trocken lagern. Er hält sich so mehrere Jahre.

Meine Extratipps
Ich setze meinen Essig gern gleichzeitig zum Apfelkuchenbacken an. Das ist so schön praktisch, denn die Apfelschalen und -kerngehäuse landen im Essigglas, das Fruchtfleisch in einer leckeren Apfeltarte (Rezept im Buch). In diesem Fall gieße ich nur mit 1 l Wasser auf und erhalte dann reinen Apfelessig. Übrigens eignen sich auch andere Obstsorten zum Vergären: Beispielsweise Quitten, Marillen, Mirabellen oder Himbeeren lassen sich auf diese Weise wunderbar zu Essig verarbeiten.

Noch mehr Rezepte von Nicole Just gibt’s hier:

Hirseauflauf mit Äpfeln
Mousse-au-Chocolat Cupcakes
Donauwellen-Cupcakes
Hirsetaler mit Spinat und Tomaten-Orangen-Sauce
Linseneintopf

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

,

Trailmix Varianten vegan & zero waste

Studentenfutter Variationen vegan

Heute ist es soweit, wir fahren auf Urlaub! (Deswegen auch nur ein ganz schnelles Foto auf unserer Stiege in den Garten gemacht 😉 Da wir viel wandern gehen wollen und uns großteils selbst versorgen, möchte ich einiges an Proviant mitnehmen. Der soll natürlich vegan und optimalerweise auch müllfrei sein. Statt für Müsliriegel habe ich mich diesmal für Studentenfutter, im Englischen passenderweise Trailmix genannt, entschieden. Drei verschiedene Mischungen sind es geworden, die ich Euch heute vorstelle.

Selbst gemischtes Studentenfutter hat viele Vorteile:

  • abwechslungsreich
  • super einfach & schnell zubereitet
  • müllfrei
  • kostensparend

Da es bei der Mischung von Studentenfutter nicht um genaue Mengenangaben geht, habe ich das mit meinen Cups gemacht. Ihr könnt aber auch einfach irgendein Kaffehäferl (= Kaffeetasse für all meine ausländischen LeserInnen) als Maß nehmen, das ca. 250 ml fasst.

Die Zutaten habe ich praktisch alle lose in Wien gekauft. Wo Ihr die Sachen unverpackt in Wien bekommt, erfahrt Ihr in dem Artikel, den ich für wastelandrebel.de geschrieben habe, wo Shia Su über Ihr Zero Waste Leben bloggt.

Die Früchte habe ich selbst getrocknet (mit Ausnahme der Cranberries). Bananen gibt es bei uns zuhause nur in Ausnahmefällen, wenn sie im Bioladen abverkauft werden, weil sie schon sehr reif sind. Äpfel und Bananen habe ich dann einfach in dünne Scheiben geschnitten und in meinem Dörrgerät getrocknet. Man kann sie aber auch problemlos im Backrohr trocknen.

Das Mengenverhältnis der Zutaten könnt Ihr nach Lust und Laune variieren, je nachdem, ob Ihr es lieber fruchtig süß oder eher nussig mögt. Wer keine Nüsse verträgt, kann stattdessen nur Samen verwenden oder auch Granola-Stückchen dazu mischen. Eurer Fantasie sind beim Mischen keine Grenzen gesetzt. Natürlich kannst Du auch eine pikanten salzigen Knabbermix ganz ohne Früchte machen. Hier mal meine Varianten zur Anregung. Bei den Zutaten entscheide ich mich immer für Bio und Fairtrade.

Apfelstrudel Trailmix
Zutaten:
1 Becher getrocknete Apfelscheiben
3/4 Becher Walnüsse
3/4 Becher Sonnenblumenkerne
1/2 Becher Rosinen
1/8 TL gemahlenen Zimt

Apfelscheiben in 1/4 schneiden.
Walnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann die Hälften nochmals halbieren.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Fernweh Trailmix
Zutaten:
1/2 Becher getrocknete Bananenscheiben
1/2 Becher Kokoschips
1/2 Becher Datteln entsteint
3/4 Becher Cashewnüsse
3/4 Becher Erdnüsse
Vanillepulver nach Geschmack
1 große Prise Salz

Cashewnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann halbieren.
Datteln in 0,5 cm breite Scheiben schneiden.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Trailmix Rot-Grün
Zutaten:
3/4 Becher Haselnüsse
3/4 Becher Kürbiskerne
1/4 Becher Pistazienkerne ohne Schale
1/2 getrocknete Cranberries

Haselnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Diesmal habe ich Zutaten verwendet, die ich noch zuhause hatte. Einige Sachen davon sind weit gereist. Optimal  für einen Trailmix mit kleinerem Fußabdruck sind heimische Früchte und Nüsse.