Freiheit für grüne Zebras und Schafsnasen!

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Schon heute kontrollieren die 10 größten Konzerne 74% des Saatguts weltweit! Die Patentierung von Pflanzen, Tieren und natürlichen Prozessen zerstört die Artenvielfalt und treibt Bauern in eine Abwärtsspirale von Schulden und Abhängigkeit.* In Indien führt das, selbst in fruchtbaren Regionen, massenweise zu Selbstmord.

Heute möchte ich erklären, warum das jeden Einzelnen von uns hier in der EU angeht und wie Du Dich ganz einfach für die Freiheit von Saatgut einsetzen kannst.

2013 werden in der EU die Richtlinien für Saat- und Pflanzgut überarbeitet. Der Tausch von Knollen, Saatgut und Edelreisern könnte bei uns also schon bald illegal werden. Was bedeutet das?

Die Industrie setzt sich durch Lobbying dafür ein, dass in Zukunft jede Pflanze erst als Sorte zugelassen muß, bevor man sie weitergeben darf. Die dafür vorgeschriebenen teuren Tests sind für Industriesorten ausgerichtet. Weniger hochgezüchtete Sorten, also z.B. seltene alte Obst- und Gemüsesorten, können diese Tests nicht bestehen. Die Ausnahmeregelungen für alte Sorten sind nach dem jetzigen Entwurf sehr eingeschränkt und reichen nicht aus, um die Sortenvielfalt zu schützen.

Dieses neue EU-Saatgutrecht zwingt die Bauern in der EU noch mehr in die Abhängigkeit von der Saatgutindustrie. Die biologische Artenvielfalt und der Anbau biologischer Lebensmittel würden großen Schaden nehmen.**

Die Arche Noah – Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung – hat daher die Aktion Kein Ende für die Samenspende ins Leben gerufen (ist mittlerweile abgeschlossen).

Eine tolle Art, sich für die Sortenvielfalt zu engagieren ist, selbst Saatgut zu vermehren. Dafür bietet die Arche Noah viele hilfreiche Infos ab. 

Damit wir auch morgen noch Grüne Zebras und Schafsnasen essen können!

(*Quelle: Fian, **Quelle: Arche Noah)