Gesund & grün Zähne putzen

Plastikfrei, müllfrei, gesund und biologisch – So stellen wir uns unser Badezimmer vor. Nachdem wir schon längere Zeit erfolgreich auf unverpackte Seifen zum Duschen & Haare waschen umgestiegen sind, ist jetzt die Zahnhygiene dran. In unseren Holz-Zahnputzbechern stecken seit längerer Zeit Bambus-Zahnbürsten.

Hier unsere Gründe, warum wir uns für Bambus Zahnbürsten mit einem Griff aus geschliffenem Bambus und Nylonborsten entschieden haben:

  • Weil die Zahnbürsten samt Verpackung – mit Ausnahme der Borsten – in weniger als 2 Jahren biologisch abbaubar sind (Entsorgung mit der Bio-Tonne, nicht am Hauskompost!)
  • Weil sie – im Vergleich zu manchen herkömmlichen Plastik-Zahnbürsten – frei von dem gesundheitsschädlichen Weichmacher Bisphenol A (BPA) sind
  • Weil ich eine vegane Zahnbürste wollte und Holzzahnbürsten meist ausgekochte Schweineborsten haben
  • Weil Tierborsten innen hohl sind und sich dort angeblich leicht Bakterien ansiedeln
  • Weil Bambus einer der schnellstwachsenden Rohstoffe ist
  • Weil Bambus von Natur aus antibakteriell wirkt

Bei den Zahnpasten haben wir nur Varianten in Plastik- oder Alu-Tuben gefunden. Mit dieser Auswahl waren wir beide nicht glücklich.Dazu kommt, dass man bei den meisten Zahnpasten keine Ahnung hat, was die Inhaltsstoffe überhaupt sind. Da kommen Bindemittel, Feuchthaltemittel, Konservierungsmittel, Süßungsmittel und Aromastoffe zum Einsatz. Dazu umstrittenes Titandioxid zur Weißfärbung, Tenside, die die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen, usw.  Noch mehr interessante Infos dazu findet Ihr auf der Website eines alternativen deutschen Zahnarztes.

Also haben wir beschlossen, Zahnpulver selbst herzustellen. Auch hier gibt es Unmengen von Möglichkeiten und Rezepten. Nach langem Recherchieren haben wir uns für diese Variante entschieden (die wir jetzt überholt haben im Feb. 15).

Auf Grund der Rückmeldung einer Leserin habe ich das ursprüngliche Rezept verändert. Da Heilerde relativ abrasiv ist, empfehle ich nur Natron und Xylit zu verwenden. Natron hat einen extrem niedrigen Abrasiv-Wert von 7.

Zutaten:

Nicht über die Farbe des Pulvers auf den Fotos wundern, da haben wir noch grüne Mineralerde verwendet 🙂

In ein leeres Schraubglas füllen, durchmischen, fertig.

Die Zahnbürste befeuchten, vorsichtig in das Zahnpulver tauchen. Den Mund ausspülen und dann wie gewohnt die Zähne putzen. Da keine Tenside enthalten sind, schäumt das Pulver auch nicht!

zahnpulver-3

Fazit: Das Zusammenrühren ist kinderleicht und dauert 1 Minute. Der Geschmack ist ziemlich neutral. Die Zähne fühlen sich sehr sauber und glatt an. Angenehmes Frischegefühl im Mund. Echt super 🙂

Wer nicht gern selber rührt, kann einfach auch fertiges Zahnkreidepulver nehmen. Für Zahnseide haben wir noch keinen plastikfreien, veganen Ersatz gefunden, aber immerhin ist die Verpackung unserer Zahnseide plastikreduziert und mit rund 90 m fast doppelt so lang wie herkömmliche 50 m Packungen.

ACHTUNG: Für Hunde ist Xylit hochgiftig, also gut aufpassen!

17 Kommentare
  1. Chrissi
    Chrissi says:

    Hallo,
    habe auch schon selber Zahnputzpulver im Mixer hergestellt mit folgenden Zutaten:

    -Schlammkreide (CaCO3, Apotheke)
    -Xylit (Birkenzucker,Biomarkt/Reformhaus)
    -getrocknete Kräuter (aus dem Garten)

    alles in den Mixer und fertig:-) Nächstes Mal werde ich statt der getrockneten Kräuter aber die ätherischem Öle verwenden, den die Kräuterkrümel hängen sich allzu leicht zwischen die Zähne.

    Antworten
    • Karin
      Karin says:

      Nachdem ich die Info von dem deutschen Zahnarzt gelesen habe, habe ich mich nicht mehr getraut, ätherische Öle zu verwenden. Der schreibt: „ätherische Öle sind seit dem Altertum die meistgenutzten Medikamente zur Bakterienbekämpfung.Täglich als Zahnpasta aber in Ihrem Mund zerstören sie immer wieder von neuem das feine Gleichgewicht aus guten wie schlechten Bakterien.

      Kreide habe ich selbst noch nicht probiert.

      Antworten
  2. Mara
    Mara says:

    Liebe Karin,
    Ich finde Deinen Beitrag sehr interessant. Vielen Dank fürs teilen Deines Rezeptes. Die Motivation meine eigene Zahnpasta herzustellen ist vorwiegend Abfallvermeidung. Allerdings hatte ich bist jetzt noch keinen Erfolg die Zutaten zumindest plastikfrei zu erhalten. Wo kaufst du denn deine Zutaten? Hast Du es geschafft diese plastikfrei zu erhalten?

    Beste Grüße,
    Mara

    Antworten
    • Karin
      Karin says:

      Hallo Mara,
      ich hatte die Zutaten alle noch zuhause. Natron bekommst Du auf alle Fälle plastikfrei, gibt’s im Supermarkt bei den Backsachen. Bei Xylit habe ich noch nichts gefunden, aber da kaufe ich immer sehr große Mengen auch zum Backen und da braucht man nur ganz wenig davon. Bei der Heilerde am Besten in der Apotheke fragen.

      Ich hoffe, das hilft Dir weiter,
      lg, Karin

      Antworten
  3. Christine L.
    Christine L. says:

    Hallo zusammen,
    ich habe auf eine Anfrage der Fa. Luvos, die hochwertige Heilerden produzieren, eine E-Mail erhalten, in der gesagt wird, dass die Heilerden aufgrund zu hoher Abrasivwerte nicht zum Zähneputzen geeignet sind.
    LG Christine

    Antworten
  4. Marc
    Marc says:

    Nylon 4 in den Bürstenköpfen? Mag vielleicht Vegan sein, aber nicht „Plastikfrei“, bzw. nachhaltig. Nylon 4 wird aus Öl produziert, oder nicht?

    Grüße,
    Marc

    Antworten
    • Karin Haffert
      Karin Haffert says:

      Hallo Marc, vielen Dank für Deine Nachricht.

      Nylon 4 ist ein so genannter Bio-Kunststoff, der vorwiegend aus Kohlenstoff, Wasser und Luft besteht. Nylon 4 ist einerseits zu 100% biologisch abbaubar, andererseits sehr belastbar und hygienisch.

      Holzzahnbürsten mit Schweineborsten kommen für uns aus 2 Gründen nicht in Frage:
      1. Wir möchten nicht, dass Menschen, Tiere oder Umwelt für unsere Produkte ausgebeutet werden. Daher kommen Schweineborsten, die meistens noch dazu aus China unter undurchsichtigen Bedingungen gewonnen werden, nicht in Frage.
      2. Schweineborsten sind innen hohl. Dieser Hohlraum ist anfällig für die Ansiedlung von Bakterien.

      Viele Grüße,
      Karin

      Antworten
  5. Caro
    Caro says:

    Hallo ihr Lieben…

    Kann man auch KokosBlütenZucker verwenden?
    Den habe ich immer im Haus…

    Ist Natron an sich eigentlich chemisch hergestellt?

    Lieben Gruss

    Antworten
    • Karin Haffert
      Karin Haffert says:

      Hallo Caro,
      ich nehmen an, dass Du den Kokobsblütenzucker statt dem Xylit verwenden willst. Das ist – glaube ich – kein guter Ersatz, denn Xylit hat karieshemmende Eigenschaften. Allerdings gibt es auch Rezepte die statt Xylit einfach Kokosöl und Natron verwenden. Zur Herstellung von Natron kann ich Dir leider nichts sagen.

      Liebe Grüße, Karin

      Antworten
  6. Tanja
    Tanja says:

    Hallo Karin,
    habe beim Durchforsten des Internets gelesen, dass Zahnsalz auch gut zum Zähne putzen geht, jetzt stellt sich für mich die Frage, ob das auch auf Dauer gut für die Zähne ist oder ob das dann auch wieder wie bei der Heilerde die Zähne irgendwann angreift. Hast Du da irgendwelche Info für mich ?
    Vielen Dank

    Liebe Grüße,
    Tanja

    Antworten
    • Karin
      Karin says:

      Hallo Tanja,
      sorry für die späte Antwort. Wir sind gerade auf Urlaub und ich komme selten ins Internet.Mit Zahnsalz habe ich mich – ehrlich gesagt – noch nicht wirklich beschäftigt, auch weil ich noch keine zero waste Alternative dafür gefunden habe. Wenn Du Salz verwendest ist es wichtig, dass es nicht grob ist, sondern fein gemahlen. Wenn Du unsicher bist, dass es den Zahnschmelz auf Dauer angreift, würde ich einfach abwechseln mit anderen Sachen, wir verwenden momentan eine Kombination aus Birkenzucker, Natron und gemahlener, getrockneter Pfefferminze. Wir verwenden seit mindestens 2 Jahren oder sogar schon länger selbsgemachte Zahnpulver und beim Zahnarzt paßt alles super 🙂 Hoffe, das hilft Dir ein bißchen weiter.

      Liebe Grüße,
      Karin

      Antworten

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