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Tipps & Aktionen rund um den Weltumwelttag

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Morgen, am 5. Juni, findet wieder der Weltumwelttag statt. Dieser wurde 1972 beim 1. UN-Gipfeltreffen zum Thema Umwelt ins Leben gerufen und wird mittlerweile mit Aktionen in über 100 Ländern begangen.

Schon heute gibt es dazu auf ORF2 unter dem Motto „Unsere Erde“ einen Schwerpunkttag zum Thema Nachhaltigkeit und „Ökologischer Fußabdruck“.

Die Plattform Footprint und das Lebensministerium haben zu diesem Anlaß auch den Fußabdruck-Rechner überarbeitet. Die neue Version ist seit heute hier online und Du kannst gleich mal Deinen persönlichen Fußabdruck berechnen.

Österreichweit finden anläßlich des Weltumwelttages ab heute zahlreiche Veranstaltungen statt. Die Auflistung der Veranstaltungen gibt es einerseits nach Datum und andererseits nach Postleitzahlen geordnet. Die Auswahl an Angeboten reicht von einem Flashmob für Artenvielfalt, fairen Verkostungen und Heilkräuterwanderungen, bis zu Müllsammlungen über Filmvorführungen.

Darüber hinaus gibt es auch ein Gewinnspiel vom österreichischen Umweltzeichen, an dem man noch bis 5. Juni teilnehmen kann und zahlreiche Angebote für Produkte oder Betriebe mit dem österreichischen Umweltzeichen.

Mit dem Weltumwelttag wird auch der Aufruf für Einreichungen zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2013 gestartet. Mitmachen kann man noch bis 16. August.

Fotocredit: ORF/BBC/Jeff Wilson

Freiheit für grüne Zebras und Schafsnasen!

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Schon heute kontrollieren die 10 größten Konzerne 74% des Saatguts weltweit! Die Patentierung von Pflanzen, Tieren und natürlichen Prozessen zerstört die Artenvielfalt und treibt Bauern in eine Abwärtsspirale von Schulden und Abhängigkeit.* In Indien führt das, selbst in fruchtbaren Regionen, massenweise zu Selbstmord.

Heute möchte ich erklären, warum das jeden Einzelnen von uns hier in der EU angeht und wie Du Dich ganz einfach für die Freiheit von Saatgut einsetzen kannst.

2013 werden in der EU die Richtlinien für Saat- und Pflanzgut überarbeitet. Der Tausch von Knollen, Saatgut und Edelreisern könnte bei uns also schon bald illegal werden. Was bedeutet das?

Die Industrie setzt sich durch Lobbying dafür ein, dass in Zukunft jede Pflanze erst als Sorte zugelassen muß, bevor man sie weitergeben darf. Die dafür vorgeschriebenen teuren Tests sind für Industriesorten ausgerichtet. Weniger hochgezüchtete Sorten, also z.B. seltene alte Obst- und Gemüsesorten, können diese Tests nicht bestehen. Die Ausnahmeregelungen für alte Sorten sind nach dem jetzigen Entwurf sehr eingeschränkt und reichen nicht aus, um die Sortenvielfalt zu schützen.

Dieses neue EU-Saatgutrecht zwingt die Bauern in der EU noch mehr in die Abhängigkeit von der Saatgutindustrie. Die biologische Artenvielfalt und der Anbau biologischer Lebensmittel würden großen Schaden nehmen.**

Die Arche Noah – Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung – hat daher die Aktion Kein Ende für die Samenspende ins Leben gerufen (ist mittlerweile abgeschlossen).

Eine tolle Art, sich für die Sortenvielfalt zu engagieren ist, selbst Saatgut zu vermehren. Dafür bietet die Arche Noah viele hilfreiche Infos ab. 

Damit wir auch morgen noch Grüne Zebras und Schafsnasen essen können!

(*Quelle: Fian, **Quelle: Arche Noah)

Kleine Bienen ganz groß

„Wenn die Bienen aussterben, sterben vier Jahre später auch die Menschen aus,“ erkannte schon Albert Einstein. Weltweit werden rund 80% aller Wild- und Kulturpflanzen von Insekten bestäubt. In Österreich sorgt ein Netzwerk von 23.000 Imkern dafür, dass die Bestäubung noch gratis erfolgt (auch für Deinen Obst- und Gemüsegarten!). Daher ist es essentiell, regionalen Honig zu kaufen, um die kleinen Imkereibetriebe zu erhalten. Denn man kann zwar Honig importieren, die Bestäubung aber nicht, wie der Geschäftsführer des Vereins Biene Österreich, Christian Boigenzahn, erklärt (Quelle: Biorama)

Seit Jahren nimmt das Bienensterben immer mehr zu. Gründe dafür sind der Verlust des Lebensraumes der Bienen, der Einsatz von Pestiziden und die Varroa-Milbe, die durch asiatische Honigbienen eingeschleppt wurde. In China gibt es bereits Regionen, in denen die Obstbäume händisch bestäubt werden müssen.

Damit es bei uns nicht so weit kommt, können unsere Bienen Hilfe von Dir gebrauchen und das geht ganz einfach:

  • Stelle einen Nistplatz für ungefährliche Wildbienen auf
  • Kontaktiere die Stadtimker und gib‘ einem professionell betreuten Bienenvolk ein Zuhause auf Deiner Terrasse
  • Pflanze Saatgut für bienenfreundliche Wildblumenwiesen
  • Entscheide Dich für Alternativen ohne Bienenprodukte (bei Kosmetik, Lebensmitteln und Kerzen, etc.)

Wer jetzt mehr zu dem Thema wissen will, dem lege ich den Film More than Honey von Markus Imhoof ans Herz, der diesen Freitag, am 12.10.2012, in den österreichischen Kinos anläuft.

Hier noch ein Nachtrag: Auch die Umweltberatung hat ein Infoblatt mit Tipps zur Förderung von Bienen.

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Purple Haze & Co…

Ich bin ein Fan der lila-orangen Purple Haze Karotten. Es macht Spaß, neue Sorten zu entdecken und auszuprobieren.

Warum die Vielfalt von Kulturpflanzen so wichtig ist, erfahrt Ihr hier:

* Die Produktion innerhalb von Ökosystemen wird oft von nur wenigen Arten getragen, die übrigen Spezies scheinen „überflüssig“ zu sein. Das hat sich jetzt als Trugschluss kurzfristiger Studien herausgestellt.

Wie die aktuelle Studie eines deutschen Forscherteams zeigt, können nur artenreiche Gemeinschaften die langfristig nötigen stabilisierenden Austauschprozesse garantieren.

Eine höhere Artenvielfalt ist somit eine Art Versicherung für zukünftige Funktionen. In Zeiten des globalen Wandels ist die Artenvielfalt damit besonders schützenswert. Auch für die nachhaltige Nutzbarkeit der Funktionen von Lebensräumen durch den Menschen ist der Schutz der Diversität ausschlaggebend.

* Quelle: Standard, 29.09.2011

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ArcheNoahLogoDie Arche Noah in Schiltern (NÖ) hat sich der Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt verschrieben. Dort bekommst Du alles von der gestreiften ovalen Gurke bis zum gelben Paradeiser. Du kannst die Produkte auch gleich über den Webshop bestellen.

Was kannst Du sonst noch tun? Die Arche Noah kooperiert z.B. mit Ja! Natürlich. Im Supermarkt erhältst Du z.B. Paradeiser- und Erdäpfelraritäten, Einkornreis oder Saatgut. Halte einfach Ausschau nach dem Arche Noah Logo.

Schweinehundfaktor: niedrig

Kostenfaktor: mittel