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Macht uns Plastik krank? – Teil 2

Plastikente @Stephanie Mattes

Heute werde ich Phatalate, die klassischen Weichmacher in PVC, genauer unter die Lupe nehmen: Wo sind sie enthalten? Wie wirken sie sich auf die Gesundheit aus? Wie kann man sie meiden?

Polyvinylchlorid – besser bekannt als PVC – hat eigentlich eine spröde, harte Konsistenz. Man unterscheidet daher zwischen Hart- und Weich-PVC. Hart-PVC wird z.B. für Rohre verwendet und kommt ohne Weichmacher aus. Weich-PVC wird erst durch den Zusatz von Weichmachern geschmeidig und biegsam. In weichem PVC sind 10-50% Phtalate, die klassischen Weichmacher für PVC, enthalten.

Weich-PVC findet man unter anderem in Duschvorhängen, Wickelunterlagen, Kinderspielzeug, Kosmetika, abwaschbaren Tischdecken, Regenbekleidung, Lacken & Farben, Bodenbelägen, Kabeln, Auto-Innenverkleidungen und Tablettenkapseln.

Phtalate enthalten Substanzen, die in das Hormonsystem eingreifen, das sämtliche Stoffwechselvorgänge im Körper stuert. Die Belastung durch hormonelle Stoffe kann, unter anderem, zu Unfruchtbarkeit, Asthma, Brustkrebs und Allergien führen.

Die EU hat die Phtalate DEHP, DBP, BBP und DIBP mittlerweile als fortpflanzungsschädigend eingestuft. In der chemischen Industrie werden daher jetzt vermehrt DIDP und DINP eingesetzt. Allerding haben diese Weichmacher in Tierversuchen zu ähnlichen Schädigungen geführt und stehen unter Verdacht, sich in Organismen stark anzureichern und im Boden lange zu überleben. Durch die großen Mengen an Weich-PVC ist eine starke Ausbreitung in der Umwelt zu befürchten.

Tipps:

  • Weich-PVC meiden, da sich die Weichmacher mit der Zeit herauslösen
  • Erkennen kann man Weich-PVC an der ’speckig-glatten‘ Oberfläche
  • Duschvorhänge aus gewachster Baumwolle oder PVC freiem PEVA bevorzugen
  • Bodenbeläge aus Holz-, Kautschuk-, Linoleum- oder Kork bevorzugen
  • Essen in Edelstahlbehältern oder Schraubgläsern kaufen. Besonders in fetthaltigen, in Plastik eingeschweißten Lebensmitteln reichern sich Weichmacher an

Mehr zum Thema Plastik findet Ihr auch im 1. Teil der Serie: Macht uns Plastik krank?

Quelle: Achtung Plastik! Fotorechte: Stephanie Mattes Photography

Macht uns Plastik krank? – Teil 1

plastikmuell_thomas_kohlerPlastik ist heutzutage überall, aber wer weiß schon, was für Inhaltsstoffe drinnen stecken und was das für unsere Gesundheit und unsere Umwelt bedeutet?

Dieses Thema werde ich in nächster Zeit genauer unter die Lupe nehmen. Die Begriffe ‚Plastik‘ und ‚Kunststoff‘ verwende ich dabei als Synonyme. Erdöl, Erdgas und Kohle sind die Grundzutaten für die Plastikherstellung. Schon die Verwendung dieser begrenzt verfügbaren Rohstoffe ist bedenklich. Als Ausgangsprodukt wird normalerweise Rohbenzin (Naphtha) verwendet. Um die gewünschten Eigenschaften wie z.B. Flexibilität zu erreichen werden Zusatzstoffe wie Weichmacher, Füllstoffe, Stabilisatoren, Verstärkungsmittel, Antistatikmittel oder Flammschutzmittel beigefügt.

Selbst die Hersteller von Plastikprodukten kennen oft nicht die genaue Zusammensetzung des Kunststoffmaterials. So gelangen Plastikartikel mit fragwürdigen Zusatzstoffen, auch wenn diese in der EU bereits verboten sind, trotzdem bei uns zuhause und in der Umwelt.

Einige der Chemikalien, die bei der Kunststoff-Produktion als Zusatzstoffe zum Einsatz kommen sind extrem giftig. Da diese Substanzen im Plastik nicht fest gebunden sind können sie nach und nach entweichen. So werden sie einerseits vom menschlichen Körper aufgenommen und geraten andererseits in die Umwelt.

Schädlich sind vor allem die Stoffe, die hormonell wirksam sind. Das sind vor allem Weichmacher (Phtalate), Bisphenol A (BPA), Organozinnverbindungen und bromierte Flammschutzmittel.

Zum Abschluß noch ein paar Tipps:

  • Essen nicht in Plastikbehältern erhitzen. Für die Mikrowelle besser Steingut- oder Porzellangeschirr verwenden.
  • Produkte mit starkem Plastikgeruch, sowie aus PVC (Polyvinylchlorid) und PC (Polycarbonat) prinzipiell meiden.
  • Bei Lebensmittelbehältern plastikfreie Alternativen verwenden, z.B. Edelstahl-Lunchboxen

Quelle: Achtung Plastik! Foto: Thomas Kohler

Phtalate unter der Lupe in Macht uns Plastik krank? – Teil 2

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Für immer jung?

VFY_CoverEin großes Versprechen, das Attila Hildmann mit seinem heute erscheinenden Buch Vegan for Youth abgibt. Diesmal geht es um eine 60 Tage Challenge. Mit Hilfe einer Triät – einer Kombination aus pflanzlicher Ernährung mit Superfoods, Bewegung und Meditation soll jeder von uns schlanker, gesünder und messbar jünger werden können.

Alles fing mit der Challenge in Attilas letztem Buch, Vegan for fit, an. Viele Challenger berichteten, dass sie sich fitter und jünger fühlten. Als angehender Physiker wollte Attila diesem Phänomen auf den Grund gehen. Zwei Jahre dauerten die Recherchen. Dabei wurde er von Wissenschaftlern der renommierten Berliner Charité mit neuen Messverfahren zur Bestimmung der Alterungsprozesse auf der Haut und in der Atemluft unterstützt.

Herausgekommen ist auch diesmal wieder ein sehr schönes Buch, das weit mehr ist als nur ein Kochbuch. Attila erklärt die verschiedenen Superfoods und nimmt uns mit auf seine Reisen nach Japan und Italien. Nach dem wissenschaftlichen Teil über das Altern geht es dann los mit den Vorbereitungen für die Challenge.

Die verwendeten Super-Foods, wie Acai-Pulver oder Matcha bekommt man leider nicht an jeder Ecke. Hier ist das Internet eine gute Quelle, wo man auch Challenger-Starterpakete angeboten bekommt. Wer die Challenge machen will, braucht dafür unbedingt auch einen Entsafter, eine elektronische Küchenwaage und ein Stabmixerset mit Pürieraufsatz und einem Behälter zum Häckseln.

Empfehlenswert ist sicher auch, sich mit anderen Challengern zu vernetzen, um Erfolge und Motivationstiefs gemeinsam zu durchleben. Wie bei Vegan for Fit gibt es auch diesmal wieder ein Beiheft mit Berichten von Test-Challengern, im Netz gibt es auch YouTube-Tagebücher dazu.

Natürlich kann man Vegan for Youth einfach auch als Kochbuch verwenden. Die 70 Rezepte sind abwechslungsreich, großteils einfach und die Fotos machen richtig Gusto. Speisen wie Funky-Monkey-Banana-Muffins, Skinglow-Sushi mit Hirse und Tomaten-Paprika-Dip oder Coleslaw mit Kürbiscreme und Sesamtofu machen nicht nur satt, sondern schmecken sicher auch super.

Obwohl das Buch erst heute erscheint, ist die 1. Auflage schon vollständig vorreserviert. So muß man auf die Druckausgabe teils 5-8 Wochen warten. Sofort und auch wesentlich günstiger könnt Ihr das e-Book um knappe 10 € herunterladen.

Bis jetzt waren mein Mann und ich immer von Attilas Rezepten begeistert und auch unseren nicht-vegangen Gäste haben seine Speisen sehr gut geschmeckt. Deshalb traue ich mich, Vegan for Youth jetzt schon uneingeschränkt zu empfehlen. Über Challenger-Berichte von Euch würde ich mich sehr freuen!

So und hier jetzt mal eines der Rezepte zum Ausprobieren:

Auberginen-Tower „Granate“

Vegan for youth_Auberginen-Towerweb

Zutaten für 2 Personen:
400 g Süßkartoffeln
110 g Auberginen
2 EL Olivenöl
jodiertes Meersalz
1 kleine weiße Zwiebel (brutto 50 g)
30 g weißes Mandelmus
½ TL gehackter Thymian
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
120 g Brokkoliröschen
½ GranatapfelFür die Creme:
60 g weißes Mandelmus
70 ml stilles Mineralwasser
1 TL frisch gepresster Zitronensaft
jodiertes Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der MühleAH! Um die Zubereitungszeit möglichst effektiv zu nutzen, kümmere dich um Zwiebel, Granatapfel und Brokkoli, während Süßkartoffel und Aubergine im Ofen sind. Bei gutem Timing sind die anderen Komponenten fertig, sobald das Gemüse aus dem Ofen kommt, und du kannst anrichten. Das Gericht enthält mehrere wichtige Anti-Aging-Substanzen aus Granatapfel, Brokkoli und Süßkartoffel und ist mit einem der Kräuter, die den höchsten ORAC-Wert aufweisen, Thymian, verfeinert.
Ein optisches Highlight ist dieses Gericht sowieso!
Zubereitung ca. 40 Minuten
Backofen auf 220 °C Umluft vorheizen.
Die Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel
schneiden. Auberginen waschen, in 1,25 cm
dicke Scheiben schneiden, mit 1 EL Olivenöl
und 1 Prise Salz in einer kleinen Schüssel vermengen. Beides auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und ca. 10 Minuten
im Ofen auf der mittleren Schiene backen.Währenddessen die Zwiebel schälen und feinhacken. Restliches Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten andünsten. Anschließend mit Süßkartoffelwürfeln und Mandelmus mischen. Thymian unterheben und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Brokkoliröschen waschen, in Salzwasser ca. 3 Minuten kochen und in einem Sieb abtropfen lassen.Aus dem Granatapfel mit einem Kochlöffel die Kerne herausklopfen. Die Zutaten für die Creme mit einem Schneebesen verrühren, kurz in einem kleinen Topf
unter Rühren aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.Auberginenscheiben mit der Süßkartoffelfüllung
schichten, dann Brokkoli und die Creme darüber- geben und mit Granatapfelkernen toppen.
 Foto: © Simon Vollmeyer
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Plastik raus aus der Kosmetik

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Hast Du gewußt, dass in zahlreichen konventionellen Zahnpasten, Duschgels, Peelings und sogar Kontaktlinsenreinigungsflüssigkeiten Kunststoffmikropartikel enthalten sind? Diese Partikel verstärken durch Ihre Scheuereigenschaft die Reinigungswirkung der Produkte.

Hier einige bekannte Marken, die Produkte mit Micro Beads führen:

  • AOK
  • Adidas
  • Balea
  • Nivea
  • Neutrogena
  • Yves Rocher
  • Garnier von L’oreal
  • Vichy
  • Bebe young care
  • Clearasil
  • Colgate

Eine ausführliche Liste von dekorativen Kosmetikprodukten, die diese Kunststoffkügelchen enthalten, findet man im Download des Hintergrundpapiers der Organisation Blue Sea.

Doch was bedeutet das für uns und die Umwelt?

  • Die Partikel sind so klein, dass sie von Klärwerken nicht rausgefiltert werden und schließlich im Meer landen.
  • Meerestiere verwechseln sie mit Plankton. So gelangen die Kunstoffmikropartikel in die Nahrungskette, an dessen Ende wir Menschen stehen.
  • Die Partikel wurden bereits in Fischen, Seehunden, Muscheln und Krebsen nachgewiesen.
  • Die in den Micro beads enthaltenden schädlichen Additive (z.B. Weichmacher)  und die aus dem Meer absorbierten Umweltgifte lagern sich im Gewebe der Tiere, die sie Kügelchen fressen, ab und wirken dort gifitig, hormonell und krebserregend.
  • Produkte mit Micro Beads erkennt man auch anhand der Inhaltsstoffe, wenn Polyethylene (PE) angeführt ist.
  • In Naturkosmetik sind die Plastikpartikel nicht erlaubt, hier kommen stattdessen z.B. Jojobaperlen zum Einsatz.

Daher möchte ich Euch heute die Initiative Beat the Micro Bead, die von der holländischen Organisation Plastic Soup initiert wurde, ans Herz legen. Der europaweiten Kampagne, haben sich bereits zahlreiche Verbände und Organisationen, darunter Greenpeace, angeschlossen. Ziel ist, Kosmetikartikelhersteller dazu zu bewegen, die Kunststoffmikropartikel in Körperpflegeprodukten durch natürliche, umweltschonende Materialien zu ersetzen und Händler dazu auffordern, Produkte mit Micro Beads aus ihrem Sortiment zu nehmen.

Gemeinsam können wir etwas bewegen – Ich freu‘ mich, wenn Ihr diese Kampagne unterstützt auf Facebook, Twitter und natürlich durch Eure Unterschrift. Danke!

Jetzt aktuell: Die Avaaz-Kampagne für den Verbot von Micro Beads in Kosmetika & Zahnpasten unterschreiben

Empfehlenswert ist die gratis App mit der man prüfen kann, ob ein Produkt Mikro-Plastikkügelchen enthält oder nicht. Zum Einen kann man Produkte scannen, zum Anderen kann man einfach nach Marken oder konkreten Produkten suchen. Beim Download nicht vom holländischen Text abschrecken lassen, die App ist auch auf Deutsch 🙂

Von Beat the Microbead gibt’s auch nach Ländern geordnete Produktlisten.

Eine gute Alternative zu Produkten mit Mikro-Plastik sind selbstgemachte Kosmetika. Hier für den Anfang mal ein Rezept Zahnputzpulver.