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Der Bioveganversand im Interview

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Wir haben mit Klemens Kokta vom Bioveganversand über den Umstieg zum veganen Lebensstil, Lebensmittelunverträglichkeiten und Superfoods geplaudert.

Beechange (BC): Klemens, seit wann gibt es den Bioveganversand und was war der Auslöser für die Gründung?

Bioveganversand: Servus Karin, der BioVeganVersand wurde vor etwa 3 Jahren von Mäggi (besser bekannt als „Veggi Mäggi“) und Herbert Kokta gegründet. Im März feiern wir also unseren 3. Geburtstag! Aufgrund der tiefen Verwurzelung in die Themen der biologischen Landwirtschaft und des nachhaltigen Wirtschaftens wurde die Idee, einen eigenen Handel mit biologischen und insbesondere veganen Produkten aufzubauen, im März 2013 Wirklichkeit. Zuerst als lebendige und kleine Alternative zum bestehenden und oft unpersönlichen Lebensmitteleinzelhandel in die Welt gesetzt, wurde die Idee, „Österreichs 1. bioveganen Lebensmittelversand“ zu gründen, schon bald von vielen Kundinnen und Kunden mitgetragen. Um das rasante Wachstum auch bedienen zu können bin ich als Sohn vor etwa anderthalb Jahren Vollzeit beim BioVeganVersand eingestiegen.

BC: Was hat Dich dazu bewegt vegan zu werden und wie hast Du den Umstieg gemeistert?

Bioveganversand: Da gesunde und vor allem nachhaltige Ernährung immer schon ein großes Thema in unserer Familie war, war der Weg zum Vegetarismus und in weiterer Folge seit dem Jahre 2009 zum Veganismus keine große Sache für mich. Es war mir wichtig zu überprüfen, was ich eigentlich täglich an Nahrung zu mir nehme und welchen Einfluss mein Konsum auf ethische Belange hat. Anfangs habe ich mir viele aufklärende Videos aus der Tiermast angesehen und anschließend mit guter Lektüre (zum Beispiel: Peace Food von Dr. Ruediger Dalhke) faktisch untermauert. Der Umstieg selbst ist mir leicht gefallen da mir Wurst- oder Käseerzeugnisse nie richtig geschmeckt hatten. Aber natürlich war es wichtig mir anzusehen wie ich rein pflanzlich zu meinen Nährstoffen komme. Als besonders schwierig habe ich persönlich das in Anbetracht der Vielfältigkeit veganer Lebensmittel aber nicht empfunden.

BC: Für alle, die die vegane Ernährung mal ausprobieren wollen bietet Ihr ein Einsteiger-Paket an. Was ist das genau?

Bioveganversand: Das Vegan Einsteiger Paket ist ein ideales Starter-Paket für alle, die mit der veganen Ernährung vielleicht noch nicht so vertraut sind. Es beinhaltet in der Basic-Variante derzeit 23 verschiedene Produkte (in der XL-Variante 28 Produkte), die zum veganen Umstieg aus unserer Sicht in keiner Küche fehlen dürfen. Zusätzlich – und das ist das Herzstück des Paketes – haben wir eine 12-seitige und umfassende Broschüre erstellt, die viele wichtige Informationen, Tipps sowie leichte und köstliche Rezeptideen enthält. Außerdem liegen viele Gutscheine von bioveganen Unternehmen und Produktproben bei. Alles in allem ein tolles Paket für den vielseitigen Start in eine vegane Ernährung.

BC: Ihr habt Euch auf Bio-Lebensmittel spezialisiert. Was waren Eure Beweggründe dafür?

Bioveganversand: Wir wollten den leichten Zugang zu veganen Bio-Lebensmitteln auch für jene Menschen ermöglichen, die vielleicht nicht in einer größeren Stadt oder direkt neben einem Reformhaus leben, und dadurch viele km fahren müssen um qualitativ hochwertige Bio-Produkte zu bekommen. Unser Online-Bioladen ist für alle Menschen in Österreich und Deutschland rund um die Uhr erreichbar und die Produkte werden rasch und CO2-neutral mittels Post Premium Versand geliefert.

BC: Gibt es Produkte, für die es noch keine vegane Bio-Alternative gibt oder könnt Ihr ein Komplett-Sortiment anbieten?

Bioveganversand: Nun ja, die Nachfrage in der Bevölkerung wächst und die Industrie zieht nach. Noch vor wenigen Jahren waren biovegane Alternativ-Produkte noch rar. Mittlerweile gibt es rein pflanzlich betrachtet wohl schon für alles eine Alternative. Vereinzelt tut man sich da im Bio-Sektor noch schwer, was wohl daran liegt, dass manche Rohstoffe schlichtweg noch nicht biologisch zertifizierbar sind oder noch nicht nach biologischen Kriterien hergestellt werden können. Aber der überwiegende Bereich ist bereits mit bioveganen Alternativen abgedeckt. Daher sind wir in der glücklichen Lage unseren Kundinnen und Kunden ein Vollsortiment an bioveganen Lebensmitteln zu bieten.

BC: Nachhaltigkeit ist Euch ein großes Anliegen. In welchen Punkten hebt Ihr Euch da von anderen Webshops ab?

Bioveganversand: Das beginnt schon im Kleinen, etwa bei der Verwendung wiederbefüllbarer Druckerpatronen oder der dimmbaren Lichtstärke im Büro. (Wobei ich nicht weiß, wie andere Webshops das handhaben.) Wir verwenden das mitgelieferte Verpackungsmaterial sowie die Kartonagen unserer eigenen Lieferungen weiter. So wird immerhin noch ein 2. Mal benutzt, was sonst ohnehin im Müll landet. Uns ist ebenfalls ein großes Anliegen, die Ware unserer Lieferanten effizient und umweltschonend zu beziehen. So planen wir unsere Route zu den Bio-Produzenten in unserer Nähe stets so, dass keine unnötigen Wege gefahren werden müssen. Als nachhaltig betrachte ich auch die Art und Weise wie sorgfältig wir die bestellten Waren unserer Kundinnen und Kunden verpacken. Glasbruch oder andere Beschädigungen kommen bei uns etwa nur 1 Mal auf 500 Pakete vor, kein Witz. Ich glaube, Nachhaltigkeit in Bezug auf sein Handeln ist nicht nur anhand offensichtlicher Handlungen erkennbar, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung wie wir auf diesem Planeten wirken.

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BC: Ihr wählt auch Eure Lieferanten sehr gezielt aus. Nach welchen Kriterien geht Ihr da vor?

Bioveganversand: Wenn möglich achten wir darauf, dass der Lieferant selbst nur Bio-Ware vertreibt. Ich persönlich finde es wichtig, dass auch unsere Partner ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit pflegen. Die meisten unserer Lieferanten kennen wir persönlich, so kann auf beiden Seiten Vertrauen und eine gute Basis für Zusammenarbeit entstehen. Natürlich achten wir auch auf Verlässlichkeit hinsichtlich Qualität und Verfügbarkeit der Waren. Schließlich geben wir diese Verlässlichkeit in unserem Namen an unsere Kundinnen und Kunden weiter.

BC: Der Bioveganversand ist ein Familienbetrieb. Was für einen Unterschied macht das für Eure KundInnen?

Bioveganversand: Ich denke, das macht einen sehr großen Unterschied. Da ist zum einen einmal die Gewissheit, dass man nicht bei einem anonymen Großkonzern einkauft, dem es im Grunde genommen völlig egal ist ob der eine oder andere Kunde bei ihm kauft oder nicht. Als reiner Familienbetrieb freuen wir uns über jeden einzelnen Kunden und versuchen dies auch mit unserem Auftritt zu signalisieren. Viele unserer Kundinnen und Kunden kennen wir bereits persönlich aus netten Telefonaten, E-Mails oder sogar durch persönliches Kennenlernen, zum Beispiel bei Events. Da geht es nicht um strategische KundInnenbindung sondern vielmehr um das, was ein Lebensmitteleinkauf eigentlich sein sollte – ein Geschäft auf Augenhöhe. Daher pflegen wir auch das „Du“-Wort mit unseren Kundinnen und Kunden.

BC: Toll finde ich bei Euch im Shop, dass man auf einen Klick alle glutenfreien Produkte herausfiltern kann. Piktogramme zeigen beim Produkt auch noch an, ob es soja- und/oder zuckerfrei ist. Kann man danach auch gezielt suchen?

Bioveganversand: Die Piktogramme dienen in erster Linie der Orientierung. Kundinnen oder Kunden, die zum Beispiel ausschließlich Produkte in Rohkost-Qualität bevorzugen, sehen hier bereits in der Artikelübersicht, welche Produkte roh hergestellt wurden. Es ist geplant, in naher Zukunft gezielt danach suchen und filtern zu können. Derzeit kann es auch anhand der Kategorien, wie zum Beispiel „Rohkost“ oder „Glutenfrei“ ausgewählt werden.

BC: Weitere Schwerpunkte liegen bei Euch auf Superfoods und Rohkost. Hast Du einen Tipp, wie man Superfoods unkompliziert in die tägliche Ernährung einbauen kann?

Bioveganversand: Die besten rohen Superfoods sind ohne Frage der regelmäßige Verzehr von frischem biologischen Gemüse und Obst. Da es aber in unserer heutigen Zeit meist aufgrund von Zeitmangel nicht mehr möglich ist, sich 4 oder 5 mal täglich mit frischen Vitaminen zu versorgen, kann man bereits auf eine Vielzahl hochwertiger Superfoods zurückgreifen. Ob das nun der gesunde Rohkostriegel zwischendurch oder ein Smoothie-Pulver für die Arbeitszeit ist, ist eine Frage des Geschmacks. Außerdem sind Superfoods eine ideale Ergänzung (auch in geschmacklicher Hinsicht) zur ausgewogenen Ernährung und auch für Hobby- oder ProfisportlerInnen nicht mehr weg zu denken.

BC: Vielen Dank für das Gespräch, Klemens und Alles Gute weiterhin für Euch mit Shop!

Interview mit Designerin *anna pollack*

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Anna Pollack ist die Frau hinter dem gleichnamigen Design- und Modelabel. Anna hat sich der Kreation kunterbunter Kindermode-Unikate aus wiederverwerteten Stoffen verschrieben. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Kostümbildnerei. Wir haben mit Ihr über Upcycling-Mode geplaudert.

BC (Beechange): Anna, Du hast ja bereits vor 10 Jahren mit der Herstellung von Upcycling-Kleidung begonnen. Wurde Deine Mode aus wiederverwerteten Textilien damals gleich akzeptiert oder hat sich da etwas über die Jahre verändert?

Anna Pollack:
Zu Beginn war es für mich sehr schwer die Kunden von meiner anderen Herangehensweise zu überzeugen. Viele hatten für Babies und Kinder in erster Linie den Anspruch, dass alles neu sein muß. Dabei ist gerade in dem Bereich gebrauchte Kleidung sehr empfehlenswert: Die von mir verarbeiteten Teile sind im Vorfeld so oft gewaschen worden, dass unter Garantie keine Chemikalien, die bei der Produktion zum Einsatz gekommen sind, mehr drin sind – also weitaus besser für Baby’s Haut! Upcycling steht neuen Biostoffen da um nichts nach!

BC: Du verarbeitest zum Teil auch neue Bio-Stoffe. Für welche Produkte kommen die zum Einsatz und warum kann man da keine Alt-Textilien dafür verwerten?

Anna Pollack:
Alle meine Bündchenstoffe sind neue, GOTS-zertifizierte Bio-Baumwollstoffe. Um meinem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, verarbeite ich hier nur neue Stoffe, da die Elastizität mit zunehmenden Waschgängen und mit dem Gebrauch stark abnimmt. Bei den Baby-Schlafsäcken habe ich eine 100% GOTS-zertifizierte Bio-Baumwoll-Linie, da gerade bei Neugeborenen und Babies besonders auf die Schadstoffbelastung zu achten ist.

BC: Gibt es irgendwelche Stoffreste, die Dir über bleiben oder verarbeitest Du selbst kleinste Stückchen?

Anna Pollack:
Generell bleibt bei mir kein Stoffrest übrig, da ich die Stücke, die zu klein zum Vernähen sind zum Ausstopfen der Kinderspielzeuge verwende. Das einzige, was ab und zu überbleibt sind dicke Nahtstücke, die nicht weich und angenehm genug zum Kuscheln sind. Langsam muß ich zu größeren Objekten übergehen, da meine Produktion gestiegen ist.

BC: Bei Deiner Mode handelt es sich fast außschließlich um Unikate, weil sie aus verschiedensten Kleidungsteilen neu zusammengesetzt werden. Individualität statt Massenware – ist das einer der Gründe warum sich KundInnen für Deine Stücke entscheiden?

Anna Pollack:
Ich denke schon. Es gibt immer wieder KundInnen, die sich bewußt für meine Produkte entscheiden, weil sie das andere, das besondere, das speziell für sie kreierte suchen.

BC: Fertigst Du eigentlich auch Kleidung nach spezifischen Wünschen an, z.B. was die Farbe oder den Schnitt betrifft?

Anna Pollack:
Ja, im Bereich des Möglichen bemühe ich mich immer auf Kundenwünsche einzugehen. Es ist nicht immer alles möglich, da ich durch die vorhandenen Rohmaterialien eingeschränkt bin. Aber manchmal ist jemand auch bewußt bereit zu warten, um z.B das gewünschte Stück in einer bestimmten Farbe zu bekommen. Auch auf Schnittwünsche versuche ich Rücksicht zu nehmen, wobei hier die Relation zwischen Aufwand und Preis wichtig ist.

BC: Eines Deiner bekanntesten Teile sind ja Deine Kinder-Piratenhosen. Kannst Du die ein bißchen beschreiben?

Anna Pollack:
Meine Piraten-Hosen sind aus verschiedenen Ideen heraus geboren. Zum einen war es mir wichtig eine Hose zu kreieren, die die Kinder in ihrer Bewegungsfreude nicht einschränkt, die gemütlich zu tragen ist, die über eine lange Zeit paßt und aber gleichzeitig auch schön anzusehen ist. Ich bin kein Fan/keine Fanin von Trainingshosen. (Weder bei Großen noch bei Kleinen!). So entstand die Idee zur Piratenhose.

BC: Außer Kleidung produzierst Du ja auch Baby-Schlafsäcke, Spielzeug und so tolle Ballhüllen, die Du mit Fairtrade-Luftballons bestückst. Wie funktioniert so eine Hülle?

Anna Pollack:
Der Luftballon wird leer in die Hülle gesteckt und dann aufgeblasen. Wenn er die richtige Größe hat, wird er einfach zugedreht und der eingedrehte Zipfel zwischen die Stofflagen des Verschlusses geschoben. Somit hält sich der Ballon selber zu, und wenn man mit dem Spielen fertig ist, kann man ihn einfach wieder auslassen und in der Hosentasche verstauen. Er ist das perfekte Mitnehm-Spielzeug!

Photocredit: (C) New Age Fotografie

Photocredit: (C) New Age Fotografie

BC: Deine Kreationen nähst Du großteils selbst, aber zum Teil läßt Du auch in einer sozialen Werkstätte in Wien produzieren. Kannst Du uns darüber etwas erzählen?

Anna Pollack:
Ich lasse teilweise bei Merit, der Schneiderei-Werkstatt der Volkshilfe im fünften Wiener Bezirk nähen. Das ist ein soziales Projekt zur Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahren. Hier wird Menschen, die es sehr schwer haben Arbeit zu finden, ein Einstieg ins Berufsleben geboten. Gleichzeitig bietet die geographische Lage mir die Möglichkeit, selbst in die Werkstätten zu gehen, alle Stücke direkt vor Ort zu besprechen und mit der Werkstättenleiterin Dusica Taricic eng zusammenzuarbeiten. Noch dazu entfällt die Umweltbelastung durch weite Transporte. Den Großteil der Transporte erledige ich entweder per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

BC: Wo kann man *anna pollack* Unikate denn überall erstehen?

Anna Pollack: *anna pollack* unikate gibt es im Mein Design in der Kettenbrückengasse 6 in Wien oder bei „Die Piratin hat den besten Stoff“ in der Neubaugasse 75, ebenfalls in Wien. Sonst besteht die Möglichkeit nach Voranmeldung – oder bei viel Glück auch spontan – im Atelier vorbeizukommen. Auf der Webseite und über die Facebookseite werden auch immer die aktuellen Märkte und Verkaufsausstellungen und -events gelistet. Für jene Kunden, für die all diese Möglichkeiten nicht in Betracht kommen, gibt es auch einen Webshop.

BC: Gibt es noch etwas, dass Du den Beechange LeserInnen sagen möchtest?

Anna Pollack: Ich produziere meine Mode nicht nur, um Kinder und Eltern glücklich zu machen, sondern auch, um meinen Teil dazu beizutragen, dass bei der Produktion weder Menschen noch Natur leiden muss. Mode ist leider zum Wegwerfprodukt geworden – meine Einzelstücke haben hohe Qualität und können auch den kleinen Geschwistern weitergegeben werden. Auch Bekleidung ist Teil eines bewussten Lebensstils.

BC: Herzlichen Dank für das Gespräch Anna und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Mode!

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Pure Skin Food im Interview

PSFLisa Dobler ist Co-Gründerin des Online-Magazins VeganBlatt. Im November hat sie die vegane Naturkosmetik-Linie Pure Skin Food gelauncht. Wir haben mit ihr über das Layering-System, Unterschiede in der Bio-Kosmetik & vegane Etiketten geplaudert:

BC (Beechange): Lisa, gratuliere zum Start der Pure Skin Food Kosmetika! Was hat Dich dazu bewegt, vegane Bio-Pflege-Produkte auf den Markt zu bringen?

Lisa: Vielen Dank! Ich begann mich intensiv mit Kosmetik auseinanderzusetzen, als ich erfuhr, dass alles, was wir uns auf die Haut schmieren in 20 Min. direkt in unseren Blutkreislauf gelangt. Bis dahin habe ich mich durch jegliche Naturkosmetik getestet, auf der Suche nach etwas, was gegen meine trockene Haut hilft, fand aber nichts. So begab ich mich auf die Suche nach wirklich 100% natürlicher, veganer und effektiver Kosmetik in Bio-Qualität und ohne unnatürliche Zusätze wie Konservierungsmittel & Co. Da die Suche erfolglosen blieb, entstand die Idee, selbst Naturkosmetik nach meinen eigenen, hohen Ansprüchen zu entwickeln und das haben wir mit PURE SKIN FOOD auch verwirklicht. Nun bin furchtbar stolz, dass wir Euch das Ergebnis präsentieren können.

BC: Das Layering-Prinzip von Pure Skin Food ist bei uns noch nicht so bekannt. Was ist dabei anders?

Lisa: Layering bedeutet, dass man verschiedene Pflegeprodukte miteinander kombiniert und die Haut dadurch rundum versorgt wird. Der Vorteil der PURE SKIN FOOD Pflegeserie liegt darin, dass man mit nur 2 Produkten, dem Toning Moisturiser und dem Beauty Öl, auskommt und damit auch alle möglichen Anwendungsbereiche abdeckt: vom Abschminken, Peelen (indem man etwas Zucker dazugibt) bis hin zum Aftershave. Durch die Kombination der beiden Produkte entsteht eine individuell abstimmbare Frischekosmetik, die die Haut mit allen wichtigen Nähr- und Wirkstoffen versorgt.
Mit der Layering Methode bekommt man wirklich einen wundervoll natürlich strahlenden Teint. Probiert es aus, das kann ich wirklich jedem empfehlen. Die Anleitung dazu gibt es hier.

BC: Wie lange kommt man ungefähr mit einem Layering-System aus?

Lisa: Die Produkte sind sehr ergiebig. Für die Tagespflege benötigt man beispielsweise 4 Spritzer Toning Moisturiser und 3 Tropfen Beauty Öl. Es kommt aber natürlich ganz darauf an, für was man die zwei Multitask-Produkte noch verwendet. Dafür spart man sich dann aber eine Menge anderer Produkte.

BC: Pure Skin Food besteht zu 100% aus Bio-Inhaltsstoffen. Das ist bei Bio-Kosmetik ja nicht selbstverständlich. Kannst Du kurz erklären, was es da für Unterschiede gibt?

Lisa: Das ist leider überhaupt nicht selbstverständlich. Bio- und Naturkosmetik-Zertifikate lassen einen gewissen Anteil (meist 3-5%) an synthetischen Stoffen wie Konservierungsmittel zu. Solche Kompromisse gibt es bei uns nicht!

BC: Eure Produkte sind durch und durch vegan sogar bis zum Etikett. Welche tierischen Komponenten können sich eigentlich in Verpackungen verstecken?

Lisa: Fast alle Etikettenkleber enthalten Kasein oder andere tierische Produkte (ausführlichere Info auf Veganblatt). Auch Druckfarbe und Papierbeschichtungen können unvegan sein. Auch hier ist PURE SKIN FOOD ganz kompromisslos vegan und auch Peta zertifiziert cruelty free and vegan.

BC: Wo werden Eure Hautpflegeprodukte hergestellt?

Lisa: Hergestellt werden die Produkte von meiner Partnerin, einer Naturkosmetik-Expertin, in Wien.

BC: Kann man sagen, dass Pure Skin Food Produkte Müll & Ressourcen einspart, z.B. weil auf Füllstoffe verzichtet wird?

Lisa: Wegen dem Verzicht auf Füllstoffe ist die Kosmetik besonders effektiv und ausgiebig. Für mich gehen ein veganer und nachhaltiger Lebensstil Hand in Hand. Daher verwenden wir zum Beispiel auch nur recycle- und wiederverwendbare Glasfläschchen, die Etiketten sind aus schnell abbaubarer Öko-Folie, die Flyer mit umweltfreundlicher Druckfarbe auf Recycling-Papier gedruckt und auch beim Versand setzen wir auf Recycling-Karton und klimaneutrale Optionen.

BC: Herzlichen Dank für die spannende Info & viel Erfolg mit PURE SKIN FOOD!

Hier noch ein Tipp von uns:

Ein tolles Geschenk zum Verwöhnen ist übrigens das edle Set Let Love Shine mit dem Layering-Pflegesystem und den wiederverwendbaren Bio-Baumwoll Reinigungs-Pads.

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Ein Interview mit Erdbeerwoche

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Karin: Bettina und Annemarie, Ihr habt 2011 die Erdbeerwoche gegründet. Könnt Ihr kurz erklären, was das eigentlich ist?

Erdbeerwoche: Die erdbeerwoche ist ein auf nachhaltige Frauenhygiene spezialisiertes Unternehmen und setzt den Fokus auf Bewusstseinsbildung rund um das Thema “Menstruation” und auf den Handel mit nachhaltigen Frauenhygieneprodukten. Dazu zählen etwa Tampons und Binden aus Biobaumwolle, Menstruationskappen oder biofaire Unterwäsche. Durch unsere Bewusstseinsarbeit sollen Frauen die Macht erkennen, die sie als Konsumentinnen von jährlich mehr als 45 Milliarden Hygieneprodukten haben. Mit dem Kauf von nachhaltigen Hygieneprodukten können Frauen einen entscheidenden Einfluss auf ihre Gesundheit und auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten nehmen.

Karin: Was hat Euch dazu bewogen, Euch dem Bereich Frauenhygiene zu widmen?

Von Bio-Apfel bis Bio-T-Shirt gibt es eigentlich schon in fast jedem Bereich eine nachhaltige Alternative. Wer denkt aber schon an die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Frauenhygieneprodukten? 2011 haben wir dazu 250 österreichische Frauen befragt. Das Ergebnis: 77% der Befragten haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltsstoffe oder die Herstellung von Tampons und Binden gemacht. ABER: Über 73% würden bei ihrer Kaufentscheidung nachhaltige Produkte vorziehen, wenn diese leicht verfügbar wären. Das hat uns dazu bewogen, uns dem Thema nachhaltige Frauenhygiene zu widmen. Seit kurzem sind alle nachhaltigen Alternativen in unserem neuen Onlineshop unter www.erdbeerwoche-shop.com erhältlich.

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Karin: Erzählt mal bitte ausführlicher, was für Auswirkungen Frauenhygieneprodukte, die nicht nachhaltig sind, auf die Umwelt haben?

Erdbeerwoche: Konventionelle Tampons und Binden bestehen in der Regel aus einem Mix aus gebleichter und gepresster Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere wird dabei immer wieder in Zusammenhang mit Hautreizungen und Infektionen im Intimbereich gebracht. Außerdem sind aus gesundheitlicher Sicht die schädlichen Substanzen bedenklich, die bereits in konventionellen Produkten gefunden wurden, wie z.B. Dioxin oder Formaldehyd.

Karin: Neben dem Umweltaspekt kommt natürlich auch der Gesundheitsaspekt dazu. Ich denke da z.B. an die Gefahr des toxic shock syndromes bei herkömmlichen Tampons. Was sind die gesundheitlichen Vorteile von nachhaltigen Produkten?

Erdbeerwoche: Die Problematik bei konventionellen Produkten liegt vorrangig in der mangelnden Transparenz. Während wir es auf Lebensmitteln gewohnt sind, eine Zutatenliste zu finden, fehlt diese bei Tampons und Binden völlig. Bei herkömmlichen Produkten weiß frau daher weder, aus welchen Materialien diese hergestellt sind, noch welche Substanzen, etwa für den Bleichprozess verwendet wurden. Bei nachhaltigen Produkten wie z.B. Bio-Tampons kann frau sich sicher sein: Diese bestehen zu 100% aus biologischer, unbehandelter Baumwolle, die weder mit Schadstoffen noch mit Pestiziden in Kontakt gekommen ist und mit Sauerstoff und nicht mit Chlor gebleicht wurde.

Zum toxischen Schocksyndrom gibt es leider noch viel zu wenige Studien oder Erkenntnisse. Wir konnten allerdings Folgendes herausfinden: Laut einer Studie der New York University School of Medicine aus dem Jahr 1994 können Biotampons das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms mindern, da sie aus natürlichen und keinen Plastik-Fasern bestehen. Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011, können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons.

Karin: Könnt Ihr ein bißchen was zu den Menstruationskappen sagen, die bei uns noch ja noch nicht so bekannt sind?

Erdbeerwoche: Menstruationskappen sind kleine Becher aus Naturkautschuk, Silikon oder dem medizinischen Kunststoff TPE. Sie werden wie Tampons in die Vagina eingeführt und können je nach Modell bis zu 30 ml Flüssigkeit fassen. Interessant ist, dass Menstruationskappen bereits seit den 1930er Jahren existieren, sich aber aufgrund ihrer  Langlebigkeit nicht durchsetzen konnten. Eine Menstruationskappe ist nämlich mehrere Jahre wieder verwendbar. Folglich lässt sich damit für die Industrie wesentlich weniger Geld verdienen als mit Wegwerfprodukten.

Wir versuchen nun, die Menstruationskappe bekannter zu machen, denn die Vorteile liegen auf der Hand:

Sicherer, unsichtbarer Schutz

Menstruationskappen bilden im Inneren des Körpers ein Vakuum, sodass kein Blut ausrinnen kann. Sie sind zudem von außen nicht sichtbar, da kein Bändchen (wie bei Tampons) abgebracht ist.

Gesünder als Tampons

Gerade für Frauen, die zu Allergien, Infektionen und Pilzen neigen ist die Menstruationskappe eine gute Alternative, da keine Fasern die Scheide austrocknen.

Größeres Fassungsvermögen als Tampons

Du kannst deine Menstruationskappe darüber hinaus bis zu 12 Stunden im Körper lassen, da die Kappe mehr Blut fasst als Tampons und das Menstruationsblut mit keinen Fasern in Verbindung kommt, wodurch sich das gefährliche TSS nicht bilden kann.

Günstiger als Tampons

Eine Menstruationskappe hält bei guter Pflege viele Jahre und erspart dir somit bis zu 250 Tampons pro Jahr – und somit jede Menge Geld!

Umweltfreundlicher als konventionelle Tampons

Aufgrund ihrer langen Haltbarkeit verursachen Menstruationskappen um ein Vielfaches weniger Müll als konventionelle Tampons – die übrigens im Gegensatz zu Biotampons nicht kompostierbar sind.

Karin: Gibt es noch irgendwas, was Ihr den LeserInnen gerne mitteilen würdet?

Erdbeerwoche: Du kannst mit deinen Konsumentscheidungen viel bewirken, ohne dabei deine persönlichen Bedürfnisse oder deine Lebensqualität einschränken zu müssen. Es gibt viele verschiedene nachhaltige Alternativen im Frauenhygienebereich, da ist für jede Frau etwas dabei. Wir freuen uns, wenn auch du Teil einer neuen Generation der Frauenhygiene und somit zur erdbeerwoche-Botschafterin wirst! Denn denk daran: Es ist deine Regel und dein Planet!

Karin: Herzlichen Dank für das Interview!

Foto credit: Vincent Sufiyan

Interview mit ‚La Veganista‘ Nicole Just

Im letzten Post habe ich das Kochbuch ‚La Veganista‘ vorgestellt. Heute freue ich mich, Dir ein Interview mit der Autorin dieses leckeren veganen Kochbuchs, Nicole Just, präsentieren zu können!

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Karin: Anfang Februar 2013 ist Dein 1. Kochbuch ‚La Veganista’ im GU Verlag erschienen. Herzliche Gratulation! Mittlerweile gibt es viele vegane Kochbücher auf dem Markt. Was hat Dich dazu bewogen noch ein weiteres beizusteuern und was erhoffst Du Dir davon?

Nicole Just: Ich finde, es kann nie genug vegane Kochbücher auf dem Markt geben! Mein Kochbuch soll vegane Küche jedem interessierten Menschen zugänglich machen. Unabhängig davon, ober er schon einmal vegan gekocht oder gegessen hat, oder, ob er überhaupt kochen kann. Das Buch ist in seiner Rezeptauswahl darum sehr breit: Du findest neben Basics viele einfache Rezepte, aber auch solche, die für besondere Anlässe geeignet sind.

Karin: Dein Kochbuch gibt es auch als E-book mit ein paar ganz besonderen Features. Kannst Du die kurz beschreiben?

Nicole Just: Das E-Book enthält Videos zur Warenkunde und einige Video-Tutorials. Darüber hinaus findet man auch noch ein Zusatzrezept, das in der Printversion nicht erhältlich ist. Und natürlich gibt es unzählige Bildergalerien, Step-by-Step-Fotoanleitungen und eine interaktive Einkaufsliste.

Karin: Welche Tipps kannst Du, aus Deiner eigenen Erfahrung, den Lesern von lebeliebernachhaltig.com für den Start in einen veganen Lebensstil geben?

Nicole Just: Zunächst einmal: Ganz entspannt an die Sache herangehen. Ich bin zwar von einem Tag auf den anderen vegan geworden, aber ich habe die Veränderung als Experiment betrachtet. Und auch, wenn ich insgeheim schon wusste, dass ich für immer vegan sein werde, hat mir das eine Menge Druck erspart. Wem ein radikaler Umstieg zu drastisch ist, der kann sich einem veganen Leben auch Schritt für Schritt nähern: Ein veganer Tag in der Woche ist nicht schwer und kann leicht auf zwei oder drei Tage ausgedehnt werden. Zu Beginn ist es außerdem gut, die Vorratsschränke aufzuräumen und alle Produkte, die man in Zukunft nicht mehr essen möchte, zu verschenken.  Und dann beginnt das Abenteuer erst richtig: Als ich vegan wurde, habe ich viel Zeit im Supermarkt verbracht. Es gibt so viel Neues zu entdecken!

Karin: Du bist mit einer stark fleischlastigen Ernährung aufgewachsen (Dein Opa war ja Fleischhauer und Jäger). Was hat Dir in der Anfangszeit geholfen, wenn Du ganz stark Gusto auf Fleisch oder z.B. Käse hattest?

Nicole Just: Ich habe sehr viele Familienrezepte veganisiert. Das ging bei einigen Rezepten so gut, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Der Gulasch und die Rouladen nach Rezepten meiner Großeltern sind wunderbar vegan herzustellen und auch im Buch vertreten.  Darüber hinaus habe ich mich durch sämtliche Sorten veganen Käses probiert. Mittlerweile brauche ich aber nur noch selten pflanzlichen Käse. Und wenn, dann meistens nur selbstgemachten Frischkäse aus Cashewnüssen und Mandeln. Das Rezept ist ebenfalls im Buch zu finden.

Karin: Wie hat Deine Familie Deine Ernährungsumstellung aufgenommen und womit hattest Du da zu kämpfen bzw. was hat Dir geholfen Deinen Veganismus durchzusetzen?

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Nicole Just: Meine Familie war geschockt. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ich das überleben werde. Fragen wie „Woher bekommst du die nötigen Nährstoffe?“ und „Was isst du jetzt überhaupt noch?“ waren vorprogrammiert. Viel Überzeugungsarbeit leistete nicht zuletzt mein Blog vegan-sein.de, den auch meine Eltern regelmäßig lesen. (Tipp von LLN: Auf Nicoles Blog findest Du auch viele leckere Rezepte!)

Karin: Das Vorurteil, dass man sich vegan nicht ausgewogen ernähren kann hält sich hartnäckig. Worauf man bei veganer Ernährung achten muß, um rundum gut versorgt zu sein würde den Rahmen Deines Kochbuchs sprengen. Hast Du diesbezüglich hilfreiche (Literatur-) Tipps?

Nicole Just: Das Internet war am Anfang diesbezüglich eine wertvolle Stütze. Man findet bei PETA, auf den Seiten des Vegetarierbunds Deutschland und auf vielen anderen Seiten sehr wertvolle Tipps zum Thema „Mangelerscheinungen“. Und ich kann die Seite der Albert Schweitzer Stiftung empfehlen.

Wer humorvoll in das Thema einsteigen will, sollte Karen Duves „Anständig essen“ lesen. Und sehr zu empfehlen ist das Buch „Kein Fleisch macht glücklich“ von Andreas Grabolle, das erst kürzlich vom VEBU zum Sachbuch des Jahres ausgezeichnet wurde.

Karin: Wie funktioniert das, wenn Du als Veganerin bei Nichtveganern zum Essen eingeladen bist oder ein Business-Meeting hast?

Nicole Just:  Das ist eine gute Frage, denn zu Beginn meiner Ernährungsumstellung war das nicht einfach, weil viele nichts damit anfangen können. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen gemacht: Viele Freunde und Bekannte lassen sich gern auf ein Experiment ein. Da ich aber selbst gern Gäste bekoche, lassen sich die meisten Menschen auch sehr gern von mir zu Essen einladen. Und glücklicherweise findet man in fast jedem Restaurant mindestens ein veganfreundliches Gericht. Und wenn nichts mehr geht, gibt es überall Salat.

 Karin: Wie versorgst Du Dich unterwegs, wenn Du spontan Hunger hast oder essen gehen willst, wenn Du in einer Stadt bist in der es keine so gute vegane Versorgung wie in Berlin gibt? Hast Du da ein paar Tipps?

Nicole Just:  Wenn man unterwegs ist und nichts dabei hat, reicht ein Gang in den Supermarkt oder Bioladen: Dort gibt es Nüsse, Datteln, vegane Kekse und mittlerweile auch oft vegane Snacks aus Weizeneiweiß. Und in vielen Restaurants gibt es Salate oder Beilagen als vegane Option. Hier ist es ganz hilfreich, den Salat ohne Dressing zu bestellen und nach Essig und Öl extra zu fragen. Ganz besonders veganfreundlich sind zudem asiatische Restaurants. Hier wird allerdings sehr oft Fischsauce verwendet. Bisher konnte man diese auf mein Nachfragen hin aber immer Weglassen, was ganz nebenbei ein gutes Zeichen dafür ist, dass frisch gekocht wird. Und nachfragen lohnt sich generell: Mein Lieblingsinder hier in Berlin bereitet mir mein Essen immer und sehr gern ohne Milchprodukte zu. Und viele Restaurants sind bei einer freundlichen Nachfrage sehr aufgeschlossen, was das Bereitstellen einer veganen Option angeht. Wenn ich mich mit Freunden oder Kollegen zum Essen treffe, versuche ich vorab bereits durch Internetrecherche herauszufinden, ob ein Restaurant möglicherweise vegane Optionen auf der Karte hat. Wenn sich abzeichnet, dass es schwierig werden könnte, esse ich vorab immer eine Kleinigkeit um nicht vor lauter Hunger in schlechter Laune zu versinken.

 Karin: Es gibt viele Gründe vegan zu sein, wobei der Tierschutz in der Öffentlichkeit meist im Vordergrund steht. Veganismus ist jedoch auch ein besonders umwelt- und klimafreundlicher Lifestyle. Kannst Du den Lesern von lebeliebernachhaltig.com  diesen Aspekt ein bißchen näher erläutern?

Nicole Just: Sehr gern, obwohl ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Unser Hunger nach Fleisch- und Milchprodukten ist so groß, dass er nur durch die Massentierhaltung gestillt werden kann. Diese wertet Tiere zu „Nutztieren“, zu Produkten, ab und ist alles andere als nachhaltig: Der CO2-Ausstoß ist dabei enorm, ganz zu schweigen von den Wassermengen, die verbraucht werden. Ein gutes Beispiel ist Rindfleisch. Um ein Kilogramm zu produzieren, werden um die 15.000 Liter Wasser verbraucht. Mit der selben Menge könnte ich ein ganzes Jahr lang täglich duschen. Wer sich einen umfassenden Eindruck machen möchte, sollte die oben erwähnten Bücher „Anständig  essen“ und „Kein Fleisch macht glücklich“ lesen und zusätzlich einen CO2-Rechner im Internet befragen. Das ist sehr aufschlussreich.

Karin: Hast Du für die Leser von onecoveganlife.com einen persönlichen Nachhaltigkeitstipp?

Nicole Just:  Fleisch – wenn überhaupt – dann nur hin und wieder und vor allem bewusst zu konsumieren ist ein guter Anfang. Wer sowieso schon vegan oder vegetarisch lebt, kann auf regionale Produkte setzen: Bio-Gemüse und Obst kann man oft direkt aus dem Umland beziehen. Das stärkt auch nachhaltig wirtschaftende Bauern.

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 Karin: Du betreibst mit Deiner Freundin Felicia Meyer-Jendro in Berlin den Supperclub Mundart. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Nicole Just: Der Supper Club hat ein ganz besonderes Konzept: Weil Felicia und mir eine gute Esskultur sehr wichtig ist, versuchen wir die bei Mund|Art|Berlin zu pflegen. Das heißt, alle Gäste sitzen an einem großen Tisch. Die Gäste buchen oft allein oder in kleineren Grüppchen bis zu 4 Personen und lernen sich so im Laufe des Abends kennen. Wir servieren immer vier Gänge, die aus saisonalen und – wenn möglich – regionalen Bio-Produkten bestehen. Dabei achten wir verstärkt auf Erzeuger, die besonders nachhaltig wirtschaften. Die meisten unserer Gäste sind zudem weder Vegetarier, noch Veganer. Sie kommen zu uns, weil sie die Geselligkeit, die Atmosphäre und das Essen zu schätzen wissen.

Karin: In veganen Kochkursen gibst Du Dein umfangreiches Wissen an Interessierte weiter. Wo kann man die nächsten Termine erfahren und wann kommst Du mal mit einem Kochkurs nach Österreich?

Nicole Just: Wenn in Österreich Bedarf besteht, gern sofort! Ich plane derzeit einige Kurse. Sobald die Termine feststehen, erfährt man diese auf meiner Homepage.

Karin: Veganerin sein ist mehr als nur vegan essen. Was sind Deine Shoppingtipps für vegane Schuhe und Kleidung?

Nicole Just:  In Berlin ist es sehr einfach, auch vegane Fairtrade-Kleidung und Schuhe einzukaufen. Glücklicherweise haben meine Lieblingsläden auch einen Onlineversand: Im Dear Goods Webshop kann man tolle Shirts  von Armed Angels, Bleed und Rebello kaufen und es gibt einige wunderschöne Lifestyle-Produkte, Taschen von Matt&Nat und Schuhe. Im Avesu-Onlineshop kann man nach Herzenslust vegane Schuhe shoppen. Ich liebäugle gerade mit einem Paar von „Good Guys“. In Österreich gibt es übrigens mit Muso Koroni eine vegane Boutique samt Onlineshop!

Herzlichen Dank für das Interview Nicole und weiterhin viel Erfolg mit Deinen Projekten!

Foto der Autorin: © René Riis