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Vegan für Einsteiger

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Werd‘ ich mit veganem Essen richtig satt? Bekomme ich alle Nährstoffe, die ich brauche?

Diese und viele andere Fragen sind typisch für die Anfangszeit, wenn man mit der veganen Küche liebäugelt. Hier soll Vegan für Einsteiger Abhilfe schaffen. Das neue Buch von Rüdiger Dahlke kärt auf, liefert fundierte Infos, nimmt die Angst und erleichtert den Umstieg mit zahlreichen leckeren Rezepten.

In der vorderen Umschlagklappe findet man Quellen für die wichtigsten Nährstoffe für Veganer, wie Eisen oder Omega-3-Fettsäuren. Der erste Teil des Buches widmet sich ausführlich gesundheitlichen & ethischen Fragen, wie

  • Was hat Fleisch mit dem Welthunger zu tun?
  • Warum sind tierische Produkte ungesund?
  • Welche positiven Nebenwirkungen hat vegane Ernährung?

Wer mehr zu diesen Themen wissen möchte, dem sei auch Dahlkes Bestseller Peace Food* ans Herz gelegt.

Im Praxisteil werden zuerst Alternativen für Fleisch- und Milchprodukte vorgestellt. Eine praktische Austauschtabelle zeigt auf einen Blick, womit man  z.B. ein Ei ersetzen kann. Die ‚Einkaufsliste für Pflanzenesser‘ sorgt dafür, das man alle notwendigen Basiszutaten zuhause hat. Die Rezepte sind in die 4 Wochen des Programms unterteilt. Gestartet wird mit Fleisch-Ersatz Rezepten, mit der Zeit folgen mehr Schmankerln der echten Pflanzenküche. In der hinteren Umschlagklappe werden zum Schluß Spezialitäten der veganen Küche, wie Süßlupinen, vorgestellt.

Fazit: Viel hilfreiches Hintergrundwissen für ‚Anfänger‘,  teils leicht esoterisch angehaucht. Die Fotos machen Appetit, leider sind nicht alle Rezepte bebildert. Die Rezepte haben eine gute Bandbreite von Fleisch imitierenden Gerichten wie ‚Steak-Sandwich‘ bis zu originellen pflanzlichen Leckerbissen wie ‚Tomaten-Bruschetta mit Aprikosen‘. Zu einem Preis von rund 13,- € definitiv eine empfehlenswerte Starter-Lektüre für Vegan-Interessierte.

Bildnachweis: GU / Ulrike Holsten

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr, aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

Polenta? Pizza? Polentapizza!

25_Polenta-Pizza_13140Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Vorstellung von Vegan für Einsteiger.

Für 2 Personen
40 Min. Zubereitung

Polenta-Pizza mit Rucola und Tomaten

Zutaten

  • 600 g Polenta
  • 1,5 l Gemüsebrühe
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Sojasauce**
  • 4 EL getr. Oregano
  • 10-12 Kirschtomaten
  • 5 Champignons
  • 1 kleiner Zucchino
  • 10 schwarze Oliven (ohne Stein)
  • 4 EL Tomatenmark
  • 20 g Pinienkerne
  • 2 Handvoll Rucola

Zubereitung

1. Für den Pizzaboden die Gemüsebrühe in einen Topf gießen und mit Salz und Sojasauce mischen. Zum Kochen bringen und sofort den Oregano und die Polenta kräftig mit einem Holzlöffel unterrühren. Noch einmal kurz aufkochen, dann den Topf vom Herd ziehen und die Polenta 10 Min. unter Rühren quellen lassen. Die Masse gleichmäßig auaf einem Backbleck verteilen und in 10 Min. fest werden lassen.

2. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Für den Belag die Kirschtomaten waschen. Die Pilze putzen und den Zucchino waschen. Tomaten, Pilz, Zucchino und Oliven in Scheiben schneiden. Das Tomatenmark auf den Pizzaboden streichen und die Pizza nacheinander mit Tomaten und Zucchinoscheiben belegen und die Oliven darüberstreuen.

3. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und über den Belag streuen. Im Ofen (Mitte) ca. 15 Min. backen. Den Rucola verlesen, waschen, trocken schleudern und locker über die heiße Pizza streuen. Die Polenta-Pizza in Stücke schneiden und servieren.

3796_Vegan-Cover.inddVariante: Die Pizza schmeckt pur, aber auch mit Käse. Veganen Streukäse gibt es im Bioladen.

Und so schaut Vegan für Einsteiger* aus…Hier geht’s zur Buchvorstellung, aber jetzt erstmal gutes Gelingen und Mahlzeit!

Bildnachweis: GU / Ulrike Holsten

**Wenn Du die Sojasauce durch Tamari ersetzt, ist dieses Gericht glutenfrei!

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Wir kochen vegan

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Unter diesem Titel haben der bekannte Spitzenkoch Siegfried Kröpfl und seine Tochter Melanie vor kurzem ein gemeinsames Kochbuch herausgebracht.

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Getreu dem Untertitel des Buches ‚Veganer Genuß für die ganze Familie‘ stellt das Vater-Tochter-Gespann über 90 Rezepte vor, die großteils bodenständig und auch für Kinder geeignet sind. Wer auf der Suche nach veganisierten österreichischen Hausmannskost-Gerichten ist, wird hier fündig: Von der Frittatensuppe über Faschierte Laibchen, Käsespätzle & Krautfleckerl bis zu Mohnnudeln & Marmorguglhupf.

Damit haben sich die Kröpfls – meiner Meinung nach – auf schwieriges Terrain begeben. Denn alle von uns kennen diese Klassiker in ihren ursprünglichen Versionen mit Fleisch- und oder Milchprodukten. Fast automatisch fängt man also an, die veganen Varianten mit den Originalen zu vergleichen.

Wir haben deshalb als Erstes gleich mal die Frittatensuppe, den Kaiserschmarrn und den Marmorkuchen ausprobiert.

Alle Rezepte haben uns geschmeckt, auf ihre Art. Eine exakte Kopie des Originals darf man sich nicht erwarten. Es finden sich aber auch noch ganz andere spannende Rezepte in Wir kochen vegan,* z.B. Ahorn-Bananen-Eis mit karamelisierten Pekannüssen, Kürbis in Kokos-Safran-Sauce mit Basmatireis und Kirschen-Rhabarber-Kokos-Smoothie.

Das Buch ist nett aufgemacht und hat mich vom Layout her gleich angesprochen. Die Rezepte sind kurz und bündig erkärt. Den Großteil der Zutaten bekommt man in regulären Supermärkten, den Rest in Bioläden. Für alle Neulinge gibt es vorne eine kurze Erklärung zum Veganismus, speziellen veganen Zutaten und wo sie erhältlich sind. Was für Anfänger sicher ein Vorteil ist. Zubereitungszeiten werden leider keine angegeben.

Fazit: Wer gerne gute österreichische und internationale klassische Gerichte isst und nicht erwartet, dass sie genau wie das Original schmecken, wird mit diesem Buch sicher Freude haben.

Zum Abschluß wie immer ein Rezept zum Nachkochen. Der Ei-Aufstrich hat uns wirklich überzeugt und dabei kann man gleich das Kala Namak Salz ausprobieren 🙂

Ei Aufstrich für 4 Portionen

Zutaten:

  • 150 g Naturtofu
  • 1/4 Zwiebel
  • 2 Essiggurkerl
  • Schnittlauch
  • 4 EL vegane Mayonnaise (z.B. von Plamil)
  • 1 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Kala Namak (Schwarzes Salz)
  • 1 TL Paprikapulver

Den Naturtofu gut ausdrücken. Zwiebel und Gurkerl klein schneiden und untermengen. Mit dem Stabmixer pürieren. Die restlichen Zutaten dazugeben und mischen. Je nach Vorliebe mit Paprikapulver abschmecken.

Tipp: In ausgehöhlte Tomaten gefüllt und mit Petersilie dekoriert, sieht der Aufstrich besonders lecker aus.

Unser Tipp: Wir mögen den Eiaufstrich lieber mit Stückchen statt püriert. Deshalb lassen wir das Pürieren mit dem Stabmixer einfach weg.

Wer jetzt Lust bekommen hat, das Buch zu kaufen, hier noch die bibliografischen Daten:

Siegfried & Melanie Kröpfl
Wir kochen vegan
Hubert Krenn Verlag – www.hubertkrenn.at
ISBN 978-3-99005-181-8
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Vegan kochen für Feinschmecker

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Derzeit schießen neue vegane Kochbücher wie Schwammerln aus dem Boden. Ständig gibt es Neue, da ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Deswegen hab‘ ich mich genau umgeschaut und wieder mal ein besonders schönes Exemplar für Euch herausgesucht und getestet:

Vegan vom Feinsten von Nicole Just & Martin Kintrup. Nicole ist treuen Blog-Lesern sicher schon durch ihre ersten beiden Kochbücher La Veganista & Vegan backen ein Begriff. Martin Kintrup ist auch der Autor eines unserer Lieblingskochbücher: Zur Buchvorstellung von Vegan für Faule geht’s hier.

Visuell fixiert wie ich bin, haben mich sofort die professionellen, Gusto machenden Bilder und das übersichtliche & ansprechende Layout begeistert. Auch das robuste Hardcover trägt zum qualitativ hochwertigen Eindruck dieses Kochbuchs bei.

Inhaltlich geht’s gleich mal mit kreativen Würzmittel-Ideen wie Tonkasalz los. Sehr spannend fand ich auch die Anleitung zum selbst Räuchern zuhause mit einfachen Mitteln. Nur der massige Einsatz von (umwelt- & gesundheitstechnisch umstrittener) Alufolie hat mich bisher vom Ausprobieren abgehalten.

Danach folgen kreative Rezepte wie Dulce de Leche (ja, auch das geht vegan!) und Haselnuss-Chili-Topping. Gleich im Anschluß kommen die kalten Vorspeisen & Salate. Hier kann man zwischen etwas einfacheren Speisen wie Mandel-Tomaten und aufwendigeren Kreationen wie Getrüffelten Rote-Bete-Röllchen mit Merrettich-Reis-Füllung wählen. Weiter geht’s mit den warmen Vorspeisen und Suppen. Die ausgefallene Speisen wie Süßkartoffel-Paprika-Lasagne mit Räuchertofu und Mojo oder Tomaten-Linsen-Confit mit Kichererbsenplätzchen verlocken definitiv zum Nachkochen.

Auch die Haupstpeisen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Optisch hat es mir sofort das Granatapfel-Nuss-Couscous mit gebratenen Kürbisspalten angetan mit den leuchtenden Orange- und Rot-Tönen. Genau wie in den anderen Kapiteln, gibt es auch hier asiatisch inspirierte Gerichte, wie Gebratenen Tempeh und Gurken-Wakame-Gemüse.

Das letzte Rezept-Kapitel widmet sich erwartungsgemäß den Desserts. Auch hier findet man Einfallsreiches wie etwa Plfaumen-Chai-Tarte mit Kokos-Topping oder Johannisbeer-Tonka-Terrine im Crepemantel. Im Anschluß an die Getränke-Tipps und Menü-Vorschläge schließt das Buch mit der Erklärung einiger veganer Zutaten.

Fazit:
Wer Wert auf eine schöne Aufmachung und einfallsreiche, ungewöhnliche Rezepte legt, wird mit diesem Buch viele tolle Geschmackserlebnisse haben.

Hier geht es nicht um schnelle Alltagsküche, sondern darum zu genießen und sich etwas Besonderes zu gönnen. Dafür sollte man sich Zeit nehmen und eine gewisse Koch-Erfahrung kann auch nicht schaden. Um die 4 Eis-Rezepte aus dem Dessert-Teil zu machen, braucht man eine Eismaschine. Auch sonst ist es sicher ein Vorteil, wenn man eine gut ausgestattete Küche hat.

Für anspruchsvolle Köche mit Muße definitiv zu empfehlen 🙂

P.S.: Wie immer wollen wir Euch auch diesmal ein Rezept zum Nachkochen nicht vorenthalten. Ihr dürft Euch jetzt schon auf Hirsetaler mit Spinat und Tomaten-Orangen-Sauce freuen…

Bildnachweis: GU / Foto: Mona Binner

Backen mit Nicole und Liebe

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Bevor ich Euch verrate, wie man diese leckeren Mousse au Chocolat Cups macht, möchte ich Euch kurz was über das Buch erzählen, aus dem das Rezept stammt. Vegan backen – Mit Liebe, aber ohne Ei ist das zweite Werk von Nicole Just. Nicoles 1. Buch, La Veganista, habe ich ja schon ausführlich vorgestellt.

vegan_backen_just-1In Nicoles Backbuch findet Ihr 40 Rezepte: Vom Rohkost-Mangotörtchen über Schwedische Apfeltorte bis zur Süßkartoffel-Pilz-Quiche. Für Neulinge beim veganen Backen ist die Zutaten-Tauschbörse sicher eine gute Hilfe, genauso wie die Infos zu Spezialzutaten wie Hefeflocken, Misopaste und Co.

Am Anfang des Buchs geht es mit Grundrezepten für Rührteig, Germteig und Quicheteig los. Weiter geht es mit leckeren Kleinigkeiten gefolgt von Kuchen und Torten. Den Abschluß macht das Kapitel Brot und Quiche.

Ach ja, alle Smartphone User können sich auch die kostenlose GU Kochen Plus App herunterladen. Damit kann man die Lieblingsrezepte aus dem Buch sammeln, Einkaufslisten verschicken oder den Rezept-Planer nutzen.

Wie alle Bücher aus dem GU  Verlag ist auch dieses Buch schön aufgemacht und die Fotos machen Gusto und Lust zum Nachkochen. Der Preis von rund 8,- € ist absolut fair. Ich kann Euch das Buch definitiv empfehlen. So und hier endlich das versprochene Rezept:

 Mousse-Au-Chocolat-Cups

Cupcakes
50g vegane Margarine
125g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
2 TL Ei-Ersatzpulver
(oder Sojamehl oder 80 g Apfelmus)
120 ml Sojamilch
1 TL Apfelessig
200 g Mehl (Type 405)
1 Pck. Backpulver
12 Papier- oder SilikonförmchenEinfaches Grundrezept

Für ein 12-er Muffinblech
35 Min. Zubereitung – 20 Min. Backen

TIPP:
Sie mögen es lieber schokoladiger? Dann rühren Sie doch noch 80 g Kakaopulver unter den hellen Grundteig. Falls der Teig dann zu fest wird, verdünne ich ihn mit etwas Sojamilch.

1. Den Backofen auf 180° vorheizen. Bei Verwendung von Papierförmchen diese in die Mulden des Muffinblechs setzen.2. Für den Cupcakes-Grundteig die Margarine, den Zucker, den Vanillezucker und das Salz in eine Rührschüssel geben und mit den Quirlen des Handrührgeräts schaumig schlagen. Nach und nach das Ei-Ersatzpulver, Sojamilch und Essig unter Rühren dazugeben. Mehl und Backpulver in einer separaten Schüssel mischen und unter die Zuckermasse heben, bis ein zäher Teig entsteht.3. Den Teig in die Mulden des Muffinblechs oder in die Silikonförmchen füllen. Die Cupcakes im Backofen (Mitte) in ca. 20 Min. goldbraun backen. Dann die Stäbchenprobe machen! Dafür ein Holzstäbchen in die Mitte der Cupcakes stecken. Wenn kein Teig am Stäbchen hängen bleibt, sind die Törtchen fertig. Sonst noch einige Minuten weiterbacken. Eventuell die Oberfläche der Cupcakes mit Alufolie oder Backpapier abdecken, damit sie nicht zu braun werden.

4. Die Cupcakes aus dem Backofen nehmen und kurz in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen. Die abgekühlten Cupcakes mit der Creme verzieren.

Mousse-au-Chocolat-Creme
400 g kalte vegane aufschlagbare Sahne
150 g vegane Zartbitterschokolade
(oder vegane Nugatschokolade)
Agavendicksaft
1 gestr. TL Agar-Agar
Spritzbeutel mit Sterntülle

Für Schokoholics!

20 Min. Zubereitung – 12 Std. Kühlen

1. Die Sahne steif schlagen und kalt stellen. Schokolade klein hacken, in einer Schüssel über dem Wasserbad schmelzen, etwas abkühlen lassen. Agavensirup nach Geschmack unterrühren. Schokolade vorsichtig unter die Sahne heben.

2. 50 ml Wasser erwärmen. Agar-Agar unterrühren und ca. 1 Min. köcheln, dann unter gelegentlichem Rühren handwarm abkühlen lassen. Unter die Schokosahne mixen. Die Mousse über Nacht kalt stellen. Am nächsten Tag die Mousse üppig auf die Cupcakes spritzen.

Bildnachweis: Gräfe und Unzer Verlag / Fotografie: Thorsten Suedfels

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Für immer jung?

VFY_CoverEin großes Versprechen, das Attila Hildmann mit seinem heute erscheinenden Buch Vegan for Youth abgibt. Diesmal geht es um eine 60 Tage Challenge. Mit Hilfe einer Triät – einer Kombination aus pflanzlicher Ernährung mit Superfoods, Bewegung und Meditation soll jeder von uns schlanker, gesünder und messbar jünger werden können.

Alles fing mit der Challenge in Attilas letztem Buch, Vegan for fit, an. Viele Challenger berichteten, dass sie sich fitter und jünger fühlten. Als angehender Physiker wollte Attila diesem Phänomen auf den Grund gehen. Zwei Jahre dauerten die Recherchen. Dabei wurde er von Wissenschaftlern der renommierten Berliner Charité mit neuen Messverfahren zur Bestimmung der Alterungsprozesse auf der Haut und in der Atemluft unterstützt.

Herausgekommen ist auch diesmal wieder ein sehr schönes Buch, das weit mehr ist als nur ein Kochbuch. Attila erklärt die verschiedenen Superfoods und nimmt uns mit auf seine Reisen nach Japan und Italien. Nach dem wissenschaftlichen Teil über das Altern geht es dann los mit den Vorbereitungen für die Challenge.

Die verwendeten Super-Foods, wie Acai-Pulver oder Matcha bekommt man leider nicht an jeder Ecke. Hier ist das Internet eine gute Quelle, wo man auch Challenger-Starterpakete angeboten bekommt. Wer die Challenge machen will, braucht dafür unbedingt auch einen Entsafter, eine elektronische Küchenwaage und ein Stabmixerset mit Pürieraufsatz und einem Behälter zum Häckseln.

Empfehlenswert ist sicher auch, sich mit anderen Challengern zu vernetzen, um Erfolge und Motivationstiefs gemeinsam zu durchleben. Wie bei Vegan for Fit gibt es auch diesmal wieder ein Beiheft mit Berichten von Test-Challengern, im Netz gibt es auch YouTube-Tagebücher dazu.

Natürlich kann man Vegan for Youth einfach auch als Kochbuch verwenden. Die 70 Rezepte sind abwechslungsreich, großteils einfach und die Fotos machen richtig Gusto. Speisen wie Funky-Monkey-Banana-Muffins, Skinglow-Sushi mit Hirse und Tomaten-Paprika-Dip oder Coleslaw mit Kürbiscreme und Sesamtofu machen nicht nur satt, sondern schmecken sicher auch super.

Obwohl das Buch erst heute erscheint, ist die 1. Auflage schon vollständig vorreserviert. So muß man auf die Druckausgabe teils 5-8 Wochen warten. Sofort und auch wesentlich günstiger könnt Ihr das e-Book um knappe 10 € herunterladen.

Bis jetzt waren mein Mann und ich immer von Attilas Rezepten begeistert und auch unseren nicht-vegangen Gäste haben seine Speisen sehr gut geschmeckt. Deshalb traue ich mich, Vegan for Youth jetzt schon uneingeschränkt zu empfehlen. Über Challenger-Berichte von Euch würde ich mich sehr freuen!

So und hier jetzt mal eines der Rezepte zum Ausprobieren:

Auberginen-Tower „Granate“

Vegan for youth_Auberginen-Towerweb

Zutaten für 2 Personen:
400 g Süßkartoffeln
110 g Auberginen
2 EL Olivenöl
jodiertes Meersalz
1 kleine weiße Zwiebel (brutto 50 g)
30 g weißes Mandelmus
½ TL gehackter Thymian
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
120 g Brokkoliröschen
½ GranatapfelFür die Creme:
60 g weißes Mandelmus
70 ml stilles Mineralwasser
1 TL frisch gepresster Zitronensaft
jodiertes Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der MühleAH! Um die Zubereitungszeit möglichst effektiv zu nutzen, kümmere dich um Zwiebel, Granatapfel und Brokkoli, während Süßkartoffel und Aubergine im Ofen sind. Bei gutem Timing sind die anderen Komponenten fertig, sobald das Gemüse aus dem Ofen kommt, und du kannst anrichten. Das Gericht enthält mehrere wichtige Anti-Aging-Substanzen aus Granatapfel, Brokkoli und Süßkartoffel und ist mit einem der Kräuter, die den höchsten ORAC-Wert aufweisen, Thymian, verfeinert.
Ein optisches Highlight ist dieses Gericht sowieso!
Zubereitung ca. 40 Minuten
Backofen auf 220 °C Umluft vorheizen.
Die Süßkartoffeln schälen und in kleine Würfel
schneiden. Auberginen waschen, in 1,25 cm
dicke Scheiben schneiden, mit 1 EL Olivenöl
und 1 Prise Salz in einer kleinen Schüssel vermengen. Beides auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und ca. 10 Minuten
im Ofen auf der mittleren Schiene backen.Währenddessen die Zwiebel schälen und feinhacken. Restliches Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten andünsten. Anschließend mit Süßkartoffelwürfeln und Mandelmus mischen. Thymian unterheben und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Brokkoliröschen waschen, in Salzwasser ca. 3 Minuten kochen und in einem Sieb abtropfen lassen.Aus dem Granatapfel mit einem Kochlöffel die Kerne herausklopfen. Die Zutaten für die Creme mit einem Schneebesen verrühren, kurz in einem kleinen Topf
unter Rühren aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.Auberginenscheiben mit der Süßkartoffelfüllung
schichten, dann Brokkoli und die Creme darüber- geben und mit Granatapfelkernen toppen.
 Foto: © Simon Vollmeyer
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Aufregend anders kochen…

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Ran an den Herd! Ich hab‘ wieder mal ein besonderes Rezept für Euch: Zucchini-Marillen-Köfte mit Weißer Bohnen Hummus und Tomatenbulgur…

…aber bevor es mit dem Kochen losgeht, möchte ich Euch kurz das Buch vorstellen, aus dem das Rezept stammt.  Vegan Genial ist das 1. Kochbuch von Josita Hartanto. Unser Besuch in ihrem Restaurant Lucky Leek während unseres Berlin-Trips hat uns vorab schon großen Gusto gemacht.

Die fast 100 Rezepte sind großteils wirklich ungewöhnlich, oft asiatisch inspiriert. Veganisierte Hausmannskost sucht man hier vergeblich. Laut Josita Hartanto soll das Kochbuch sowohl für Anfänger, als auch fortgeschrittene Köche geeignet und die Zutaten leicht erhältlich sein.

Persönlich glaube ich eher nicht, dass sich Anfänger an die doch recht komplexen Rezepte herantrauen würden. Für mich fallen die meisten Rezepte eher in die Kategorie was Besonderes kochen oder Aufkochen für Gäste und nicht unter schnelle, simple Alltagsküche. Für Zutaten wie Galgantwurzel, Sambal oder getrocknete Shiitakepilze muß man wohl auch einen Besuch im Asia-Laden einplanen.

Ansonsten ist das Buch sehr übersichtlich aufgemacht. Im Glossar werden unbekanntere Zutaten vorgestellt. Auch der wichtigste Ausrüstung ist ein eigener Abschnitt gewidmet. Für die Umsetzung sind vor allem eine Küchenmaschine und ein Pürierstab hilfreich.

Auch die Tipps zum Garnieren lassen schon ahnen, dass es sich hier nicht um die 08/15 Alltagsküche handelt, wenn Servierring, Spritzbeutel und Tropffläschen für Farbtupfer vorgeschlagen werden.

Infos zu nützlichen Vorräten runden das Einstiegskapitel ab. Dann geht es mit den Rezepten los.

Als kleines Manko finde ich das Fehlen von Zeitangaben für die Zubereitung der Rezepte. Gut gefällt mir, dass sich die Autorin und Köchin als Person nicht in den Vordergrund drängt, sondern den Rezepten den Vorrang läßt.

Fazit: Vegan genial ist ein tolles Buch für motivierte und geübte Hobbyköche, die mal etwas ganz Neues ausprobieren möchten und auch wert auf eine schöne Präsentationen der Speisen legen.

Und jetzt viel Spaß beim Kochen und vor allem beim Essen!

Zucchini-Aprikosen-Köfte, Weißer Bohnen-Hummus, Tomaten-Bulgur

Koefte_fotoZutaten Köfte:

  • 2 mittlere Zucchinis
  • 2 kleine Möhren
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 15 getrocknete Aprikosen
  • 1 TL Salz
  • 3 Scheiben Weißbrot (Toast)
  • 2 TL Koriander
  • 1/2 TL Cumin
  • 1/4 TL Zimt
  • 1 TL Sambal
  • 4 EL Sesam
  • 4 EL Maisstärke
  • Öl zum Braten

Zutaten Bohnen-Hummus:

  • 1 kleine Dose Bohnen
  • 1/2 Tasse Olivenöl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 EL Tahin
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 kleine Knoblauchzehe

Zutaten Tomaten-Bulgur:

  • 12 Kirschtomaten
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 Tasse (200 ml) Wasser oder Brühe
  • 1/2 Tasse Orangensaft
  • 2 EL Weißwein- oder heller Balsmicoessig
  • 1 1/2 Tassen feiner Bulgur
  • 1/2 TL Salz
  • Je 2 Zweige Minze, Petersilie und Basilikum
  • 1 Handvoll Oliven
  • 5 getrocknete Tomaten (in Öl, abgetropft)
  • 6 EL Pinienkerne
  • 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer

Die Zucchini-Aprikosen-Köfte:

Möhren schälen. Zucchinis und Möhren grob raspeln. Zwieblen und Aprikosen in feine Würfel schneiden. Weißbrot fein reiben (Schnellzerkleinerer/Mixer) oder zerbröseln. Mit den restlichen Zutaten zu einer formbaren Masse verarbeiten. (Eventuell noch ein paar Brotkrümel oder Paniermehl dazugeben). Mit angefeuchteten Händen zu kleinen Röllchen formen.

Öl etwa 1 cm hoch in einer Pfanne erhitzen. Die Köfteröllchen darin ca. 4-5 Minuten knusprig braten. Zwischendurch wenden.

Der Bohnen-Hummus:

Alle Zutaten fein pürieren, mixen oder mit der Gabel zerdrücken. Lecker abschmecken.

Der Bulgur:

Kirschtomaten vierteln, Zwiebeln fein würfeln. In einem Topf beides in Olivenöl mit Zucker kurz anschwitzen. Wasser, Salz, Orangensaft und Essig dazugeben. Kurz aufkochen. Vom Herd nehmen. Bulgur hineinrühren. Deckel aufsetzen und ca. 10 Minuten quellen lassen.

Getrocknete Tomaten in feine Streifen, Oliven in Scheiben schneiden. Kräuter fein hacken. Pinienkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett goldbraun rösten (Achtung, sie brennen sehr schnell an), alles mit Olivenöl unter den Bulgur heben und gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mahlzeit…und laßt mich wissen, wie es Euch geschmeckt hat!

Interview mit ‚La Veganista‘ Nicole Just

Im letzten Post habe ich das Kochbuch ‚La Veganista‘ vorgestellt. Heute freue ich mich, Dir ein Interview mit der Autorin dieses leckeren veganen Kochbuchs, Nicole Just, präsentieren zu können!

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Karin: Anfang Februar 2013 ist Dein 1. Kochbuch ‚La Veganista’ im GU Verlag erschienen. Herzliche Gratulation! Mittlerweile gibt es viele vegane Kochbücher auf dem Markt. Was hat Dich dazu bewogen noch ein weiteres beizusteuern und was erhoffst Du Dir davon?

Nicole Just: Ich finde, es kann nie genug vegane Kochbücher auf dem Markt geben! Mein Kochbuch soll vegane Küche jedem interessierten Menschen zugänglich machen. Unabhängig davon, ober er schon einmal vegan gekocht oder gegessen hat, oder, ob er überhaupt kochen kann. Das Buch ist in seiner Rezeptauswahl darum sehr breit: Du findest neben Basics viele einfache Rezepte, aber auch solche, die für besondere Anlässe geeignet sind.

Karin: Dein Kochbuch gibt es auch als E-book mit ein paar ganz besonderen Features. Kannst Du die kurz beschreiben?

Nicole Just: Das E-Book enthält Videos zur Warenkunde und einige Video-Tutorials. Darüber hinaus findet man auch noch ein Zusatzrezept, das in der Printversion nicht erhältlich ist. Und natürlich gibt es unzählige Bildergalerien, Step-by-Step-Fotoanleitungen und eine interaktive Einkaufsliste.

Karin: Welche Tipps kannst Du, aus Deiner eigenen Erfahrung, den Lesern von lebeliebernachhaltig.com für den Start in einen veganen Lebensstil geben?

Nicole Just: Zunächst einmal: Ganz entspannt an die Sache herangehen. Ich bin zwar von einem Tag auf den anderen vegan geworden, aber ich habe die Veränderung als Experiment betrachtet. Und auch, wenn ich insgeheim schon wusste, dass ich für immer vegan sein werde, hat mir das eine Menge Druck erspart. Wem ein radikaler Umstieg zu drastisch ist, der kann sich einem veganen Leben auch Schritt für Schritt nähern: Ein veganer Tag in der Woche ist nicht schwer und kann leicht auf zwei oder drei Tage ausgedehnt werden. Zu Beginn ist es außerdem gut, die Vorratsschränke aufzuräumen und alle Produkte, die man in Zukunft nicht mehr essen möchte, zu verschenken.  Und dann beginnt das Abenteuer erst richtig: Als ich vegan wurde, habe ich viel Zeit im Supermarkt verbracht. Es gibt so viel Neues zu entdecken!

Karin: Du bist mit einer stark fleischlastigen Ernährung aufgewachsen (Dein Opa war ja Fleischhauer und Jäger). Was hat Dir in der Anfangszeit geholfen, wenn Du ganz stark Gusto auf Fleisch oder z.B. Käse hattest?

Nicole Just: Ich habe sehr viele Familienrezepte veganisiert. Das ging bei einigen Rezepten so gut, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Der Gulasch und die Rouladen nach Rezepten meiner Großeltern sind wunderbar vegan herzustellen und auch im Buch vertreten.  Darüber hinaus habe ich mich durch sämtliche Sorten veganen Käses probiert. Mittlerweile brauche ich aber nur noch selten pflanzlichen Käse. Und wenn, dann meistens nur selbstgemachten Frischkäse aus Cashewnüssen und Mandeln. Das Rezept ist ebenfalls im Buch zu finden.

Karin: Wie hat Deine Familie Deine Ernährungsumstellung aufgenommen und womit hattest Du da zu kämpfen bzw. was hat Dir geholfen Deinen Veganismus durchzusetzen?

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Nicole Just: Meine Familie war geschockt. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass ich das überleben werde. Fragen wie „Woher bekommst du die nötigen Nährstoffe?“ und „Was isst du jetzt überhaupt noch?“ waren vorprogrammiert. Viel Überzeugungsarbeit leistete nicht zuletzt mein Blog vegan-sein.de, den auch meine Eltern regelmäßig lesen. (Tipp von LLN: Auf Nicoles Blog findest Du auch viele leckere Rezepte!)

Karin: Das Vorurteil, dass man sich vegan nicht ausgewogen ernähren kann hält sich hartnäckig. Worauf man bei veganer Ernährung achten muß, um rundum gut versorgt zu sein würde den Rahmen Deines Kochbuchs sprengen. Hast Du diesbezüglich hilfreiche (Literatur-) Tipps?

Nicole Just: Das Internet war am Anfang diesbezüglich eine wertvolle Stütze. Man findet bei PETA, auf den Seiten des Vegetarierbunds Deutschland und auf vielen anderen Seiten sehr wertvolle Tipps zum Thema „Mangelerscheinungen“. Und ich kann die Seite der Albert Schweitzer Stiftung empfehlen.

Wer humorvoll in das Thema einsteigen will, sollte Karen Duves „Anständig essen“ lesen. Und sehr zu empfehlen ist das Buch „Kein Fleisch macht glücklich“ von Andreas Grabolle, das erst kürzlich vom VEBU zum Sachbuch des Jahres ausgezeichnet wurde.

Karin: Wie funktioniert das, wenn Du als Veganerin bei Nichtveganern zum Essen eingeladen bist oder ein Business-Meeting hast?

Nicole Just:  Das ist eine gute Frage, denn zu Beginn meiner Ernährungsumstellung war das nicht einfach, weil viele nichts damit anfangen können. Ich habe auch sehr gute Erfahrungen gemacht: Viele Freunde und Bekannte lassen sich gern auf ein Experiment ein. Da ich aber selbst gern Gäste bekoche, lassen sich die meisten Menschen auch sehr gern von mir zu Essen einladen. Und glücklicherweise findet man in fast jedem Restaurant mindestens ein veganfreundliches Gericht. Und wenn nichts mehr geht, gibt es überall Salat.

 Karin: Wie versorgst Du Dich unterwegs, wenn Du spontan Hunger hast oder essen gehen willst, wenn Du in einer Stadt bist in der es keine so gute vegane Versorgung wie in Berlin gibt? Hast Du da ein paar Tipps?

Nicole Just:  Wenn man unterwegs ist und nichts dabei hat, reicht ein Gang in den Supermarkt oder Bioladen: Dort gibt es Nüsse, Datteln, vegane Kekse und mittlerweile auch oft vegane Snacks aus Weizeneiweiß. Und in vielen Restaurants gibt es Salate oder Beilagen als vegane Option. Hier ist es ganz hilfreich, den Salat ohne Dressing zu bestellen und nach Essig und Öl extra zu fragen. Ganz besonders veganfreundlich sind zudem asiatische Restaurants. Hier wird allerdings sehr oft Fischsauce verwendet. Bisher konnte man diese auf mein Nachfragen hin aber immer Weglassen, was ganz nebenbei ein gutes Zeichen dafür ist, dass frisch gekocht wird. Und nachfragen lohnt sich generell: Mein Lieblingsinder hier in Berlin bereitet mir mein Essen immer und sehr gern ohne Milchprodukte zu. Und viele Restaurants sind bei einer freundlichen Nachfrage sehr aufgeschlossen, was das Bereitstellen einer veganen Option angeht. Wenn ich mich mit Freunden oder Kollegen zum Essen treffe, versuche ich vorab bereits durch Internetrecherche herauszufinden, ob ein Restaurant möglicherweise vegane Optionen auf der Karte hat. Wenn sich abzeichnet, dass es schwierig werden könnte, esse ich vorab immer eine Kleinigkeit um nicht vor lauter Hunger in schlechter Laune zu versinken.

 Karin: Es gibt viele Gründe vegan zu sein, wobei der Tierschutz in der Öffentlichkeit meist im Vordergrund steht. Veganismus ist jedoch auch ein besonders umwelt- und klimafreundlicher Lifestyle. Kannst Du den Lesern von lebeliebernachhaltig.com  diesen Aspekt ein bißchen näher erläutern?

Nicole Just: Sehr gern, obwohl ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Unser Hunger nach Fleisch- und Milchprodukten ist so groß, dass er nur durch die Massentierhaltung gestillt werden kann. Diese wertet Tiere zu „Nutztieren“, zu Produkten, ab und ist alles andere als nachhaltig: Der CO2-Ausstoß ist dabei enorm, ganz zu schweigen von den Wassermengen, die verbraucht werden. Ein gutes Beispiel ist Rindfleisch. Um ein Kilogramm zu produzieren, werden um die 15.000 Liter Wasser verbraucht. Mit der selben Menge könnte ich ein ganzes Jahr lang täglich duschen. Wer sich einen umfassenden Eindruck machen möchte, sollte die oben erwähnten Bücher „Anständig  essen“ und „Kein Fleisch macht glücklich“ lesen und zusätzlich einen CO2-Rechner im Internet befragen. Das ist sehr aufschlussreich.

Karin: Hast Du für die Leser von onecoveganlife.com einen persönlichen Nachhaltigkeitstipp?

Nicole Just:  Fleisch – wenn überhaupt – dann nur hin und wieder und vor allem bewusst zu konsumieren ist ein guter Anfang. Wer sowieso schon vegan oder vegetarisch lebt, kann auf regionale Produkte setzen: Bio-Gemüse und Obst kann man oft direkt aus dem Umland beziehen. Das stärkt auch nachhaltig wirtschaftende Bauern.

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 Karin: Du betreibst mit Deiner Freundin Felicia Meyer-Jendro in Berlin den Supperclub Mundart. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Nicole Just: Der Supper Club hat ein ganz besonderes Konzept: Weil Felicia und mir eine gute Esskultur sehr wichtig ist, versuchen wir die bei Mund|Art|Berlin zu pflegen. Das heißt, alle Gäste sitzen an einem großen Tisch. Die Gäste buchen oft allein oder in kleineren Grüppchen bis zu 4 Personen und lernen sich so im Laufe des Abends kennen. Wir servieren immer vier Gänge, die aus saisonalen und – wenn möglich – regionalen Bio-Produkten bestehen. Dabei achten wir verstärkt auf Erzeuger, die besonders nachhaltig wirtschaften. Die meisten unserer Gäste sind zudem weder Vegetarier, noch Veganer. Sie kommen zu uns, weil sie die Geselligkeit, die Atmosphäre und das Essen zu schätzen wissen.

Karin: In veganen Kochkursen gibst Du Dein umfangreiches Wissen an Interessierte weiter. Wo kann man die nächsten Termine erfahren und wann kommst Du mal mit einem Kochkurs nach Österreich?

Nicole Just: Wenn in Österreich Bedarf besteht, gern sofort! Ich plane derzeit einige Kurse. Sobald die Termine feststehen, erfährt man diese auf meiner Homepage.

Karin: Veganerin sein ist mehr als nur vegan essen. Was sind Deine Shoppingtipps für vegane Schuhe und Kleidung?

Nicole Just:  In Berlin ist es sehr einfach, auch vegane Fairtrade-Kleidung und Schuhe einzukaufen. Glücklicherweise haben meine Lieblingsläden auch einen Onlineversand: Im Dear Goods Webshop kann man tolle Shirts  von Armed Angels, Bleed und Rebello kaufen und es gibt einige wunderschöne Lifestyle-Produkte, Taschen von Matt&Nat und Schuhe. Im Avesu-Onlineshop kann man nach Herzenslust vegane Schuhe shoppen. Ich liebäugle gerade mit einem Paar von „Good Guys“. In Österreich gibt es übrigens mit Muso Koroni eine vegane Boutique samt Onlineshop!

Herzlichen Dank für das Interview Nicole und weiterhin viel Erfolg mit Deinen Projekten!

Foto der Autorin: © René Riis