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Mailand: Ein eco-veganer Städtetrip, den Du Dir gönnen solltest!

Ist Dein nächster großer Urlaub noch in weiter Ferne? Hast Du das Gefühl, dass Du mal für ein paar Tage aus Deinen vier Wänden raus musst? Dann gönn‘ es Dir und zisch‘ einfach mal für ein Wochenende nach Mailand…ganz ohne zu fliegen! Wenn Du dann vor Ort auch noch Müll vermeidest und vegan isst, kannst Du Dir mit gutem Gewissen ein Stück nachhaltige Mailänder Mode mit nachhause nehmen, aber alles der Reihe nach! (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Umweltfreundliche Anreise 

Am Bequemsten ist es natürlich, wenn man nicht selbst hinter dem Steuer sitzen muß, sondern sich chauffieren läßt 😉 Eine nachhaltige Alternative ist da auf alle Fälle der Zug. Persönlich reisen wir gerne mit den Nightjets der ÖBB. So kommst Du billig und bequem über Nacht in rund 10 Stunden nach Mailand. Eine Strecke gibt’s ab € 39,-. Einsteigen kannst Du in verschiedenen Bahnhöfen entlang der Strecke von Wien über Niederösterreich, Steiermark und Kärnten. Eine andere Möglichkeit ist die Strecke von München über Rosenheim und Salzburg. Genaue Infos und Tickets bekommst Du hier. Natürlich kannst Du auch untertags fahren, wenn Du gerne die Gegend anschaust und mehr Zeit hast!

Auch Fernbusse haben eine erstaunlich gute Klimabilanz! Wenn Du lieber Bus fährst, findest Du hier verschiedene Bus-Anbieter und Infos.

Sightseeing, Schlafen und Shoppen

Wir sind große Fans von AirBnB! Einerseits, weil wir keine anonymen Hotelzimmer mögen und andererseits, weil man dann oft in spannenden Gegenden wohnt, wo sonst nur Einheimische sind. Als Veggie & Veganerin finden wir es auch praktisch eine Küche zur Verfügung zu haben, um uns selbst versorgen zu können.

Sichere Dir hier € 20,- Reiseguthaben bei AirBnB* für Deine erste Übernachtung (das natürlich auch für andere Destinationen als Mailand gilt!).

Wenn Du nachhaltig und grün unterwegs sein willst, findest Du viele tolle und hilfreiche Tipps auf milanorganica, angefangen von Fahrradtouren, Eco-Hotels, Bio-Märkten und nachhaltigen Fashion-Labels.

Zero Waste Einkaufen in Mailand

In Mailand gibt’s da ein großartiges Geschäft dafür vom Effecorta Netzwerk, denn 90% aller Produkte kommen aus einem Radius von 70 km und sind unverpackt! Hier bekommst Du frisch gebackenes Brot und Gebäck, offene Pasta und jede Menge trockene Lebensmittel aus Spendern. Als Urlaubs-Mitbringsel habe ich mir hier schwarze Kichererbsen gegönnt, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Selbst Henna und Olivenöl kann man sich hier selbst abfüllen!

Wir wohnen meistens in AirBnB Unterkünften mit eigener Küche. Dann sind solche unverpackt Läden ideal zum selbst versorgen. Manche Sachen lassen sich auch super mit nachhause nehmen, wie z.B. offene getrocknete Tomaten, die ich einfach in wiederverwendbaren Bio- Stoffbeutel* stecke. Wer das Leitungswasser in Italien nicht trinken mag, hat bei Effecorta auch die Möglichkeit, sich das Trinkwasser beim Automaten in eigene Flaschen abzufüllen, auch außerhalb der Öffnungszeiten.

In Mailand gibt es außerdem noch einen Zero Waste Laden von Negozio Leggero. Wir haben uns die Filialen in Turin näher angeschaut und auch bei Negozio Leggero gibt es viele spannende Sachen zu entdecken, denn jedes unverpackt Geschäft ist anders!

Vegan Essen in Mailand

In Mailand hat man als VeganerIn die Qual der Wahl. Wir haben uns eine bunte Mischung aus fine dining, Fast Food und Süßem gegönnt.

Bist Du ein Fastfood-Junkie? Dann wirst Du Flower Burger lieben! Du hast die Wahl zwischen dem ungewöhnlichen schwarzen Burgerbun mit Kohle, einem gelben mit Kurkuma oder einem 7-Korn-Laibchen. Die Patty Basis besteht Kichererbsen oder Seitan. Abgerundet werden die Burger mit leckerem Veggie-Käse, Saucen, Gemüse und großen Pommes Frittes. Auch die Nachspeise – in unserem Fall ein Schokokuchen – hat sehr gut geschmeckt.

Wenn man in Italien ist, führt einfach kein Weg am Eis vorbei. Gleich in der Nähe von Flower Burger mussten wir daher bei der Gelateria Latte Neve Halt machen. Hier gibt es ein paar wenige, aber leckere vegane Eis-Sorten, wie Schoko und Haselnuss.

Wenn Du Dir etwas Besonderes gönnen möchtest, dann können wir Dir das Restaurant Ghea definitiv empfehlen. Am Besten Du reservierst einen Tisch im Vorhinein, zu Mittag geht das relativ einfach. Die Präsentation der Speisen ist wunderschön und das Essen war ein echtes Geschmackserlebnis. Für das 5-Gänge Menü haben wir € 40,- pro Person bezahlt, aber sieh‘ selbst!

Carob-Haselnusskuchen mit Zitronen-„Butter“-Creme – das Dessert des veganen 5-Gang-Menüs im Ghea

Leider war unsere Zeit in Mailand viel zu kurz, aber es gibt noch jede Menge anderer Veggie Lokale zu entdecken. Ich recherchier immer gerne schon vorab auf Happy Cow, wo ich hingehen möchte, denn Vorfreude ist die schönste Freude!

Warst Du schon in Mailand? Was ist Dein Geheimtipp für die Modemetropole Italiens?
Du kennst Mailand schon? Dann fahr‘ doch nach Rom, ein weiteres City Highlight für Veganer!

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Zero Waste kochen mit And Soy

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich jetzt schon mit den Themen Minimalismus und Zero Waste. Denn ich habe festgestellt, dass ich weniger Besitz unglaublich befreiend finde. Deswegen habe ich lange mit mir gehadert, ob ich mir wirklich einen Kochmixer anschaffen soll, denn schließlich kann man Suppen, Pflanzendrinks oder Apfelmus auch ohne so ein Gerät zerkleinern, kochen und pürieren. Welche Gründe mich dazu bewegt haben, den AndSoy Kochmixer letztendlich doch zu kaufen, möchte ich Euch heute erzählen:

1. Müll sparen:

Die Zutaten für Pflanzendrinks, Suppen, Obstmus, Porridge & Smoothie bekommt man alle unverpackt. Obst, Gemüse und Nüsse im Bioladen oder am Markt. Getreide kann man direkt beim Bauern oder in unverpackt Läden besorgen, wo man auch gleich die benötigten Gewürze offen kaufen kann.

2. Zutaten selbst wählen & nach eigenen Vorlieben kochen:

Beim Kochen verwende ich – soweit wie möglich – biologische, regionale und saisonale Zutaten. Bei gekauften Getränken kann man die Herkunft der Zutaten oft nicht nachvollziehen. Außerdem habe ich so die Möglichkeit Drinks herzustellen, die man im Handel nicht bekommt, wie z.B. aus Hirse oder Amaranth. Super finde ich auch, dass ich entscheiden kann, wie dick oder dünn ich die „Milch“ haben möchte, ob ich sie süße oder nicht. Mengenmäßig muß man immer mindestens 1,3 l herstellen, was für einen kleineren Haushalt eine Herausforderung sein könnte. Auf Website und Facebook von AndSoy findet man immer wieder spannende Rezeptideen.

wirklich einfach zu bedienen

3. Zeitersparnis:

Besonders bei der Herstellung von „Sojamilch“ kann man mit dem AndSoy wirklich Zeit sparen. Das hilft vor allem wenn der Sojadrink für die Weiterverarbeitung zu anderen Produkten wie Tofu, Topfen (= Quark) oder Joghurt gedacht ist und man auch mal größere Mengen braucht. Die Bedienung ist total simpel, der Mixer läßt sich schnell und leicht reinigen und ist vielseitig verwendbar.

Andere Funktionen, die das Gerät beherrscht, wie z.B. Obstmus oder Congee machen, habe ich noch gar nicht probiert. Es gibt also noch einiges auszuprobieren! Gestern habe ich mich zum 1. Mal an eine Suppe mit dem Kochmixer gewagt. Praktisch ist es schon, die Zutaten einfach nur schnell klein zu schneiden, Wasser dazu zu geben, anzuschalten und fertig. Kein am Herd herumstehen, um zu schauen, dass nichts anbrennt, kein extra pürieren mehr. Jetzt kann ich die Zeit für andere Sachen nützen 🙂

4. Material & soziales Engagement:

Der Kochmixer besteht innen – mit Ausnahme des Überlaufsensors – aus Edelstahl und sowohl der Meßbecher als auch der Behälter sind aus biologisch abbaubarer Bambusfaser hergestellt. AndSoy propagiert biologische und regionale Lebensmittel und ihre Produkte werden in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Hilfswerk für Taubbline verpackt.

5. Sparpotenzial: 

Die Anschaffung des Kochmixers schlägt sich vorerst mit rund € 220. zu Buche. Im Paket sind Reinigungszubehör, Sieb, Meßbecher, Behälter und ein kleines Rezeptheft enthalten. Wenn man ihn häufig im Einsatz hat, macht sich das Gerät aber schnell bezahlt. Denn 1 l Sojadrink im Supermarkt kostet zwischen 1,50-2 €, selbstgemacht geht das um 0,30 €.

80 g Nüsse reichen für 1,3 – 1,5 l

Fazit: Ein Kochmixer ist natürlich kein Must-have. Wenn man aber – so wie ich – ohne so ein Gerät dann doch immer wieder zu Pflanzen-Drinks in Tetrapacks zurückgreift, weil die Herstellung sonst zu umständlich oder langwierig ist, macht so ein Gerät durchaus Sinn. Umso eher, je mehr man ihn einsetzt und da gibt es wirklich viele Möglichkeiten. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt, der Inhalt stammt von mir und wurde von And Soy nicht beeinflußt. Den Kochmixer habe ich mir privat angeschafft.

P.S.: Wenn Ihr jetzt auch einen AndSoy Kochmixer* haben möchtet, habe ich ein Goodie für Euch. Mit dem Gutscheincode „oneecoveganlife“ bekommt Ihr gratis ein 4-er Teller Set aus Bambus dazu. Die Teller eignen sich – unter Anderem – super für den Einsatz im Garten und zum Mitnehmen auf Picknicks.

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Selber machen macht Freude und spart Müll & Geld

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Leaf to Root: Gemüse essen von Blatt bis Wurzel + Rezept

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Bereits als ich vom Erscheinen des Buches Leaf to Root* erfahren habe, war mir klar, dass ich es lesen mußte. Das Thema Gemüse restlos zu verwerten interessiert mich schon länger und bisher ist mir kein anderes so ausführliches Werk (320 Seiten!!) zu dem Thema bekannt. Das Autorentrio hat sich richtig ins Zeug gelegt und nicht nur ein einfaches Kochbuch herausgebracht, sondern ein richtiges Nachschlagewerk. (Dieser Beitrag enthält Werbung)

Auch optisch ist das Buch eine Augenweide: Hochwertiges Hardcover mit matten Seiten mit ordentlicher Grammatur, 2 praktischen Lesebändchen und 150 stilvollen Farb- und sogar einigen Schwarz-Weiß-Fotos. Das Layout ist klar und sehr übersichtlich gestaltet. Der gesamte Band mit seinem – doch recht hohen – Preis von rund € 50,- wirkt edel. Gedruckt wurde das Buch in Italien, leider konnte ich keinerlei Hinweis auf nachhaltiges Papier oder Druck finden 🙁

Das Buch beginnt mit einem Vorwort der Ernährungswissenschaftlerin & Foodtrendforscherin Hanni Rützler, danach folgt eine kleine Einleitung des Autorenteams. Spannend zu lesen ist auch der Roundtable, eine Expertenrunde mit Diskussionen über Ernährungstabus, giftige Gemüseteile und Geschmacksentdeckungen.

Dann geht es mit den Rezepten los, die gemischt vegetarisch und vegan sind. Den Anfang macht das Kapitel Blatt & Kraut, in dem – unter Anderem – Karfiol-, Kohlrabi- und rote Rüben (= Beete oder auf schweizerisch Rande) Blätter, genauso wie Erbsen- und Kürbis-Triebe und sogar Karottenkraut kreativ verarbeitet werden.

Weiter geht’s mit Rezepten mit Stiel & Rippe, wie Grünkohlrippe, Fenchel-, Kohlrabi- oder Petersilien-Stiel.

Auch Haut & Haar werden hier selbstverständlich verarbeitet, von der Bananenschale über Maishaar bis zur Wassermelonenschale findet alles eine ungewöhnliche kulinarische Verwendung.

Selbst Strunk & Herz lassen sich verkochen, egal, ob Artischockenstängel, Karfiol- (= Blumenkohl), Brokkoli-, Rotkohl-, Weißkohl- oder Ananans-Strunk.

Die Verwendung von Blüte & Kern kenne ich zum Teil von meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin, aber hier werden sogar Avocado-, Papaya- und Tomaten-Kerne und sogar Rhabarberblüten genutzt!

Zum Schluß gibt’s noch Rezepte für Wurzel & Knolle: Dass man z.B. Dahlien-Knollen verkochen kann war mir völlig neu, während Frühlinszwiebel- oder Löwenzahnwurzel nicht so abwegig erscheinen.

Zwischen den Kapiteln eingestreut findet man auch noch verschiedenste Porträts, wie die diverser Köche, die sämtliche Teile verarbeiten; einem Bauern, der das anbaut, was andere am Acker liegen lassen; einer Sensorikerin und einem Lebensmittelchemiker. Besonders spannend fand ich die Vorstellung der Schweizer Jungköchin und Bäuerin Rebecca Clopath, die ihre Rezepte für alle Teile der Quitte vom Holz bis zu Blatt und sogar Asche vorstellt.

Die Rezepte im Buch erstrecken sich über eine große Bandbreite von Karottenstiel-Falafeln mit Linsen-Hummus, Brokkoliblatt Chips und Kohlrabischalen-Pickles bis zu Birnen-Fenchelstiel-Saft. Die Rezepte sind großteils eher anspruchsvoll und für geübte Köche, die Herausforderungen mögen, geeignet. Einige der Zutaten, die sogenannten „Second Cuts“, die normalerweise weggeworfen werden, kann man  wohl nur direkt beim Bauern oder aus dem eigenen Garten bekommen. Dazu kommt, dass darüber hinaus noch andere exotische Zutaten wie Kampotpfeffer, Kaffirlimettenblätter oder Annattosamen verwendet werden, die eher schwierig erhältlich sind.

Persönlich finde ich das Kompendium am Ende des Buches den spannendsten Teil überhaupt. Von Ananas bis Zwiebel wird hier aufgelistet welche Teile vom Gemüse essbar sind, wie Spitzenköche diese „Second Cuts“ zubereiten. Darüber hinaus wurden Infos aus historischen Kochbüchern zusammengetragen, genauso wie Küchentraditionen anderer Länder und einfache Kochanleitungen. Eine Inspiration für jeden kreativen Koch. Den Abschluß macht schließlich noch ein praktisches Rezeptverzeichnis.

Fazit: Leaf to Root* geht über den Umfang eines herkömmlichen Kochbuchs weit hinaus. Hier findet man als aufgeschlossener und fundierter Koch-Fan nicht nur Rezepte, sondern jede Menge Anregungen, um selbst kreativ zu werden. Die Rezepte sind großteils anspruchsvoll und auch für das selbständige Umwandeln der vegetarischen Anleitungen ins Vegane ist Koch-Erfahrung notwendig. Ein gewisses Manko für die Alltagstauglichkeit ist die Ausgefallenheit gewisser Zutaten. Wer jedoch tiefer in die Materie der „Second Cuts“ eintauchen, Zero Waste kochen möchte und offen für Neues ist, der wird mit dem Buch viel dazulernen und entdecken!

Zum Ausprobieren habe ich ein einfacheres Rezept mit Grünkohlrippen, in der Schweiz Federkohl genannt, ausgewählt:

Tempura von Federkohlrippen mit Zitronen-Soja-Dip

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Fotografie © Sylvan Müller, AT Verlag / www.at-verlag.ch

Tempura: 
50g helles Weizenmehl
1/3 TL Backpulver
120 g Federkohlrippen (Grünkohlrippen)
Salz
Öl zum Frittieren
Dip:
100 ml Sojadrink, zimmerwarm
2 TL Senf
2-3 TL Zitronensaft
1 TL gemahlenes Kurkuma
100 ml Rapsöl
SalzZum Anrichten:
50 g Federkohlblätter
Salz
1 Handvoll Edamame-Bohnen, enthülst, blanchiert
2 TL Chiliflocken
Fleur de Sel
Tempurateig: Das Mehl und Backpulver miteinander vermischen. 80 ml Wasser dazugeben und alles gut verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Den Tempurateig mindestens 1 Stunde kühl stellen.

Dip: Sojadrink, Senf, Zitronensaft und Kurkuma in einen hohen Mixbecher geben und mixen. Das Rapsöl langsam unter ständigem Weitermixen dazugeben. Den Dip mit Salz abschmecken und mindestens 30 Minuten kühl stellen.

Tempura ausbacken: Inzwischen die Federkohlrippen in etwa 5 cm lange Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser weich garen. Das Öl zum Frittieren erhitzen. Die Federkohlrippen durch den Tempurateig ziehen, im heißen Öl knusprig frittieren und auf Haushaltspapier trocken tupfen.

Anrichten:
Die Federkohlblätter in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und mit den Edamame-Bohnen, dem Dip und den Tempura anrichten. Die Chiliflocken und das Fleur de Sel über das Gericht streuen und servieren.

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Brüssel unverpackt einkaufen

Auf meinem Weg nach England mit dem Zug habe ich in Brüssel einen Zwischenstopp eingelegt, um das vegane Essen zu verkosten und die Zero Waste Einkaufsmöglichkeiten zu entdecken.

Zuerst war ich im Chyl, der Name steht hier für Programm: CHange Your Lifestyle – CHerish Your Life! Die Kombi aus Bio-Unverpackt Laden und Café mit begrünter Terrasse findet man in der Rue de Belle Vue 62. Leider hatte das Lokal noch nicht offen, als ich dort war, aber die Beschreibung auf der Homepage klingt sehr verlockend!

Chyl, Brüssel

Im gemütlich stylish eingerichteten Geschäft findet man jede Menge unverpackte Goodies und auch viele der typischen Produkte aus anderen Bio-Läden. Da ich mittlerweile schon einige Unverpackt-Läden besucht habe, bin ich als erstes immer besonders neugierig auf Sachen, die ich sonst noch nie unverpackt gefunden habe. Im Chyl sind mir die italienischen Essige mit weißer Trüffel, Feige, Ingwer und Blutorange gleich ins Auge gestochen.

Apothekergläser

Darüber hinaus findet man jede Menge getrocknete Früchte, offenes Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Grundnahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Reis, Zerealien und Nüsse, aber auch Putzmittel. Wer für Zero Waste noch nicht so gut ausgestattet ist, bekommt hier auch die tollen GOTS-zertifizierten Re-sacks Baumwollnetze, Edelstahl-Trinkflaschen, hübsche Apothekergläser und praktische Metallklammern.

Wenn einen der große Durst überfällt, gibt’s die Auswahl zwischendurch Smoothies in Glasflaschen und dem leckeren Quintine Bier in der Bügelglasflasche mit Einsatz drauf.

La Grainerie, veganer unverpackt Laden, Brüssel

Nicht weit entfernt, in der Rue de Tenbosch 112, ist der zweite Unverpackt Laden – La Grainerie – zwar um einiges kleiner, dafür aber komplett vegan und auch bio, was ich immer sehr praktisch finde, weil ich dann nicht bei jedem Produkt nachlesen muß, was drinnen ist. Auch hier gibt’s wieder einige Besonderheiten zu entdecken: Hefeflocken, Gomasio, getrocknete Shitake Pilze, Tamari, Buchweizenmehl (glutenfrei!), Einkornmehl, Kichererbsenmehl oder Reisessig.

La Grainerie Brüssel Zero Waste einkaufen

Darüber hinaus gibt es auch noch Nudeln, Hülsenfrüchte, Fruchtsäfte, Frühstückszerealien (wie Qinoaflocken – auch mit Schoko), lose Tees, Gewürze, Oliven- und sogar Sesamöl. Edelstahl-Thermosflaschen und Lunchboxen runden das Sortiment ab.

Dieses liebevoll eingerichtete Geschäft bietet seit knapp 2 Monaten am Wochenende auch einen wahnsinnig leckeren Brunch an…aber davon erzähle ich Euch ein andermal 🙂

Zero Waste Läden sind auf Reisen eine tolle Quelle, wenn man sich selbst versorgt oder für Snacks und auch, um sinnvolle Mitbringsel einzukaufen, statt billigem Made-in-China-Souvenir-Krimskrams. Am Besten schon vorher schlau machen, was es vor Ort gibt. Eine ausführliche Liste findet man auf bepakt.

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Zero Waste Buchbesprechung mit Handspülmittel Rezept

Zero Waste Buch Shia Su

Seit einiger Zeit versuchen mein Mann und ich unseren Müll soweit wie möglich zu reduzieren. Dabei sind unterstützende Ratgeber sehr willkommen. Da kam uns das Buch Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün* gerade recht. Die Autorin, Shia Su, kennst Du vielleicht schon von ihrem Blog wastelandrebel.

Warum ich von Shias Buch so begeistert bin hat gleich mehrere Gründe:

  • Es ist das 1. Buch zum Thema Zero Waste von einer Autorin aus dem deutschen Sprachraum. Das hat den Vorteil, dass man die Zutaten für die Rezepte problemlos in Österreich, Deutschland und der Schweiz bekommt.
  • Shia zeigt, dass Zero Waste auch geht, wenn man keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat.
  • Die Rezepte sind super einfach, schnell umsetzbar und noch dazu vegan!
  • Das Buch muß nicht von vorne bis hinten durchgelesen werden. Man kann sich einfach Kapitel oder Rezepte herauspicken und es als Nachschlagewerk verwenden.
  • Die QR Codes im Buch führen zu regelmäßig aktualisierten Infos im Internet, wie z.B. unverpackte Einkaufsmöglichkeiten in den deutschsprachigen Ländern.
  • Zero Waste wurde auf Recyclingpapier mit mineralölfreien Farben in der EU gedruckt und wird ohne die übliche Plastikfolie verkauft.

Nach einer kurzen Einleitung zählt die Autorin die Vorteile eines müllfreien Lebensstils auf, wie z.B. Kosten- und Zeitersparnis. Im Kapitel „Wie fange ich am besten an?“ gibt Shia Su viele hilfreiche Tipps, sei es für die eigene Müll-Analyse, zur Umsetzung der 5 Rs – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot oder zum Ausmisten.

Danach geht die quirlige Bloggerin die verschiedenen Bereiche im Haushalt nacheinander durch: Einkauf, Kochen, Vorratshaltung, Putzen, Körperpflege, Monatshygiene, Kleidung und Papiermüll. Zum Schluß folgen noch eine spannende Fakten zum Thema Müll. Gespickt sind die Kapiteln mit den oben erwähnten, super simplen Rezepten und vielen zahlreichen Tipps aus Shias Alltag.

Fazit: Die Alltagstauglichkeit und Shias lockere, positive Einstellung machen das Buch zum wahren Lesevergnügen und unverzichtbaren Helfer auf dem Weg in ein zufriedenes Zero Waste Leben. Mein neues Lieblingsbuch zum Thema Müllvermeidung! Bei Deinem Lieblingsbuchhändler findest Du es unter der ISBN 978-3-99025-273-4. Natürlich gibt es das Buch auch müllfrei als ebook.*

Hier noch ein Rezept aus dem Buch zum Ausprobieren. Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Dir auf Deinem Zero Waste Weg geht!

Handspülmittel

Handspülmittel DIY

Dieses Handspülmittel ist nicht so fettlöslich wie handelsübliches Spüli. Bei fettigem Geschirr kann man etwas Waschsoda drüberstreuen oder Olivenölseife pur verwenden.

Zeitaufwand: 10 Minuten, wenn die Seife noch gerieben werden muß, unter 5 Minuten, wenn Seifenflocken verwendet werden.

Ihr braucht: 

  • 30 g Olivenölseife
  • 1 EL Natron oder 2 TL Waschsoda
  • 600 ml kochendes Wasser
  • evt. einige Tropfen naturreines ätherisches Öl, falls euch der Geruch wichtig ist

So geht’s:

Seife klein raspeln.

Handspülmittel selber machen

Das Wasser in einem Topf aufkochen, Seifenflocken und ggf. ätherisches Öl dazugeben und mit einem Löffel umrühren, bis sich die Seifenflocken auflösen. Sollten sich nicht alle Seifenflocken verflüssigen, kann die Masse noch einmal auf dem Herd unter Rühren erwärmt (erwärmen, nicht kochen!) werden, bis sich die gesamte Seife aufgelöst hat.

DIY Spülmittel abfüllen

Die Mischung abkühlen lassen, dann das Natron oder Waschsoda dazugeben und verrührern. Spülmittel in Seifenspender umfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

Noch mehr Tipps zum Thema Zero Waste findest Du hier:
Unverpackt einkaufen in Stadt und Land

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Zero Waste Einkauf im Urlaub: Palma de Mallorca

Unverpackt einkaufen Palma de Mallorca, Lo VeganoNachdem ich letztes Wochenende den Bio-Markt am Placa Bisbe Berenguer de Palou erkundet habe, habe ich mich diesmal in zwei Bioläden im Stadtteil Santa Catalina nach unverpackten Einkaufsmöglichkeiten umgesehen und wurde wieder positiv überrascht.

Llata Tasche aus Palmenblättern, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Im Lo Vegano, dem einzigen veganen Supermarkt in Palma, gibt es seit 2 Wochen eine gute Auswahl unverpackten Lebensmitteln. Rund 80% der Produkte im Laden stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Aus Säcken kann man sich mit großen Schaufeln Chia, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne, Quinoa, Kürbiskerne, Buchweizen, Vollkornreis, Hirse, Bohnen, Linsen und Couscous abfüllen.

Ganz besonders toll finde ich die offen angebotenen glutenfreien Nudeln aus verschiedenen Linsenarten.

Glutenfreie Linsennudeln offen kaufen in Palma de MallorcaZwar nicht ganz müllfrei, aber trotzdem eine gute Alternative zur herkömmlichen Plastikverpackung, finde ich das Kala Namak Salz, Kurkuma, Seitan, „Enten“-Filets und Agavendicksaft im Glas.

Kala Namak Salz im Glas, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Wenn man die Gläser danach wieder verwendet, macht das auch Sinn.

Seitan im Glas, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Insgesamt bietet Lo Vegano rund 2.000 Produkte an, darunter auch gluten- und sojafreie Produkte für Allergiker an – die sind aber leider konventionell verpackt.

Nur ein paar Schritte weiter gibt es noch einen zweiten tollen Laden: loveat! Beyond Organics.

loveat, Bio-Laden Palma

Unverpackt einkaufen im Loveat in Palma, MallorcaHier stehen am Boden einige große Säcke aus denen man sich Hafer, Oolong Tee, Hirseflocken und Himalaya Salz abfüllen kann.

In Bügelgläsern werden diverse Zuckerarten (Kokosblütenzucker und heller und dunkler Bio-Fairtrade-Rohrzucker), als auch Weizen-Quinoa-Nudeln zur Selbstentnahme angeboten.

In den typischen Wandspendern findet man eine Auswahl an Buchhweizen, Chia, Fairtrade Quinoa, Haferflocken, rote Linsen, unterschiedlichen Reissorten (u.A. Basmati und roter Reis), Couscous, Kichererbsen und auch Dinkel, die man in selbst mitgebrachte Behälter füllen kann.

 

Frisches Bio-Obst und Gemüse bei loveat in Palma de MallorcaIm kleinen Innenhof wartet frisches Obst und Gemüse darauf, mitgenommen zu werden.

Wer ein authentisches Stück Mallorca mit nachhause nehmen möchte, dem kann ich die handgeflochtenen,  Körbchen einer Frauenkooperative aus Capdepera ans Herz legen. Das aussterbende Handwerk des Llata – dem Flechten von Palmblättern – wird nur noch dieser Gruppe und einer in Artà am Leben gehalten. Die in stundenlanger, mühevoller Arbeit hergestellten kleinen Kunstwerke können mit den Preisen der minderwertigen Konkurrenzprodukte aus China nicht mithalten.

Llata Körbe aus Palmblättern von einer Frauenkooperative aus Mallorca

Da man im Urlaub natürlich nicht immer selber kochen will, verrate ich Euch nächstes Mal, wo man lecker in Palma essen gehen kann. Egal ob veganes Eis, Brownie, Toast, Burger oder tolle Gemüsegerichte, hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten.

Noch mehr vegane Zero Waste Tipps für Palma de Mallorca findet Ihr hier.

Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität bei den Mallorcabeiträgen, aber ich habe diesmal nur die Kamera meines Fairphones mit dabei. Zum Einen weil ich im Kochunterricht nicht die Zeit habe mit der Spiegelreflexkamera zu arbeiten und zum Anderen, weil uns im letzten Urlaub auf Mallorca unsere gesamte Fotoausrüstung gestohlen wurde. Nach diesem Vorfall haben wir auf unserem Blog Fotonomaden dazu einen Artikel zum Thema Fotoausrüstungs-Versicherung geschrieben.

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Mallorca: Unverpackt, vegan und bio in Palma

Bio-Markt Palma de MallorcaDerzeit habe ich das große Glück ein Monat auf Mallorca sein zu können, wo ich eine vegane Koch-Ausbildung mache. In meiner Freizeit schlendere ich durch die Inselhauptstadt und spüre die besten Plätze für vegane und – idealerweise auch biologogische – Eßmöglichkeiten und Lebensmittel auf. In Palma gibt es zwar keinen Unverpackt-Laden, dafür aber jede Menge Möglichkeiten auf Märkten à la Zero Waste einzukaufen.

Brot: Unverpackt Einkaufen in Palma de Mallorca

Gestern habe ich den großartigen Bio-Markt am Placa Bisbe Berenguer de Palou erkundet. Der Markt mit rund 13 Ständen findet jeden Dienstag und Samstag von 8-14 Uhr statt und die Auswahl ist super!

Getreide und Hülsenfrüchte unverpackt - Palma de Mallorca

Vorausgesetzt man ist gut mit eigenen Behältnissen ausgerüstet, bekommt man hier fast alles verpackungsfrei, was das Herz begehrt:

  • Obst: Eine große Bandbreite, sowohl frisch, als auch getrocknet. Es gibt sowohl heimisches als auch importiertes Obst und sogar getrocknete Granatapfelkerne, Gojibeeren und Kokosflocken.
  • Gemüse: Von Artischocken über gesunden Grünkohl für den Smoothie bis zu getrocknetenTomaten.
  • Getreide, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte: Hirse, Couscous, Cornflakes, Bohnen und mehr.
  • Sonstiges: Verschiedenste Nüsse und selbst Erdmandeln, Chiasamen, sowie ein paar Gewürze, wie das allgegenwärtige Paprikapulver.

Getrocknete Früchte lose kaufen in Palma de Mallorca

Darüber hinaus werden verschiedene vegane Snacks angeboten. In Mallorca muß man bei süßen und pikanten Mehlspeisen besonders aufpassen, weil traditionell Schweineschmalz für die Zubereitung verwendet wird. Daher sicherheitshalber immer nachfragen! Die am Bio-Markt angebotenen veganen Leckereien werden stattdessen mit Olivenöl hergestellt.

Vegane Coca de Trampó vom Bio-Markt in Palma

Natürlich hab‘ ich gleich mal eine Coca de Trampó verkostet. Bei Coca handelt es sich um eine Art mallorquinische Pizza mit dünnem, knusprigen Boden und üppigen Belag. Im Falle der Coca de Trampó sind das Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch.

Veganer glutenfreier Bio-Muffin mit mallorquinischem Carobpulver

Danach habe ich auch noch einen glutenfreien Muffin mit Mandelmehl und Carobpulver verkostet. Das Pulver wird auf Mallorca selbst aus der Frucht des Johannisbrotbaumes hergestellt. Die von mir getesteten Snacks gibt es übrigens unter der Woche direkt in der Bäckerei Pane Nostro nahe der Placa d’Espanya.

Die Standler sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Das Abfüllen in die eigenen Behälter war überhaupt kein Problem, trotz meinem Mangel an Spanisch-Kenntnissen. Hier wird Zero Waste Einkauf zum Vergnügen. Sehr empfehlenswert!

Noch mehr vegane Zero Waste Alternativen in Palma habe ich hier vorgestellt.

Besser leben ohne Plastik + DIY Waschmittel Rezept

Cover_besserlebenohneplastik

Wie großartig – es gibt wieder ein neues Buch zum Thema Plastikvermeidung! Für mich ein Indikator, dass das Bewußtsein für die Müllproblematik wächst. Auch die rasant steigende Anzahl an Unverpackt-Läden zeigt, dass immer mehr Menschen bereit sind, Ihre Gewohnheiten umzustellen.

Das 108 Seiten starke Buch überrascht bereits positiv, weil es nicht in Plastik eingeschweißt ist und der Einband ohne Zellophanierung auskommt. Mit mineralölfreien Farben wurde auf 100% FSC-zertifiziertem Recyclingpapier gedruckt.Die entstandenen CO2 Emissionen klimaneutral ausgeglichen. Das nenne ich vorbildlich! Die Aufmachung innen ist schlicht, übersichtlich und mit hübschen Farbfotos aufgelockert.

Nach dem Einführungskapitel ‚Gesundheit und Umwelt‘, dass die Gefahren von Plastik aufzeigt, geht es mit ‚Anfangen: Schritt für Schritt‘ los: Wie kaufe ich plastikfrei ein? Wie hat Oma das gemacht?

Danach folgen die Kapitel ‚Kinder und Plastik‘, ‚Bad und Haushalt‘, ‚Leben und Einrichten‘ und ‚plastikfreie Rezeptideen‘. Die Bandbreite an Ideen und DIY Rezepten reicht hier von selbstgemachter Spielknete, über Bodylotion bis zu  Fruchtgummis. ACHTUNG: Einige Rezepte sind nicht vegan! Den Abschluß macht ein Serviceteil, in dem einige Zutaten genauer erklärt und Bezugsquellen angeführt werden.

Alles in allem ein sehr gelungenes Buch mit vielen einfachen Tipps für den Einstieg ins plastikfreie Leben. Bevor es mit dem Test-Rezept weitergeht, hier noch die bibliografischen Daten zum Buch:

Besser leben ohne Plastik*
Anneliese Bunk & Nadine Schubert
2016, oekom Verlag München
ISBN 978-3-86581-784-6

Waschmittel aus Kernseife

Für drei Liter Waschmittel benötigt man nur zehn Minuten Zeit. Nach 24 Stunden Wartezeit kann das Waschmittel verwendet werden. Es reicht für etwa 15 Waschgänge.

©SilviaWillax

©SilviaWillax

45 g Kernseife (ohne EDTA) Anmerkung Karin: auf Bio & vegan achten!
6 EL Waschsoda
3×1 Liter heißes Wasser
20 bis 50 Tropfen Duftöl (optional)

  1. Seife mit der Küchenreibe fein raspeln, mit kochendem Wasser übergießen. Mit einem Schneebesen rühren, bis die Seife aufgelöst ist.
  2. Nach ca. einer Stunde einen weiteren Liter kochendes Wasser mit Soda und Duftöl zugeben. Die Kombination Lavendel & Orange duftet besonders intensiv. Nach einer weiteren Stunde erneut einen Liter Wasser hinzugeben, gut verrühren.
  3. Nach 24 Stunden gut durchrühren und in eine leere Waschmittelflasche füllen. Vor Gebrauch schütteln.

Sie benötigen ca. 200ml Waschmittel pro Waschgang. Je nach Duftöl liegen die Kosten bei ca. 1 Euro für 3 Liter Waschmittel. Das Waschmittel ist nicht für Wolle und Seide geeignet. Flecken können mit Gallseife behandelt werden. (Anmerkung Karin: ACHTUNG, nicht vegan!).

Noch einfacher: Ein viertel Stück Kernseife in ein leeres 500-ml-Glas geben, mit kochendem Wasser aufgießen. Nach einigen Stunden umfüllen und mit oben genannten Zutaten mischen. Die Kernseife löst sich dabei nicht vollständig auf und kann mehrmals als Ansatz verwendet werden.

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

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Statt Plastik – ein DIY-Buch für die Praxis + Mundwasser-Rezept

Photocredit: (C) Hanna Rudolf

Photocredit: (C) Hanna Rudolf

Manche Bücher machen nicht nur Freude beim Anschauen und Lesen, sondern sind auch überaus sinnvoll. Eines davon ist Statt Plastik – Schöne Sachen zum Selbermachen – Das Ideenbuch für Einfälle statt Abfälle* von Jutta Grimm. Das Buch ist eine gelungene Kombination aus fundierten Infos, hübschen Fotos, gelungenem Layout und zahlreichen spannenden Selbermach-Anleitungen.

Nach einer kurzen Einführung in die Plastik-Problematik folgen Tipps zu den Projekten. Der Rest des Buches ist in folgende Kapitel gegliedert:

  • Einkauf
  • Bad
  • Wäsche
  • Haushalt
  • Baby

Zum Schluß folgen Schnittmuster, Literaturhinweise und ausgewählte Bezugsquellen. Die DIY-Projekte reichen vom gehäkelten Topfkratzer über selbst gerührten Lippenbalsam und Fleckenstift bis zur genähten Tasche für den Fahrradkorb und Spülmaschinenmittel. Die Anleitungen der Handarbeitsrezepte werden mit hilfreichen Illustrationen verdeutlicht.

Leider sind die Rezepte nicht alle vegan, unter anderem kommen Bienenwachs und Gallseife zum Einsatz. Gut finde ich hingegen die Infoboxen, wo verschiedenen Zutaten oder Anwendungen erklärt werden. Das Buch ist im Pala-Verlag erschienen, gedruckt in Deutschland auf 100% Recyclingpapier, was ich sehr gut finde!

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes Praxis-Buch mit tollen Infos und Projekten. Wir hätten uns ausschließlich vegane Rezepte gewünscht, aber abgesehen davon ist Statt Plastik* definitiv sehr empfehlenswert. Zum Ausprobieren gibt’s hier im Anschluß gleich das Rezept für Mundwasser.

Mundwasser

Photocredit: (C) Hanna Rudolf

Photocredit: (C) Hanna Rudolf

Viele Menschen nutzen Mundwasser nur für einen frischen Atem. Mit diesem Mundwasser können Sie außerdem ein gesundes, kariesfeindliches Mundklima erzeugen und die Zähne remineralisieren. Es ist gut fürs Zahnfleisch und kann bei regelmäßiger Anwendung Zahnstein vorbeugen. Die ätherischen Öle sind neben dem Geschmack auch noch entzündungshemmend, antiviral und gut bei kleineren Verletzungen der Schleimhaut. Ach ja, und frischen Atem macht es auch noch …

Das wird benötigt

500 ml lauwarmes Wasser

3 EL Xylit 

2 TL Natron 

7 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl 

5 Tropfen ätherisches Myrrhenöl

So wird’s gemacht

  • Wasser, Xylit und Natron in eine Flasche geben. Flasche schließen und so lange schütteln, bis alles gelöst ist. Nun noch die ätherischen Öle dazugeben.
  • Vor der Anwendung die Flasche schütteln, damit sich die nichtwasserlöslichen ätherischen Öle wieder gut verteilen. Wie gewohnt morgens und abends etwa 1 Minute mit dem Mundwasser die Zähne spülen. Ausspucken und nicht nachspülen.
  • Wer den Geschmack nicht so mag oder auf Pfefferminzöl verzichten will, kann auch andere ätherische Öle verwenden: zum Beispiel Manuka, Geranie, Salbei, Teebaum, Zitrone.

Mundwasser für Kinder?

Kinder sollten Mundwasser erst verwenden, wenn sie es zuverlässig wieder ausspucken können und nicht herunterschlucken. Das ist etwa im Alter von sechs Jahren der Fall. Dann kann man sie an die Benutzung von Mundwasser heranführen (bis dahin außer Reichweite stellen, weil Verwechslungsgefahr aufgrund der Ähnlichkeit der Flasche zu Getränkeflaschen besteht). Bei älteren Kindern, vor allem wenn sie eine feste Zahnspange tragen, hat die regelmäßige Verwendung von Mundwasser eine hervorragende Wirkung.

Auch bei den anderen Zahnpflege-Produkten sollte man natürlich auf Nachhaltigkeit achten, z.B. mit biologisch abbaubaren Zahnbürsten* oder Zahnkreide.*

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Interview mit Designerin *anna pollack*

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Anna Pollack ist die Frau hinter dem gleichnamigen Design- und Modelabel. Anna hat sich der Kreation kunterbunter Kindermode-Unikate aus wiederverwerteten Stoffen verschrieben. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Kostümbildnerei. Wir haben mit Ihr über Upcycling-Mode geplaudert.

BC (Beechange): Anna, Du hast ja bereits vor 10 Jahren mit der Herstellung von Upcycling-Kleidung begonnen. Wurde Deine Mode aus wiederverwerteten Textilien damals gleich akzeptiert oder hat sich da etwas über die Jahre verändert?

Anna Pollack:
Zu Beginn war es für mich sehr schwer die Kunden von meiner anderen Herangehensweise zu überzeugen. Viele hatten für Babies und Kinder in erster Linie den Anspruch, dass alles neu sein muß. Dabei ist gerade in dem Bereich gebrauchte Kleidung sehr empfehlenswert: Die von mir verarbeiteten Teile sind im Vorfeld so oft gewaschen worden, dass unter Garantie keine Chemikalien, die bei der Produktion zum Einsatz gekommen sind, mehr drin sind – also weitaus besser für Baby’s Haut! Upcycling steht neuen Biostoffen da um nichts nach!

BC: Du verarbeitest zum Teil auch neue Bio-Stoffe. Für welche Produkte kommen die zum Einsatz und warum kann man da keine Alt-Textilien dafür verwerten?

Anna Pollack:
Alle meine Bündchenstoffe sind neue, GOTS-zertifizierte Bio-Baumwollstoffe. Um meinem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, verarbeite ich hier nur neue Stoffe, da die Elastizität mit zunehmenden Waschgängen und mit dem Gebrauch stark abnimmt. Bei den Baby-Schlafsäcken habe ich eine 100% GOTS-zertifizierte Bio-Baumwoll-Linie, da gerade bei Neugeborenen und Babies besonders auf die Schadstoffbelastung zu achten ist.

BC: Gibt es irgendwelche Stoffreste, die Dir über bleiben oder verarbeitest Du selbst kleinste Stückchen?

Anna Pollack:
Generell bleibt bei mir kein Stoffrest übrig, da ich die Stücke, die zu klein zum Vernähen sind zum Ausstopfen der Kinderspielzeuge verwende. Das einzige, was ab und zu überbleibt sind dicke Nahtstücke, die nicht weich und angenehm genug zum Kuscheln sind. Langsam muß ich zu größeren Objekten übergehen, da meine Produktion gestiegen ist.

BC: Bei Deiner Mode handelt es sich fast außschließlich um Unikate, weil sie aus verschiedensten Kleidungsteilen neu zusammengesetzt werden. Individualität statt Massenware – ist das einer der Gründe warum sich KundInnen für Deine Stücke entscheiden?

Anna Pollack:
Ich denke schon. Es gibt immer wieder KundInnen, die sich bewußt für meine Produkte entscheiden, weil sie das andere, das besondere, das speziell für sie kreierte suchen.

BC: Fertigst Du eigentlich auch Kleidung nach spezifischen Wünschen an, z.B. was die Farbe oder den Schnitt betrifft?

Anna Pollack:
Ja, im Bereich des Möglichen bemühe ich mich immer auf Kundenwünsche einzugehen. Es ist nicht immer alles möglich, da ich durch die vorhandenen Rohmaterialien eingeschränkt bin. Aber manchmal ist jemand auch bewußt bereit zu warten, um z.B das gewünschte Stück in einer bestimmten Farbe zu bekommen. Auch auf Schnittwünsche versuche ich Rücksicht zu nehmen, wobei hier die Relation zwischen Aufwand und Preis wichtig ist.

BC: Eines Deiner bekanntesten Teile sind ja Deine Kinder-Piratenhosen. Kannst Du die ein bißchen beschreiben?

Anna Pollack:
Meine Piraten-Hosen sind aus verschiedenen Ideen heraus geboren. Zum einen war es mir wichtig eine Hose zu kreieren, die die Kinder in ihrer Bewegungsfreude nicht einschränkt, die gemütlich zu tragen ist, die über eine lange Zeit paßt und aber gleichzeitig auch schön anzusehen ist. Ich bin kein Fan/keine Fanin von Trainingshosen. (Weder bei Großen noch bei Kleinen!). So entstand die Idee zur Piratenhose.

BC: Außer Kleidung produzierst Du ja auch Baby-Schlafsäcke, Spielzeug und so tolle Ballhüllen, die Du mit Fairtrade-Luftballons bestückst. Wie funktioniert so eine Hülle?

Anna Pollack:
Der Luftballon wird leer in die Hülle gesteckt und dann aufgeblasen. Wenn er die richtige Größe hat, wird er einfach zugedreht und der eingedrehte Zipfel zwischen die Stofflagen des Verschlusses geschoben. Somit hält sich der Ballon selber zu, und wenn man mit dem Spielen fertig ist, kann man ihn einfach wieder auslassen und in der Hosentasche verstauen. Er ist das perfekte Mitnehm-Spielzeug!

Photocredit: (C) New Age Fotografie

Photocredit: (C) New Age Fotografie

BC: Deine Kreationen nähst Du großteils selbst, aber zum Teil läßt Du auch in einer sozialen Werkstätte in Wien produzieren. Kannst Du uns darüber etwas erzählen?

Anna Pollack:
Ich lasse teilweise bei Merit, der Schneiderei-Werkstatt der Volkshilfe im fünften Wiener Bezirk nähen. Das ist ein soziales Projekt zur Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahren. Hier wird Menschen, die es sehr schwer haben Arbeit zu finden, ein Einstieg ins Berufsleben geboten. Gleichzeitig bietet die geographische Lage mir die Möglichkeit, selbst in die Werkstätten zu gehen, alle Stücke direkt vor Ort zu besprechen und mit der Werkstättenleiterin Dusica Taricic eng zusammenzuarbeiten. Noch dazu entfällt die Umweltbelastung durch weite Transporte. Den Großteil der Transporte erledige ich entweder per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

BC: Wo kann man *anna pollack* Unikate denn überall erstehen?

Anna Pollack: *anna pollack* unikate gibt es im Mein Design in der Kettenbrückengasse 6 in Wien oder bei „Die Piratin hat den besten Stoff“ in der Neubaugasse 75, ebenfalls in Wien. Sonst besteht die Möglichkeit nach Voranmeldung – oder bei viel Glück auch spontan – im Atelier vorbeizukommen. Auf der Webseite und über die Facebookseite werden auch immer die aktuellen Märkte und Verkaufsausstellungen und -events gelistet. Für jene Kunden, für die all diese Möglichkeiten nicht in Betracht kommen, gibt es auch einen Webshop.

BC: Gibt es noch etwas, dass Du den Beechange LeserInnen sagen möchtest?

Anna Pollack: Ich produziere meine Mode nicht nur, um Kinder und Eltern glücklich zu machen, sondern auch, um meinen Teil dazu beizutragen, dass bei der Produktion weder Menschen noch Natur leiden muss. Mode ist leider zum Wegwerfprodukt geworden – meine Einzelstücke haben hohe Qualität und können auch den kleinen Geschwistern weitergegeben werden. Auch Bekleidung ist Teil eines bewussten Lebensstils.

BC: Herzlichen Dank für das Gespräch Anna und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Mode!