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Wiederverwertet: Kaffeesatz – Teil 2

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Kaffeesatz kann noch mehr! Hier noch ein paar Tipps:

Den Kaffeesatz zuerst ausgebreitet trocknen lassen. Dann in geschmacksneutralen Gefäßen, wie alten Schraubgläsern, (dann allerdings dunkel lagern!) aufbewahren.

Haushalt:

  • Schokokuchen aufpeppen: Etwas Kaffeesatz in den Kuchenteig rühren, schmeckt auch lecker bei Brownies.
  • Hände von Küchengerüchen befreien: Nach dem Kochen die Hand mit Kaffeesatz abreiben. Danach mit Wasser und Seife abwaschen. Voilà, Knoblauch & Zwiebelgerüche sind verschwunden!
  • Abfluß freihalten: Regelmäßig 1/2 Tasse Kaffeesatz in den Waschbeckenabfluß schütten und mit kochendem Wasser nachspülen. Beseitigt Ablagerungen & beugt Verstopfungen vor.
  • Vasen reinigen: Wasser & Kaffeesatz einfüllen, etwas stehen lassen. Dann mehrmals hin & her schwenken. Kaffeewasser wegschütten und mit klarem Wasser nachspülen.
  • Gerüche neutralisieren: Kaffee wirkt von Natur aus desodorierend, z.B. gegen Zigarettenrauch. In einer Schale im Kühlschrank. Getrockneten Kaffesatz in einen Beutel füllen. Wirkt im Kleiderschrank, im Auto und im Mülleimer-Deckel.
  • Schuhe entmüffeln: Aus alter Kleidung kleine Säckchen nähen und mit trockenem Kaffeesatz füllen. Säckchen in die Schuhe stecken.

Kennt Ihr noch andere Möglichkeiten? Wir freuen uns über weitere Ideen!

P.S.: In Teil 1 gibt’s Tipps für Körperpflege und Garten.

Gesund & grün Zähne putzen

Plastikfrei, müllfrei, gesund und biologisch – So stellen wir uns unser Badezimmer vor. Nachdem wir schon längere Zeit erfolgreich auf unverpackte Seifen zum Duschen & Haare waschen umgestiegen sind, ist jetzt die Zahnhygiene dran. In unseren Holz-Zahnputzbechern stecken seit längerer Zeit Bambus-Zahnbürsten.

Hier unsere Gründe, warum wir uns für Bambus Zahnbürsten mit einem Griff aus geschliffenem Bambus und Nylonborsten entschieden haben:

  • Weil die Zahnbürsten samt Verpackung – mit Ausnahme der Borsten – in weniger als 2 Jahren biologisch abbaubar sind (Entsorgung mit der Bio-Tonne, nicht am Hauskompost!)
  • Weil sie – im Vergleich zu manchen herkömmlichen Plastik-Zahnbürsten – frei von dem gesundheitsschädlichen Weichmacher Bisphenol A (BPA) sind
  • Weil ich eine vegane Zahnbürste wollte und Holzzahnbürsten meist ausgekochte Schweineborsten haben
  • Weil Tierborsten innen hohl sind und sich dort angeblich leicht Bakterien ansiedeln
  • Weil Bambus einer der schnellstwachsenden Rohstoffe ist
  • Weil Bambus von Natur aus antibakteriell wirkt

Bei den Zahnpasten haben wir nur Varianten in Plastik- oder Alu-Tuben gefunden. Mit dieser Auswahl waren wir beide nicht glücklich.Dazu kommt, dass man bei den meisten Zahnpasten keine Ahnung hat, was die Inhaltsstoffe überhaupt sind. Da kommen Bindemittel, Feuchthaltemittel, Konservierungsmittel, Süßungsmittel und Aromastoffe zum Einsatz. Dazu umstrittenes Titandioxid zur Weißfärbung, Tenside, die die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen, usw.  Noch mehr interessante Infos dazu findet Ihr auf der Website eines alternativen deutschen Zahnarztes.

Also haben wir beschlossen, Zahnpulver selbst herzustellen. Auch hier gibt es Unmengen von Möglichkeiten und Rezepten. Nach langem Recherchieren haben wir uns für diese Variante entschieden (die wir jetzt überholt haben im Feb. 15).

Auf Grund der Rückmeldung einer Leserin habe ich das ursprüngliche Rezept verändert. Da Heilerde relativ abrasiv ist, empfehle ich nur Natron und Xylit zu verwenden. Natron hat einen extrem niedrigen Abrasiv-Wert von 7.

Zutaten:

Nicht über die Farbe des Pulvers auf den Fotos wundern, da haben wir noch grüne Mineralerde verwendet 🙂

In ein leeres Schraubglas füllen, durchmischen, fertig.

Die Zahnbürste befeuchten, vorsichtig in das Zahnpulver tauchen. Den Mund ausspülen und dann wie gewohnt die Zähne putzen. Da keine Tenside enthalten sind, schäumt das Pulver auch nicht!

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Fazit: Das Zusammenrühren ist kinderleicht und dauert 1 Minute. Der Geschmack ist ziemlich neutral. Die Zähne fühlen sich sehr sauber und glatt an. Angenehmes Frischegefühl im Mund. Echt super 🙂

Wer nicht gern selber rührt, kann einfach auch fertiges Zahnkreidepulver nehmen. Für Zahnseide haben wir noch keinen plastikfreien, veganen Ersatz gefunden, aber immerhin ist die Verpackung unserer Zahnseide plastikreduziert und mit rund 90 m fast doppelt so lang wie herkömmliche 50 m Packungen.

ACHTUNG: Für Hunde ist Xylit hochgiftig, also gut aufpassen!

Grün & gesund putzen

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Ein großer Hausputz ist wieder mal angesagt! Seit ich vor vielen Jahren die Erfahrung gemacht habe, dass die giftigen Dämpfe meiner konventionellen Putzmittel das Plastik meiner Wärmflasche zersetzt haben, kommen bei uns nur mehr ökologische Reinigungsmittel ins Haus.

Dabei ist es mir persönlich wichtig, dass sie aus natürlichen, nachhaltigen Inhaltsstoffen hergestellt sind und auch problemlos biologisch abbaubar sind. Auf künstliche Farb- und Duftstoffe lege ich natürlich auch keinen Wert. Eine andere Sache, die mich bei herkömmlichen Reinigern schon länger gestört hat, war, dass versucht wird, einem für alles ein extra Produkt anzudrehen, eines für die Rotwein-Flecken, eines für Edelstahl, eines für die Steingut-Fliesen, eines für’s Backrohr, usw.

Mit diesen hohen Ansprüchen habe ich mich auf die Suche gemacht und bin schließlich bei der Vorarlberger Firma Uni Sapon fündig geworden. Dieses kleine Familienunternehmen produziert seit 20 Jahren in Handarbeit eine kompakte Palette an Reinigern auf Basis von echter Schmierseife. Toll finde ich auch, dass mit rein veganen Fruchtsäuren wie Weinsäure und naturreinen, ätherischen Ölen gearbeitet wird. Mein besonderer Liebling dabei ist das Orangenöl, das beim Putzen auch gleich noch die Stimmung aufhellt 🙂

Überzeugt haben mich auch die strengen EcoCert- und Imo-Control Zertifierungen, die unter anderem die lückenlose, rasche biologische Abbaubarkeit der milden Tenside bestätigt haben.

Ökologische Reinigungsmittel gibt es mittlerweile ja recht viele auf dem Markt und manchmal ist es schwer, den Überblick zu behalten, welche die besten sind. Uni Sapon hat da noch einen klaren Vorteil für mich: Nämlich die Müllvermeidung. Intelligenterweise werden die Produkte nämlich hoch konzentriert verkauft und man verdünnt sie zuhause selber ganz einfach mit Wasser. Dadurch werden nicht nur unzählige sinnnlose Wassertransporte eingespart, sondern auch zahllose Verpackungen. Bestes Beispiel dafür ist der 500 ml Allzweckreiniger, aus dem man bis zu 125 (!) Flaschen herkömmliche Reinigungslösung herstellen kann. Das spart ganz nebenbei auch noch eine Menge Geld.

Den Großteil der Uni Sapon Produkte kann man auch nachfüllen lassen, sodaß kein Müll entsteht. Wo es in deiner Nähe eine Uni Sapon Nachfüllstation gibt, kannst du hier herausfinden.

Perfekte Unterstützer beim Saubermachen sind Putztücher aus Pflanzenfasern & Recycling-Material und Fairtrade-Putzhandschuhe aus Naturkautschuk.

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Hereinspaziert!

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Es ist soweit! Ab sofort ist der Beechange-Webshop geöffnet & es darf eingekauft werden. Wir sind gespannt, wie Euch die Produkte gefallen & freuen uns, wenn Ihr uns Feedback gebt, den Shop bewertet & den Shop-Start auf Facebook in die Welt hinauspostaunt.

Herzlichen Dank & viel Spaß,

Euer Beechange-Team

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Weg mit dem Plastikmüll!

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PULS4 widmet diese Woche vom 27.-31.01.2014  „Guten Abend Österreich“ dem Themenschwerpunkt Plastikmüll neben den aktuellen Nachrichten. Die Sendung wird von Mo-Fr um 18.45 Uhr gezeigt.

Fünf Abende lang wird dem enormen Plastik-Problem auf den Grund gegangen. Allein in Österreich werden jährlich über 1,2 Millonen Tonnen (!!!) an Plastikmüll-Verpackungen hergestellt. Jeder Österreicher und jede Österreicherin produziert pro Jahr durchschnittlich 17,37 kg Plastikmüll.

Tatsache ist: Plastik verrottet nicht. Welche schwerwiegenden Auswirkungen das hat, könnt Ihr z.B. auf der Seite des absolut empfehlenswerten Films ‚Plastic Planet‘ nachlesen. Unter anderem sind Plastikteilchen in unserer Nahrung und in den Meeren ein Teil dieser Problematik. In den speziellen Beiträgen zum Schwerpunkt-Thema kommt auch Werner Boote, der Regisseur von Plastic Planet, zu Wort.

Wichtig und positiv finde ich, dass auch Lösungsvorschläge gebracht werden, wie jeder selbst Plastik vermeiden kann. Absolut empfehlenswert zu diesem Thema ist der Blog Kein Heim für Plastik der Steirerin Sandra Krautwaschl, die mit ihrer Familie konsequent seit Jahren das Plastik in ihrem Haushalt fast auf Null reduziert hat. Hier kann man sich viele praktische Tipps holen.

Auch wir haben nach dem Film ‚Plastic Planet‘ angefangen in unserem Haushalt das Plastik nach und nach zu reduzieren. Deshalb gibt es im Beechange Webshop auch viele Plastik-Alternativen geben, wie z.B. Obst- und Gemüse-Einkaufssackerl aus GOTS-zertifizierter Bio-Baumwolle statt den Einweg-Sackerln im Supermarkt, Zahnputzbecher aus Akazienholz und mehr. Ihr dürft gespannt sein.

Hier auch noch frühere Posts zu dem Thema Plastik:

Plastik in Kosmetikprodukten

Tipps zur Vermeidung von Plastik & mehr über Plastic Planet

Wiederverwertete Schraubgläser als Plastik-Alternative

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Fotorecht: Thomas Kohler

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Auf Safari in Lunzers Maß-Greißlerei

Wir waren schon dort! Nämlich in Lunzers Maß-Greißlerei, die eigentlich erst übermorgen eröffnet. Im Rahmen der ‚urban & unpackaged‘ Biorama Leser-Safari haben wir die Chance genutzt, uns selbst einen 1. Eindruck von der neuen müllfreien Wiener Einkaufs-Möglichkeit zu machen.

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Man fühlt sich gleich beim Betreten wohl. Die helle Beleuchtung und die weiß gestrichenen Wände bilden einen schönen Kontrast zu den dunklen Holzmöbeln. In angenehmer, überschaubarer Runde erzählt Andrea Lunzer, die Besitzerin, von Ihren Herausforderungen auf der Suche nach passenden Lebensmitteln und Herstellern und beantwortet geduldig die zahlreichen Fragen der interessierten Zuhörer.

Andrea Lunzer läßt uns auch gleich mal leckere gebrannte Mandeln & Waldviertler Schoko-Granetti in Lunzer-Gläser runterrieseln und verkosten. Für diejenigen, die ohne eigene Behälter einkaufen kommen oder denen die Gläser zu schwer sind, hängen auch schon braune Papier-Sackerln mit dem schlichten roten Stempel-Aufdruck der Maß-Greißlerei bereit.

In den Auslagen wartet schon eine Auswahl an Marmeladen vom Biohof Lunzer und essig-saures Gemüse in Pfand-Gläsern auf die Kundschaft. An verschiedensten Stellen im Shop findet man auch nette kleine Zetteln zum Mitnehmen: Mit Tipps zur Lebensmittel-Aufbewahrung, Rezepten oder einfach Dingen zum Schmunzeln.

Äpfel, Zwiebel und Erdäpfel liegen schön arrangiert in Stoffsäcken und erinnern an längst vergange Zeiten.  Vor der kleinen Café-Bar erwarten uns leckere Snacks & Getränke, darunter auch die Edelbiere der butterflyconnection, einem Tochterbetrieb des Biohofs Lunzer.

Gleich neben der Theke geht es ein paar Schritte in einen kleineren Raum, wo die tollen Putzmittel der Vorarlberger Firma Uni Sapon stehen. Außerdem finden sich hier neben Bier, Wein und Säften in einem Kühlregal die abgefüllten Milchprodukte, wie Joghurt, Topfen und Schlagobers von den Hoflieferanten und lose Eier.

Ein sehr netter, gelunger Abend und ich freu‘ mich schon auf meinen ersten Einkauf bei meinem nächsten Wien-Besuch.

Wenn Euch jetzt die Neugier gepackt habt, dann kommt doch einfach am Samstag zur Eröffnung. Die Details dazu und weitere Infos zur Maß-Greißlerei findet Ihr in unserem Artikel von letzter Woche. Der reguläre Verkauf startet nächsten Montag, am 27. Jänner.

Und noch ein paar wichtige Sachen zum Schluß:

Das Pack-Service der Maß-Greißlerei: Einfach in der Früh die Einkaufsliste und die eigenen Behälter abgeben und am Abend den fix und fertig eingepackten Einkauf abholen.

Wer am Samstag mit den eigenen Behältern einkauft, bekommt ein Heiß-Getränk gratis 🙂

Die Maß-Greißlerei findet Ihr in der Heinestraße 35, im 2. Bezirk.

Öffnungszeiten sind: Mo-Fr von 9-20 Uhr und Sa von 9-18 Uhr

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Problemstoff Plastik…

Am Sonntag ist Fernsehen angesagt. Egal, ob man ihn schon gesehen hat oder ihn zum 1. Mal sieht. Der Film Plastic Planet ist Pflichtprogramm. Auf ORFII wird er diesen Sonntag, 15.09.2013 um 23.05 Uhr Sonntag gezeigt.

Jeder, der mit Plastik lebt – und das betrifft wohl uns alle – sollte über seine Auswirkungen Bescheid wissen:

  • Was macht Plastik in meinem Blut?
  • Wieso schwimmt im Pazifik die größte Müllhalde der Welt?
  • Wie schädigt Plastik mein Hormonsystem?
  • Was tun mit Plastik, das bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überstehen kann?

Obwohl ich schon einige Filme zu Umweltthemen gesehen habe, hat mich kein anderer so nachhaltig verändert wie Plastic Planet. Kaum waren wir aus dem Kino draußen haben wir schon überlegt, wie wir das Plastik in unserem Haushalt reduzieren können und haben mittlerweile auch schon einiges verbessert.

Es gibt jedoch eine österreichische Familie, die nach Plastic Planet ihr Leben wirklich umgekrempelt hat. Die Familie Krautwaschl aus der Steiermark. Konsequent hat die 5-köpfige Familie ein Plastikteil nach dem anderen aus ihrem Haus verbannt und Alternativen für (fast) alles ausfindig gemacht. Was zuerst als Experiment gedacht war, hat sich mittlerweile zu einer fixen Lebenseinstellung gewandelt.

51pGOsiWofL._SL160_Ihre Erfahrungen hat Sandra Krautwaschl kurzweilig und interessant in ihrem Buch Plastikfreie Zone niedergeschrieben. Besonders hilfreich ist auch die ausführliche Liste am Ende des Buchs, wie und womit die Krautwaschls die einzelnen Dinge ersetzt haben und wo sie erhältlich sind.

Mehr Infos zu dem Thema findet Ihr auf der offiziellen Homepage des Films. Unter dem Punkt Hintergründe findet Ihr jede Menge Fakten über Plastik. Auf der Website der Familie Krautwaschl Kein Heim für Plastik findet man viele praktische Tipps.

Für den Start hier ein paar Sachen, die man ganz einfach plastikfrei bekommt z.B. im Bio-Supermarkt:

  • Unverpackte Seifenstücke statt Flüssigseifen und Duschgels
  • Haarseife statt Shampoos
  • Plastikfreie Wattestäbchen
  • Ketchup, Senf und eingelegtes Gemüse oder Obst im Glas
  • Kochlöffel, Schneidbretter, etc. aus Holz
  • Obstsäfte in Glasflaschen
  • Obst und Gemüse offen kaufen und in eigene Sackerl oder abbaubare Biokunsstoffsackerl geben
  • Spülbürsten mit Holzgriff und Naturfasern

So, jetzt wünsch‘ ich Euch ein schönes Wochenende und einen interessanten Fernsehabend. Wie immer freu‘ ich mich wenn auch Ihr Tipps für mich habt, wie Ihr Plastik reduziert oder welche Alternativen Ihr gefunden habt.

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Unpackaged London – ohne Verpackung geht’s auch!

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logo_jarVor einigen Monaten bin ich mit dem Zug nach London gefahren. Unter Anderem, um den tollen Shop von Unpackaged unter die Lupe zu nehmen. Die Greißlerei, Café und Bar im Stadtteil Hackney läßt mein grünes Herz höher schlagen.

Hier bekommt man (fast) alle Lebensmittel und Hygieneartikel, die man für das tägliche Leben braucht – wie der Name schon sagt – unverpackt.

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Das System ist denkbar einfach. Man nimmt sich selbst von zuhause geeignete Behälter mit, läßt sie leer abwiegen, füllt sie an, läßt sie nochmal abwiegen und zahlt. Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand:

– Man kauft nur soviel, wie man braucht
–  CO2 wird durch die Einsparung von Verpackungsmaterial reduziert
– Der Hausmüll wird stark reduziert

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Natürlich findet man bei Unpackaged z.B. keine 20 verschiedenen Müslisorten. Es geht um die Basics und wer hier einkauft, kocht selbst. Fertigprodukte, abgesehen von Brot oder Mehlspeisen, findet man hier keine. Es ist eine Reduktion auf’s Wesentliche, die ich als sehr angenehm empfinde. Ein überschaubares Sortiment ohne Lockangebote macht das Einkaufen gemütlich und stressfrei.
Wer einen solchen Laden führt, dem liegen natürlich auch andere Dinge am Herzen. Daher werden bei Unpackaged, wann immer möglich bio, regionale, saisonale und faire Produkte angeboten. Auch Ware, die mit dem Flugzeug transportiert wurde, sucht man hier vergeblich.

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Mittlerweile ist das Unpackaged kein eigenes Geschäft mehr, sondern im Supermarkt von Planet Organic integriert. Dafür gibt es diese Kooperation schon in drei Filialen!

Auch in Österreich gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten unverpackt einzukaufen. Wie man Zero Waste Shopping in der Stadt und am Land macht, habe ich ausführlich beschrieben.

 

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Ein Interview mit Erdbeerwoche

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Karin: Bettina und Annemarie, Ihr habt 2011 die Erdbeerwoche gegründet. Könnt Ihr kurz erklären, was das eigentlich ist?

Erdbeerwoche: Die erdbeerwoche ist ein auf nachhaltige Frauenhygiene spezialisiertes Unternehmen und setzt den Fokus auf Bewusstseinsbildung rund um das Thema “Menstruation” und auf den Handel mit nachhaltigen Frauenhygieneprodukten. Dazu zählen etwa Tampons und Binden aus Biobaumwolle, Menstruationskappen oder biofaire Unterwäsche. Durch unsere Bewusstseinsarbeit sollen Frauen die Macht erkennen, die sie als Konsumentinnen von jährlich mehr als 45 Milliarden Hygieneprodukten haben. Mit dem Kauf von nachhaltigen Hygieneprodukten können Frauen einen entscheidenden Einfluss auf ihre Gesundheit und auf das ökologische Gleichgewicht unseres Planeten nehmen.

Karin: Was hat Euch dazu bewogen, Euch dem Bereich Frauenhygiene zu widmen?

Von Bio-Apfel bis Bio-T-Shirt gibt es eigentlich schon in fast jedem Bereich eine nachhaltige Alternative. Wer denkt aber schon an die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Frauenhygieneprodukten? 2011 haben wir dazu 250 österreichische Frauen befragt. Das Ergebnis: 77% der Befragten haben sich noch nie Gedanken über die Inhaltsstoffe oder die Herstellung von Tampons und Binden gemacht. ABER: Über 73% würden bei ihrer Kaufentscheidung nachhaltige Produkte vorziehen, wenn diese leicht verfügbar wären. Das hat uns dazu bewogen, uns dem Thema nachhaltige Frauenhygiene zu widmen. Seit kurzem sind alle nachhaltigen Alternativen in unserem neuen Onlineshop unter www.erdbeerwoche-shop.com erhältlich.

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Karin: Erzählt mal bitte ausführlicher, was für Auswirkungen Frauenhygieneprodukte, die nicht nachhaltig sind, auf die Umwelt haben?

Erdbeerwoche: Konventionelle Tampons und Binden bestehen in der Regel aus einem Mix aus gebleichter und gepresster Zellulose, umhüllt von einer Kunststoffschicht. Letztere wird dabei immer wieder in Zusammenhang mit Hautreizungen und Infektionen im Intimbereich gebracht. Außerdem sind aus gesundheitlicher Sicht die schädlichen Substanzen bedenklich, die bereits in konventionellen Produkten gefunden wurden, wie z.B. Dioxin oder Formaldehyd.

Karin: Neben dem Umweltaspekt kommt natürlich auch der Gesundheitsaspekt dazu. Ich denke da z.B. an die Gefahr des toxic shock syndromes bei herkömmlichen Tampons. Was sind die gesundheitlichen Vorteile von nachhaltigen Produkten?

Erdbeerwoche: Die Problematik bei konventionellen Produkten liegt vorrangig in der mangelnden Transparenz. Während wir es auf Lebensmitteln gewohnt sind, eine Zutatenliste zu finden, fehlt diese bei Tampons und Binden völlig. Bei herkömmlichen Produkten weiß frau daher weder, aus welchen Materialien diese hergestellt sind, noch welche Substanzen, etwa für den Bleichprozess verwendet wurden. Bei nachhaltigen Produkten wie z.B. Bio-Tampons kann frau sich sicher sein: Diese bestehen zu 100% aus biologischer, unbehandelter Baumwolle, die weder mit Schadstoffen noch mit Pestiziden in Kontakt gekommen ist und mit Sauerstoff und nicht mit Chlor gebleicht wurde.

Zum toxischen Schocksyndrom gibt es leider noch viel zu wenige Studien oder Erkenntnisse. Wir konnten allerdings Folgendes herausfinden: Laut einer Studie der New York University School of Medicine aus dem Jahr 1994 können Biotampons das Risiko eines Toxischen Schocksyndroms mindern, da sie aus natürlichen und keinen Plastik-Fasern bestehen. Laut einer im medizinischen Journal „Canadian Family Physician (CFP)“ publizierten Studie über Menstruationskappen aus dem Jahr 2011, können sich die Bakterien, die zu einem toxischen Schocksyndrom führen können, auf einer Menstruationskappe nicht in dem Maße bilden wie auf konventionellen Tampons.

Karin: Könnt Ihr ein bißchen was zu den Menstruationskappen sagen, die bei uns noch ja noch nicht so bekannt sind?

Erdbeerwoche: Menstruationskappen sind kleine Becher aus Naturkautschuk, Silikon oder dem medizinischen Kunststoff TPE. Sie werden wie Tampons in die Vagina eingeführt und können je nach Modell bis zu 30 ml Flüssigkeit fassen. Interessant ist, dass Menstruationskappen bereits seit den 1930er Jahren existieren, sich aber aufgrund ihrer  Langlebigkeit nicht durchsetzen konnten. Eine Menstruationskappe ist nämlich mehrere Jahre wieder verwendbar. Folglich lässt sich damit für die Industrie wesentlich weniger Geld verdienen als mit Wegwerfprodukten.

Wir versuchen nun, die Menstruationskappe bekannter zu machen, denn die Vorteile liegen auf der Hand:

Sicherer, unsichtbarer Schutz

Menstruationskappen bilden im Inneren des Körpers ein Vakuum, sodass kein Blut ausrinnen kann. Sie sind zudem von außen nicht sichtbar, da kein Bändchen (wie bei Tampons) abgebracht ist.

Gesünder als Tampons

Gerade für Frauen, die zu Allergien, Infektionen und Pilzen neigen ist die Menstruationskappe eine gute Alternative, da keine Fasern die Scheide austrocknen.

Größeres Fassungsvermögen als Tampons

Du kannst deine Menstruationskappe darüber hinaus bis zu 12 Stunden im Körper lassen, da die Kappe mehr Blut fasst als Tampons und das Menstruationsblut mit keinen Fasern in Verbindung kommt, wodurch sich das gefährliche TSS nicht bilden kann.

Günstiger als Tampons

Eine Menstruationskappe hält bei guter Pflege viele Jahre und erspart dir somit bis zu 250 Tampons pro Jahr – und somit jede Menge Geld!

Umweltfreundlicher als konventionelle Tampons

Aufgrund ihrer langen Haltbarkeit verursachen Menstruationskappen um ein Vielfaches weniger Müll als konventionelle Tampons – die übrigens im Gegensatz zu Biotampons nicht kompostierbar sind.

Karin: Gibt es noch irgendwas, was Ihr den LeserInnen gerne mitteilen würdet?

Erdbeerwoche: Du kannst mit deinen Konsumentscheidungen viel bewirken, ohne dabei deine persönlichen Bedürfnisse oder deine Lebensqualität einschränken zu müssen. Es gibt viele verschiedene nachhaltige Alternativen im Frauenhygienebereich, da ist für jede Frau etwas dabei. Wir freuen uns, wenn auch du Teil einer neuen Generation der Frauenhygiene und somit zur erdbeerwoche-Botschafterin wirst! Denn denk daran: Es ist deine Regel und dein Planet!

Karin: Herzlichen Dank für das Interview!

Foto credit: Vincent Sufiyan

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Junk genius

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Heute habe ich mir wieder mal ein englischsprachiges Upcyclingbuch ganz genau für Euch angeschaut:

Junk genius – Stylish ways to repurpose everyday objects, with over 80 projects and ideas von Juliette Goggin und Stacy Sirk

Der Titel hat mich gleich angesprochen, denn ich bin immer auf der Suche nach Ideen, wie ich meinen Müll reduzieren und damit noch was Sinnvolles machen kann.

Das Hardcover, die genähte Seitenbindung, das dicke Papier, die vielen Fotos…bei der Aufmachung wurde hier wirklich auf gute Qualität geschaut, die anspricht.

Los geht’s mit einer kurzen Einleitung der beiden Autorinnen und 2 Seiten mit Tipps, wie man auf Flohmärkten und in Secondhandläden zu seinem ‚Junk‘ kommt.

Danach folgt eine Auflistung von 40 recht gebräuchlichen Gegenständen mit denen man einerseits viele der Projekte im Buch umsetzen kann, die einen aber auch dazu inspirieren soll, selbst kreativ zu werden.

Die Liste schaut vielversprechend aus: alte Fotos, Geschirrtücher, Münzen, Kleidung, Schlüssel, Maßbänder, Besteck, Tapeten, Bilderrahmen, etc. Alles Dinge, die man entweder selbst hat oder leicht auftreiben kann.

Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt:

  • Jewelry and Decoration
  • Fabric and Trims
  • Paper and Card
  • China and Wood
  • Glass and Mirror
  • Metal and Wire
  • Furniture and Furnishings

Am Schluß folgen noch 2 Seiten mit Adressen, wo man nach Upcylingmaterial stöbern kann, allerdings fast ausschließlich für Großbritannien und dann noch ein paar Tipps für Paris, Holland, Schweden und die U.S.A.

Je nach Schwierigkeit sind die Projekte mit den Schlagworten

  • simple (kurze Erklärung)
  • inspiration (Anregung, um selbst kreativ zu werden)
  • step-by-step (ausführlichere Anleitung)

gekennzeichnet. Jedes Projekt wird von mindestens einem Foto begleitet, allerdings nicht immer vom fertigen Produkt.

Ich schnuppere mal in das Kapitel ‚Metal and Wire‘ hinein. Als Erstes kommen 3 Projekte der Kategorie ’simple‘:

  • Alte Kastenbackformen, die man an die Wand montiert und dann eine Kerze hineinstellt.
  • Armaturgriffe, wie z.B. für Wasseranschlüsse im Garten, die man als Griffe auf eine Kommode schraubt.
  • Alte Blechdosen, die man zur Aufbewahrung von Kleinigkeiten an die Wand schraubt.

Als nächstes kommen ein paar Lampen, die aus Metallgerüsten alter Lampenschirme, Besteck, Ketten und Teilen von alten Kristalllustern hergestellt werden. Bei diesen Projekten gibt es eine Auflistung der benötigten Materialien und dann folgt die step-by-step Beschreibung.

Hier ein paar Projekte aus den anderen Kapiteln:

  • Armbänder und Ringe mit alten Knöpfen, Bettelarmbändern mit Metall-Monopoly-Spielfiguren und Fingerhüten
  • ein Lampenschirm aus alter Spitze, Kräutersäckchen aus Spitzentaschentüchern, Handyhüllen aus Pulloverärmeln
  • Geschenkverpackungen und Kuverts aus Notenpapier, Tapete und Landkarten
  • Holzspulen von Nähseiden als Wandhaken, Pflanzenschilder aus Porzellanscherben, Nadelkissen in Kaffeekännchen
  • Schraubgläser wiederverwertet zum Einkochen und als Windlichter mit Knöpfen verziert
  • ein Medizinschränkchen restaurieren, die Sitzfläche eines Sessels mit Krawatten beziehen.

Fazit: Gute Englischkenntnisse sind vorteilhaft, aber die einfacheren Projekte kann man sicher auch von den Fotos nachmachen, ohne die Anleitung versetehen zu müssen.

Wer moderne, peppige Projekte sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Junk Genius ist ein schön aufbereitetes Buch für all jene, die Flohmarkt- und Vintagestil lieben. Dann findet man hier viele Ideen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und mit sämtlichen Schwierigkeitsgraden.