Beiträge

Interview mit Designerin *anna pollack*

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Anna Pollack ist die Frau hinter dem gleichnamigen Design- und Modelabel. Anna hat sich der Kreation kunterbunter Kindermode-Unikate aus wiederverwerteten Stoffen verschrieben. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Kostümbildnerei. Wir haben mit Ihr über Upcycling-Mode geplaudert.

BC (Beechange): Anna, Du hast ja bereits vor 10 Jahren mit der Herstellung von Upcycling-Kleidung begonnen. Wurde Deine Mode aus wiederverwerteten Textilien damals gleich akzeptiert oder hat sich da etwas über die Jahre verändert?

Anna Pollack:
Zu Beginn war es für mich sehr schwer die Kunden von meiner anderen Herangehensweise zu überzeugen. Viele hatten für Babies und Kinder in erster Linie den Anspruch, dass alles neu sein muß. Dabei ist gerade in dem Bereich gebrauchte Kleidung sehr empfehlenswert: Die von mir verarbeiteten Teile sind im Vorfeld so oft gewaschen worden, dass unter Garantie keine Chemikalien, die bei der Produktion zum Einsatz gekommen sind, mehr drin sind – also weitaus besser für Baby’s Haut! Upcycling steht neuen Biostoffen da um nichts nach!

BC: Du verarbeitest zum Teil auch neue Bio-Stoffe. Für welche Produkte kommen die zum Einsatz und warum kann man da keine Alt-Textilien dafür verwerten?

Anna Pollack:
Alle meine Bündchenstoffe sind neue, GOTS-zertifizierte Bio-Baumwollstoffe. Um meinem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, verarbeite ich hier nur neue Stoffe, da die Elastizität mit zunehmenden Waschgängen und mit dem Gebrauch stark abnimmt. Bei den Baby-Schlafsäcken habe ich eine 100% GOTS-zertifizierte Bio-Baumwoll-Linie, da gerade bei Neugeborenen und Babies besonders auf die Schadstoffbelastung zu achten ist.

BC: Gibt es irgendwelche Stoffreste, die Dir über bleiben oder verarbeitest Du selbst kleinste Stückchen?

Anna Pollack:
Generell bleibt bei mir kein Stoffrest übrig, da ich die Stücke, die zu klein zum Vernähen sind zum Ausstopfen der Kinderspielzeuge verwende. Das einzige, was ab und zu überbleibt sind dicke Nahtstücke, die nicht weich und angenehm genug zum Kuscheln sind. Langsam muß ich zu größeren Objekten übergehen, da meine Produktion gestiegen ist.

BC: Bei Deiner Mode handelt es sich fast außschließlich um Unikate, weil sie aus verschiedensten Kleidungsteilen neu zusammengesetzt werden. Individualität statt Massenware – ist das einer der Gründe warum sich KundInnen für Deine Stücke entscheiden?

Anna Pollack:
Ich denke schon. Es gibt immer wieder KundInnen, die sich bewußt für meine Produkte entscheiden, weil sie das andere, das besondere, das speziell für sie kreierte suchen.

BC: Fertigst Du eigentlich auch Kleidung nach spezifischen Wünschen an, z.B. was die Farbe oder den Schnitt betrifft?

Anna Pollack:
Ja, im Bereich des Möglichen bemühe ich mich immer auf Kundenwünsche einzugehen. Es ist nicht immer alles möglich, da ich durch die vorhandenen Rohmaterialien eingeschränkt bin. Aber manchmal ist jemand auch bewußt bereit zu warten, um z.B das gewünschte Stück in einer bestimmten Farbe zu bekommen. Auch auf Schnittwünsche versuche ich Rücksicht zu nehmen, wobei hier die Relation zwischen Aufwand und Preis wichtig ist.

BC: Eines Deiner bekanntesten Teile sind ja Deine Kinder-Piratenhosen. Kannst Du die ein bißchen beschreiben?

Anna Pollack:
Meine Piraten-Hosen sind aus verschiedenen Ideen heraus geboren. Zum einen war es mir wichtig eine Hose zu kreieren, die die Kinder in ihrer Bewegungsfreude nicht einschränkt, die gemütlich zu tragen ist, die über eine lange Zeit paßt und aber gleichzeitig auch schön anzusehen ist. Ich bin kein Fan/keine Fanin von Trainingshosen. (Weder bei Großen noch bei Kleinen!). So entstand die Idee zur Piratenhose.

BC: Außer Kleidung produzierst Du ja auch Baby-Schlafsäcke, Spielzeug und so tolle Ballhüllen, die Du mit Fairtrade-Luftballons bestückst. Wie funktioniert so eine Hülle?

Anna Pollack:
Der Luftballon wird leer in die Hülle gesteckt und dann aufgeblasen. Wenn er die richtige Größe hat, wird er einfach zugedreht und der eingedrehte Zipfel zwischen die Stofflagen des Verschlusses geschoben. Somit hält sich der Ballon selber zu, und wenn man mit dem Spielen fertig ist, kann man ihn einfach wieder auslassen und in der Hosentasche verstauen. Er ist das perfekte Mitnehm-Spielzeug!

Photocredit: (C) New Age Fotografie

Photocredit: (C) New Age Fotografie

BC: Deine Kreationen nähst Du großteils selbst, aber zum Teil läßt Du auch in einer sozialen Werkstätte in Wien produzieren. Kannst Du uns darüber etwas erzählen?

Anna Pollack:
Ich lasse teilweise bei Merit, der Schneiderei-Werkstatt der Volkshilfe im fünften Wiener Bezirk nähen. Das ist ein soziales Projekt zur Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahren. Hier wird Menschen, die es sehr schwer haben Arbeit zu finden, ein Einstieg ins Berufsleben geboten. Gleichzeitig bietet die geographische Lage mir die Möglichkeit, selbst in die Werkstätten zu gehen, alle Stücke direkt vor Ort zu besprechen und mit der Werkstättenleiterin Dusica Taricic eng zusammenzuarbeiten. Noch dazu entfällt die Umweltbelastung durch weite Transporte. Den Großteil der Transporte erledige ich entweder per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

BC: Wo kann man *anna pollack* Unikate denn überall erstehen?

Anna Pollack: *anna pollack* unikate gibt es im Mein Design in der Kettenbrückengasse 6 in Wien oder bei „Die Piratin hat den besten Stoff“ in der Neubaugasse 75, ebenfalls in Wien. Sonst besteht die Möglichkeit nach Voranmeldung – oder bei viel Glück auch spontan – im Atelier vorbeizukommen. Auf der Webseite und über die Facebookseite werden auch immer die aktuellen Märkte und Verkaufsausstellungen und -events gelistet. Für jene Kunden, für die all diese Möglichkeiten nicht in Betracht kommen, gibt es auch einen Webshop.

BC: Gibt es noch etwas, dass Du den Beechange LeserInnen sagen möchtest?

Anna Pollack: Ich produziere meine Mode nicht nur, um Kinder und Eltern glücklich zu machen, sondern auch, um meinen Teil dazu beizutragen, dass bei der Produktion weder Menschen noch Natur leiden muss. Mode ist leider zum Wegwerfprodukt geworden – meine Einzelstücke haben hohe Qualität und können auch den kleinen Geschwistern weitergegeben werden. Auch Bekleidung ist Teil eines bewussten Lebensstils.

BC: Herzlichen Dank für das Gespräch Anna und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Mode!

Wiederverwertet: Kaffeesatz – Teil 2

kaffeesatz_reuse-1

Kaffeesatz kann noch mehr! Hier noch ein paar Tipps:

Den Kaffeesatz zuerst ausgebreitet trocknen lassen. Dann in geschmacksneutralen Gefäßen, wie alten Schraubgläsern, (dann allerdings dunkel lagern!) aufbewahren.

Haushalt:

  • Schokokuchen aufpeppen: Etwas Kaffeesatz in den Kuchenteig rühren, schmeckt auch lecker bei Brownies.
  • Hände von Küchengerüchen befreien: Nach dem Kochen die Hand mit Kaffeesatz abreiben. Danach mit Wasser und Seife abwaschen. Voilà, Knoblauch & Zwiebelgerüche sind verschwunden!
  • Abfluß freihalten: Regelmäßig 1/2 Tasse Kaffeesatz in den Waschbeckenabfluß schütten und mit kochendem Wasser nachspülen. Beseitigt Ablagerungen & beugt Verstopfungen vor.
  • Vasen reinigen: Wasser & Kaffeesatz einfüllen, etwas stehen lassen. Dann mehrmals hin & her schwenken. Kaffeewasser wegschütten und mit klarem Wasser nachspülen.
  • Gerüche neutralisieren: Kaffee wirkt von Natur aus desodorierend, z.B. gegen Zigarettenrauch. In einer Schale im Kühlschrank. Getrockneten Kaffesatz in einen Beutel füllen. Wirkt im Kleiderschrank, im Auto und im Mülleimer-Deckel.
  • Schuhe entmüffeln: Aus alter Kleidung kleine Säckchen nähen und mit trockenem Kaffeesatz füllen. Säckchen in die Schuhe stecken.

Kennt Ihr noch andere Möglichkeiten? Wir freuen uns über weitere Ideen!

P.S.: In Teil 1 gibt’s Tipps für Körperpflege und Garten.

Wiederverwertet: Kaffeesatz – Teil 1

kaffee1

Wegwerfen ist out, wiederverwenden ist in! Heute gibt’s mal Tipps wie man Kaffeesatz für Körperpflege und Garten einsetzen kann. Im Teil 2 folgen schlaue Ideen für den Einsatz im Haushalt.

Garten:

  • Beete schützen: Kaffeesatz und Orangenschalen um die Gartenbeete streuen. Hält Katzen, Schnecken und Ameisen fern. Achtung bei jungen Katzen, die könnten den Kaffee fressen!
  • Düngen: Perfekt für Pflanzen, die ein saures Milieu lieben wie Rosen, Tomaten, Azaleen, Rhododendron. Den Kaffeesatz gut in den Boden einarbeiten, damit er nicht schimmelt. Nicht übertreiben! Alle 5-6 Wochen eine 3-/4 Tasse Kaffeesatz in der Nähe der Wurzeln eingraben.
  • Starke Samen: Radieschen und Karotten werden besonders kräftig, wenn man bei der Aussat der Samen getrockneten Kaffeesatz darunter mischt.

Körperpflege:

  • Glänzende Haare: Den Kaffeesatz in die sauberen, nassen Haare ein paar Minuten einmassieren, dann ausspülen. Achtung: Kaffee färbt auch leicht! Blonde & Brünette bekommen davon schöne Highlights!
  • Hand- & Body-Peeling: Kaffeesatz mit Kokosöl vermischen. Perfekt als Dusch-Peeling oder für fleckige GärtnerInnen-Hände.
  • Gesichtsmaske: 4 TL Kaffeesatz, 4 TL ungesüßtes Kakaopulver, 8 TL Olivenöl. Bei fettiger Haut 2 TL Zitronensaft dazugeben. Kaffee und Kakao vermischen. Dann die flüssigen Zutaten unterrühren, bis sich eine glatte Creme geformt hat. Auf Hals und Gesicht auftragen, eintrocknen lassen. Zum Lockern der Maske ein feuchtes Tuch draufdrücken. Maske mit warmem Wasser abspülen. Die Paste hält sich einige Tage im Kühlschrank.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Wenn man den Kaffeesatz zum späteren Verwenden aufheben will ist es wichtig, ihn vorher gründlich zu trocknen. Sonst schimmelt er! Am Besten flach ausbreiten, z.B. auf einem großen Teller und 2-3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann in einen geschmacksneutralen, undurchsichtigen Behälter füllen und kühl und trocken aufbewahren.

, ,

Hereinspaziert!

beechange_webshop

Es ist soweit! Ab sofort ist der Beechange-Webshop geöffnet & es darf eingekauft werden. Wir sind gespannt, wie Euch die Produkte gefallen & freuen uns, wenn Ihr uns Feedback gebt, den Shop bewertet & den Shop-Start auf Facebook in die Welt hinauspostaunt.

Herzlichen Dank & viel Spaß,

Euer Beechange-Team

Carla im Tausch-Rausch

kleidertausch1

Jetzt haben die Swap-Parties auch die Carla Läden in Wien erfasst! Der Eintritt ist gratis, aber Ihr müßt die Kleidungsstücke schon vorher abgeben. Hier erfahrt Ihr wie’s geht:

Der 1. Termin ist schon übermorgen!

Wo: Carla Mittersteig, Textilhalle, Mittersteig 10, 1050 Wien

Wie funktioniert’s: Die Tauschartikel müßt Ihr vorab hinbringen! Die Abgabe ist noch bis 30.1. um 14 Uhr in der Textilhalle möglich (Öffnungszeiten von 9-18 Uhr). Für die hingebrachten Stücke erhaltet Ihr einen Abgabebeleg, denn Ihr dann zur Tausch-Rausch Party mitbringt und einlöst.

Wann: 30. Jänner 2014 von 17-20 Uhr. Abgabebeleg nicht vergessen, der ist die Eintrittskarte!

Der 2. Termin findet Ende Februar statt:

Wo: Carla Nord, Textilhalle, Steinheilgasse 3, 1210 Wien

Wie funktioniert’s: Die Tauschartikel müßt Ihr vorab hinbringen! Die Abgabe von Montag, 24.2.2014 um 9 Uhr bis Donnerstag, 27.2. um 14 Uhr in der Textilhalle möglich (Öffnungszeiten von 9-18 Uhr). Für die hingebrachten Stücke erhaltet Ihr einen Abgabebeleg, denn Ihr dann zur Tausch-Rausch Party mitbringt und einlöst.

Wann: 27. Februar 2014 von 17-20 Uhr. Abgabebeleg nicht vergessen (siehe unten), der ist die Eintrittskarte!

Wieviel: Ihr könnt bis zu maximal 10 gut erhaltene Kleidungsstücke, Accessoires oder Schuhe abgeben und eintauschen.

 

Achtung: Bei beiden Tausch-Rasuch-Parties sind die Plätze auf 40 Personen limitiert. Die Reihung erfolgt nach Anmeldung!

Nach dem erfolgreichen Tauschen könnt Ihr den Abend gemütlich an der Sektbar ausklingen lassen.

,

Tauschen ist das neue Kaufen

swappen_1

Immer wieder was Neues zum Anziehen? Kaum Geld dafür ausgeben? Und die Umwelt dabei schonen?

Ja, das geht – und einfach noch dazu! Im November habt Ihr in Wien gleich bei 3 Swap-Events wieder die Gelegenheit, neue Lieblingsstücke zu ergattern.

Den Anfang macht Top Swap am Samstag, 16. November von 11-22 Uhr im Novomatic Forum gegenüber der Sezession:

  • Kinder unter 14 Jahren dürfen kostenlos in der eigenen Kids-Area tauschen!
  • Für alle Erwachsenen gilt ein Unkostenbeitrag von 5,- €.
  • Vorher unbedingt anmelden
  • Achtung: Diesmal ist die Stückzahl auf 5 beschränkt!
  • Was Ihr tauschen könnt und was nicht, Infos zu alten Kilopässe, etc., findet Ihr hier.
  • Ein Rahmenprogramm mit DIY Workshops, Musik und Bar sorgen für nettes Flair!
  • Es werden noch Helferleins gesucht – Als Dankeschön winkt ein Goodiebag!
  • Kleidung, die nicht eingetauscht wird, bekommt ein soziales Hilfsprojekt.

Am Sonntag, 17. November, geht’s dann gleich im Atelier Peph mit der Fesch Kleidertauschbörse weiter:

  • In der Location im 16. Bezirk könnt Ihr von 11-20 Uhr swappen.
  • Hier könnt Ihr mitbringen und eintauschen so viel Ihr wollt!
  • Die Stücke werden gewogen und Ihr bekommt Kilopässe.
  • Unkostenbeitrag ist auch bei diesem Event 5,- €
  • Übrig gebliebene Kleidung geht an die Flüchtlingshilfe von Ute Bock!

Der Feschmarkt hat natürlich viel mehr als die Kleidertauschbörse zu bieten und startet schon am Freitag. Ich schau‘ sicher in der Ottakringer Brauerei beim Food-Market bei den Standln von Müslibrikett und dazu vorbei. Neben Delikatessen findet Ihr aber auch Mode, Produkt-Design und Kunst.

Und last, but not least das Swap-Event von Kleiderkreisel am Samstag, 23. November, im Gasometer:

  • freier Eintritt, keine Anmeldung notwendig
  • von 11-13 Uhr könnt Ihr bis zu 10 Kleidungsstücke (keine Hosen!), Taschen und Schuhe abgeben
  • für jedes mitgebrachte Stück gibt es einen Stempel im Tauschpaß
  • von 13-20 Uhr wird dann eingelöst, was das Zeug hält
  • Natürlich wird auch hier die nicht getauschte Kleidung einer wohltätigen Organisation gespendet

Auf über 2.000 m2 macht Kleiderkreisel an diesem Tag gemeinsame Sache mit Lieblingsflohmarkt, Tingel Tangel und Mädelsflohmarkt gemeinsame Sache. Vor oder nach dem Tauschen könnt Ihr also auch noch nach Vintage, second hand und Design Schätzen stöbern. Mehr Infos zu den Flohmärkten findet Ihr hier und zum Kleiderkreisel-Tausch-Event hier.

So und jetzt heißt’s für alle Kleiderkasten durchstöbern, Termine eintragen und vorfreuen!

 

, ,

T-Shirt, Teppich, Topflappen

lieblingsjeans-1

Eine seltsame Kombination? Ganz und gar nicht! Diese 3 und rund 60 weitere kreative Upcycling-Projekte  findet Ihr in dem Buch Das war doch meine Lieblingsjeans – Sachen für Kids aus gebrauchten Materialien.

Die finnisch-deutsche Textildesignerin Laura Sinnika Wilhelm verwandelt auch in ihrem zweiten Buch alte Sachen in neue Lieblingsstücke. Da werden aus Jeans und Gürtel ein praktischer Ordnungskorb mit bunten Henkeln, die Socken zum Teddybär-Outfit und der Pulli zur coolen Mütze. Alte Kleidung ist aber längst nicht das Einzige, was mit ein bißchen Geschicklichzeit und Zeit eine ganz neue Verwendung findet. Ob Holzstiele vom letzten Eis des Sommers, die Blechdose von der Kokosmilch oder die Bausteine aus der eigenen Kindergartenzeit – Sinnika haucht den verschiedensten Alltagsgegenständen ein neues, oft ganz anderes zweites Leben ein.

Dank der zahlreichen extra gekennzeichneten Kann-Ich-Doch-Selbst-Projekte zum Nähen, Basteln, Bohren und Sägen finden hier nicht nur Mamis, sondern auch Opas und LehrerInnen wertvolle Ideen.

Ich bin begeistert von Wilhelms tollen Projekten und kann auch ihr erstes Buch, Es war einmal ein Hosenbein – Kleider und Wohnideen aus gebrauchten Textilien, wärmstens empfehlen. Für die Nähprojekte sollte man allerdings ein bißchen Erfahrung mitbringen, da es eher selten erläuternde Zeichnungen zum Text gibt.

 

Damit keiner von uns mehr seine Schlüssel verlegt, habe ich dieses Projekt zum Vorstellen ausgesucht:

Bildschirmfoto 2013-10-29 um 14.44.12

Mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag, Bern

, ,

Problemstoff Plastik…

Am Sonntag ist Fernsehen angesagt. Egal, ob man ihn schon gesehen hat oder ihn zum 1. Mal sieht. Der Film Plastic Planet ist Pflichtprogramm. Auf ORFII wird er diesen Sonntag, 15.09.2013 um 23.05 Uhr Sonntag gezeigt.

Jeder, der mit Plastik lebt – und das betrifft wohl uns alle – sollte über seine Auswirkungen Bescheid wissen:

  • Was macht Plastik in meinem Blut?
  • Wieso schwimmt im Pazifik die größte Müllhalde der Welt?
  • Wie schädigt Plastik mein Hormonsystem?
  • Was tun mit Plastik, das bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern überstehen kann?

Obwohl ich schon einige Filme zu Umweltthemen gesehen habe, hat mich kein anderer so nachhaltig verändert wie Plastic Planet. Kaum waren wir aus dem Kino draußen haben wir schon überlegt, wie wir das Plastik in unserem Haushalt reduzieren können und haben mittlerweile auch schon einiges verbessert.

Es gibt jedoch eine österreichische Familie, die nach Plastic Planet ihr Leben wirklich umgekrempelt hat. Die Familie Krautwaschl aus der Steiermark. Konsequent hat die 5-köpfige Familie ein Plastikteil nach dem anderen aus ihrem Haus verbannt und Alternativen für (fast) alles ausfindig gemacht. Was zuerst als Experiment gedacht war, hat sich mittlerweile zu einer fixen Lebenseinstellung gewandelt.

51pGOsiWofL._SL160_Ihre Erfahrungen hat Sandra Krautwaschl kurzweilig und interessant in ihrem Buch Plastikfreie Zone niedergeschrieben. Besonders hilfreich ist auch die ausführliche Liste am Ende des Buchs, wie und womit die Krautwaschls die einzelnen Dinge ersetzt haben und wo sie erhältlich sind.

Mehr Infos zu dem Thema findet Ihr auf der offiziellen Homepage des Films. Unter dem Punkt Hintergründe findet Ihr jede Menge Fakten über Plastik. Auf der Website der Familie Krautwaschl Kein Heim für Plastik findet man viele praktische Tipps.

Für den Start hier ein paar Sachen, die man ganz einfach plastikfrei bekommt z.B. im Bio-Supermarkt:

  • Unverpackte Seifenstücke statt Flüssigseifen und Duschgels
  • Haarseife statt Shampoos
  • Plastikfreie Wattestäbchen
  • Ketchup, Senf und eingelegtes Gemüse oder Obst im Glas
  • Kochlöffel, Schneidbretter, etc. aus Holz
  • Obstsäfte in Glasflaschen
  • Obst und Gemüse offen kaufen und in eigene Sackerl oder abbaubare Biokunsstoffsackerl geben
  • Spülbürsten mit Holzgriff und Naturfasern

So, jetzt wünsch‘ ich Euch ein schönes Wochenende und einen interessanten Fernsehabend. Wie immer freu‘ ich mich wenn auch Ihr Tipps für mich habt, wie Ihr Plastik reduziert oder welche Alternativen Ihr gefunden habt.

, ,

Unpackaged London – ohne Verpackung geht’s auch!

unpackaged_1

logo_jarVor einigen Monaten bin ich mit dem Zug nach London gefahren. Unter Anderem, um den tollen Shop von Unpackaged unter die Lupe zu nehmen. Die Greißlerei, Café und Bar im Stadtteil Hackney läßt mein grünes Herz höher schlagen.

Hier bekommt man (fast) alle Lebensmittel und Hygieneartikel, die man für das tägliche Leben braucht – wie der Name schon sagt – unverpackt.

unpackaged_11

unpackaged_14

 

 

 

 

 

Das System ist denkbar einfach. Man nimmt sich selbst von zuhause geeignete Behälter mit, läßt sie leer abwiegen, füllt sie an, läßt sie nochmal abwiegen und zahlt. Die Vorteile des Systems liegen auf der Hand:

– Man kauft nur soviel, wie man braucht
–  CO2 wird durch die Einsparung von Verpackungsmaterial reduziert
– Der Hausmüll wird stark reduziert

unpackaged_16

unpackaged_15

 

 

 

 

 

Natürlich findet man bei Unpackaged z.B. keine 20 verschiedenen Müslisorten. Es geht um die Basics und wer hier einkauft, kocht selbst. Fertigprodukte, abgesehen von Brot oder Mehlspeisen, findet man hier keine. Es ist eine Reduktion auf’s Wesentliche, die ich als sehr angenehm empfinde. Ein überschaubares Sortiment ohne Lockangebote macht das Einkaufen gemütlich und stressfrei.
Wer einen solchen Laden führt, dem liegen natürlich auch andere Dinge am Herzen. Daher werden bei Unpackaged, wann immer möglich bio, regionale, saisonale und faire Produkte angeboten. Auch Ware, die mit dem Flugzeug transportiert wurde, sucht man hier vergeblich.

unpackaged_10

unpackaged_13

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile ist das Unpackaged kein eigenes Geschäft mehr, sondern im Supermarkt von Planet Organic integriert. Dafür gibt es diese Kooperation schon in drei Filialen!

Auch in Österreich gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten unverpackt einzukaufen. Wie man Zero Waste Shopping in der Stadt und am Land macht, habe ich ausführlich beschrieben.

 

,

Schmuckes Recyceln

 schmuckes_recyceln-1

Diesmal habe ich mir mal wieder ein Upcycling Buch geschnappt und genauer angeschaut. Schmuckes Recyceln von Katharina Krammer aus Niederösterreich ist im Herbst 2012 im Christophorus Verlag erschienen.

Bei der Aufmachung des Buches gibt es nichts zu meckern: Strapazierfähiges Hardcover, gute Papierqualität, viele ansprechende Fotos und klare, nachvollziehbare Erklärungen.

Am Anfang gibt es eine Einführung in Materialkunde und Arbeitstechniken. Da werden auch einige potentielle Upcycling-Materialien vorgestellt, zu denen es im Buch keine konkreten Projekte gibt, wie z.B. Joghurtbecher, Schallplatten, Uhren, usw. Katharina Krammer gibt außerdem Infos zu Werkzeugen und Hilfsmitteln, sowie der notwendigen Grundausstattung, um die Schmuckstücke herstellen zu können.

Bei den Projekten wird Recyclingmaterial mit Perlen- und Schmuckelementen zu einer Mischung aus Alt und Neu kombiniert. Es werden 17 Schmuckideen konkret vorgestellt. Dabei kommen, unter Anderem, Tastaturteile, Papier, Nespressokapseln, Lego, CD-Hüllen, Buntstifte, Korken, Spielfiguren, Bunte Drähte, Chipspackungen, Plastikflaschen, Dosenverschlüsse, Plastikschraubverschlüsse, Kronkorken und Kabeln zum Einsatz.

Hilfreich fand ich dabei die Angaben zu Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad, Material, Werkzeug und sonstigen Tipps.

Wer nicht selber basteln will, kann kann sich auch im DaWanda Shop der Autorin etwas bestellen. Auf der Website der Autorin, www.clooncy.at, bekommt man ebenfalls einen guten Eindruck vom Stil der Schmuckstücke im Buch.

Fazit: Die Idee des Buches finde ich toll, die Projekte haben mich persönlich leider nicht so angesprochen. Das liegt zum Einen daran, dass ich viele der verwendeten Materialien in meinem Haushalt von Vornherein meide (z.B. Nespresskokapseln, Aludosen & PET-Flaschen) und zum Anderen, das bei den Projekten oft nur ein kleiner Teil aus Recyclingmaterial besteht und man einiges dazu kaufen muß.

Schmuck, der zum Teil aus recyceltem Material gemacht wird, ist für mich nicht automatisch nachhaltig. Plastik beispielweise bleibt Plastik und ein Problem-Abfallstoff, an dem auch die Wiederverwendung in einem Schmuckstück leider nichts ändern kann.

Foto credit: Christophorus Verlag