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Junk genius

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Heute habe ich mir wieder mal ein englischsprachiges Upcyclingbuch ganz genau für Euch angeschaut:

Junk genius – Stylish ways to repurpose everyday objects, with over 80 projects and ideas von Juliette Goggin und Stacy Sirk

Der Titel hat mich gleich angesprochen, denn ich bin immer auf der Suche nach Ideen, wie ich meinen Müll reduzieren und damit noch was Sinnvolles machen kann.

Das Hardcover, die genähte Seitenbindung, das dicke Papier, die vielen Fotos…bei der Aufmachung wurde hier wirklich auf gute Qualität geschaut, die anspricht.

Los geht’s mit einer kurzen Einleitung der beiden Autorinnen und 2 Seiten mit Tipps, wie man auf Flohmärkten und in Secondhandläden zu seinem ‚Junk‘ kommt.

Danach folgt eine Auflistung von 40 recht gebräuchlichen Gegenständen mit denen man einerseits viele der Projekte im Buch umsetzen kann, die einen aber auch dazu inspirieren soll, selbst kreativ zu werden.

Die Liste schaut vielversprechend aus: alte Fotos, Geschirrtücher, Münzen, Kleidung, Schlüssel, Maßbänder, Besteck, Tapeten, Bilderrahmen, etc. Alles Dinge, die man entweder selbst hat oder leicht auftreiben kann.

Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt:

  • Jewelry and Decoration
  • Fabric and Trims
  • Paper and Card
  • China and Wood
  • Glass and Mirror
  • Metal and Wire
  • Furniture and Furnishings

Am Schluß folgen noch 2 Seiten mit Adressen, wo man nach Upcylingmaterial stöbern kann, allerdings fast ausschließlich für Großbritannien und dann noch ein paar Tipps für Paris, Holland, Schweden und die U.S.A.

Je nach Schwierigkeit sind die Projekte mit den Schlagworten

  • simple (kurze Erklärung)
  • inspiration (Anregung, um selbst kreativ zu werden)
  • step-by-step (ausführlichere Anleitung)

gekennzeichnet. Jedes Projekt wird von mindestens einem Foto begleitet, allerdings nicht immer vom fertigen Produkt.

Ich schnuppere mal in das Kapitel ‚Metal and Wire‘ hinein. Als Erstes kommen 3 Projekte der Kategorie ’simple‘:

  • Alte Kastenbackformen, die man an die Wand montiert und dann eine Kerze hineinstellt.
  • Armaturgriffe, wie z.B. für Wasseranschlüsse im Garten, die man als Griffe auf eine Kommode schraubt.
  • Alte Blechdosen, die man zur Aufbewahrung von Kleinigkeiten an die Wand schraubt.

Als nächstes kommen ein paar Lampen, die aus Metallgerüsten alter Lampenschirme, Besteck, Ketten und Teilen von alten Kristalllustern hergestellt werden. Bei diesen Projekten gibt es eine Auflistung der benötigten Materialien und dann folgt die step-by-step Beschreibung.

Hier ein paar Projekte aus den anderen Kapiteln:

  • Armbänder und Ringe mit alten Knöpfen, Bettelarmbändern mit Metall-Monopoly-Spielfiguren und Fingerhüten
  • ein Lampenschirm aus alter Spitze, Kräutersäckchen aus Spitzentaschentüchern, Handyhüllen aus Pulloverärmeln
  • Geschenkverpackungen und Kuverts aus Notenpapier, Tapete und Landkarten
  • Holzspulen von Nähseiden als Wandhaken, Pflanzenschilder aus Porzellanscherben, Nadelkissen in Kaffeekännchen
  • Schraubgläser wiederverwertet zum Einkochen und als Windlichter mit Knöpfen verziert
  • ein Medizinschränkchen restaurieren, die Sitzfläche eines Sessels mit Krawatten beziehen.

Fazit: Gute Englischkenntnisse sind vorteilhaft, aber die einfacheren Projekte kann man sicher auch von den Fotos nachmachen, ohne die Anleitung versetehen zu müssen.

Wer moderne, peppige Projekte sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Junk Genius ist ein schön aufbereitetes Buch für all jene, die Flohmarkt- und Vintagestil lieben. Dann findet man hier viele Ideen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und mit sämtlichen Schwierigkeitsgraden.

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Gummiringerl selbst gemacht

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Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal Gummiringerl gekauft habe. Schon lange sammle ich die Gummiringerl, die auf Radieschen, Schnittlauch, etc. drauf sind. Damit bin ich meistens gut über die Runden gekommen.

Vor Kurzem habe ich noch eine weitere Quelle für Gummiringerl ganz anderer Art entdeckt. Wenn meine Putzhandschuhe reißen oder ein Loch haben, schneide ich sie einfach in ca. 1 cm breite Gummringe. Diese selbst geamchten Gummiringerl halten nicht so viel aus wie die dünnen gekauften, daher eher etwas breiter schneiden.

Aus den Fingerteilen bekommt man ganz viele kleine Gummringerl, von dem Teil von der Handfläche schöne große Gummiringe.

Übrigens, mehr Infos zu den umweltfreundlichen Putzhandschuhen findest Du in meinem Artikel  Mach‘ Dir nicht die Hände schmutzig!

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Murks? Nein, danke!

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Kennst Du das? Kaum ist die Garantie von einem Gerät abgelaufen ist es plötzlich kaputt!Wenn ich heute etwas kaufe, hält es nicht mehr so lang wie früher. Bilde ich mir das alles ein? Nein! Das ist geplante Obsoleszenz.

Angefangen hat alles in den 20er Jahren mit dem Phoebus-Kartell in den U.S.A. Die Glühbirnenhersteller einigten sich darauf, dass ihre Lampen nur noch 1.000 Stunden leuchten sollten. Trotz Verurteilung der Beteiligten hat sich dieser Trend fortgesetzt und wird heutzutage immer stärker.

Unsere Konsumgesellschaft basiert auf Wachstum. Damit das immer so weiter geht, haben sich die Firmen einiges einfallen lassen. Zum Einen die Variante, dass man ständig ein neues Modell auf den Markt bringt und so den Konsumenten das Gefühl gibt, von gestern zu sein, wenn man nicht mitzieht. Zum Anderen werden Produkte schon absichtlich so hergestellt, dass sie wesentlich früher kaputt gehen, als das von der wirtschaftlichen oder technischen Seite her notwendig wäre. Die Bandbreite an Produkten mit geplanter Obsoleszent ist groß: Nylonstrumpfhosen mit geplanter Laufmasche, vorgesehene Bruchstellen in Elektronik, Autos und Haushaltsgeräten.

Bei Druckern wird oft einfach ein Chip eingebaut, der dem Drucker befiehlt, dass er nach einer gewissen Anzahl an Ausdrucken stoppt. Auch bei Druckerpatronen sind solche Chips angebracht. Wenn man hier keinen Neustart durchführt, wirft man bis zu 3/4 der Toner-Füllung in den Müll!

Bei Billig-Waschmaschinen ist z.B. das Lager in Plastik eingepresst und man kann es nicht austauschen, sondern muß den ganzen Bottich erneuern. Das kostet fast genauso viel wie eine neue Maschine.

Mich macht diese absichtliche Ressourcenverschwendung wütend. Daher möchte ich Dir hier ein paar Tipps geben, wie Du Dich gegen die geplante Absoleszenz wehren kannst:

  • Im Internet findest Du Anleitungen, wie Du Deinen Drucker nach einem Reset weiterverwenden kannst.
  • Schau‘ schon beim Kauf auf Qualität und frage nach, ob das Gerät reparabel ist und was Ersatzteile kosten. Ich habe mich jetzt z.B. bewußt für eine elektrische Nähmaschine statt einer elektronischen entschieden. Die kann man wesentlich leichter und kostengünstiger reparieren.
  • Bevorzuge Hersteller, die eine langjährige Garantie und einen Reparaturservice anbieten.
  • Schau‘ Dir Tests von Konsumentenschutzforen an.
  • Auf Murks? Nein Danke! kannst Du nachlesen, welche Hersteller man besser meidet und selbst schlechte Erfahrungen posten, um anderen Fehlkäufe zu sparen.
  • Beim Reparatur- und Servicezentrum R.U.S.Z. in Wien kannst Du Geräte reparieren lassen oder gebrauchte kaufen.
  • Beim Falter Reparaturführer findest Du über 1500 Adressen zu den Themen Secondhand statt Neukauf, Leihen statt besitzen und Reparieren statt wegwerfen.
  • Schau‘ Dir den Film Kaufen für die Müllhalde von Cosima Dannoritzer an.
  • Beschwer‘ Dich beim Hersteller über schlechte Produkte und verlange, dass sie sie reparieren anstatt auszutauschen.
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Neues Leben für alte Schraubgläser

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Ich bin ein großer Fan der Wiederverwendung von leeren Gläsern von Lebensmitteln. Denn damit reduziert man Müll, vermeidet die – meiner Meinung nach ungesunden – Plastikbehälter und spart auch noch Geld.

Man kann die Gläser, unter anderem, super verwenden

  • um Essensreste im Kühlschrank aufzubewahren.
  •  zum Einfrieren. ACHTUNG: Nicht ganz voll füllen und erst zuschrauben, wenn der Inhalt geforen ist!
  • als Vorratsbehälter für Lebensmittel, wie z.B. Kräuter, Haferflocken, Nüsse und so weiter.
  • zur Aufbewahrung von Kleinzeug, wie z.B. Schrauben, Knöpfe, Perlen, Büroklammern, etc.
  • und natürlich als Behälter für selbstgemachte Leckerbissen wie Pesto, Marmeladen,…

Zuerst muß man die Gläser natürlich mal ordentlich reinigen und alle Etiketten runterbekommen. Meine Methode, um selbst hartnäckige Etiketten zu lösen geht so:

  • Zuerst mal alles von der Etikette runterziehen was sofort runtergeht.
  • Wenn noch Papierreste draufkleben, das Glas in heißes Wasser legen (nicht zu heiss, damit das Glas nicht springt). Mit einem rauen Schwamm abrubbeln.
  • Hartnäckige Reste mit Öl und Schwamm entfernen.

Zum Beschriften eignen sich Etiketten, die man mit immer wieder mit Kreide beschriften kann (wie beim Rosinenglas) oder, die man selbst mit Tafelfarbe aufmalt.

Die getrockneten Orangenschalen habe ich übrigens selbst hergestellt. Wann immer ich Zitronen oder Orangen verwende, reibe ich vorher die Schale mit einem Zestenreißer ab und trockne sie. Die Schalen sind viel intensiver in Geruch und Geschmack als gekaufte und sparen auch noch Geld.