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Die Initiative: Und jetzt retten WIR die Welt!

Du würdest gerne etwas dazu beitragen, damit die Welt ein Stückchen besser wird, weißt aber nicht, wo Du anfangen sollst? Dann habe ich heute genau das Richtige für Dich! Die beiden deutschen Journalisten Ilona Koglin und Marek Rohde haben ein großartiges Projekt ins Leben gerufen: Und jetzt retten wir die Welt!

Zur Initiative gibt es eine tolle, interaktive Website, Videos auf Youtube und – um immer am aktuellen Stand zu bleiben und sich mit anderen „WeltretterInnen“ auszutauschen – stehen auch Facebook, Twitter und der monatliche Newsletter zur Verfügung. Auf der Website gibt es verschiedenste Aktionen zum Mitmachen oder Du kannst auch selbst Aktionen einbringen. Für jede Aktion, die Du durchziehst, kannst Du Weltretterpunkte sammeln. Ziel der Kampagne sind 1 Million Weltretterpunkte.

Ein Blick auf die fröhlich bunte Homepage der Initiative

Ergänzend oder alternativ, ganz nach eigenem Geschmack, gibt es zur Kampagne auch ein Buch, das mich persönlich rundum begeistert hat. Du würdest gerne wissen warum, denn es gibt ja schon verschiedenste Bücher zu dem Thema? Ich verrat’s Dir!

Zum Einen spricht mich die Aufmachung total an. Das Buch ist mit dem höchsten Standard für Ökoeffektivität, dem Cradle to Cradle Silver Zertifikat, ausgezeichnet und wurde in Österreich (!) bei Gugler gedruckt. Das Layout, mit den unterschiedlichen Farben für die einzelnen Kapitel und den vielen Infografiken, ist übersichtlich, ansprechend und viel fröhlicher gestaltet als ein trockenes Sachbuch.

Zum Anderen überzeugt mich auch der Inhalt. Den Aufbau finde ich sehr durchdacht und logisch. Hier folgt das Buch den 6 Schritten von Laotse:

  • Verändere Dich! Hier geht es um Deine Haltung, Deinen Körper, Dein Essen und Deine Kleidung
  • Verändere Dein Haus! Dieses Kapitel widmet sich dem Einrichten, Haushalt und Wohnen
  • Verändere Deine Straße! Im 3. Kapitel geht es um Nachbarn, Grünes pflanzen und Tierrechte
  • Verändere Deine Stadt! Dieser Punkt  hilft Dir mit den Themen Mobilität, Arbeit und Konsum
  • Verändere Dein Land! Hier liegt der Schwerpunkt auf Geld, Politik und Kultur
  • Verändere die Welt! Zu guter Letzt geht es um’s Reisen und globales Denken

Im Buch findest Du über 460 Tipps zu verschiedensten öko-sozialen Projekten, Organisationen und Medien. Die Infografiken decken die wichtigsten 18 Themen Deines Alltags ab und die Step-by-Step Anleitungen helfen Dir, die Ideen gleich umzusetzen. Die Interviews und Erfahrungsberichte runden die gut aufbereiteten Infos ab.

Anschauliche Icons und bunte Farben lockern den Text auf

Das Buch aus dem Kosmos Verlag erhältst Du bei Deinem Lieblingsbuchhändler mit der ISBN 978-3-440-15189-1 um rund € 20. Es gibt auch eine e-Book Variante

Selten hat mich eine Initiative oder ein Buch zum Thema persönlicher und globaler Wandel dermaßen begeistert. Habe ich es geschafft, auch Dich zu motivieren beim Welt retten dabei zu sein? Ich hoffe es! Viel Freude dabei! Ich versprech‘ Dir, es fühlt sich richtig gut an 🙂

 

Erdbeer-Tonkabohnen-Marmelade mit Xylit

Erdbeermarmelade an sich ist ja nichts Neues. Ich habe mich dieses Jahr für eine Variante mit Tonkabohne und Xylit entschieden – zwei Produkte über die man derzeit häufig stolpert und über die es einiges zu erzählen gibt…

Umweltbewußt genießen: Xylit aus Europa

Wer – so wie ich – nach dem Genuss von Industriezucker sofort ein Junkie-Suchtverhalten an den Tag legt, der ist mit Xylitol gut beraten. Der ursprünglich aus Birkenrinde hergestellte Zuckerausstauschstoff ist daher auch als Birkenzucker bekannt. Heute wird Xylit, unter Anderem, auch aus Mais und Buche hergestellt. Ganz wichtig ist, hier beim Einkauf auf Ursprungs- und Herstellungsland achten, denn Birkenzucker aus Europa hat einen bis zu 90% geringeren CO2 Fußabdruck als Mais-Xylit aus China! Dafür lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen!

Anders würzen: Die Tonkabohne

Die süßlich schmeckende Tonka-Bohne kann ähnlich wie Vanille verwendet werden. Das intensivere Aroma ist auf Cumarin zurückzuführen, einem sekundären Pflanzenstoff, der in größeren Mengen gesundheitsschädlich ist. Je nach Art des Lebensmittels sind 5-50 mg/kg unbedenklich. Daher Tonka immer sparsam einsetzen, auch wenn dieser Bohne erotisierende, magische und heilende Kräfte zugeschrieben werden 😉

Wenn Du öfter einkochst lohnt es sich gleich die größere Packung Konfitura zu kaufen, um Verpackungsmüll einzusparen. Alte Schraubgläser eignen sich hier optimal zum Wiederverwenden. So und jetzt kann’s losgehen…

Aphrodites Erdbeer-Tonka-Marmelade

Erdbeer-Tonka Marmelade mit Xylit

Zutaten:
1 kg Bio-Erdbeeren
Saft einer 1/2 Bio-Zitrone
1 Prise Meer- oder Steinsalz
1 Msp. geriebene Tonkabohne (aus dem Bioladen, hab‘ ich bei den Räuchersachen entdeckt!)
300 g europäisches Xylit
12 TL Konfitura Geliermittel von Biovegan (aus dem Bioladen)
Sterilisierte alte Schraub- oder Bügelgläser

1. Erdbeerstiele entfernen. Überreife oder stellenweise bereits matschige Erdbeeren aussortieren, die Marmelade könnte sonst schlecht werden. Die ausgemusterten Erdbeeren in dünnen Scheiben trocknen oder gleich essen 🙂
2. Erdbeeren im Zerkleinerer grob pürieren, in einen flachen, breiten Topf geben. Tonkabohne mit einer Muskatreibe hineinreiben, Xylit, Zitronensaft und Salz hinzufügen (zum Ausgleich der Geschmackrichtungen).
3. Teelöffelweise das Gelierpulver zugeben und mit einem Schneebesen einrühren, um Klümpchenbildung zu vermeiden.
4. Die Marmelade bei mittlerer Hitze aufkochen, immer wieder umrühren, damit sich nichts anlegt. 3 Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.
5. Marmelade in vorbereitete, sterilisierte Gläser füllen bis ca. 1 cm unter den Rand. Gläser fest zuschrauben.

Am Besten auf selbstgebackenem Dinkel-Nuß-Brot genießen 🙂

10 Tipps für Zero Waste

zero waste einkauf
Seit Plastic Planet versuchen wir Plastikmüll so gut wie möglich zu vermeiden. Doch es geht noch mehr als das – Zero Waste! Ziel ist es keinerlei Abfall zu produzieren, der auf der Deponie landet. (Dieser Beitrag enthält Werbung).

Hier 10 Tipps für den Einstieg:

Verpackungsfrei einkaufen: Am Einfachsten geht das in Unverpackt Läden. Wien hat dabei die Nase vorn mit Lunzers Maßgreißerlei, der Greißler, der WarenhandlungElmira und Lieber Ohne. In den Bundesländern findet man Das Gramm in Graz und in Innsbruck Greenroot. Darüber hinaus werden auch in manchen Geschäften vereinzelt lose Waren angeboten. Eine super ausführliche Liste für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt’s auf Shias Blog: Unverpackt Laden Liste Wastelandrebel. Manche Dinge gibt’s auch in Bioläden, am Markt, beim Bäcker, ab Hof, etc.

Kompostieren: Auch ohne Garten kann man – frei von lästigen Gerüchen – kompostieren, z.B. mit dem Wurmkomposter mit Sitz zum selber zusammenbauen.

Nein sagen: Zero Waste bedeutet auch, sich Gedanken zu machen, was man eigentlich annimmt. Brauche ich den Werbekugelschreiber? Muß ich das Flugblatt mitnehmen oder reicht ein Handy-Foto von der Info?

Reduzieren: Ein essentieller Punkt! Hier heißt es mal ehrlich zu hinterfragen, ob ich den 27. Pulli eigentlich brauche? Statt neu zu kaufen ruhig mal ausmisten, was man nicht verwendet und das Überall, also in jedem Zimmer und jede Lade! Über die aussortierten Sachen freuen sich vielleicht Hilfsorganisationen, Flohmärkte, etc. Die Frage ist sowieso, ob man alles besitzen muß oder vielleicht tut’s auch mal das Ausleihen aus der Bibliothek oder einem Leihladen?

Schlau machen: Warum sich die Mühe machen für alles selbst eine Lösung zu finden? Es gibt tolle Zero Waste-Blogger und Communities, die weiterhelfen. Hier nur ein paar Vorschläge: Der Klassiker Zerowastehome und Trash is for tossers (beide auf Englisch). Hilfreiche deutsche Blogs sind Zero Waste Familie und Wasteland Rebel (hier geht’s zum Interview mit Shia).
Wenn du lieber was Handfestes magst, dann ich dir die Bücher von Shia Su Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün* und Bea Johnsons Zero Waste Home – Glücklich leben ohne Müll* wärmstens empfehlen.

Wiederverwenden: Weg vom Einweg, hin zu Mehrweg und Upcycling. Hier gibt’s für den Anfang Tipps für Küche und Bad. Wie wär’s mit Allesreiniger-Tüchern aus alten T-Shirts oder Kaffeesatz für die Körperpflege?

Recyclen: Wann immer möglich Produkten aus verrottbaren oder recycelbaren Materialienden Vorzug geben. Ganz wichtig ist auch das richtige Trennen von Recyclingmüll.

Selber machen: Manche Dinge bekommt man wirklich schwer unverpackt. Oft ist dann DIY die beste Wahl. Selbst gemischtes Zahnpulver oder Deo gehen schnell und einfach. Das gilt natürlich auch für’s Essen, wie z.B. hausgemachte Sonnenblumenkernbutter.

Vorbereitet sein: Wichtig ist, vor allem unterwegs für ein Essen oder einen spontanen Einkauf gerüstet zu sein. Bewährt hat sich bei uns dafür folgende Ausstattung: Stoffserviette,* Reisebesteck,  Jausenbeutel oder Lunchbox,* Trinkflasche, Stoff-Einkaufstasche und Obst- & Gemüsebeutel.*

Darüber reden: Wer weiß, vielleicht finden sich ja interessierte Mitstreiter oder man bekommt plötzlich Zero Waste kompatible Geschenke aus dem Familien- und Freundeskreis. Ich jedenfalls hab‘ mich riesig gefreut, als ich ein Geschenk hübsch in ein Geschirrtuch verpackt bekommen habe!

Auch im Urlaub kann man unverpackt einkaufen, z.B. in

Palma de Mallorca
Turin
Mailand
Brüssel

Viel Erfolg und vor allem Freude mit Zero Waste!

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

Interview mit Shia Su von Wasteland Rebel

Shia ist der kreative Kopf hinter dem veganen Back-Blog Cake Invasion. Seit einigen Monaten versucht Sie mit ihrem Mann den Zero Waste Lebensstil umzusetzen. Über Ihre Erfahrungen damit bloggt sie jetzt auch auf Wasteland Rebel. Wir haben Shia zu Ihrem anspruchsvollen Projekt befragt.

Shia-1024x683©Lina-Maria Schön von Mandelmilch & Cashewmus

Karin: Shia, Du hast ja in den letzten Jahren privat viel in Deinem Leben verändert. Einerseits bist Du Veganerin geworden und andererseits hast Du beschlossen, Zero Waste zu praktizieren. Was waren die Auslöser dafür?

Shia: Schon bevor ich vegan wurde, war ich zu-Hause-Veganerin-auswärts-Vegetarierin. Einfach, weil es sich in der mittelgroßen Stadt, wo ich vorher gewohnt hatte, kaum anders realisieren ließ. Da war man als Vegetarier schon sehr der Gnade der Kantinenköche ausgeliefert, denn von den täglichen drei Gerichten war in der Regel nicht mal ein einziges überhaupt vegetarisch. Auch Freunde und Bekannte nehmen dort keine Rücksicht darauf – das ist dort einfach nicht üblich. Vor über einem Jahr sind wir nach Bochum gezogen, wo das vegane Angebot traumhaft ist und Leute darauf auch hauptsächlich sehr positiv reagieren. Da ging dann die letzte Umstellung ganz einfach.

Zu zero waste bin ich gekommen, als ich in einer veganen Facebook-Gruppe einen Bericht über Béa Johnson gesehen hatte. Das war ein Moment, wo ich mir die Hand gegen das Brett vor meinen Kopf geklatscht hab, und dachte: “Echt, du hast dich ja auch immer schön brav mit den Ködern zufrieden gegeben, die dir so hingeschmissen wurden!” Ich habe immer Taschentücher aus Recyclingpapier gekauft und gedacht, dass wäre halt die ökologische Alternative. Ohne zu sehen, dass diese ja auch sofort wieder Müll sind und außerdem auch diese in Plastik eingepackt waren. Ab da gab’s einen sofortigen Kaufstopp und mein Mann und ich haben uns in der Zeit erst mal umgeguckt, um uns ein bisschen zu orientieren: Wo kann man was unverpackt bekommen? Wir haben nachgelesen, was man als Alternative zu Drogerieartikeln verwenden kann. Und wir waren überrascht, dass wir von den ganzen Vorräten in unseren Küchenschränken locker sechs Wochen leben konnten (natürlich haben wir vereinzelt frische Sachen dazu gekauft).

Karin: Kannst Du ganz kurz erklären, wie Du Zero Waste für Dich persönlich definierst?

Shia: Für mich und meinen Mann bedeutet zero waste nicht nur so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren, sondern generell unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Ich bin auch aus diesem Grund vegan geworden. Natürlich finde ich Massentierhaltung ganz schrecklich, aber ich denke eben, dass vegan für mich ein Teil von etwas noch Größerem ist – nämlich eingebettet in den Wunsch nach so wenig Ausbeutung von Umwelt, Mensch und Tier wie möglich. Dabei geht es uns jetzt nicht darum, allen Leuten auf die Finger zu hauen und so konsequent wie möglich zu sein. Es ist alles ein Prozess, und keiner ist perfekt. Man kann die Sache mit unglaublich viel Wut als Kampf angehen, oder gutgelaunt und die Leute mit Fröhlichkeit und Begeisterung anstecken. Keiner muss in unseren Augen super konsequent sein. Wer anfängt, etwas zu tun, sollte darin unterstützt werden, und wenn es eben mit “nur” einem fleischfreien Tag pro Woche anfängt oder mit dem Kauf von BIO-Produkten. Denn wenn jeder reduziert, wäre auch schon sehr viel geschafft. Das kann unter Umständen sogar insgesamt einen kleineren ökologischen Fußabdruck bedeuten, als wenn nur wenige dafür ganz konsequent leben.

Karin: In einem TV-Beitrag hast Du erzählt, dass Dein Mann und Du früher viel Tiefkühl- und Fertigessen konsumiert habt. Wie ist es Euch gelungen, diese Gewohnheiten umzustellen?

Shia: Durch zero waste. Denn das ganze ungesunde Zeug ist ja immer eingepackt, und das kaufen wir einfach nicht mehr. Obst und Gemüse hingegen bekommt man eigentlich überall unverpackt. So essen wir halt einfacher, aber mit frischen Zutaten. Zuerst ist das etwas ungewohnt, aber irgendwann hat man sich daran gewöhnt. Wir haben ja beide auch unheimlich viel genascht. Ich gerne Süßes, mein Mann Chips. Das war schon erst mal wie Entzug. Mein Mann hat dann stattdessen gesalzene Cashews in diesen Dosen gekauft. Zwar nicht verpackungsfrei, aber er hat es bewusst als Übergang gemacht – immer weniger, bis er schließlich gar kein Bedürfnis mehr verspürt hat. Ich habe einfach mehr gebacken, aber inzwischen habe ich auch eigentlich gar keinen Heißhunger mehr auf Süßes.

Karin: Gerätst Du bei manchen Dingen trotzdem noch in Versuchung zu konsumieren und wenn ja, wie gehst Du damit um?

Shia: Mein Kosumverhalten hat sich sehr geändert. Ich laufe durch die Fußgängerzone und gucke gar nicht mehr in die Geschäfte. Das hat gefühlt einfach nichts mehr mit mir zu tun. Wenn mir jemand mal ein cooles Shirt zeigt, verspüre ich natürlich schon erst mal den Wunsch, es zu haben. Aber ich kann es sowieso nicht übers Herz bringen, weil ich weiß, dass darin zu 100% Ausbeutung steckt – und das ist es mir einfach nicht wert. Das steht doch wirklich in keinem Verhältnis, dass da Leute bei der Produktion vergiftet werden, Kinder unter schrecklichen Bedingungen arbeiten müssen und die Umwelt verschmutzt wird, nur damit ich ein Shirt mehr im Schrank habe, das ich gar nicht wirklich brauche und wahrscheinlich auch kaum tragen werde!

Früher zu Studentenzeiten hatte ich ziemlich wenig Geld. Da hab ich immer den Trick gemacht, Sachen, die ich kaufen möchte, erst mal wieder zurückzulegen. Wenn ich in einer Woche immer noch daran denke und es will, dann kaufe ich mir das. Fast alle Sachen habe ich dann aber auch sofort wieder vergessen! Das hat mir damals schon gezeigt, dass man vieles auch tatsächlich nur in dem kurzen Moment will. Wenn einem das klar wird, ist es auch einfacher, davon Abstand zu nehmen.

Karin: Zero Waste geht – meiner Erfahrung nach – oft auch damit einher, viel selber zu machen. Wie habt Ihr es geschafft, die Zeit für diese neuen Tätigkeiten zu finden?

Shia: Wir wohnen fast in der Fußgängerzone neben einem großen Drogeriemarkt. Ich habe mal die Zeit gestoppt – und ich brauche für das Selbermachen von Wasch- und Spülmittel zusammen gut fünf Minuten, wenn ich vorgeraspelte Seifenflocken habe (ich raspel dann mal ein großes Seifenstück komplett vor, das dauert mit der Hand auch nur 5 Minuten). Das ist deutlich schneller, als die Sachen in der Drogerie nebenan “schnell mal” zu kaufen. Unsere Armee an Putzmitteln haben wir durch Essigessenz ersetzt. Leider nicht vegan, aber insgesamt die ökologischere Alternative. Man braucht für wirkungsstarken Essigreiniger nur einen Esslöffel auf 300ml Wasser. Essigreiniger zu machen dauert so vielleicht mal 20 Sekunden – und eine Flasche ist so ergiebig! Früher sind wir andauernd noch mal kurz zur Drogerie gelaufen, weil immer irgendeins unserer gefühlten 300.000 Produkte alle war. Das machen wir jetzt gar nicht mehr. Wir haben eher sehr viel Zeit gespart, weil wir vieles vereinfacht haben. Was zu kompliziert ist, machen wir einfach nicht. Man kann natürlich ganz viel selber machen, gerade bei Kosmetik. Aber daran haben wir gar kein Interesse. Wir kochen übrigens auch sehr einfach, und das funktioniert wunderbar so :).

Karin: Wird Euer Zero Waste Projekt in Eurem Familien- & Freundeskreis akzeptiert, d.h. wird bei Geschenken an Euch, etc. darauf Rücksicht genommen?

Shia: Die meisten haben das Ausmaß immer noch nicht erfasst bzw. es fällt ihnen sehr schwer, es zu verstehen. Häufig haben die Leute es auch gar nicht auf dem Schirm, und schicken uns doch Postkarten aus dem Urlaub, bringen Geburtstagskarten mit oder bieten uns extra für uns gekaufte verpackte BIO-Snacks an. Es ist nicht einmal böse gemeint, sondern eine Art Müllblindheit. Sie wollen uns unterstützen, und denken sie tun es auch, aber sehen nicht, dass das für uns ebenfalls Müll ist. Wir wünschen uns seit bestimmt acht Jahren schon, nichts geschenkt zu bekommen. Weder zu Geburtstagen noch zu Weihnachten. Das wird fast nie respektiert. Weil sie doch schenken wollen, und das sollen wir ihnen doch auch lassen. Gerade ich erkläre immer und immer wieder, dass es nichts bringt, uns etwas zu schenken, weil wir es sowieso nicht behalten werden. Wir werden uns über den Müll ärgern und die Sachen wieder in Umlauf schicken. Das ist allerdings eher ein verbaler Schlag ins Gesicht und man sollte sich gut überlegen, ob man das so kommunizieren will ;).

Karin: Bea Johnson von Zero Waste Home ist ja eines Deiner Vorbilder. Welche anderen Blogger inspirieren Dich noch beim Zero Waste Thema?

Shia: Vorbild ist wahrscheinlich das falsche Wort. Ich finde es toll, was sie macht, aber ich möchte keineswegs so leben wie sie, und habe auch nicht den Anspruch, die Sachen genauso zu machen wie sie ;). Ich gucke mir gerne verschiedene Lebensentwürfe und auch Alternativen für dies und das an, und ich probiere gerne vieles aus. Was uns gefällt, nehmen wir für uns an. Es müssen für mich auch keine Zero Waste Blogger sein. Ich wasche mir beispielsweise mein Haar total gerne mit Roggenmehl. Das habe ich bei einer Bloggerin gelesen, die über vegane Kosmetik schreibt und deren Blog ich schon länger verfolge (http://kosmetik-vegan.de). Mit Zero Waste hat sie eigentlich nichts am Hut. Die meisten Zero-Waster (und mein Mann auch ;)) scheinen eher auf feste Shampooseife oder Shampoo zum Abfüllen zurückzugreifen, aber das möchte ich persönlich wegen der Tenside darin nicht, wenn es doch auch anders geht. Ich habe auch das Nudelmachen als Hobby für mich entdeckt und suche nun auf englisch-, chinesisch- und auch japanischsprachigen Seiten nach speziellen Rezepten für bestimmte Nudelspezialitäten.

Ansonsten gucke ich gerne auf dem Blog von Olga (http://zerowasteblog.de) vorbei, die sich ebenfalls auch ohne einen Unverpackt-Supermarkt in ihrer Nähe ihre Alternativen überall zusammen sucht. Von ihr habe ich die Idee, statt Klopapier einfach auf Wasser und Waschlappen zurückzugreifen (wir benutzen für das große Geschäft auch noch Seife). Funktioniert wunderbar und ist viel hygienischer :). Auf Lauren Singers Blog gucke ich auch immer mal, wobei ich noch keine ihrer Alternativen so direkt ausprobiert habe. Da finde ich es interessant, wie sie in einer Metropole wie New York zero waste lebt. Es gibt auch die Zero-Waste-Familie (http://www.zerowastefamilie.de), wo ich auch mal etwas lese und tolle Infos bekomme – ich wusste nämlich nicht, dass man Natron in Apotheken auch ins eigene Glas abgefüllt kaufen kann, oder dass Apotheken auch Zahnpulver für einen zusammenstellen. Bei Utopia.de gibt es auch einen Zero Waste Blog, wo ich gerne mal lese (http://www.utopia.de/blog/zero-waste).

Karin: Mein Mann und ich versuchen selbst auch nach und nach Zero Waste immer mehr umzusetzen und suchen teilweise noch nach Alternativen, z.B. bei Zahnseide. Wo seid Ihr noch auf der Suche und wo habt Ihr Lösungen gefunden mit denen Ihr vorher gar nicht gerechnet hättet?

Shia: Da ich in meinem veganen Backblog Cake Invasion auch häufig solche Themen aufgreife und von unseren ganz spezifischen Problemen berichte, bekomme ich auch ganz viele Tipps von meinen Lesern :)! So kamen wir auch zu unserer Wurmkiste, die nun in unserer Küche steht. Von allein wäre ich wahrscheinlich nie drauf gekommen, weil ich dachte, dass kompostieren in unserer Stadtwohnung bestimmt nicht in Frage käme! In der Tat hat mir auch eine Leserin von kompostierbarer Zahnseide aus echter Seide erzählt und mir direkt einen Onlineshop genannt, wo ich sie auch kaufen kann. Das ist zwar nicht vegan, aber generell die ökologischere Variante – und tötet man mit Plastik nicht auch ganz viele Tiere im Meer? Bald neigt sich unsere Zahnseide, mit der wir seit einem Jahr sehr sparsam umgehen, dem Ende zu und ich werde die Zahnseide aus echter Seide dann bestellen. Die kompostierbare Bambuszahnbürste hatte ich in unserem lokalen veganen BIO-Markt noch vor unserer zero waste Umstellung entdeckt. Manchmal stößt man also auch in der unmittelbaren Umgebung auf Sachen, wenn man nur die Augen offen hält.

Tolle Ideen bekomme ich auch, wenn ich gerade ältere Leute frage, wie es denn früher war. Die erzählen dann z.B., wie sie Essen zum Mitnehmen auch einfach in Tüchern eingeschlagen haben (das machen wir ja auch, wenn wir uns was to-go holen).

Karin: Wie hat Zero Waste Euer Leben bisher verändert?

Shia: Zero Waste hat unseren Alltag komplett umgekrempelt! Wir haben uns noch nie in unserem Leben so gesund ernährt. Wir essen zwar immer noch viel auswärts, aber zu Hause gibt es nur noch BIO-Produkte und alles wird aus frischen Zutaten ohne Fertigzeugs gemacht. Meiner Neurodermitis-Haut geht es so gut wie noch nie! Das kommt bestimmt auch durch die Ernährung, aber auch dadurch, dass sie nicht mehr mit so viel “Chemie” in Berührung kommt. Sie wird mit Ölen, mit denen wir auch kochen, eingecremt, und mit gut verträglicher Olivenölseife gewaschen. Unser selbstgemachtes Spülmittel ist ebenfalls nicht so aggressiv wie Gekauftes, sodass ich auch ohne Spülhandschuhe keinen Ausschlag mehr bekomme. Unsere Wohnung ist viel leerer und somit auch automatisch aufgeräumter als vorher, weil uns aufgefallen ist, wie viele Sachen wir hatten (und immer noch haben), die wir nicht mal benutzten, von brauchen ganz zu schweigen. Diese Sachen bringen wir auch immer noch unter die Leute, damit sie weiter verwendet werden. Denn wenn es bei uns nur einstaubt, sind es verschwendete Ressourcen. Wir haben generell viel mehr Zeit als vorher, denn wir müssen viel seltener einkaufen gehen, haben weniger Sachen und weniger Müll – insgesamt müssen wir uns also weniger mit dem Haushalt aufhalten.

Karin: Auf Wasteland Rebel findet man ja jetzt schon viele praktische Tipps von Dir. Gibt es noch etwas Spezielles, was Du Zero Waste Anfängern mitgeben möchtest?

Shia: Ich denke, dass es ein Prozess ist, der auch seine Zeit braucht. Wir haben alle uns unser Konsumverhalten nicht über Nacht antrainiert, und wir werden es auch wahrscheinlich nicht von einen auf den anderen Tag komplett umkrempeln können. Das ist ja auch voll in Ordnung so, da muss sich auch keiner unter Druck setzen. Wir haben mit einem Kaufstopp angefangen, der uns Zeit gegeben hat, uns mit Alternativen vertraut zu machen und zu gucken, wo man was bekommt. Am Anfang haben wir auch mal aus Gewohnheit aus Versehen doch wieder etwas Verpacktes gekauft (Kirschtomaten). Und auch heute noch klappt es nicht immer, z.B. wenn man auswärts isst und doch eine Serviette gebracht wird, obwohl man sie abbestellt hatte. Da ärgert man sich natürlich erst mal. Aber es bringt ja nichts, sich da reinzusteigern und sich fertig zu machen. Besser ist es, sich das für das nächste Mal zu merken und es dann anders zu machen. Auch fangen wir immer bei Sachen an, die uns “wenig weh tun”, denn da ist die Umstellung am einfachsten und man kann schon mal üben, weniger und bewusster zu konsumieren. Später kann man sich dann ans Eingemachte machen, wenn die anderen Baustellen abgearbeitet sind.

Karin: Vielen lieben Dank für das spannende Gespräch und weiterhin viel Erfolg auf Eurem Weg zu Zero Waste, Shia!

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Mach‘ Dir nicht die Hände schmutzig!

Für viele Dinge des täglichen Lebens gibt es umweltfreundlichere Varianten, wenn man erst mal weiß, wo man sie bekommt. Beim Putzen bleiben unsere Hände z.B. sauber mit Gummihandschuhen aus fair gehandeltem FSC*-Naturlatex.* Hier kommen bei der Kautschuk-Erzeugung keine Agrargifte zum Einsatz, wie es in der konventionellen Herstellung üblich ist. So ist die Gesundheit der Arbeiter geschützt und es gibt keine problematischen Rückstände im Gummi.

Die FSC (Forest Stewardship Council) Zertifizierung stellt darüber hinaus sicher, dass der Kautschuk von einer verantwortungsvoll wirtschaftenden Plantage stammt. Außerdem wird für jedes Kilo Kautschuk zusätzlich eine Fair Trade Prämie gezahlt, die in einen Sozialfond geht, um die Lebensbedingungen der Gummizapfer und ihrer Familien in Sri Lanka zu verbessern. So konnten z.B. schon 20 Häuser mit sauberem und damit sicherem Trinkwasser versorgt werden.

Gummibäume absorbieren übrigens mehr CO2 als tropischer Regenwald!

Hier geht’s zu den natürlichen Putztipps. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen frohes Putzen 🙂

 

umwelfreundliche_Putzhandschuhe1

Schweinehundfaktor: niedrig

Kostenfaktor: niedrig

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Umweltfreundlich Grillen & Picknicken

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Speisen ‚al fresco‘ macht jedes Essen zu etwas Besonderem. Wir haben für Dich ein paar Ideen zusammengetragen, wie Du Dein Schlemmen im Grünen klimafreundlich und (fast) Zero Waste genießen kannst.

Kohle: Achte bei Holzkohle auf das FSC-Siegel, damit kein Tropenholz auf Deinem Griller landet. Noch besser sind schwefelfreie Kokos-Kohle oder Briketts aus Abfällen der Olivenölpressung (erhältlich in den Biomärkten denn’s & basic).

Grillanzünder: Reisig, Holzspäne oder FSC zertifizierte Grillanzünder sind eine gute Wahl. Bloß kein Papier, Kiefernzapfen oder chemische Zündhilfen verwenden, da werden krebserregende Stoffe frei!

Weg mit dem Alu: Einweg-Grilltasssen aus Aluminium schaden der Umwelt & der Gesundheit. Leiste Dir stattdessen eine wiederverwendbare Grilltasse aus emailliertem Stahl. Auch Schiefer- oder Specksteinplatten eignen sich perfekt.

Essen: Nimm‘ zum Einkaufen & zum Transportieren der Speisen eigene Schraubgläser, Lunchboxen und Beutel für Obst, Gemüse & Brot* mit, um Müll zu vermeiden. Mach‘ einen Bogen um Convenience-Produkte und koche frische, vegetarische Speisen aus regionalen Bio-Lebensmitteln. Hier findest Du ein paar leckere Rezeptideen zum Grillen.

retaptwistGetränke: Wie wär’s mit selbst gemachtem Obstwasser statt picksüßen Softdrinks in der Einwegflasche? Einfach Lieblingsobst und -Kräuter klein schneiden, in eine schadstoff-freie Glas-Trinkflasche* stecken und mit Wasser auffüllen. Die Möglichkeiten sind endlos, z.B. Basilikum-Orange, Erdbeer-Gurke-Zitrone oder Heidelbeer-Lavendel…Laß Deiner Kreativität freien Lauf 🙂

Geschirr, Besteck & Co.: Gib‘ Mehrweg-Produkten den Vorzug! Bio-Bambus-Besteck ist super robust und federleicht. Stoffservietten* eignen sich auch gut um etwas  für den Transport einzuwickeln. Statt Plastikgeschirr auf Erdölbasis sind wiederverwendbare Teller & Becher aus Pflanzenfasern* eine super Alternative. Wenn es doch mal Einweg-Geschirr sein Muß, dann gibt es auch da umweltfreundlichere Alternativen, wie die Teller aus Palmblatt.*

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10 Tipps um Lebensmittelmüll zu vermeiden

Marmeladenbrot

Jedes Jahr landen in Österreich um die 157.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Restmüll. Die häufigsten Gründe, warum Lebensmittel im Müll landen sind, dass wir die eingekauften Produkte nicht rechtzeitig verarbeiten oder zuviel kochen. Wie man das vermeidet, erfahrt Ihr hier:

1. Im Voraus planen: Regelmäßig zuhause Vorratsregale und Tiefkühler durchschauen, was verbraucht werden muß. Mahlzeiten ein paar Tage im Vorhinein planen.

2. Regional & saisonal Meistens sind diese Produkte frischer und halten daher auch länger.

3. Einkaufen: An die  Einkaufsliste halten, um überflüssige Spontankäufe zu vermeiden. Besser mehrmals die Woche kleinere Mengen einkaufen.

4. Runtergepreiste Ware kaufen: Wenn man sowieso vorhat die Sachen gleich zu verwerten, einfach Produkte nehmen, die nicht mehr so lange halten, damit sie nicht im Müll landen.

5. Richtig lagern:

  • Blattgemüse in ein feuchtes Tuch wickeln & in die Gemüselade im Kühlschrank legen.
  • Beeren, Kohl- & Wurzelgemüse im Kühlschrank aufbewahren.
  • Sonstiges Obst kühl, aber nicht gemeinsam mit Gemüse lagern.
  • Getreide & Mehl kühl und trocken halten.
  • Nüsse möglichst kühl lagern, für den Kühlschrank unbedingt luftdicht verpacken.
  • Zwiebeln, Kartoffeln, Gurken & Paprika kühl lagern, nicht in den Kühlschrank geben.

6. Mindestens haltbar bis: Wenn ein Produkt das angegebene Datum überschritten hast, heißt das noch lange nicht, dass das Essen nicht mehr genießbar ist. Im Zweifelsfall einfach kosten. Besonders Sojaprodukte, Sirup oder eingelegtes Gemüse und Hülsenfrüchte halten sich meist weit länger.

7. Reste einfrieren: Fast alle Lebensmittel können tiefgefroren werden, Tofu wird so z.B. besonders bißfest. Tomatenmark und Kräuter in Eiswürfelbehälter portionsweise einfrieren. Übriges Gemüse vorschnippeln, einfrieren und bei Gelegenheit für Suppe oder Auflauf nutzen. Zum Tiefkühlen verwenden wir übrigens alte Schraubgläser. Achtung: Gläser nicht zu vollfüllen, den Inhalt durchfrieren lassen und dann erst den Deckel fest zuschrauben.

8. Verputzen statt verschwenden: Was macht man mit übrig gebliebenem Brot, Gemüse & Co? Im Verputzen-Lebensmittellexikon findet man viele Tipps für die Verwertung. Wie wär’s mal mit Kürbisfaser-Chips oder man pflanzt Gemüsereste wieder ein.

9. Foodsharing nutzen: Wenn man es mal nicht schafft Lebensmittel rechtzeitig aufzubrauchen. Einfach online stellen und verschenken. Die Sachen können zuhause oder bei einem FairTeiler abgeholt werden. Eine Liste aller FairTeiler in Wien findest du auf foodsharing.

10. Im Restaurant: Bei wenig Hunger nach einer kleinen Portion fragen. Sollte es doch mal zu viel sein, Essensreste in einen mitgebrachten Behälter einfüllen lassen.

Schlauer Schulstart

Buntstifte One eco vegan life

Die Schule geht wieder los! Jetzt heißt es Schultasche, Hefte & Co. besorgen. Bei der großen Auswahl ist es gar nicht einfach, die Produkte auszuwählen, die für Kinder & Umwelt am besten sind.

Eine tolle Hilfe ist da die Broschüre Check the Bag von Lebensministerium & WKO. Auf der Checkliste werden die verschiedenen Siegel erklärt und Auswahl-Kriterien für Schul-Rucksack, Radiergummi, Filzstifte, Malkasten und mehr gegeben.

Auf schuleinkauf.at findet man noch mehr Tipps. Darüber hinaus gibt es Produktlisten mit einer Auswahl an Vorzeige-Produkten und auch Händler, die besonders auf umweltfreundliche Produkte achten.

Mindestens genauso wichtig wie ökologische Papier-Waren ist das Einpacken einer gesunden Jause. Denn auch hier können sich schnell Schadstoffe einschleichen.

Hier ein paar Tipps zur Vermeidung von Weichmachern und Co. in der Schuljause:

  • Keine Produkte mit starkem Plastikgeruch verwenden.
  • Dosen aus PVC und PC (Polycarbonat) komplett meiden.
  • Behälter ohne Weichmacher (Phatalate) und BPA (Bisphenol A) wählen, z.B. aus Edelstahl oder schadstoff-freiem Kunststoff.
  • Keine in Plastik eingeschweißte, fetthaltige Lebensmittel verwenden. Diese nehmen Weichmacher aus der Verpackung besonders stark auf.

Guten ‚grünen‘ Schulbeginn!

Wiederverwertet: Kaffeesatz – Teil 2

kaffeesatz_reuse-1

Kaffeesatz kann noch mehr! Hier noch ein paar Tipps:

Den Kaffeesatz zuerst ausgebreitet trocknen lassen. Dann in geschmacksneutralen Gefäßen, wie alten Schraubgläsern, (dann allerdings dunkel lagern!) aufbewahren.

Haushalt:

  • Schokokuchen aufpeppen: Etwas Kaffeesatz in den Kuchenteig rühren, schmeckt auch lecker bei Brownies.
  • Hände von Küchengerüchen befreien: Nach dem Kochen die Hand mit Kaffeesatz abreiben. Danach mit Wasser und Seife abwaschen. Voilà, Knoblauch & Zwiebelgerüche sind verschwunden!
  • Abfluß freihalten: Regelmäßig 1/2 Tasse Kaffeesatz in den Waschbeckenabfluß schütten und mit kochendem Wasser nachspülen. Beseitigt Ablagerungen & beugt Verstopfungen vor.
  • Vasen reinigen: Wasser & Kaffeesatz einfüllen, etwas stehen lassen. Dann mehrmals hin & her schwenken. Kaffeewasser wegschütten und mit klarem Wasser nachspülen.
  • Gerüche neutralisieren: Kaffee wirkt von Natur aus desodorierend, z.B. gegen Zigarettenrauch. In einer Schale im Kühlschrank. Getrockneten Kaffesatz in einen Beutel füllen. Wirkt im Kleiderschrank, im Auto und im Mülleimer-Deckel.
  • Schuhe entmüffeln: Aus alter Kleidung kleine Säckchen nähen und mit trockenem Kaffeesatz füllen. Säckchen in die Schuhe stecken.

Kennt Ihr noch andere Möglichkeiten? Wir freuen uns über weitere Ideen!

P.S.: In Teil 1 gibt’s Tipps für Körperpflege und Garten.

Wiederverwertet: Kaffeesatz – Teil 1

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Wegwerfen ist out, wiederverwenden ist in! Heute gibt’s mal Tipps wie man Kaffeesatz für Körperpflege und Garten einsetzen kann. Im Teil 2 folgen schlaue Ideen für den Einsatz im Haushalt.

Garten:

  • Beete schützen: Kaffeesatz und Orangenschalen um die Gartenbeete streuen. Hält Katzen, Schnecken und Ameisen fern. Achtung bei jungen Katzen, die könnten den Kaffee fressen!
  • Düngen: Perfekt für Pflanzen, die ein saures Milieu lieben wie Rosen, Tomaten, Azaleen, Rhododendron. Den Kaffeesatz gut in den Boden einarbeiten, damit er nicht schimmelt. Nicht übertreiben! Alle 5-6 Wochen eine 3-/4 Tasse Kaffeesatz in der Nähe der Wurzeln eingraben.
  • Starke Samen: Radieschen und Karotten werden besonders kräftig, wenn man bei der Aussat der Samen getrockneten Kaffeesatz darunter mischt.

Körperpflege:

  • Glänzende Haare: Den Kaffeesatz in die sauberen, nassen Haare ein paar Minuten einmassieren, dann ausspülen. Achtung: Kaffee färbt auch leicht! Blonde & Brünette bekommen davon schöne Highlights!
  • Hand- & Body-Peeling: Kaffeesatz mit Kokosöl vermischen. Perfekt als Dusch-Peeling oder für fleckige GärtnerInnen-Hände.
  • Gesichtsmaske: 4 TL Kaffeesatz, 4 TL ungesüßtes Kakaopulver, 8 TL Olivenöl. Bei fettiger Haut 2 TL Zitronensaft dazugeben. Kaffee und Kakao vermischen. Dann die flüssigen Zutaten unterrühren, bis sich eine glatte Creme geformt hat. Auf Hals und Gesicht auftragen, eintrocknen lassen. Zum Lockern der Maske ein feuchtes Tuch draufdrücken. Maske mit warmem Wasser abspülen. Die Paste hält sich einige Tage im Kühlschrank.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Wenn man den Kaffeesatz zum späteren Verwenden aufheben will ist es wichtig, ihn vorher gründlich zu trocknen. Sonst schimmelt er! Am Besten flach ausbreiten, z.B. auf einem großen Teller und 2-3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen. Dann in einen geschmacksneutralen, undurchsichtigen Behälter füllen und kühl und trocken aufbewahren.