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Interview mit Designerin *anna pollack*

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Fotocredit: (C) Wearfair.at

Anna Pollack ist die Frau hinter dem gleichnamigen Design- und Modelabel. Anna hat sich der Kreation kunterbunter Kindermode-Unikate aus wiederverwerteten Stoffen verschrieben. Ihre zweite Leidenschaft gilt der Kostümbildnerei. Wir haben mit Ihr über Upcycling-Mode geplaudert.

BC (Beechange): Anna, Du hast ja bereits vor 10 Jahren mit der Herstellung von Upcycling-Kleidung begonnen. Wurde Deine Mode aus wiederverwerteten Textilien damals gleich akzeptiert oder hat sich da etwas über die Jahre verändert?

Anna Pollack:
Zu Beginn war es für mich sehr schwer die Kunden von meiner anderen Herangehensweise zu überzeugen. Viele hatten für Babies und Kinder in erster Linie den Anspruch, dass alles neu sein muß. Dabei ist gerade in dem Bereich gebrauchte Kleidung sehr empfehlenswert: Die von mir verarbeiteten Teile sind im Vorfeld so oft gewaschen worden, dass unter Garantie keine Chemikalien, die bei der Produktion zum Einsatz gekommen sind, mehr drin sind – also weitaus besser für Baby’s Haut! Upcycling steht neuen Biostoffen da um nichts nach!

BC: Du verarbeitest zum Teil auch neue Bio-Stoffe. Für welche Produkte kommen die zum Einsatz und warum kann man da keine Alt-Textilien dafür verwerten?

Anna Pollack:
Alle meine Bündchenstoffe sind neue, GOTS-zertifizierte Bio-Baumwollstoffe. Um meinem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, verarbeite ich hier nur neue Stoffe, da die Elastizität mit zunehmenden Waschgängen und mit dem Gebrauch stark abnimmt. Bei den Baby-Schlafsäcken habe ich eine 100% GOTS-zertifizierte Bio-Baumwoll-Linie, da gerade bei Neugeborenen und Babies besonders auf die Schadstoffbelastung zu achten ist.

BC: Gibt es irgendwelche Stoffreste, die Dir über bleiben oder verarbeitest Du selbst kleinste Stückchen?

Anna Pollack:
Generell bleibt bei mir kein Stoffrest übrig, da ich die Stücke, die zu klein zum Vernähen sind zum Ausstopfen der Kinderspielzeuge verwende. Das einzige, was ab und zu überbleibt sind dicke Nahtstücke, die nicht weich und angenehm genug zum Kuscheln sind. Langsam muß ich zu größeren Objekten übergehen, da meine Produktion gestiegen ist.

BC: Bei Deiner Mode handelt es sich fast außschließlich um Unikate, weil sie aus verschiedensten Kleidungsteilen neu zusammengesetzt werden. Individualität statt Massenware – ist das einer der Gründe warum sich KundInnen für Deine Stücke entscheiden?

Anna Pollack:
Ich denke schon. Es gibt immer wieder KundInnen, die sich bewußt für meine Produkte entscheiden, weil sie das andere, das besondere, das speziell für sie kreierte suchen.

BC: Fertigst Du eigentlich auch Kleidung nach spezifischen Wünschen an, z.B. was die Farbe oder den Schnitt betrifft?

Anna Pollack:
Ja, im Bereich des Möglichen bemühe ich mich immer auf Kundenwünsche einzugehen. Es ist nicht immer alles möglich, da ich durch die vorhandenen Rohmaterialien eingeschränkt bin. Aber manchmal ist jemand auch bewußt bereit zu warten, um z.B das gewünschte Stück in einer bestimmten Farbe zu bekommen. Auch auf Schnittwünsche versuche ich Rücksicht zu nehmen, wobei hier die Relation zwischen Aufwand und Preis wichtig ist.

BC: Eines Deiner bekanntesten Teile sind ja Deine Kinder-Piratenhosen. Kannst Du die ein bißchen beschreiben?

Anna Pollack:
Meine Piraten-Hosen sind aus verschiedenen Ideen heraus geboren. Zum einen war es mir wichtig eine Hose zu kreieren, die die Kinder in ihrer Bewegungsfreude nicht einschränkt, die gemütlich zu tragen ist, die über eine lange Zeit paßt und aber gleichzeitig auch schön anzusehen ist. Ich bin kein Fan/keine Fanin von Trainingshosen. (Weder bei Großen noch bei Kleinen!). So entstand die Idee zur Piratenhose.

BC: Außer Kleidung produzierst Du ja auch Baby-Schlafsäcke, Spielzeug und so tolle Ballhüllen, die Du mit Fairtrade-Luftballons bestückst. Wie funktioniert so eine Hülle?

Anna Pollack:
Der Luftballon wird leer in die Hülle gesteckt und dann aufgeblasen. Wenn er die richtige Größe hat, wird er einfach zugedreht und der eingedrehte Zipfel zwischen die Stofflagen des Verschlusses geschoben. Somit hält sich der Ballon selber zu, und wenn man mit dem Spielen fertig ist, kann man ihn einfach wieder auslassen und in der Hosentasche verstauen. Er ist das perfekte Mitnehm-Spielzeug!

Photocredit: (C) New Age Fotografie

Photocredit: (C) New Age Fotografie

BC: Deine Kreationen nähst Du großteils selbst, aber zum Teil läßt Du auch in einer sozialen Werkstätte in Wien produzieren. Kannst Du uns darüber etwas erzählen?

Anna Pollack:
Ich lasse teilweise bei Merit, der Schneiderei-Werkstatt der Volkshilfe im fünften Wiener Bezirk nähen. Das ist ein soziales Projekt zur Integration von langzeitarbeitslosen Frauen und Männer im Alter ab 50 Jahren. Hier wird Menschen, die es sehr schwer haben Arbeit zu finden, ein Einstieg ins Berufsleben geboten. Gleichzeitig bietet die geographische Lage mir die Möglichkeit, selbst in die Werkstätten zu gehen, alle Stücke direkt vor Ort zu besprechen und mit der Werkstättenleiterin Dusica Taricic eng zusammenzuarbeiten. Noch dazu entfällt die Umweltbelastung durch weite Transporte. Den Großteil der Transporte erledige ich entweder per Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

BC: Wo kann man *anna pollack* Unikate denn überall erstehen?

Anna Pollack: *anna pollack* unikate gibt es im Mein Design in der Kettenbrückengasse 6 in Wien oder bei „Die Piratin hat den besten Stoff“ in der Neubaugasse 75, ebenfalls in Wien. Sonst besteht die Möglichkeit nach Voranmeldung – oder bei viel Glück auch spontan – im Atelier vorbeizukommen. Auf der Webseite und über die Facebookseite werden auch immer die aktuellen Märkte und Verkaufsausstellungen und -events gelistet. Für jene Kunden, für die all diese Möglichkeiten nicht in Betracht kommen, gibt es auch einen Webshop.

BC: Gibt es noch etwas, dass Du den Beechange LeserInnen sagen möchtest?

Anna Pollack: Ich produziere meine Mode nicht nur, um Kinder und Eltern glücklich zu machen, sondern auch, um meinen Teil dazu beizutragen, dass bei der Produktion weder Menschen noch Natur leiden muss. Mode ist leider zum Wegwerfprodukt geworden – meine Einzelstücke haben hohe Qualität und können auch den kleinen Geschwistern weitergegeben werden. Auch Bekleidung ist Teil eines bewussten Lebensstils.

BC: Herzlichen Dank für das Gespräch Anna und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Mode!

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T-Shirt, Teppich, Topflappen

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Eine seltsame Kombination? Ganz und gar nicht! Diese 3 und rund 60 weitere kreative Upcycling-Projekte  findet Ihr in dem Buch Das war doch meine Lieblingsjeans – Sachen für Kids aus gebrauchten Materialien.

Die finnisch-deutsche Textildesignerin Laura Sinnika Wilhelm verwandelt auch in ihrem zweiten Buch alte Sachen in neue Lieblingsstücke. Da werden aus Jeans und Gürtel ein praktischer Ordnungskorb mit bunten Henkeln, die Socken zum Teddybär-Outfit und der Pulli zur coolen Mütze. Alte Kleidung ist aber längst nicht das Einzige, was mit ein bißchen Geschicklichzeit und Zeit eine ganz neue Verwendung findet. Ob Holzstiele vom letzten Eis des Sommers, die Blechdose von der Kokosmilch oder die Bausteine aus der eigenen Kindergartenzeit – Sinnika haucht den verschiedensten Alltagsgegenständen ein neues, oft ganz anderes zweites Leben ein.

Dank der zahlreichen extra gekennzeichneten Kann-Ich-Doch-Selbst-Projekte zum Nähen, Basteln, Bohren und Sägen finden hier nicht nur Mamis, sondern auch Opas und LehrerInnen wertvolle Ideen.

Ich bin begeistert von Wilhelms tollen Projekten und kann auch ihr erstes Buch, Es war einmal ein Hosenbein – Kleider und Wohnideen aus gebrauchten Textilien, wärmstens empfehlen. Für die Nähprojekte sollte man allerdings ein bißchen Erfahrung mitbringen, da es eher selten erläuternde Zeichnungen zum Text gibt.

 

Damit keiner von uns mehr seine Schlüssel verlegt, habe ich dieses Projekt zum Vorstellen ausgesucht:

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Mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag, Bern

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Schmuckes Recyceln

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Diesmal habe ich mir mal wieder ein Upcycling Buch geschnappt und genauer angeschaut. Schmuckes Recyceln von Katharina Krammer aus Niederösterreich ist im Herbst 2012 im Christophorus Verlag erschienen.

Bei der Aufmachung des Buches gibt es nichts zu meckern: Strapazierfähiges Hardcover, gute Papierqualität, viele ansprechende Fotos und klare, nachvollziehbare Erklärungen.

Am Anfang gibt es eine Einführung in Materialkunde und Arbeitstechniken. Da werden auch einige potentielle Upcycling-Materialien vorgestellt, zu denen es im Buch keine konkreten Projekte gibt, wie z.B. Joghurtbecher, Schallplatten, Uhren, usw. Katharina Krammer gibt außerdem Infos zu Werkzeugen und Hilfsmitteln, sowie der notwendigen Grundausstattung, um die Schmuckstücke herstellen zu können.

Bei den Projekten wird Recyclingmaterial mit Perlen- und Schmuckelementen zu einer Mischung aus Alt und Neu kombiniert. Es werden 17 Schmuckideen konkret vorgestellt. Dabei kommen, unter Anderem, Tastaturteile, Papier, Nespressokapseln, Lego, CD-Hüllen, Buntstifte, Korken, Spielfiguren, Bunte Drähte, Chipspackungen, Plastikflaschen, Dosenverschlüsse, Plastikschraubverschlüsse, Kronkorken und Kabeln zum Einsatz.

Hilfreich fand ich dabei die Angaben zu Zeitaufwand, Schwierigkeitsgrad, Material, Werkzeug und sonstigen Tipps.

Fazit: Die Idee des Buches finde ich toll, die Projekte haben mich persönlich leider nicht so angesprochen. Das liegt zum Einen daran, dass ich viele der verwendeten Materialien in meinem Haushalt von Vornherein meide (z.B. Nespresskokapseln, Aludosen & PET-Flaschen) und zum Anderen, das bei den Projekten oft nur ein kleiner Teil aus Recyclingmaterial besteht und man einiges dazu kaufen muß.

Schmuck, der zum Teil aus recyceltem Material gemacht wird, ist für mich nicht automatisch nachhaltig. Plastik beispielweise bleibt Plastik und ein Problem-Abfallstoff, an dem auch die Wiederverwendung in einem Schmuckstück leider nichts ändern kann.

Foto credit: Christophorus Verlag
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Junk genius

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Heute habe ich mir wieder mal ein englischsprachiges Upcyclingbuch ganz genau für Euch angeschaut:

Junk genius – Stylish ways to repurpose everyday objects, with over 80 projects and ideas von Juliette Goggin und Stacy Sirk

Der Titel hat mich gleich angesprochen, denn ich bin immer auf der Suche nach Ideen, wie ich meinen Müll reduzieren und damit noch was Sinnvolles machen kann.

Das Hardcover, die genähte Seitenbindung, das dicke Papier, die vielen Fotos…bei der Aufmachung wurde hier wirklich auf gute Qualität geschaut, die anspricht.

Los geht’s mit einer kurzen Einleitung der beiden Autorinnen und 2 Seiten mit Tipps, wie man auf Flohmärkten und in Secondhandläden zu seinem ‚Junk‘ kommt.

Danach folgt eine Auflistung von 40 recht gebräuchlichen Gegenständen mit denen man einerseits viele der Projekte im Buch umsetzen kann, die einen aber auch dazu inspirieren soll, selbst kreativ zu werden.

Die Liste schaut vielversprechend aus: alte Fotos, Geschirrtücher, Münzen, Kleidung, Schlüssel, Maßbänder, Besteck, Tapeten, Bilderrahmen, etc. Alles Dinge, die man entweder selbst hat oder leicht auftreiben kann.

Das Buch ist in 7 Kapitel unterteilt:

  • Jewelry and Decoration
  • Fabric and Trims
  • Paper and Card
  • China and Wood
  • Glass and Mirror
  • Metal and Wire
  • Furniture and Furnishings

Am Schluß folgen noch 2 Seiten mit Adressen, wo man nach Upcylingmaterial stöbern kann, allerdings fast ausschließlich für Großbritannien und dann noch ein paar Tipps für Paris, Holland, Schweden und die U.S.A.

Je nach Schwierigkeit sind die Projekte mit den Schlagworten

  • simple (kurze Erklärung)
  • inspiration (Anregung, um selbst kreativ zu werden)
  • step-by-step (ausführlichere Anleitung)

gekennzeichnet. Jedes Projekt wird von mindestens einem Foto begleitet, allerdings nicht immer vom fertigen Produkt.

Ich schnuppere mal in das Kapitel ‚Metal and Wire‘ hinein. Als Erstes kommen 3 Projekte der Kategorie ’simple‘:

  • Alte Kastenbackformen, die man an die Wand montiert und dann eine Kerze hineinstellt.
  • Armaturgriffe, wie z.B. für Wasseranschlüsse im Garten, die man als Griffe auf eine Kommode schraubt.
  • Alte Blechdosen, die man zur Aufbewahrung von Kleinigkeiten an die Wand schraubt.

Als nächstes kommen ein paar Lampen, die aus Metallgerüsten alter Lampenschirme, Besteck, Ketten und Teilen von alten Kristalllustern hergestellt werden. Bei diesen Projekten gibt es eine Auflistung der benötigten Materialien und dann folgt die step-by-step Beschreibung.

Hier ein paar Projekte aus den anderen Kapiteln:

  • Armbänder und Ringe mit alten Knöpfen, Bettelarmbändern mit Metall-Monopoly-Spielfiguren und Fingerhüten
  • ein Lampenschirm aus alter Spitze, Kräutersäckchen aus Spitzentaschentüchern, Handyhüllen aus Pulloverärmeln
  • Geschenkverpackungen und Kuverts aus Notenpapier, Tapete und Landkarten
  • Holzspulen von Nähseiden als Wandhaken, Pflanzenschilder aus Porzellanscherben, Nadelkissen in Kaffeekännchen
  • Schraubgläser wiederverwertet zum Einkochen und als Windlichter mit Knöpfen verziert
  • ein Medizinschränkchen restaurieren, die Sitzfläche eines Sessels mit Krawatten beziehen.

Fazit: Gute Englischkenntnisse sind vorteilhaft, aber die einfacheren Projekte kann man sicher auch von den Fotos nachmachen, ohne die Anleitung versetehen zu müssen.

Wer moderne, peppige Projekte sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Junk Genius ist ein schön aufbereitetes Buch für all jene, die Flohmarkt- und Vintagestil lieben. Dann findet man hier viele Ideen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und mit sämtlichen Schwierigkeitsgraden.

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Recycled Home

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Ich bin stets auf der Suche nach interessanten Büchern zum Thema Upcycling und habe jetzt mal das Buch Recycled Home – transform your home using salvaged materials von Rebecca Procter unter die Lupe genommen.

Das Cover aus Karton mit Fotostickers von einigen Projekten  hat mich sofort angesprochen. Zuerst kommt gleich mal die übersichtliche Gliederung der 50 Projekte in die Bereiche

  • Living
  • Sleeping
  • Bathing
  • Dining
  • Utility
  • Kids
  • Outdoor

Nach der kurzen und nett geschriebenen Introduction geht’s weiter mit Tipps zu Material (Stoff, Holz, Papier, etc.) und hilfreichen Werkzeugen (Schere, Hammer, Schneidmatte, Bügeleisen, usw.). Hier findet man keine ausgefallenen Sachen und wenn man selbst ein bißchen näht und handwerklich arbeitet, hat man das meiste sicherlich zuhause.

Dann geht’s schon los mit dem Kapitel Living. Das erste Projekt ist eine Patchworkdecke aus Tweed-Resten. Hm, diese Idee finde ich persönlich nicht besonders kreativ. Die Idee von Patchwork war ja schon immer Reste zu verwerten.

Jetzt aber mal zur Beschreibung der Projekte:

  • Zu jedem Projekt gibt es ein Foto, was ich selbst immer sehr wichtig finde.
  • Dann kommt eine ungefähre Zeitangabe, wie lange man für die Umsetzung braucht.
  • Als nächstes folgt der Material- und Werkzeugbedarf. Bei der Decke fehlt mir hier z.B. die Angabe, wieviel Stoff ich eigentlich brauche.
  • Großer Bonus: Die Maße sind in Zentimetern (und in Klammer auch in inches) angegeben.
  • Gut finde ich auch die kleinen Skizzen, die den Text anschaulicher machen.
  • Die englischen Beschreibungen sind mäßig detailliert. Um die Angaben zu verstehen, sollte man doch recht gute Englischkenntnisse haben und auch Nähkenntnisse, sonst tut man sich hier schwer.

Im Living Kapitel ist das nächste Projekt das Tapezieren einer Wand mit Buchseiten. Das Foto dazu schreckt mich ab und ruft bei mir Erinnerungen an Baracken in Slums hervor. Es folgen, unter anderem, noch Anleitungen für einen Polsterüberzug, Papiermachéschüsseln, eine Kiste auf die man einfach Rollen unten draufschraubt, wie man ein Notizbuch mit Stoff einbindet (genauso wie in meiner Kindheit die Schulbücher mit der Selbstklebefolie) und wie man eine Aludose mit Papier beklebt.

In diesem Stil geht es auch in den anderen Kapiteln weiter. Einerseits mit Projekten, für die man eigentlich keine Beschreibung braucht, andererseits mit Projekten, die man in anderen Büchern dieser Art schon mehrfach gesehen hat, wie z.B. einen aus Stoffresten geflochtenen Teppich, einen Topflappen, Servietten und Tischsets, Geschirrtücher mit Kartoffeldruck und Fotorahmen aus altem Holz.

Am Schluß des Buches gibt es noch ein Glossar, das ich sehr hilfreich finde, weil man im Englischen doch nicht mit allen Begriffen vom Nähen und Handwerken so vertraut ist.

Fazit: Ein sehr schön aufgemachtes Buch zu einem spannenden Thema, dessen Projekte jedoch leider nicht überzeugen. Das Buch kommt höchtens in Frage, wenn man sich mit dem Thema Upcycling noch gar nicht beschäftigt hat und großteils simple Projekte umsetzen möchte.

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Es war einmal ein Hemd…

Hemd_Cover1Die Idee, alte Textilien umzufunktionieren ist nicht neu. Schon in ‚Vom Winde verweht‘ nähte sich Scarlett O’Hara in ihrer Not ein Kleid aus einem Samtvorhang. Im 2. Weltkrieg, als Kleidung rationiert war, wurden nach dem Motto ‚Make do and mend‘ Pullover aufgetrennt und die Wolle neu verstrickt, Hemden zu Kinderkleidung umgenäht uvm. (Dieser Beitrag enthält Werbung).

Jetzt ist die Idee der Wiederverwertung von Textilien als Upcyling wieder in Mode gekommen und ich bin ein absoluter Fan davon. Früher habe ich Sachen, die ich nicht mehr tragen wollte einfach aussortiert. Jetzt bekommen alte Stoffe wieder einen neuen Wert und regen meine Kreativität an.

Um Euch auch auf den Geschmack zu bringen, möchte ich Euch heute das Buch Es war einmal ein Hemd aus dem Christophorus Verlag vorstellen. Es beginnt mit der interessanten Entstehungsgeschichte des Hemds. Danach startet gleich der praktische Teil und Juliet Bawden zeigt, welchen Teil eines Hemds man für welche Projekte verwenden kann. Hier wird von Manschetten bis Knopfleiste, Brusttaschen und Krägen alles verwertet.

Insgesamt finden sich in Es war einmal ein Hemd 30 Projekte: Von ganz einfach (z.B. Kräuterkissen) bis  etwas schwieriger (z.B. Bezüge für Klappsessel). Nicht nur Businesshemden kommen zum Einsatz, sondern auch Outdoor-Hemden, Freizeithemden und Polo-Shirts.

Neben ausführlichen Erklärungen der Arbeitsschritte und Vorlagen helfen auch die zahlreichen Detailfotos und Zeichnungen die Anleitungen zu verstehen.

Die Bandbreite der Projekte, von Lampenschirm über Patchworkdecke bis Strandtasche, regt zum Ausprobieren an und inspiriert selbst kreativ werden.

Durch die hochwertige Aufmachung und die vielen stimmungsvollen Fotos macht das Buch wirklich Lust auf’s Durchblättern und Losstarten und ist den Preis von rund 20,- € wert.

Fazit: Empfehlenswert! Einfach Buch besorgen, Kleiderschrank von Mann, Bruder, Vater und Opa ausmisten und ab an die Nähmaschine 🙂

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, zahlst du keinen Cent mehr,  aber ich bekomme eine kleine Provision. Damit ermöglichst du mir das Betreiben des Blogs. Herzlichen Dank! 🙂

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Weihnachtskarten selber machen

Adventzeit ist Bastelzeit. Daher möchte ich Euch heute ein paar Ideen geben, wie man aus allen möglichen Resten schöne Weihnachtskarten machen kann, die nichts kosten und Ressourcen sparen.

Das braucht Ihr dazu:

  • Einen Papierschneider, notfalls geht’s auch mit einer Schere und einem Lineal
  • Motivlocher Tannenbaum und Stern
  • Wellpappe Reste
  • Altes buntes Papier in weiß, rot und grün (ich habe alte Karton-Registerblätter verwendet)
  • Bänderreste (ich schneide z.B. die Satinbänder aus meinen Shirts, weil ich sie nicht aufhänge)
  • Klebestift (ich verwende den von Tesa Eco)
  • Nadel und bunten Faden

Karte 1:

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  •  Aus weißem Karton Karte in der gewünschten Größe zuschneiden und der Breite nach in der Mitte falten.
  • Aus Wellpappe einen Baum ausschneiden.
  • Mit dem Motivlocher 3 rote Sterne ausstanzen.
  • Die Sterne mit grüner Nähseide am Baum festmachen. Den Faden auf der Rückseite der Wellpappe mit Tixo fixieren.
  • Baum auf die Karte aufkleben.

Karte 2:

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  • Aus weißem Karton Karte zuschneiden und der Länge nach in der Mitte falten.
  • Aus rotem Karton ein Rechteck schneiden, dass rundherum ca. 1 cm kleiner ist als die Karte.
  • 6 Bäume aus grünem Karton ausstanzen und auf roten Karton aufkleben.
  • Mit rotem Satinband eine Masche um den roten Karton binden.
  • Roten Karton auf die Karte aufkleben.

Karte 3:

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  • Aus rotem Karton Karte ausschneiden und der Breite nach in der Mitte falten.
  • Aus Wellpappe ein Quadrat ausschneiden.
  • Aus rotem Karton 2 Bäume ausstanzen.
  • Aus grünem Karton 2 Bäume ausstanzen und den Karton mit den ausgestanzten Bäumen zu Rechtecken zuschneiden.
  • Rote Bäume in die grünen Rechtecke einsetzen.
  • Rotes Satinband der Länge nach um die Wellpappe legen und auf der Rückseite mit Tixo fixieren.
  • Baum-Rechtecke auf der Wellpappe ankleben.
  • Wellpappe auf der Karte festkleben.

Viel Spaß beim Nachbasteln und beim Entwerfen eigener Kartenkreationen!

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Neues Leben für alte Schraubgläser

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Ich bin ein großer Fan der Wiederverwendung von leeren Gläsern von Lebensmitteln. Denn damit reduziert man Müll, vermeidet die – meiner Meinung nach ungesunden – Plastikbehälter und spart auch noch Geld.

Man kann die Gläser, unter anderem, super verwenden

  • um Essensreste im Kühlschrank aufzubewahren.
  •  zum Einfrieren. ACHTUNG: Nicht ganz voll füllen und erst zuschrauben, wenn der Inhalt geforen ist!
  • als Vorratsbehälter für Lebensmittel, wie z.B. Kräuter, Haferflocken, Nüsse und so weiter.
  • zur Aufbewahrung von Kleinzeug, wie z.B. Schrauben, Knöpfe, Perlen, Büroklammern, etc.
  • und natürlich als Behälter für selbstgemachte Leckerbissen wie Pesto, Marmeladen,…

Zuerst muß man die Gläser natürlich mal ordentlich reinigen und alle Etiketten runterbekommen. Meine Methode, um selbst hartnäckige Etiketten zu lösen geht so:

  • Zuerst mal alles von der Etikette runterziehen was sofort runtergeht.
  • Wenn noch Papierreste draufkleben, das Glas in heißes Wasser legen (nicht zu heiss, damit das Glas nicht springt). Mit einem rauen Schwamm abrubbeln.
  • Hartnäckige Reste mit Öl und Schwamm entfernen.

Zum Beschriften eignen sich Etiketten, die man mit immer wieder mit Kreide beschriften kann (wie beim Rosinenglas) oder, die man selbst mit Tafelfarbe aufmalt.

Die getrockneten Orangenschalen habe ich übrigens selbst hergestellt. Wann immer ich Zitronen oder Orangen verwende, reibe ich vorher die Schale mit einem Zestenreißer ab und trockne sie. Die Schalen sind viel intensiver in Geruch und Geschmack als gekaufte und sparen auch noch Geld.

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Viel Style und viel Flair auf der Biorama Fair Fair!

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Die 1. Biorama Fair Fair ist wirklich toll gelungen und wir hoffen, dass noch viele folgen werden.

Morgen, am Sonntag den 15.7.2012, von 12-18 Uhr habt Ihr noch die Gelegenheit Euch selbst davon zu überzeugen, wie cool und trendy nachhaltige Mode sein kann. Ob Mann, Frau oder Kind – hier findet jeder ein neues Lieblingsstück.

Hier eine Auswahl der Aussteller, die uns besonders gut gefallen haben:

  • In der aktuellen Kollektion von Milch werden Männerhosen und -hemden in kreative Mode für die Frau umgewandelt.
  • Maronski ist ein Label für selbstbewußte Frauen, die individuelle Mode abseits des Mainstream mögen. Das Kleid, das ich mir gekauft habe, läßt sich nicht nur auf verschiedenste Arten tragen (trägerlos, als Rock, etc.), sondern ist auch GOTS-zertifiziert, aus Bio-Baumwolle und in Europa produziert.
  • Alles was man im Ethical Concept Store ebenBERG bekommt ist nachhaltig, fair gehandelt und ökologisch produziert. Hier findet man unter anderem die bekannten Labels Armed Angels und Pants to Poverty.
  • Anukoo, die Modemarke von EZA Fair Fashion, überzeugt nicht nur mit tollen Farben und Designs, sondern auch mit sehr moderaten Preisen.
  • Besonders originell ist auch die Kindermode aus Männerhemden und Recycling-Fleece von Kamaeleon, über die wir nochmal näher im Detail berichten werden.
  • Awear produzieren Shirts mit sozial-, gesellschafts- und umweltrelevanten Motiven, alles fair gehandelt und bio. Spannend fanden wir vor allem die superweichen Shirts aus Tencel (Zellulosefasern), die sehr angenehm auf der Haut sind.

Beim Foodmarket wird auch für das leibliche Wohl auf der Biorama Fair Fair bestens gesorgt. Das leckere Thali vom indisch vegetarischen Caterer Dharamsala hat uns genauso gemundet wie das Gazpacho vom Adamah. Mit Abstand am meisten haben uns allerdings die köstlichen Desserts von der Simply Raw Bakery geschmeckt. Unbedingt probieren!

Natürlich gibt es auch jede Menge Köstlichkeiten, die man nach Hause mitnehmen kann, ob Senf, Essige, Bio-Weine oder Gebäck.