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Zero Waste kochen mit And Soy

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich jetzt schon mit den Themen Minimalismus und Zero Waste. Denn ich habe festgestellt, dass ich weniger Besitz unglaublich befreiend finde. Deswegen habe ich lange mit mir gehadert, ob ich mir wirklich einen Kochmixer anschaffen soll, denn schließlich kann man Suppen, Pflanzendrinks oder Apfelmus auch ohne so ein Gerät zerkleinern, kochen und pürieren. Welche Gründe mich dazu bewegt haben, den AndSoy Kochmixer letztendlich doch zu kaufen, möchte ich Euch heute erzählen:

1. Müll sparen:

Die Zutaten für Pflanzendrinks, Suppen, Obstmus, Porridge & Smoothie bekommt man alle unverpackt. Obst, Gemüse und Nüsse im Bioladen oder am Markt. Getreide kann man direkt beim Bauern oder in unverpackt Läden besorgen, wo man auch gleich die benötigten Gewürze offen kaufen kann.

2. Zutaten selbst wählen & nach eigenen Vorlieben kochen:

Beim Kochen verwende ich – soweit wie möglich – biologische, regionale und saisonale Zutaten. Bei gekauften Getränken kann man die Herkunft der Zutaten oft nicht nachvollziehen. Außerdem habe ich so die Möglichkeit Drinks herzustellen, die man im Handel nicht bekommt, wie z.B. aus Hirse oder Amaranth. Super finde ich auch, dass ich entscheiden kann, wie dick oder dünn ich die „Milch“ haben möchte, ob ich sie süße oder nicht. Mengenmäßig muß man immer mindestens 1,3 l herstellen, was für einen kleineren Haushalt eine Herausforderung sein könnte. Auf Website und Facebook von AndSoy findet man immer wieder spannende Rezeptideen.

wirklich einfach zu bedienen

3. Zeitersparnis:

Besonders bei der Herstellung von „Sojamilch“ kann man mit dem AndSoy wirklich Zeit sparen. Das hilft vor allem wenn der Sojadrink für die Weiterverarbeitung zu anderen Produkten wie Tofu, Topfen (= Quark) oder Joghurt gedacht ist und man auch mal größere Mengen braucht. Die Bedienung ist total simpel, der Mixer läßt sich schnell und leicht reinigen und ist vielseitig verwendbar.

Andere Funktionen, die das Gerät beherrscht, wie z.B. Obstmus oder Congee machen, habe ich noch gar nicht probiert. Es gibt also noch einiges auszuprobieren! Gestern habe ich mich zum 1. Mal an eine Suppe mit dem Kochmixer gewagt. Praktisch ist es schon, die Zutaten einfach nur schnell klein zu schneiden, Wasser dazu zu geben, anzuschalten und fertig. Kein am Herd herumstehen, um zu schauen, dass nichts anbrennt, kein extra pürieren mehr. Jetzt kann ich die Zeit für andere Sachen nützen 🙂

4. Material & soziales Engagement:

Der Kochmixer besteht innen – mit Ausnahme des Überlaufsensors – aus Edelstahl und sowohl der Meßbecher als auch der Behälter sind aus biologisch abbaubarer Bambusfaser hergestellt. AndSoy propagiert biologische und regionale Lebensmittel und ihre Produkte werden in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Hilfswerk für Taubbline verpackt.

5. Sparpotenzial: 

Die Anschaffung des Kochmixers schlägt sich vorerst mit rund € 220. zu Buche. Im Paket sind Reinigungszubehör, Sieb, Meßbecher, Behälter und ein kleines Rezeptheft enthalten. Wenn man ihn häufig im Einsatz hat, macht sich das Gerät aber schnell bezahlt. Denn 1 l Sojadrink im Supermarkt kostet zwischen 1,50-2 €, selbstgemacht geht das um 0,30 €.

80 g Nüsse reichen für 1,3 – 1,5 l

Fazit: Ein Kochmixer ist natürlich kein Must-have. Wenn man aber – so wie ich – ohne so ein Gerät dann doch immer wieder zu Pflanzen-Drinks in Tetrapacks zurückgreift, weil die Herstellung sonst zu umständlich oder langwierig ist, macht so ein Gerät durchaus Sinn. Umso eher, je mehr man ihn einsetzt und da gibt es wirklich viele Möglichkeiten. Für diesen Artikel wurde ich nicht bezahlt, der Inhalt stammt von mir und wurde von And Soy nicht beeinflußt. Den Kochmixer habe ich mir privat angeschafft.

P.S.: Wenn Ihr jetzt auch einen AndSoy Kochmixer* haben möchtet, habe ich ein Goodie für Euch. Mit dem Gutscheincode „oneecoveganlife“ bekommt Ihr gratis ein 4-er Teller Set aus Bambus dazu. Die Teller eignen sich – unter Anderem – super für den Einsatz im Garten und zum Mitnehmen auf Picknicks.

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Selber machen macht Freude und spart Müll & Geld

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Brüssel unverpackt einkaufen

Auf meinem Weg nach England mit dem Zug habe ich in Brüssel einen Zwischenstopp eingelegt, um das vegane Essen zu verkosten und die Zero Waste Einkaufsmöglichkeiten zu entdecken.

Zuerst war ich im Chyl, der Name steht hier für Programm: CHange Your Lifestyle – CHerish Your Life! Die Kombi aus Bio-Unverpackt Laden und Café mit begrünter Terrasse findet man in der Rue de Belle Vue 62. Leider hatte das Lokal noch nicht offen, als ich dort war, aber die Beschreibung auf der Homepage klingt sehr verlockend!

Chyl, Brüssel

Im gemütlich stylish eingerichteten Geschäft findet man jede Menge unverpackte Goodies und auch viele der typischen Produkte aus anderen Bio-Läden. Da ich mittlerweile schon einige Unverpackt-Läden besucht habe, bin ich als erstes immer besonders neugierig auf Sachen, die ich sonst noch nie unverpackt gefunden habe. Im Chyl sind mir die italienischen Essige mit weißer Trüffel, Feige, Ingwer und Blutorange gleich ins Auge gestochen.

Apothekergläser

Darüber hinaus findet man jede Menge getrocknete Früchte, offenes Obst und Gemüse, Süßigkeiten, Grundnahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Reis, Zerealien und Nüsse, aber auch Putzmittel. Wer für Zero Waste noch nicht so gut ausgestattet ist, bekommt hier auch die tollen GOTS-zertifizierten Re-sacks Baumwollnetze, Edelstahl-Trinkflaschen, hübsche Apothekergläser und praktische Metallklammern.

Wenn einen der große Durst überfällt, gibt’s die Auswahl zwischendurch Smoothies in Glasflaschen und dem leckeren Quintine Bier in der Bügelglasflasche mit Einsatz drauf.

La Grainerie, veganer unverpackt Laden, Brüssel

Nicht weit entfernt, in der Rue de Tenbosch 112, ist der zweite Unverpackt Laden – La Grainerie – zwar um einiges kleiner, dafür aber komplett vegan und auch bio, was ich immer sehr praktisch finde, weil ich dann nicht bei jedem Produkt nachlesen muß, was drinnen ist. Auch hier gibt’s wieder einige Besonderheiten zu entdecken: Hefeflocken, Gomasio, getrocknete Shitake Pilze, Tamari, Buchweizenmehl (glutenfrei!), Einkornmehl, Kichererbsenmehl oder Reisessig.

La Grainerie Brüssel Zero Waste einkaufen

Darüber hinaus gibt es auch noch Nudeln, Hülsenfrüchte, Fruchtsäfte, Frühstückszerealien (wie Qinoaflocken – auch mit Schoko), lose Tees, Gewürze, Oliven- und sogar Sesamöl. Edelstahl-Thermosflaschen und Lunchboxen runden das Sortiment ab.

Dieses liebevoll eingerichtete Geschäft bietet seit knapp 2 Monaten am Wochenende auch einen wahnsinnig leckeren Brunch an…aber davon erzähle ich Euch ein andermal 🙂

Zero Waste Läden sind auf Reisen eine tolle Quelle, wenn man sich selbst versorgt oder für Snacks und auch, um sinnvolle Mitbringsel einzukaufen, statt billigem Made-in-China-Souvenir-Krimskrams. Am Besten schon vorher schlau machen, was es vor Ort gibt. Eine ausführliche Liste findet man auf bepakt.

La Veganista – Power-Vorrat: Buchvorstellung + Rezept

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© Gräfe und Unzer/René Riis

Nicole Just ist eine meiner Lieblings-KochbuchautorInnen. Ihre Gerichte gelingen gut, schmecken lecker und bringen immer neue kreative Ideen in den Kochalltag. Obwohl La Veganista Power-Vorrat bereits mein 3. Kochbuch zum Thema vegan & DIY ist, hat es Nicole Just geschafft, wieder ganz andere Rezepte und Ideen zu präsentieren.

Seit wir versuchen Zero Waste zu leben, verzichten wir auf Kichererbsen im Glas, Fertig-Pesti, & Co., die immer super praktisch waren, um bei Zeit- und Motivations-Mangel schnell ein Essen zu zaubern. Diese schnellen Helferleins haben mir gefehlt. Da kam mir La Veganista – Powervorrat gerade recht! Im Buch findet man z.B.Rezepte für:

  • pikante & süße Backmischungen, Gebäck zum Einfrieren, Nudeln, Semmelknödeln im Glas
  • vegane Basics wie Pflanzenmilch, Sahne, Joghurt, Topfen (= Quark) und Nußmus
  • Süßes: Puddingpulver, Schokolade, Müsligewürz
  • Fruchtiges: Marmeladen, Gelierzucker, Fruchtleder
  • Pikantes: Gemüsebrühe, Salzgemüse, Essig, sauer Eingemachtes
  • Getränke: Tees, Sirupe, Coldbrew-Kaffee auf Vorrat
  • „Fertiggerichte“: Falafel-, Risotto- oder Dal-Mix, Patties & Pizzateig zum Einfrieren
  • Würzen & Soßen: Kurkumapaste, BBQ-Würzpaste, „Worcester-Sauce“, Bechamelsauce

Super praktisch finde ich z.B. auch die Anleitung, wie man Hülsenfrüchte vorkocht und dann haltbar macht. Nach den Anleitungen zur Herstellung des Vorrats folgen rund 20 Rezepte, wie man die selbst gemachten Sachen einsetzen kann: Von Linsen-Apfel-Krapfen über Pilz-Mangold-Ravioli bis zu Haselnußpralinen.

Fazit: Für mich ist La Veganista Power-Vorrat* ein absolut gelungenes, schön gestaltetes Kochbuch mit dem DIY-Fans und Zero Waste Anhänger besonders viel Freude haben werden. Zum Ausprobieren gibt’s hier noch das Rezept für selbst gemachten Essig aus Obstresten!

Apfel-Birnen-Essig – selbst ansetzen

© Gräfe & Unzer/René Riis

© Gräfe & Unzer/René Riis

Grundrezept für Obstessig
2 mittelgroße Äpfel (350 g, alternativ Putzreste wie Apfelschalen und – kerngehäuse)
2 mittelgroße Birnen (350 g, alternativ Putzreste wie Birnenschalen und – kerngehäuse)
1 geh. EL Vollrohrzucker

Außerdem
1 Twist-off-Glas (ca. 3 l Inhalt, sterilisiert)
2 Glasflaschen mit luftdichtem Verschluß (à 1 l Inhalt, sterilisiert)
1 Passiertuch

Für 1,8 l (60 Portionen à 30 ml)

1. Die Früchte heiß waschen, abtrocknen und halbieren. Die Fruchthälften mit Schale und Kerngehäsue in ca. 1 cm große Würfel schneiden und mit dem Zucker in das 3-l-Glas geben (alternativ 700 g Schalen und Kerngehäuse mit dem Zucker in das Glas geben). Alles mit 1,8 l Wasser aufgießen.

2. Zum Sterilisieren einen Löffel in einem Topf mit kochend heißem Wasser übergießen, vorsichtig herausnehmen und den Glasinhalt damit umrühren. Anschließend die Fruchtstücke damit herunterdrücken, so dass sie fast vollständig mit Wasser bedeckt sind.

3. Aus dem Passiertuch ein Stück (ca. 25×25 cm) ausschneiden, den Rest beiseitelegen. Das Tuch auf das Glas legen und mit einem Haushaltsgummi am Glasrand fixieren. Das Glas an einem hellen Ort bei Raumtemperatur 10-14 Tage stehen lassen. Dabei einmal täglich vorsichtig schütteln, um Schimmelbildung vorzubeugen. Während der Gärung bildet sich natürlicherweise Schaum an der Oberfläche.

4. Sobald sich nach max. 14 Tagen ein leichter Essiggeruch eingestellt hat und die Früchte abgesunken sind (bei Bedarf noch ein paar Tage länger stehen lassen), ein Sieb mit dem übrigen Passiertuch auslegen und in eine entsprechend große, sterilisierte Schüssel hängen. Den Essigansatz in das Sieb gießen und abtropfen lassen, dabei den Essigansatz auffangen, die Früchte entfernen.

5. Zum Sterilisieren das Glas mit 2 l kochend heißem Wasser ausspülen. Die aufgefangene Flüssigkeit in das Glas füllen. Den Ansatz wieder mit dem Passiertuch und Gummi verschließen und an einem hellen Ort bei Raumtemperatur ca. 3 Wochen gären lassen. Den fertigen Essig in Flaschen füllen, gut verschließen und dunkel, kühl und trocken lagern. Er hält sich so mehrere Jahre.

Meine Extratipps
Ich setze meinen Essig gern gleichzeitig zum Apfelkuchenbacken an. Das ist so schön praktisch, denn die Apfelschalen und -kerngehäuse landen im Essigglas, das Fruchtfleisch in einer leckeren Apfeltarte (Rezept im Buch). In diesem Fall gieße ich nur mit 1 l Wasser auf und erhalte dann reinen Apfelessig. Übrigens eignen sich auch andere Obstsorten zum Vergären: Beispielsweise Quitten, Marillen, Mirabellen oder Himbeeren lassen sich auf diese Weise wunderbar zu Essig verarbeiten.

Noch mehr Rezepte von Nicole Just gibt’s hier:

Hirseauflauf mit Äpfeln
Mousse-au-Chocolat Cupcakes
Donauwellen-Cupcakes
Hirsetaler mit Spinat und Tomaten-Orangen-Sauce
Linseneintopf

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Trailmix Varianten vegan & zero waste

Studentenfutter Variationen vegan

Heute ist es soweit, wir fahren auf Urlaub! (Deswegen auch nur ein ganz schnelles Foto auf unserer Stiege in den Garten gemacht 😉 Da wir viel wandern gehen wollen und uns großteils selbst versorgen, möchte ich einiges an Proviant mitnehmen. Der soll natürlich vegan und optimalerweise auch müllfrei sein. Statt für Müsliriegel habe ich mich diesmal für Studentenfutter, im Englischen passenderweise Trailmix genannt, entschieden. Drei verschiedene Mischungen sind es geworden, die ich Euch heute vorstelle.

Selbst gemischtes Studentenfutter hat viele Vorteile:

  • abwechslungsreich
  • super einfach & schnell zubereitet
  • müllfrei
  • kostensparend

Da es bei der Mischung von Studentenfutter nicht um genaue Mengenangaben geht, habe ich das mit meinen Cups gemacht. Ihr könnt aber auch einfach irgendein Kaffehäferl (= Kaffeetasse für all meine ausländischen LeserInnen) als Maß nehmen, das ca. 250 ml fasst.

Die Zutaten habe ich praktisch alle lose in Wien gekauft. Wo Ihr die Sachen unverpackt in Wien bekommt, erfahrt Ihr in dem Artikel, den ich für wastelandrebel.de geschrieben habe, wo Shia Su über Ihr Zero Waste Leben bloggt.

Die Früchte habe ich selbst getrocknet (mit Ausnahme der Cranberries). Bananen gibt es bei uns zuhause nur in Ausnahmefällen, wenn sie im Bioladen abverkauft werden, weil sie schon sehr reif sind. Äpfel und Bananen habe ich dann einfach in dünne Scheiben geschnitten und in meinem Dörrgerät getrocknet. Man kann sie aber auch problemlos im Backrohr trocknen.

Das Mengenverhältnis der Zutaten könnt Ihr nach Lust und Laune variieren, je nachdem, ob Ihr es lieber fruchtig süß oder eher nussig mögt. Wer keine Nüsse verträgt, kann stattdessen nur Samen verwenden oder auch Granola-Stückchen dazu mischen. Eurer Fantasie sind beim Mischen keine Grenzen gesetzt. Natürlich kannst Du auch eine pikanten salzigen Knabbermix ganz ohne Früchte machen. Hier mal meine Varianten zur Anregung. Bei den Zutaten entscheide ich mich immer für Bio und Fairtrade.

Apfelstrudel Trailmix
Zutaten:
1 Becher getrocknete Apfelscheiben
3/4 Becher Walnüsse
3/4 Becher Sonnenblumenkerne
1/2 Becher Rosinen
1/8 TL gemahlenen Zimt

Apfelscheiben in 1/4 schneiden.
Walnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann die Hälften nochmals halbieren.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Fernweh Trailmix
Zutaten:
1/2 Becher getrocknete Bananenscheiben
1/2 Becher Kokoschips
1/2 Becher Datteln entsteint
3/4 Becher Cashewnüsse
3/4 Becher Erdnüsse
Vanillepulver nach Geschmack
1 große Prise Salz

Cashewnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten, dann halbieren.
Datteln in 0,5 cm breite Scheiben schneiden.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Trailmix Rot-Grün
Zutaten:
3/4 Becher Haselnüsse
3/4 Becher Kürbiskerne
1/4 Becher Pistazienkerne ohne Schale
1/2 getrocknete Cranberries

Haselnüsse ohne Fett in der Pfanne rösten.
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Vor dem Abfüllen komplett auskühlen lassen.

Diesmal habe ich Zutaten verwendet, die ich noch zuhause hatte. Einige Sachen davon sind weit gereist. Optimal  für einen Trailmix mit kleinerem Fußabdruck sind heimische Früchte und Nüsse.

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Zero Waste Buchbesprechung mit Handspülmittel Rezept

Zero Waste Buch Shia Su

Seit einiger Zeit versuchen mein Mann und ich unseren Müll soweit wie möglich zu reduzieren. Dabei sind unterstützende Ratgeber sehr willkommen. Da kam uns das Buch Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün* gerade recht. Die Autorin, Shia Su, kennst Du vielleicht schon von ihrem Blog wastelandrebel.

Warum ich von Shias Buch so begeistert bin hat gleich mehrere Gründe:

  • Es ist das 1. Buch zum Thema Zero Waste von einer Autorin aus dem deutschen Sprachraum. Das hat den Vorteil, dass man die Zutaten für die Rezepte problemlos in Österreich, Deutschland und der Schweiz bekommt.
  • Shia zeigt, dass Zero Waste auch geht, wenn man keinen Unverpackt-Laden in der Nähe hat.
  • Die Rezepte sind super einfach, schnell umsetzbar und noch dazu vegan!
  • Das Buch muß nicht von vorne bis hinten durchgelesen werden. Man kann sich einfach Kapitel oder Rezepte herauspicken und es als Nachschlagewerk verwenden.
  • Die QR Codes im Buch führen zu regelmäßig aktualisierten Infos im Internet, wie z.B. unverpackte Einkaufsmöglichkeiten in den deutschsprachigen Ländern.
  • Zero Waste wurde auf Recyclingpapier mit mineralölfreien Farben in der EU gedruckt und wird ohne die übliche Plastikfolie verkauft.

Nach einer kurzen Einleitung zählt die Autorin die Vorteile eines müllfreien Lebensstils auf, wie z.B. Kosten- und Zeitersparnis. Im Kapitel „Wie fange ich am besten an?“ gibt Shia Su viele hilfreiche Tipps, sei es für die eigene Müll-Analyse, zur Umsetzung der 5 Rs – Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot oder zum Ausmisten.

Danach geht die quirlige Bloggerin die verschiedenen Bereiche im Haushalt nacheinander durch: Einkauf, Kochen, Vorratshaltung, Putzen, Körperpflege, Monatshygiene, Kleidung und Papiermüll. Zum Schluß folgen noch eine spannende Fakten zum Thema Müll. Gespickt sind die Kapiteln mit den oben erwähnten, super simplen Rezepten und vielen zahlreichen Tipps aus Shias Alltag.

Fazit: Die Alltagstauglichkeit und Shias lockere, positive Einstellung machen das Buch zum wahren Lesevergnügen und unverzichtbaren Helfer auf dem Weg in ein zufriedenes Zero Waste Leben. Mein neues Lieblingsbuch zum Thema Müllvermeidung! Bei Deinem Lieblingsbuchhändler findest Du es unter der ISBN 978-3-99025-273-4. Natürlich gibt es das Buch auch müllfrei als ebook.*

Hier noch ein Rezept aus dem Buch zum Ausprobieren. Ich freu‘ mich über Feedback, wie es Dir auf Deinem Zero Waste Weg geht!

Handspülmittel

Handspülmittel DIY

Dieses Handspülmittel ist nicht so fettlöslich wie handelsübliches Spüli. Bei fettigem Geschirr kann man etwas Waschsoda drüberstreuen oder Olivenölseife pur verwenden.

Zeitaufwand: 10 Minuten, wenn die Seife noch gerieben werden muß, unter 5 Minuten, wenn Seifenflocken verwendet werden.

Ihr braucht: 

  • 30 g Olivenölseife
  • 1 EL Natron oder 2 TL Waschsoda
  • 600 ml kochendes Wasser
  • evt. einige Tropfen naturreines ätherisches Öl, falls euch der Geruch wichtig ist

So geht’s:

Seife klein raspeln.

Handspülmittel selber machen

Das Wasser in einem Topf aufkochen, Seifenflocken und ggf. ätherisches Öl dazugeben und mit einem Löffel umrühren, bis sich die Seifenflocken auflösen. Sollten sich nicht alle Seifenflocken verflüssigen, kann die Masse noch einmal auf dem Herd unter Rühren erwärmt (erwärmen, nicht kochen!) werden, bis sich die gesamte Seife aufgelöst hat.

DIY Spülmittel abfüllen

Die Mischung abkühlen lassen, dann das Natron oder Waschsoda dazugeben und verrührern. Spülmittel in Seifenspender umfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

Noch mehr Tipps zum Thema Zero Waste findest Du hier:
Unverpackt einkaufen in Stadt und Land

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Zero Waste Einkauf im Urlaub: Palma de Mallorca

Unverpackt einkaufen Palma de Mallorca, Lo VeganoNachdem ich letztes Wochenende den Bio-Markt am Placa Bisbe Berenguer de Palou erkundet habe, habe ich mich diesmal in zwei Bioläden im Stadtteil Santa Catalina nach unverpackten Einkaufsmöglichkeiten umgesehen und wurde wieder positiv überrascht.

Llata Tasche aus Palmenblättern, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Im Lo Vegano, dem einzigen veganen Supermarkt in Palma, gibt es seit 2 Wochen eine gute Auswahl unverpackten Lebensmitteln. Rund 80% der Produkte im Laden stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Aus Säcken kann man sich mit großen Schaufeln Chia, Leinsamen, Sesam, Sonnenblumenkerne, Quinoa, Kürbiskerne, Buchweizen, Vollkornreis, Hirse, Bohnen, Linsen und Couscous abfüllen.

Ganz besonders toll finde ich die offen angebotenen glutenfreien Nudeln aus verschiedenen Linsenarten.

Glutenfreie Linsennudeln offen kaufen in Palma de MallorcaZwar nicht ganz müllfrei, aber trotzdem eine gute Alternative zur herkömmlichen Plastikverpackung, finde ich das Kala Namak Salz, Kurkuma, Seitan, „Enten“-Filets und Agavendicksaft im Glas.

Kala Namak Salz im Glas, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Wenn man die Gläser danach wieder verwendet, macht das auch Sinn.

Seitan im Glas, Lo Vegano, Palma de Mallorca

Insgesamt bietet Lo Vegano rund 2.000 Produkte an, darunter auch gluten- und sojafreie Produkte für Allergiker an – die sind aber leider konventionell verpackt.

Nur ein paar Schritte weiter gibt es noch einen zweiten tollen Laden: loveat! Beyond Organics.

loveat, Bio-Laden Palma

Unverpackt einkaufen im Loveat in Palma, MallorcaHier stehen am Boden einige große Säcke aus denen man sich Hafer, Oolong Tee, Hirseflocken und Himalaya Salz abfüllen kann.

In Bügelgläsern werden diverse Zuckerarten (Kokosblütenzucker und heller und dunkler Bio-Fairtrade-Rohrzucker), als auch Weizen-Quinoa-Nudeln zur Selbstentnahme angeboten.

In den typischen Wandspendern findet man eine Auswahl an Buchhweizen, Chia, Fairtrade Quinoa, Haferflocken, rote Linsen, unterschiedlichen Reissorten (u.A. Basmati und roter Reis), Couscous, Kichererbsen und auch Dinkel, die man in selbst mitgebrachte Behälter füllen kann.

 

Frisches Bio-Obst und Gemüse bei loveat in Palma de MallorcaIm kleinen Innenhof wartet frisches Obst und Gemüse darauf, mitgenommen zu werden.

Wer ein authentisches Stück Mallorca mit nachhause nehmen möchte, dem kann ich die handgeflochtenen,  Körbchen einer Frauenkooperative aus Capdepera ans Herz legen. Das aussterbende Handwerk des Llata – dem Flechten von Palmblättern – wird nur noch dieser Gruppe und einer in Artà am Leben gehalten. Die in stundenlanger, mühevoller Arbeit hergestellten kleinen Kunstwerke können mit den Preisen der minderwertigen Konkurrenzprodukte aus China nicht mithalten.

Llata Körbe aus Palmblättern von einer Frauenkooperative aus Mallorca

Da man im Urlaub natürlich nicht immer selber kochen will, verrate ich Euch nächstes Mal, wo man lecker in Palma essen gehen kann. Egal ob veganes Eis, Brownie, Toast, Burger oder tolle Gemüsegerichte, hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten.

Noch mehr vegane Zero Waste Tipps für Palma de Mallorca findet Ihr hier.

Bitte entschuldigt die schlechte Bildqualität bei den Mallorcabeiträgen, aber ich habe diesmal nur die Kamera meines Fairphones mit dabei. Zum Einen weil ich im Kochunterricht nicht die Zeit habe mit der Spiegelreflexkamera zu arbeiten und zum Anderen, weil uns im letzten Urlaub auf Mallorca unsere gesamte Fotoausrüstung gestohlen wurde. Nach diesem Vorfall haben wir auf unserem Blog Fotonomaden dazu einen Artikel zum Thema Fotoausrüstungs-Versicherung geschrieben.

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Mallorca: Unverpackt, vegan und bio in Palma

Bio-Markt Palma de MallorcaDerzeit habe ich das große Glück ein Monat auf Mallorca sein zu können, wo ich eine vegane Koch-Ausbildung mache. In meiner Freizeit schlendere ich durch die Inselhauptstadt und spüre die besten Plätze für vegane und – idealerweise auch biologogische – Eßmöglichkeiten und Lebensmittel auf. In Palma gibt es zwar keinen Unverpackt-Laden, dafür aber jede Menge Möglichkeiten auf Märkten à la Zero Waste einzukaufen.

Brot: Unverpackt Einkaufen in Palma de Mallorca

Gestern habe ich den großartigen Bio-Markt am Placa Bisbe Berenguer de Palou erkundet. Der Markt mit rund 13 Ständen findet jeden Dienstag und Samstag von 8-14 Uhr statt und die Auswahl ist super!

Getreide und Hülsenfrüchte unverpackt - Palma de Mallorca

Vorausgesetzt man ist gut mit eigenen Behältnissen ausgerüstet, bekommt man hier fast alles verpackungsfrei, was das Herz begehrt:

  • Obst: Eine große Bandbreite, sowohl frisch, als auch getrocknet. Es gibt sowohl heimisches als auch importiertes Obst und sogar getrocknete Granatapfelkerne, Gojibeeren und Kokosflocken.
  • Gemüse: Von Artischocken über gesunden Grünkohl für den Smoothie bis zu getrocknetenTomaten.
  • Getreide, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte: Hirse, Couscous, Cornflakes, Bohnen und mehr.
  • Sonstiges: Verschiedenste Nüsse und selbst Erdmandeln, Chiasamen, sowie ein paar Gewürze, wie das allgegenwärtige Paprikapulver.

Getrocknete Früchte lose kaufen in Palma de Mallorca

Darüber hinaus werden verschiedene vegane Snacks angeboten. In Mallorca muß man bei süßen und pikanten Mehlspeisen besonders aufpassen, weil traditionell Schweineschmalz für die Zubereitung verwendet wird. Daher sicherheitshalber immer nachfragen! Die am Bio-Markt angebotenen veganen Leckereien werden stattdessen mit Olivenöl hergestellt.

Vegane Coca de Trampó vom Bio-Markt in Palma

Natürlich hab‘ ich gleich mal eine Coca de Trampó verkostet. Bei Coca handelt es sich um eine Art mallorquinische Pizza mit dünnem, knusprigen Boden und üppigen Belag. Im Falle der Coca de Trampó sind das Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Knoblauch.

Veganer glutenfreier Bio-Muffin mit mallorquinischem Carobpulver

Danach habe ich auch noch einen glutenfreien Muffin mit Mandelmehl und Carobpulver verkostet. Das Pulver wird auf Mallorca selbst aus der Frucht des Johannisbrotbaumes hergestellt. Die von mir getesteten Snacks gibt es übrigens unter der Woche direkt in der Bäckerei Pane Nostro nahe der Placa d’Espanya.

Die Standler sind äußerst freundlich und hilfsbereit. Das Abfüllen in die eigenen Behälter war überhaupt kein Problem, trotz meinem Mangel an Spanisch-Kenntnissen. Hier wird Zero Waste Einkauf zum Vergnügen. Sehr empfehlenswert!

Noch mehr vegane Zero Waste Alternativen in Palma habe ich hier vorgestellt.

10 Tipps für Zero Waste

zero waste einkauf
Seit Plastic Planet versuchen wir Plastikmüll so gut wie möglich zu vermeiden. Doch es geht noch mehr als das – Zero Waste! Ziel ist es keinerlei Abfall zu produzieren, der auf der Deponie landet. (Dieser Beitrag enthält Werbung).

Hier 10 Tipps für den Einstieg:

Verpackungsfrei einkaufen: Am Einfachsten geht das in Unverpackt Läden. Wien hat dabei die Nase vorn mit Lunzers Maßgreißerlei, der Greißler, der WarenhandlungElmira und Lieber Ohne. In den Bundesländern findet man Das Gramm in Graz und in Innsbruck Greenroot. Darüber hinaus werden auch in manchen Geschäften vereinzelt lose Waren angeboten. Eine super ausführliche Liste für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt’s auf Shias Blog: Unverpackt Laden Liste Wastelandrebel. Manche Dinge gibt’s auch in Bioläden, am Markt, beim Bäcker, ab Hof, etc.

Kompostieren: Auch ohne Garten kann man – frei von lästigen Gerüchen – kompostieren, z.B. mit dem Wurmkomposter mit Sitz zum selber zusammenbauen.

Nein sagen: Zero Waste bedeutet auch, sich Gedanken zu machen, was man eigentlich annimmt. Brauche ich den Werbekugelschreiber? Muß ich das Flugblatt mitnehmen oder reicht ein Handy-Foto von der Info?

Reduzieren: Ein essentieller Punkt! Hier heißt es mal ehrlich zu hinterfragen, ob ich den 27. Pulli eigentlich brauche? Statt neu zu kaufen ruhig mal ausmisten, was man nicht verwendet und das Überall, also in jedem Zimmer und jede Lade! Über die aussortierten Sachen freuen sich vielleicht Hilfsorganisationen, Flohmärkte, etc. Die Frage ist sowieso, ob man alles besitzen muß oder vielleicht tut’s auch mal das Ausleihen aus der Bibliothek oder einem Leihladen?

Schlau machen: Warum sich die Mühe machen für alles selbst eine Lösung zu finden? Es gibt tolle Zero Waste-Blogger und Communities, die weiterhelfen. Hier nur ein paar Vorschläge: Der Klassiker Zerowastehome und Trash is for tossers (beide auf Englisch). Hilfreiche deutsche Blogs sind Zero Waste Familie und Wasteland Rebel (hier geht’s zum Interview mit Shia).
Wenn du lieber was Handfestes magst, dann ich dir die Bücher von Shia Su Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün* und Bea Johnsons Zero Waste Home – Glücklich leben ohne Müll* wärmstens empfehlen.

Wiederverwenden: Weg vom Einweg, hin zu Mehrweg und Upcycling. Hier gibt’s für den Anfang Tipps für Küche und Bad. Wie wär’s mit Allesreiniger-Tüchern aus alten T-Shirts oder Kaffeesatz für die Körperpflege?

Recyclen: Wann immer möglich Produkten aus verrottbaren oder recycelbaren Materialienden Vorzug geben. Ganz wichtig ist auch das richtige Trennen von Recyclingmüll.

Selber machen: Manche Dinge bekommt man wirklich schwer unverpackt. Oft ist dann DIY die beste Wahl. Selbst gemischtes Zahnpulver oder Deo gehen schnell und einfach. Das gilt natürlich auch für’s Essen, wie z.B. hausgemachte Sonnenblumenkernbutter.

Vorbereitet sein: Wichtig ist, vor allem unterwegs für ein Essen oder einen spontanen Einkauf gerüstet zu sein. Bewährt hat sich bei uns dafür folgende Ausstattung: Stoffserviette,* Reisebesteck,  Jausenbeutel oder Lunchbox,* Trinkflasche, Stoff-Einkaufstasche und Obst- & Gemüsebeutel.*

Darüber reden: Wer weiß, vielleicht finden sich ja interessierte Mitstreiter oder man bekommt plötzlich Zero Waste kompatible Geschenke aus dem Familien- und Freundeskreis. Ich jedenfalls hab‘ mich riesig gefreut, als ich ein Geschenk hübsch in ein Geschirrtuch verpackt bekommen habe!

Auch im Urlaub kann man unverpackt einkaufen, z.B. in

Palma de Mallorca
Turin
Mailand
Brüssel

Viel Erfolg und vor allem Freude mit Zero Waste!

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Interview mit Shia Su von Wasteland Rebel

Shia ist der kreative Kopf hinter dem veganen Back-Blog Cake Invasion. Seit einigen Monaten versucht Sie mit ihrem Mann den Zero Waste Lebensstil umzusetzen. Über Ihre Erfahrungen damit bloggt sie jetzt auch auf Wasteland Rebel. Wir haben Shia zu Ihrem anspruchsvollen Projekt befragt.

Shia-1024x683©Lina-Maria Schön von Mandelmilch & Cashewmus

Karin: Shia, Du hast ja in den letzten Jahren privat viel in Deinem Leben verändert. Einerseits bist Du Veganerin geworden und andererseits hast Du beschlossen, Zero Waste zu praktizieren. Was waren die Auslöser dafür?

Shia: Schon bevor ich vegan wurde, war ich zu-Hause-Veganerin-auswärts-Vegetarierin. Einfach, weil es sich in der mittelgroßen Stadt, wo ich vorher gewohnt hatte, kaum anders realisieren ließ. Da war man als Vegetarier schon sehr der Gnade der Kantinenköche ausgeliefert, denn von den täglichen drei Gerichten war in der Regel nicht mal ein einziges überhaupt vegetarisch. Auch Freunde und Bekannte nehmen dort keine Rücksicht darauf – das ist dort einfach nicht üblich. Vor über einem Jahr sind wir nach Bochum gezogen, wo das vegane Angebot traumhaft ist und Leute darauf auch hauptsächlich sehr positiv reagieren. Da ging dann die letzte Umstellung ganz einfach.

Zu zero waste bin ich gekommen, als ich in einer veganen Facebook-Gruppe einen Bericht über Béa Johnson gesehen hatte. Das war ein Moment, wo ich mir die Hand gegen das Brett vor meinen Kopf geklatscht hab, und dachte: “Echt, du hast dich ja auch immer schön brav mit den Ködern zufrieden gegeben, die dir so hingeschmissen wurden!” Ich habe immer Taschentücher aus Recyclingpapier gekauft und gedacht, dass wäre halt die ökologische Alternative. Ohne zu sehen, dass diese ja auch sofort wieder Müll sind und außerdem auch diese in Plastik eingepackt waren. Ab da gab’s einen sofortigen Kaufstopp und mein Mann und ich haben uns in der Zeit erst mal umgeguckt, um uns ein bisschen zu orientieren: Wo kann man was unverpackt bekommen? Wir haben nachgelesen, was man als Alternative zu Drogerieartikeln verwenden kann. Und wir waren überrascht, dass wir von den ganzen Vorräten in unseren Küchenschränken locker sechs Wochen leben konnten (natürlich haben wir vereinzelt frische Sachen dazu gekauft).

Karin: Kannst Du ganz kurz erklären, wie Du Zero Waste für Dich persönlich definierst?

Shia: Für mich und meinen Mann bedeutet zero waste nicht nur so wenig Müll wie nur möglich zu produzieren, sondern generell unseren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Ich bin auch aus diesem Grund vegan geworden. Natürlich finde ich Massentierhaltung ganz schrecklich, aber ich denke eben, dass vegan für mich ein Teil von etwas noch Größerem ist – nämlich eingebettet in den Wunsch nach so wenig Ausbeutung von Umwelt, Mensch und Tier wie möglich. Dabei geht es uns jetzt nicht darum, allen Leuten auf die Finger zu hauen und so konsequent wie möglich zu sein. Es ist alles ein Prozess, und keiner ist perfekt. Man kann die Sache mit unglaublich viel Wut als Kampf angehen, oder gutgelaunt und die Leute mit Fröhlichkeit und Begeisterung anstecken. Keiner muss in unseren Augen super konsequent sein. Wer anfängt, etwas zu tun, sollte darin unterstützt werden, und wenn es eben mit “nur” einem fleischfreien Tag pro Woche anfängt oder mit dem Kauf von BIO-Produkten. Denn wenn jeder reduziert, wäre auch schon sehr viel geschafft. Das kann unter Umständen sogar insgesamt einen kleineren ökologischen Fußabdruck bedeuten, als wenn nur wenige dafür ganz konsequent leben.

Karin: In einem TV-Beitrag hast Du erzählt, dass Dein Mann und Du früher viel Tiefkühl- und Fertigessen konsumiert habt. Wie ist es Euch gelungen, diese Gewohnheiten umzustellen?

Shia: Durch zero waste. Denn das ganze ungesunde Zeug ist ja immer eingepackt, und das kaufen wir einfach nicht mehr. Obst und Gemüse hingegen bekommt man eigentlich überall unverpackt. So essen wir halt einfacher, aber mit frischen Zutaten. Zuerst ist das etwas ungewohnt, aber irgendwann hat man sich daran gewöhnt. Wir haben ja beide auch unheimlich viel genascht. Ich gerne Süßes, mein Mann Chips. Das war schon erst mal wie Entzug. Mein Mann hat dann stattdessen gesalzene Cashews in diesen Dosen gekauft. Zwar nicht verpackungsfrei, aber er hat es bewusst als Übergang gemacht – immer weniger, bis er schließlich gar kein Bedürfnis mehr verspürt hat. Ich habe einfach mehr gebacken, aber inzwischen habe ich auch eigentlich gar keinen Heißhunger mehr auf Süßes.

Karin: Gerätst Du bei manchen Dingen trotzdem noch in Versuchung zu konsumieren und wenn ja, wie gehst Du damit um?

Shia: Mein Kosumverhalten hat sich sehr geändert. Ich laufe durch die Fußgängerzone und gucke gar nicht mehr in die Geschäfte. Das hat gefühlt einfach nichts mehr mit mir zu tun. Wenn mir jemand mal ein cooles Shirt zeigt, verspüre ich natürlich schon erst mal den Wunsch, es zu haben. Aber ich kann es sowieso nicht übers Herz bringen, weil ich weiß, dass darin zu 100% Ausbeutung steckt – und das ist es mir einfach nicht wert. Das steht doch wirklich in keinem Verhältnis, dass da Leute bei der Produktion vergiftet werden, Kinder unter schrecklichen Bedingungen arbeiten müssen und die Umwelt verschmutzt wird, nur damit ich ein Shirt mehr im Schrank habe, das ich gar nicht wirklich brauche und wahrscheinlich auch kaum tragen werde!

Früher zu Studentenzeiten hatte ich ziemlich wenig Geld. Da hab ich immer den Trick gemacht, Sachen, die ich kaufen möchte, erst mal wieder zurückzulegen. Wenn ich in einer Woche immer noch daran denke und es will, dann kaufe ich mir das. Fast alle Sachen habe ich dann aber auch sofort wieder vergessen! Das hat mir damals schon gezeigt, dass man vieles auch tatsächlich nur in dem kurzen Moment will. Wenn einem das klar wird, ist es auch einfacher, davon Abstand zu nehmen.

Karin: Zero Waste geht – meiner Erfahrung nach – oft auch damit einher, viel selber zu machen. Wie habt Ihr es geschafft, die Zeit für diese neuen Tätigkeiten zu finden?

Shia: Wir wohnen fast in der Fußgängerzone neben einem großen Drogeriemarkt. Ich habe mal die Zeit gestoppt – und ich brauche für das Selbermachen von Wasch- und Spülmittel zusammen gut fünf Minuten, wenn ich vorgeraspelte Seifenflocken habe (ich raspel dann mal ein großes Seifenstück komplett vor, das dauert mit der Hand auch nur 5 Minuten). Das ist deutlich schneller, als die Sachen in der Drogerie nebenan “schnell mal” zu kaufen. Unsere Armee an Putzmitteln haben wir durch Essigessenz ersetzt. Leider nicht vegan, aber insgesamt die ökologischere Alternative. Man braucht für wirkungsstarken Essigreiniger nur einen Esslöffel auf 300ml Wasser. Essigreiniger zu machen dauert so vielleicht mal 20 Sekunden – und eine Flasche ist so ergiebig! Früher sind wir andauernd noch mal kurz zur Drogerie gelaufen, weil immer irgendeins unserer gefühlten 300.000 Produkte alle war. Das machen wir jetzt gar nicht mehr. Wir haben eher sehr viel Zeit gespart, weil wir vieles vereinfacht haben. Was zu kompliziert ist, machen wir einfach nicht. Man kann natürlich ganz viel selber machen, gerade bei Kosmetik. Aber daran haben wir gar kein Interesse. Wir kochen übrigens auch sehr einfach, und das funktioniert wunderbar so :).

Karin: Wird Euer Zero Waste Projekt in Eurem Familien- & Freundeskreis akzeptiert, d.h. wird bei Geschenken an Euch, etc. darauf Rücksicht genommen?

Shia: Die meisten haben das Ausmaß immer noch nicht erfasst bzw. es fällt ihnen sehr schwer, es zu verstehen. Häufig haben die Leute es auch gar nicht auf dem Schirm, und schicken uns doch Postkarten aus dem Urlaub, bringen Geburtstagskarten mit oder bieten uns extra für uns gekaufte verpackte BIO-Snacks an. Es ist nicht einmal böse gemeint, sondern eine Art Müllblindheit. Sie wollen uns unterstützen, und denken sie tun es auch, aber sehen nicht, dass das für uns ebenfalls Müll ist. Wir wünschen uns seit bestimmt acht Jahren schon, nichts geschenkt zu bekommen. Weder zu Geburtstagen noch zu Weihnachten. Das wird fast nie respektiert. Weil sie doch schenken wollen, und das sollen wir ihnen doch auch lassen. Gerade ich erkläre immer und immer wieder, dass es nichts bringt, uns etwas zu schenken, weil wir es sowieso nicht behalten werden. Wir werden uns über den Müll ärgern und die Sachen wieder in Umlauf schicken. Das ist allerdings eher ein verbaler Schlag ins Gesicht und man sollte sich gut überlegen, ob man das so kommunizieren will ;).

Karin: Bea Johnson von Zero Waste Home ist ja eines Deiner Vorbilder. Welche anderen Blogger inspirieren Dich noch beim Zero Waste Thema?

Shia: Vorbild ist wahrscheinlich das falsche Wort. Ich finde es toll, was sie macht, aber ich möchte keineswegs so leben wie sie, und habe auch nicht den Anspruch, die Sachen genauso zu machen wie sie ;). Ich gucke mir gerne verschiedene Lebensentwürfe und auch Alternativen für dies und das an, und ich probiere gerne vieles aus. Was uns gefällt, nehmen wir für uns an. Es müssen für mich auch keine Zero Waste Blogger sein. Ich wasche mir beispielsweise mein Haar total gerne mit Roggenmehl. Das habe ich bei einer Bloggerin gelesen, die über vegane Kosmetik schreibt und deren Blog ich schon länger verfolge (http://kosmetik-vegan.de). Mit Zero Waste hat sie eigentlich nichts am Hut. Die meisten Zero-Waster (und mein Mann auch ;)) scheinen eher auf feste Shampooseife oder Shampoo zum Abfüllen zurückzugreifen, aber das möchte ich persönlich wegen der Tenside darin nicht, wenn es doch auch anders geht. Ich habe auch das Nudelmachen als Hobby für mich entdeckt und suche nun auf englisch-, chinesisch- und auch japanischsprachigen Seiten nach speziellen Rezepten für bestimmte Nudelspezialitäten.

Ansonsten gucke ich gerne auf dem Blog von Olga (http://zerowasteblog.de) vorbei, die sich ebenfalls auch ohne einen Unverpackt-Supermarkt in ihrer Nähe ihre Alternativen überall zusammen sucht. Von ihr habe ich die Idee, statt Klopapier einfach auf Wasser und Waschlappen zurückzugreifen (wir benutzen für das große Geschäft auch noch Seife). Funktioniert wunderbar und ist viel hygienischer :). Auf Lauren Singers Blog gucke ich auch immer mal, wobei ich noch keine ihrer Alternativen so direkt ausprobiert habe. Da finde ich es interessant, wie sie in einer Metropole wie New York zero waste lebt. Es gibt auch die Zero-Waste-Familie (http://www.zerowastefamilie.de), wo ich auch mal etwas lese und tolle Infos bekomme – ich wusste nämlich nicht, dass man Natron in Apotheken auch ins eigene Glas abgefüllt kaufen kann, oder dass Apotheken auch Zahnpulver für einen zusammenstellen. Bei Utopia.de gibt es auch einen Zero Waste Blog, wo ich gerne mal lese (http://www.utopia.de/blog/zero-waste).

Karin: Mein Mann und ich versuchen selbst auch nach und nach Zero Waste immer mehr umzusetzen und suchen teilweise noch nach Alternativen, z.B. bei Zahnseide. Wo seid Ihr noch auf der Suche und wo habt Ihr Lösungen gefunden mit denen Ihr vorher gar nicht gerechnet hättet?

Shia: Da ich in meinem veganen Backblog Cake Invasion auch häufig solche Themen aufgreife und von unseren ganz spezifischen Problemen berichte, bekomme ich auch ganz viele Tipps von meinen Lesern :)! So kamen wir auch zu unserer Wurmkiste, die nun in unserer Küche steht. Von allein wäre ich wahrscheinlich nie drauf gekommen, weil ich dachte, dass kompostieren in unserer Stadtwohnung bestimmt nicht in Frage käme! In der Tat hat mir auch eine Leserin von kompostierbarer Zahnseide aus echter Seide erzählt und mir direkt einen Onlineshop genannt, wo ich sie auch kaufen kann. Das ist zwar nicht vegan, aber generell die ökologischere Variante – und tötet man mit Plastik nicht auch ganz viele Tiere im Meer? Bald neigt sich unsere Zahnseide, mit der wir seit einem Jahr sehr sparsam umgehen, dem Ende zu und ich werde die Zahnseide aus echter Seide dann bestellen. Die kompostierbare Bambuszahnbürste hatte ich in unserem lokalen veganen BIO-Markt noch vor unserer zero waste Umstellung entdeckt. Manchmal stößt man also auch in der unmittelbaren Umgebung auf Sachen, wenn man nur die Augen offen hält.

Tolle Ideen bekomme ich auch, wenn ich gerade ältere Leute frage, wie es denn früher war. Die erzählen dann z.B., wie sie Essen zum Mitnehmen auch einfach in Tüchern eingeschlagen haben (das machen wir ja auch, wenn wir uns was to-go holen).

Karin: Wie hat Zero Waste Euer Leben bisher verändert?

Shia: Zero Waste hat unseren Alltag komplett umgekrempelt! Wir haben uns noch nie in unserem Leben so gesund ernährt. Wir essen zwar immer noch viel auswärts, aber zu Hause gibt es nur noch BIO-Produkte und alles wird aus frischen Zutaten ohne Fertigzeugs gemacht. Meiner Neurodermitis-Haut geht es so gut wie noch nie! Das kommt bestimmt auch durch die Ernährung, aber auch dadurch, dass sie nicht mehr mit so viel “Chemie” in Berührung kommt. Sie wird mit Ölen, mit denen wir auch kochen, eingecremt, und mit gut verträglicher Olivenölseife gewaschen. Unser selbstgemachtes Spülmittel ist ebenfalls nicht so aggressiv wie Gekauftes, sodass ich auch ohne Spülhandschuhe keinen Ausschlag mehr bekomme. Unsere Wohnung ist viel leerer und somit auch automatisch aufgeräumter als vorher, weil uns aufgefallen ist, wie viele Sachen wir hatten (und immer noch haben), die wir nicht mal benutzten, von brauchen ganz zu schweigen. Diese Sachen bringen wir auch immer noch unter die Leute, damit sie weiter verwendet werden. Denn wenn es bei uns nur einstaubt, sind es verschwendete Ressourcen. Wir haben generell viel mehr Zeit als vorher, denn wir müssen viel seltener einkaufen gehen, haben weniger Sachen und weniger Müll – insgesamt müssen wir uns also weniger mit dem Haushalt aufhalten.

Karin: Auf Wasteland Rebel findet man ja jetzt schon viele praktische Tipps von Dir. Gibt es noch etwas Spezielles, was Du Zero Waste Anfängern mitgeben möchtest?

Shia: Ich denke, dass es ein Prozess ist, der auch seine Zeit braucht. Wir haben alle uns unser Konsumverhalten nicht über Nacht antrainiert, und wir werden es auch wahrscheinlich nicht von einen auf den anderen Tag komplett umkrempeln können. Das ist ja auch voll in Ordnung so, da muss sich auch keiner unter Druck setzen. Wir haben mit einem Kaufstopp angefangen, der uns Zeit gegeben hat, uns mit Alternativen vertraut zu machen und zu gucken, wo man was bekommt. Am Anfang haben wir auch mal aus Gewohnheit aus Versehen doch wieder etwas Verpacktes gekauft (Kirschtomaten). Und auch heute noch klappt es nicht immer, z.B. wenn man auswärts isst und doch eine Serviette gebracht wird, obwohl man sie abbestellt hatte. Da ärgert man sich natürlich erst mal. Aber es bringt ja nichts, sich da reinzusteigern und sich fertig zu machen. Besser ist es, sich das für das nächste Mal zu merken und es dann anders zu machen. Auch fangen wir immer bei Sachen an, die uns “wenig weh tun”, denn da ist die Umstellung am einfachsten und man kann schon mal üben, weniger und bewusster zu konsumieren. Später kann man sich dann ans Eingemachte machen, wenn die anderen Baustellen abgearbeitet sind.

Karin: Vielen lieben Dank für das spannende Gespräch und weiterhin viel Erfolg auf Eurem Weg zu Zero Waste, Shia!